poor on ruhr

Mehr Panda als Bär

16.03.2010 | 20:50

Angst und Leere und was kommen kann oder passiert ist

Besonders lange kann die Dunkelheit vor dem Einschlafen in den Zeiten der Kindheit dauern und viel schlimmer noch als die Leere ist die Angst vor dem was sein wird und die Angst vor dem nicht mehr sein wird, bei einem Kind, das mit diesen Gedanken nicht umgehen kann.

 Wenn da nicht drüber gesprochen wird, kann schon in der Kindheit viel kaputt gehen und zerbrechen.

 Es ist die Last von Jahrzehnten, die Angst vor einem Horizont in weiter Ferne und an diesem Horizont ist nur das Nicht mehr sein, das kaum beschreibbar und als unerträglicher Schecken auf der Kinderseele lastet.

Der Tod, der im Kinderzimmer nicht als fast noch lustiges Monster sondern als gar nicht zu bewältigender Druck durch das Kinderzimmer geht und schwer auf der kleinen Seele liegt.

 Die Kinderseele kann das nicht fassen und hat Angst und bei manchen Menschen bleibt die Angst ein Leben lang.

Die Angst ist dann der Feind und sie kommt in den Jahren der Jugend schleichend und schlägt dan wie ein Blitz ein, zum Beispiel beim Autofahren und der junge Mensch , der der es nie gelernt hat mit seiner Angst umzugehen säuft sie sich weg, schreit sie als junger Mann aggressiv in die Welt hinaus oder geht einen Marathon durch stationäre oder ambulante Therapien der Psychatrie.

Wenn´s dann gut wird legt sich die Angst und es bleibt nur die Leere.

Mit den Jahren kommt dann ein Annehmen dessen, was nicht zu ändern ist.

Es bleibt nur die Leere und wenn es dann aus männlicher heterogener Sicht nicht zu einer Partnerin gereicht hat, kann auch diese Leere der Seele, die die Liebe kaum kennen gelernt hat, ziemlich zu schaffen machen.

Bei den Singles, wo es gut läuft, kann ein Hobby oder ein guter Freundeskreis viel auffangen.

Bei Anderen läuft die Glotze Tag und Nacht.

Die Bilder und die Töne des Fernsehers sollen die Leere und die Einsamkeit auffangen, was in der Regel nicht gelingen kann.

Es entstehen neue elektronische Höllen im Hintergrund in denen die Glotze einen großen Teil des Lebens dominiert.

Wieder Andere laufen sich die Seele aus dem Leb und machen Marathon.

Das kann gesund sein, ohne Plan aber auch hin und wieder mal zu einem sehr plötzlichen Ende führen, wenn das Herz sportliche Belastungen solcher Art nicht mitmacht.

Es gibt so viele unterschiedliche Arten von Angst und so viele unterscheidliche Lebensläufe.

In der Glotze lässt sich dann manchmal auch die Hölle der Anderen anschauen.

Da stößt man vielleicht auf etwa  Gleichaltrige, die in Heimen aufgewachsen sind und möglicherweise noch viel schlimmmere Traumata, in denen es gar um sexuellen Mißbrauchs geht, in und aus ihrer Kindheit zu bewältigen hatten.

Menschen, die heute noch sind und leiden.  

Berührend ist es zu sehen, was eine menschliche Seele erleiden und überleben kann, doch die Institution die sich von solcher Art sexualisierter Gewalt damals nicht abgegrenzt hat sollte das wenigstens heute tun und nicht länger schweigen.   

Alles sollte getan werden, um denjenigen die solche Höllen in ihrer Kindheit oder Jugend erlitten haben, zu helfen.    

 

(Der Blog enthält subjektive Gedanken und persönliche Werturteile)

 
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Kommentare
jayne schrieb am 16.03.2010 um 22:26
"es entstehen neue elektronische höllen" und hüllen, würde ich ergänzen - sehr gern höre ich mir fernseh-hörspiele an, dämmen auch die angst, die manchmal einfach da, ohne daß man dafür einen grund benennen könnte (ich denke jetzt nicht an die höllen des mißbrauchs, sei er nun sexueller oder anderer art)
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:14
Liebe jayne,

Deine Ergänzung m mit den Hüllen halte ich für sehr sinnvoll. Das gibt es nämlich ganz genau, diese Angst, die einfach mal so da ist.

Herzliche Grüße

ruhrrot
lausemädchen schrieb am 16.03.2010 um 23:00
lieber ruhrrot,

ein sehr eingefühlt-einfühlsamer text von dir,
danke!

und ja, genauso angefüllt von angst,leere und einsamkeit sind wohl unzählige räume, deren türen aus guten gründen von innen verschlossen wurden.

herzliche grüße
lausemädchen
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:17
Liebes lausemädchen,

vielen Dank für den netten Kommentzar, über den ich mich sehr gefreut habe.
Das mit den unzähligen Räumen, die mit mit Angst und Leere gefüllt sind und aus gutem Grund von innen verschlossen sind, finde ch sehr zutreffend beschrieben. Das ist wirkliches Verständnis des Menschen und seiner Seele.

Herzliche Grüße

ruhrrot
philoron schrieb am 16.03.2010 um 23:20
Nur wer es am eigenen Leib erfahren musste, wird wissen wie der graue Schleier wirklich ist, der sich schwer auf die kindliche Seele legt. Der verhindert, dass sich überhaupt ein richtiges Ich in einem jungen Menschen ausbilden kann. Oder jemand, der später das Leben mit ihr/ihm teilt. Was die Leere oder Ängste angeht, dafür gibt es noch jede Menge anderer Faktoren, die sie auszulösen vermögen. Abhängigkeiten würde ich vorne weg nennen wollen, von der Gesellschaft z.B. oder vom Partner vom Job oder vom Status usw.
Nicht jeder, der sich betäubt, ist durch eine solche Hölle gegangen.
Das ändert natürlich nichts daran, dass das Angesprochene am Ende des Blocks absolut notwendig erscheint! Vielleicht wäre schon damit geholfen, wenn man erkennen würde, dass Z.B. das Zölibat unnatürlich und niemanden damit geholfen ist. Überhaupt sollte mit diesem Thema anders umgegangen werden, also generell mehr Prävention.
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:20
Hallo philoron,

vielen Dank für Deine sinnvollen Ergänzungen. Ich hatte mir da recht wahllos ein paar Aspekte rausgegriffen. Diese Thematik umfasst natürlich unendlich viel mehr.

Herzliche Grüße

rr
Joachim Petrick schrieb am 16.03.2010 um 23:20
selbst das Glück, wenn es nächtens in Wachträumen als schwarzer Mann, als Schornsteinfeger daherkommt, kann eine kleine unbegleitete Kinderseele aufgeschreckt hyperventilierend bis zum momentanen Atemstillstand nur als Bedrohung, als Gefährdung, nicht aber als Glück erkennen.

tschüss
JP
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:30
Lieber Joachim Petrick,

vielen Dank für Deine sinnvolle Korrektur.
Ich wollte den schwarzen Mann keineswegs verharmlosen. Mir ist aber klar, dass der Text an dieser Stelle so schwammig und ungenau ist, dass er eben für Deinen berechtigten und dankbarer Weise gegebenen Hinweis offen ist. Ich denke über eine Korrektur an dieser Stelle nach.

Herzliche Grüße

ruhrrot
Sarah Rudolph schrieb am 16.03.2010 um 23:23
Es ist erst ein paar Jahre her, da kannte ich das nächtliche Radioprogramm ziemlich gut.
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:32
Liebe leelah,

Radio ist toll. Du hast mich da fast auf eine Idee gebracht. Zu selbst verständlich geworden ist mir der Griff nach der Fernsehfernbedienung.

Herzliche Grüße

ruhrrot
Sarah Rudolph schrieb am 18.03.2010 um 20:00
Oh ja.
Fernsehen hätte mich, glaube ich, endgültig verrückt gemacht. Nachts Radio hören ist großartig, auch spät abends. Habe ich auch lange nicht mehr gemacht, ich glaube das hole ich heute nach.

liebe grüße
sarah
Streifzug schrieb am 16.03.2010 um 23:32
Vertrauen
Deaktivierter Nutzer schrieb am 16.03.2010 um 23:37
Es war doch alles mal gut?

Ich wuchs auf eingebettet in zitzenwarmem Katzensand geliebt über jede Vernunft
lausemädchen schrieb am 16.03.2010 um 23:55
jedes wort ein nektarschlürf ...
für kolibri
Cassandra schrieb am 17.03.2010 um 01:06
pfirsich
Pfirsichblüte
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:33
Liebber streifzug,

Vertrauen ist gut.

Herzliche Grüße

ruhrot
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:35
Lieber Rainer,

ein ziemlich starker Satz.

Darauf möchte ich aber nicht einfach loslabern, sondern ihn erst mal auf mich wirken lassen.

Herzliche Grüße

ruhrrot
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:35
Liebes Lausemädchen, finde ich auch.

rr
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:37
Liebe Cassi,
vielen Dank für die schöne Pfirsichblüte. Das ist wirklich eine sehr schöne Blume. :)

Herzliche Grüße

rr
archinaut schrieb am 17.03.2010 um 00:19
Lieber RR,

sollen wir eine Deklaration schreiben?

ABSCHAFFEN,
sofort abschaffen...
die NACHT!!!

Zum Glück werden die Tage jetzt länger
"bald erfüllt der Sonne Strahl den letzten Winkel"
hofft archie
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:45
Lieber archie, vielen dank für Deinen Kommentar. Deiner schönen Hoffnung schließe ich mich gerne an. :)

Herzliche Grüße

ruhrrot
Cassandra schrieb am 17.03.2010 um 00:56
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:53
Liebe Cassi,

wahninnig starker Kommentar. Ein Bild erzählt das Wesentliche. Du bist nicht nur eine begandete Bloggerin sondern auch eine begnadete Kommentatorin. Das Bild lädt zum Hinsehen und gegebenenfalls auch zum Handeln ein. Ich möchte allein schon dem virtuellen Kind helfen.Herzlichen Dank für Deine feinfühlende Auswahl.

Herzliche Grüße

ruhrrot
Alien59 schrieb am 17.03.2010 um 07:41
Wieder ein schön nachdenklicher blog von rr, der zum Weiterdenken einlädt.

Cassandras Kommentare wieder mal unvergleichlich - danke.
Vor allem aber auch für Rainer Kühns Zeile - wo findest du so etwas immer?
poor on ruhr schrieb am 18.03.2010 um 15:47
Hallo Alien 59,

über Deinen netten Kommentar habe ich mich sehr gefreut. Inhaltlich schließe ich mich Deiner Bewertung der von dir genannten Kommentare an.

Herzliche Grüße

ruhrrot
poor on ruhr
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