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20.11.2009 | 14:39

Resümee: Kindergelderhöhung vs. Ausbau öffentlicher Betreuung

Die beschlossene Kindergelderhöhung steht aus den unterschiedlichsten Gründen unter Beschuss. Aufgrund der Finanzkrise soll sie aus Sicht mancher am besten gänzlich ausfallen und auch die Mädchenmannschaft hatte da eine Frage:
„Sollten die Millionen für die erneute Kindergelderhöhung lieber in den Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung gesteckt werden?“

Die Freitag-Community hat sich sehr deutlich dafür ausgesprochen, lediglich ein Fünftel (Stand 20. November: PRO 79% / CONTRA 21%) der debattierenden User war dagegen.

Ihnen ist wichtig, dass den Eltern die freie Wahl bleiben muss, ob und ab wann sie ihre Kinder in Krippen oder Kitas geben, dass ein diesbezüglicher Zwang, wie etwa in Schweden, abzulehnen ist, und daher die Erhöhung des Kindergeldes der richtige Weg ist. Ein Hauptargument gegen den Ausbau von Kinderkrippen und Betreuungsmöglichkeiten ist die Tatsache, dass das Kindergeld ja auch für Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 bezahlt wird, die von diesem Ausbau nicht profitieren würden.

Dass Hartz4-Empfänger gar nichts von einer eine Kindergelderhöhung haben, da diese mit dem Regelsatz verrechnet wird, monieren hingegen jene, die den Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung befürworten. Denn diese kommt allen zugute, besonders Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern, denen nur der Kindergarten beim Erwerb von Sprach- und Sozialkompetenz hilft. Der Ausbau entspräche dem gesellschaftlichen Wandel, sei zukunftsweisend, schließlich sind viele Frauen alleinerziehend und berufstätig.
Dass nur das Kindergeld auch Jugendlichen zugute kommt, wird entkräftet mit dem Vorschlag, eben auch in Einrichtungen für diese Altersgruppe zu investieren.

Und dann gibt es noch von der Frage losgelöste Vorschläge wie verschiedene zweckgebundene Förderungen nach Wahl, dass kulturelle, sportliche und bildungsaffine Aktivitäten nichts kosten dürfen. So könnten beispielsweise der Mitgliedsbeitrag im Fußballverein, ein monatliches Theater-Abonnement oder ein Platz in der örtlichen Kita, die Mittagessen dort oder in Schulen, Eintrittsgelder für’s Schwimmbad und der Zugang zu Schulbüchern vom Staat subventioniert werden.

Dass sich die Pro-Argmumentatoren, sofern parteilich zuzuordnen, hauptsächlich aus Anhängern der Linke, SPD und den Grünen zusammensetzen und die Gegner eher CDU- und FDP-Anhänger sind, ist nicht wirklich verwunderlich. Zum Abschluss das Wordle, das uns zeigt, dass es allen Parteien immerhin um Eines geht: die Kinder.

 
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Kommentare
mh schrieb am 20.11.2009 um 19:14
dafür gibts eigentlich keine wirklich gute lösung, die unkompliziert ist.

das kindergeld auf hartz IV angerechnet wird .. bekommen kinder nicht auch hartz IV, also diesen ermäßigten satz?

und dann sollte kindergeld ohnehin mit ein paar auflagen verbunden werden. wenn se von der schule ferngehalten werden, gibts keins etc.

wenn wir über kinderbetreuung reden, müssen wir auch über lehrmittel reden .. hier sind die kosten für eltern in den letzten jahren explodiert.

es könnte durchaus sinn machen, dass man den satz staffelt. also nach lebensalter.

im endeffekt ist einfach das system vermurkst. es braucht ein öffentliches und kostenloses angebot, durch das die eltern unterstützt werden. und arme bekommen einen geldwerten zuschuss, alle anderen nicht. oder gibts nen grund dafür, warum jemand kindergeld bekommen sollte der es sich leisten kann?

mfg
mh
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