Politikarena

Die Politikarena

12.11.2009 | 18:38

Die Opel-Debatte der letzten Woche

Nachdem vergangene Woche der Deal zwischen Opel und Magna geplatzt ist, stand schnell die Frage im Raum, ob dies nicht ohnehin von vornherein klar und der Verkauf bloß Wahlkampfinstrument war. Und natürlich wurde sofort spekuliert, ob dies nun das Ende für Opel bedeutet.

Darüber wollten wir in der Community debattieren und stellten folgende Frage:
„ Alles Wahlbluff: Wird Opel unter GM überleben?“

Lediglich ein Drittel war davon noch überzeugt, darüber aber meist nicht sehr glücklich. Es wird befürchtet, dass die Bedingungen für die deutschen Belegschaften schlechter werden und noch mehr Geld vom Staat eingesetzt wird. Dieser sei nämlich längst erpressbar.
Die „Liquidation“ wird genannt und dass diese Methode die ehrlichere Reaktion gewesen wäre, schließlich verfahre man so bei maroden Firmen. Nun hingegen würde Opel wenigstens so lange überleben, wie die Firma für GM nützlich sei und mit der Entwicklung von neuen Technologien, beispielsweise im Elektro-Auto-Bereich, könnte in Zukunft möglicherweise ein geringer Gewinn erwirtschaftet werden. Dass Magna auch fast pleite ist und man nun wenigstens nicht in den Händen einer ominösen russischen Bank ist, wird außerdem angeführt.

Auf der Gegenseite steht das Argument, dass der damalige Wirtschaftminister Guttenberg bereits ein Insolvenzverfahren wollte und seinerzeit von Angela Merkel abgekanzelt wurde, der es um die Wiederwahl und nicht um Opel ging. Das Prinzip sei immer das gleiche: „Die Firmen haben mit den Arbeitsplätzen den sozialen Frieden im Land in der Hand und wenn es ihnen schlecht geht, spielen sie diesen Trumpf aus, wenn es ihnen gut geht behalten sie ihre Karten für sich.“
Es sei nur eine Frage der Zeit, bis GM selbst den Bach runter gehe, da die Firma nur in Billiglohnländer, nicht aber in Innovation und zukunftsfähige Technik investiert habe. Und fast alle hier sind sich sicher, dass GM auch weiterhin so agieren wird.

Guckt man sich die Wordle-Grafik an, könnte man meinen, jene, die an Opels Überleben glauben, seien in der Überzahl. Ich denke ja, es war ihnen einfach besonders wichtig, sich von ihrer - zwar positiven - Haltung zu distanzieren. Das geht mit „Ja, leider“ ganz gut.

 

 

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
mh schrieb am 12.11.2009 um 19:04
es ist zumindest wesentlich verträglicher für den markt, wenn opel unter dem dach von gm bleibt und nicht als weiterer konkurrent in den markt eintritt.

mfg
mh
Ehemaliger Nutzer schrieb am 13.11.2009 um 18:56
Solidarität ja, und GM macht weiter. Lektion gelernt? Wohl kaum.
mh schrieb am 13.11.2009 um 19:50
wenn opel unter gm ohne staatshilfe weitergeführt wird, halte ich das zumindest für richtiger als magna mit staatshilfe.

als staat wird sich deutschland ohnehin überlegen müssen, wie man gegenüber opel verfährt .. bestellt wird dort ja ohnehin kaum etwas, aber eine form der rache muss gesichtswahrend kommen.

mfg
mh
Politikarena
Wenn der Wahlkampf endet, fängt die Politik an! Seit 1. November '09 wird die Politikarena betreut von Maike Hank.
Mitglied seit:
2 Jahre 34 Wochen
Zuletzt aktiv:
28.04.2010
Status:
Autorin
Aktivität:
Beiträge: 29
Kommentare: 2
Mein Projekt:
Logbuch
16:17
doimlinque hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:17
antares56 hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:16
goedzak hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:15
ed2murrow hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:14
Schachnerin hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG