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Ich bin flüchtig
im Augenblick meiner Geburt vertrieben
in eine Welt geworfen
die zitterte vor Schmerz
erfüllt mit Geisterschreien:
Wenn du bleibst, stirbst du!
Ich bin gelaufen jahrelang
mein Bündel schäbiger mit jedem Schritt
weg von Morden und Seelenschlägen
durch das ganze Kriegsgebiet
in dem Erdbeben gegen Kanonen gewütet haben.
Kein Glied an mir blieb unversehrt
Was die Welt zerriss, ist in mir detoniert
Zu sterben war mir untersagt.
Ich ging mit blossen Füssen über Bombensplitter
den rauchenden Häuserreihen entlang
vorbei an weinenden Vätern, erstarrten Müttern
Ich verweigerte meine Hilfe,
denn die Geister kreischten:
Wenn du sie liebst, stirbst du!
Ich bin ein Waisenkind
im Augenblick meiner Zeugung verloren
Hätte ich vor mir gelebt,
ich hätte diesem Leben abgeraten.
Auf einem Splitterhaufen zu gebären
ist Folter an der Unschuld –
oder habe ich mich in die Welt gedrängt,
allem, all dem zum Trotz?
Die Geister flüsterten:
Dein schweres Haupt verdient,
dein zerschundener Körper das weiche Lager
Lass den tiefen Atem deine Krämpfe lösen.
Gib auf, niemand trägt es dir nach
Doch wenn du kämpfen willst –
kämpfe mit aller Kraft!
Du wirst um dein Leben ringen müssen.
Als ich mitten im Krieg mit blossen Füssen stand
hast du mir meine Waffen gereicht:
Hier stehen wir, und wenn sie mich in die Knie zwingen wollen
Hier stehen wir, allem – all dem zum Trotz.
Wir haben uns entschieden
fremd von Anfang an
schmähen das weiche Lager
Hier stehen wir, allem zum Trotz.
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bis auf den guten anfang der ersten strophe, der ersten vier zeilen genauer, finde ich das schlechte poesie bzw. eben deshalb gar keine. viel ich für ein lyrisches, sehr viel ich, wenig empathie. auch eines, das selbst waise, bündel unversehrt in pose sich schlägt: verfolgte unschuld, selbstlobexponent drei. ein weiches lager gips dafür bei mir nicht, allem ihrem zum trotz.
kruß, kr |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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