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>>Wenn man einige Monate die Zeitungen nicht gelesen hat, und man liest sie als dann zusammen, so zeigt es sich erst, wie viel Zeit man sich mit diesen Papieren verdirbt. Die Welt war immer in Parteien geteilt, besonders ist sie es jetzt, und während des zweifelhaften Zustandes kirrt der Zeitungschreiber die eine oder die andere Partei mehr oder weniger und nähert die innere Neigung und Abneigung von Tag zu Tag, bis zuletzt Entscheidung eintritt und das Geschehene wie eine Gottheit angestaunt wird. << J.W. von Goethe, aus Maxime und Reflexionen
Ich habe das Zitat ursprünglich in einen Blog einbauen wollen. Doch entschied ich mich dafür, die Worte nicht zu kommentieren und nichts hinein zu interpretieren. Ich belasse sie so rein, wie seinerzeit ersinnt, zum Nachdenken stehen. Wer mag, lasse sie sich auf der Zunge zergehen und mache einen Brückenschlag in die heutige Zeit. Kann es sein, dass wir vieles was in der Vergangenheit längst herausgefunden ist, noch gar nicht umsetzen konnten? Es zeigt sich wieder einmal, wie langsam sich das Rad der Geschichte eigentlich dreht. Unabhängig davon, wie hastig und unbesonnen wir auf dem Karren auch von einer Seite zur anderen und wieder zurück eilen mögen!
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Als ich Deinen Beitrag bis zum Zitatende las, dachte ich erst, es seien Deine Gedanken oder zumindest die eines Zeitgenossen. Dass es von Goethe stammt, stimmt mich zufrieden. Es ist immer beruhigend zu wissen, dass die Dinge, die heute passieren, nicht neu sind. Ja, "das Rad der Geschichte" dreht sich unendlich langsam ..... aber nur für uns Menschen, die mit ihrem kindlich aufgeblasenem Bewusstsein immer wieder ihre Grenzen nicht erkennen wollen oder nicht können. "So seid nun geduldig ihr lieben Brüder ....." (Brahms Requiem) In der Geschichte des Kosmos sind wir Menschen .......... LG
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Ich würde Goethes Einsicht auch fast uneingeschränkt auf den heutigen Fernsehknsum übertragen wollen. ;)
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Soll Fernsehkonsum heissen. Sorry. ;)
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Na, es gilt sicher für fast alle Medien.....
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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