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Papa kommt nach hause, seine Schuhe voller Dreck,
seine Augen leuchten hell unter dem Staub auf seiner Stirn,
er hat heut nichts mehr zu befürchten, er hat heut nichts mehr zu verliern,
die kleine Lisa sitzt am Tisch, sie hat heut nichts mehr zu riskiern.
Sie legt den Malstift aus der Hand, im offnen Mund staut sich die Luft,
ihre Augen suchen hilflos nach einer Geste, einem Blick,
der ihr sagt, ob sie heut sicher ist, und es kommt ein Blick zurück,
der hält eine Zeitlang inne und wandert an die Wand zurück.
Drei lange Jahre ist es her, es war im Herbst als es geschah,
ihre Arme liegen reglos auf nassgrauem Asphalt,
noch ein letzter tiefer Atemzug, der im Sirenenlärm verhallt,
ihre Augen halten inne und finden auf den Wolken halt.
Dort liegt sie nun, tagein, tagaus, drei Jahre ist es her,
seine Gedanken kreisen hilflos um diesen schalen, leeren Blick,
der ihm sagt, sie ist für immer fort, und sie kommt nicht mehr zurück,
die kleine Lisa trägt ihr Antlitz, und das macht ihn schier verrückt.
Drei lange Jahre ist es her, und aus Verzweiflung wurde Wut,
und die prasst des nachts wie Hagelschlag über die kleine Lisa rein,
doch die dumpfen Schläge spürt sie nicht, denn wie sollt es anders sein,
für ein Mädchen das tagein, tagaus um ihre tote Mutter weint.
Sein Blick kehrt von der Wand zurück, und die beiden schaun sich an,
seine Augen leuchten hell unter den Tränen, die er weint,
er geht zu Lisa, nimmt sie in den Arm, und sie sind wieder vereint,
weil das Schicksal manchmal blind macht und weil die Liebenden verzeihn.
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ein text
gerngelesen. lm |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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