poor on ruhr

Mehr Panda als Bär

14.03.2010 | 19:09

10.000 mal schwerer

Der Jan arbeitet nicht nur im Parkhaus in der Mitte der Stadt, unter dem Einkaufszentrum in dieser Monotonie aus Beton, Neonlicht, ständig rein und rausfahrenden Autos,-nein, manchmal hat er auch Feierabend und wenn es ganz gut läuft sucht er eine Abwechslung jenseits des Parkhauses, der Wohnung und der Glotze. 

Einmal war er im Botanischen Garten gewesen.

In einem Glaskasten hatte er da einen kleinen blauen Frosch gesehen.

Die freien Verwandten dieses kleinen blauen Frosches jenseits des Glaskastens lebten irgendwo im Amazonasbecken in Südamerika.

Der kleine blaue Frosch war nur einige Gramm schwer und einige Zentimeter groß.

Der kleine blaue Frosch , von dem der Jan noch nicht einmal den Namen behalten hatte, war sehr schön.

Der kleine blaue Frosch hatte den Jan in seiner Schönheit angemacht.

Es kamen Zeiten in denen der Jan den kleinen blauen Frosch vergessen hatte und in der er tief in der Monotonie des gewerblichen Garagenbetriebes steckte.

Immer gab es etwas zu tun und zu reinigen.

Mit der Maschine oder von Hand. 

Einmal rollte sogar   ein PkW, dessen  Halterin an einer unebenen Stelle vergessen hatte, auf dem Einstellplatz den Gang reinzulegen und die Handbremse anzuziehen, in die Hauptfahrbahn des Parkhauses.

Das war vielleicht ein Gehupe, doch  auch damit wurde der Jan im Team seiner Kollegen fertig.

Wo Menschen zusammen kommen ist selbst bei so einer einfachen Dienstleistung wie das Parken in einer Toplage so ziemlich alles möglich, was man nicht für möglich hält. 

Das konnte auch eine gestandene Frau sein , die plötzlich einen Weinkrampf bekam, weil ihr in der Stadt fast alles gestohlen worden war, was sie sie bei sich gehabt hatte.

Natürlich tat der Jan dann alles, was in seiner Macht stand, um zu helfen.

 In solchen Situationen konnten aber auch schon etwas Verständnis und einfach nur  Zuhören auch schon etwas zur Beruhigung der gebeutelten Seele beitragen. 

An einem Samstag hatte der Jan sich erschrocken, weil er die Kontrolle über die Zeit verloren hatte, denn all die Abwechslung im Parkhaus war dennoch von der Monotonie des ständig Wiederkehrenden begleitet.

Er hatte gedacht, dass es erst Freitag wäre.

Etwas borstig hatte er der jungen hübschen Verkäuferin im Backwarengeschäft ein paar Schritte vom Parkhaus entfernt, beim Holen eines Kaffees nach seiner hilflosen Frage nach dem Wochentag trotzig entgegnet, dass es unmöglich Samstag sein könne.

Höflich aber bestimmt entgegnete die junge Frau , dass es Samstag ist und wünschte noch einen schönen Tag.

Da war der Jan tief erschrocken und es war ihm unheimlich.

Wo war denn dann der Freitag geblieben?

Alles war so fremd an diesem Tag.

So vielel Fahrzeuge im Parkhaus hatten gar nicht zu einem Freitag gepasst.

Und die Spielfilme gestern abend in der Glotze waren für einen Donnerstag auch sehr untypisch gewesen.

Er hatte sich auch gewundert , dass der Schlagerwettbewerb mit der Qualifikation für den Grand Prix an einem Donnerstag ausgetragen wurde.

 Das hatte alles nicht zum Donnerstag gepasst, der gestern in seiner Vorstellung gewesen sein sollte, wenn heute wirklich Freitag gewesen wäre  und all dies half dem Jan sich qüalend langsam wieder im Samstag einzufinden. 

 Irgendwann beruhigte sich der Jan mit seinen satten zwei Zentnern wieder und akeptierte, dass es wirklich und wahrhaftig Samstag war und dass dieser Samstag die Wahrheit darstellte und nicht seine Vorstellung , dass es Freitag wäre. 

Gegen Ende der Schicht sah der Jan sich selbst im Spiegel und auch seine blaue Mütze.

Aufeinmal fand er sich mit und in diesem Blau auf dem Kopf ganz niedlich und es hüpfte ihm der kleinen blaue Frosch, den er im botanischen Garten gesehen hatte, durch seinen Gedankenwelt.

So niedlich und süß bin ich aber doch auch, meinte der Jan mit seiner blauen Wollmütze, die keinen Bommel an ihrem oberen Ende hatte.

Dabei war der Jan mindestens 10.000 mal schwerer und wahrscheinlich so ca. 100 mal größer als der kleine blaue Frosch.

Der Jan lächelte und dachte an den freien Sonntag, dem er durch einen Sprung des kleinen blauen Frosches in seine Gedanken plötzlich so zum Greifen nah gekommen war.   

  

 
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Kommentare
Cassandra schrieb am 14.03.2010 um 19:33


:)
poor on ruhr schrieb am 14.03.2010 um 19:39
Liebe Cassi ,

vielen Dank. Das ist für mich zumindest in der virtuellen Welt das absolute Highlight des Sonntags. Ich freue mich wirklich sehr über Deinen Kommentar. ;O)

Sei virtuell sehr herzlich umarmt. Ich hoffe, damit die gebotene Distanz und den gebotenen Respekt gegeüber Deiner Person eingehalten zu haben. ;O)

Herzliche Grüße

ruhrot
Alien59 schrieb am 15.03.2010 um 07:09
Schöne Geschichte - und schöner als Cassandra kann man sie nicht kommentieren, finde ich.
Cassandra schrieb am 15.03.2010 um 13:39
Hui, und ich dachte schon, ich mutierte langsam aber sicher zum öffentlichen Ärgernis, weil ich in letzter Zeit lieber in Bildern kommentiere (oder, Rainer?).

Lieber rr,

ich mag die bunten Frösche auch sehr gerne. Vielen lieben Dank für die Umarmung, fühl dich virtuell zurück-umarmt :)
poor on ruhr schrieb am 15.03.2010 um 15:08
Hallo Alien 59,

vielen Dank für den Kommentar.

Herzliche Grüße

rr
poor on ruhr schrieb am 15.03.2010 um 15:09
@Cassandra

Danke. :)

Herzliche Grüße

rr
archinaut schrieb am 14.03.2010 um 23:40
Psst....
gleich ist Montag....
der Tag zum Blaumachen!

Ein Scherz
von archie
poor on ruhr schrieb am 15.03.2010 um 15:10
Lieber archinaut,

herzlichen dank für den Scherz.

Herzliche Grüße

rr
goedzak schrieb am 15.03.2010 um 07:42
Küss' den Frosch, wer weiß!?!
poor on ruhr schrieb am 15.03.2010 um 15:11
Lieber goedzak,

vielen Dank für den netten Kommentar.

Herzliche Grüße

rr
poor on ruhr
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