poor on ruhr

Mehr Panda als Bär

06.07.2009 | 16:16

Die "dritte Welt" in Deutschland

Der soziale Riss geht oft auch quer durch ehemals sehr vertraute Beziehungen .

 Manche von denen, die mit den Anderen zusammen im Sandkasten gespielt haben, haben es noch geschafft. Die Anderen nicht.

 Man trifft sich wieder und dann wird abgerechnet.

Die Globalisierung habe doch auch Ihre Vorteile, heißt es dann. Viele Millionen Menschen in China würde es  jetzt besser gehen, meint man in diesen Kreisen  und die Hartz IV - Empfänger hier würden gegenüber dem Rest in der sogenannten Dritten Welt ja noch wirklich in Saus und Braus leben. Und wenn man sich hier anstrengen würde, könnte man(n) oder frau ja noch so viel ereichen. Wenn man keine Stelle kriegt, ja in Gottes Namen , warum macht er oder sie sich dann nicht selbstständig? Mir sind solche Sätze durchaus vertraut. 

Akademiker die mal mehr wollten und dann im Prekariat landen gibt es auf der ganzen Welt. Damit kann auch so mancher irgendwie recht oder schlecht oder manchmal sogar ganz gut leben. Das ist nicht das Problem.

Viele von diesen Menschen sind oft aufgrund Ihrer Situation viel ehrlicher mit sich selbst, als die in der "Mein Haus-Mein Ferrari- Mein Pferd-(und von mir aus noch) -Meine Pferdepflegerinnen"-Gesellschaft.   Und wer seinen dicken BMW, seine Villa und weiß der Geier, was noch für einen Luxusartikel bracht, dem sei das herzlich gegönnt sofern er halbwegs ehrlich dazu gekommen ist. Um Himmels willen, jedem sei sein Stück Spaß und Luxus gegönnt. Das ist nicht mein Punkt.

Aber verdammt noch mal, laßt Euch von diesen Menschen nicht sagen, dass man mit Hartz IV in Luxus lebt! Das ist einfach nicht wahr! Mir geht das jedenfalls total gegen den Strich , auch wenn ich zur Zeit etwas mehr als Hartz IV habe, aber mein Prekariat wie überall mit einer permanenten Abstiegsangst besetzt ist.

Hartz IV ist kein Luxus! Es ist die "dritte Welt " in Deutschland. 

Der wirkliche Luxus von denen, die das erzählen, hat auch seinen Preis. Es ist ein Stück Menschlichkeit, dass dafür preisgegeben wird. Es ist der versperrte Blick für die Bedürftigen im eigenen Land, um den eigenen Luxus ohne schlechtes Gewissen konsumieren zu können. Das ist einer der Abgründe in dieser Gesellschaft, bei dem es naiv ist anzunehmen , dass alles gut wird. 

In der Regel will der , der viel Geld hat, es auch behalten und eher möglichst wenig den Armen davon abgeben. Es sollte diesen Menschen aber  deutlich gemacht werden, das alles mit allem in dieser Gesellschaft und in dieser Welt so unendlich viel mehr zusammenhängt, als es so manch einer es noch nicht einmal erahnt. Und bei einer angeblich sozialen Gesellschaft, die sich Ihre eigene Hartz IV-Schicht hält, um dem Mittelstand zu sagen, das es ihm auch so ergehen kann, ist wirklich nicht alles in Ordnung.

Es ist eine Gesellschaft, die sich ihre "dritte Welt" im eignen Land geschaffen hat, wobei es doch nur eine Welt und ein Land sein sollte!!!     

 

 

 

 

 

 

 
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Kommentare
Streifzug schrieb am 06.07.2009 um 18:35
Die gehässigsten Kommentare kommen nicht mal von denen, die sich ihr vieles Geld selber erarbeiten. Es kommt meist von denen, die es in den Schoss gelegt bekommen.

Ein bestimmter Teil der Erbengeneration zählt sich gerne zu den sogenannten "Leistungsträgern". Das ist eine stark verzerrte Sicht der Dinge. Das Einzige was die zu Markte tragen ist ihr charakterlich defizitäres Verhalten.

In solch Gauklerkostüm gehüllt scharren sie sich gerne um eine Spaßpartei mit einem Sprechkasper, lesen schwülstige Zeitungen für Deutschland und merken nicht, dass sich die Schlinge um ihren Hals zuzieht. Diese kleinen Gaukler haben nicht begriffen, was wirklich Substanz hat und von bleibendem Wert ist.
I.D.A. Liszt schrieb am 08.07.2009 um 00:35
Streifzug, das hast Du sehr schön gesagt!
poor on ruhr schrieb am 08.07.2009 um 10:32
Danke für den tollen Kommentar. Der steht und spricht für sich!
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