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Frieden – Wie geht das?

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Kultur : Ein Ruhrgebietssymbol im Wandel der Zeit

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Sie werden auch die "Eiffeltürme" des Ruhrgebiets genannt. Die Fördertürme.

Haben sie heute in aller Regel auch keine Bergwerksstollen mit Material und Menschen zu füllen oder die Kohle und den Abraum sowie die Bergarbeiter nach der Schicht nach oben zu befördern, so sind doch sie Symbole des Ruhrgebiets geblieben, die nach jahrzehntelangen Monostrukturen aus Kohle und Stahl für die Tradition des Ruhrgebiets aber auch für die Hinwendung des Ruhrgebiets zu einer modernen Dienstleistungsgesellschaft stehen.

Besonders der ca. 60m hohe Vierlingsturm (4Förderräder) der Weltkulturerbezeche Zollverein ist hier exemplarisch.

Es ist ein Symbol für den Überlebenskampf des Ruhrgebiets in den Zeiten der Globalisierung.

Besonders die SPD hat hier in Essen viel für die Zeche Zollverein getan.http://www.ruhrgebiet-industriekultur.de/images/zollverein.jpg

Der Turm als Förderturm steht dabei heute eher nicht mehr nur für die Kohle sondern auch für das , was sonst auch noch in dem Ruhrgebiet an verborgenen Eigenschaften und besonders an bisher verborgenen Entwicklungsmöglichkeiten steckt.

Es gibt auch einen Verein für Jugendarbeit und -hilfe der auch "Der Fördertum" heisst.

Der Förderturm der der bis ins Kleinste durchrationalisierten Bauhauszeche Zollverein , hatte auch für die Nazis eine Symbolkraft, die jedoch eine vollkommen Andere war als sie die heutige ist.

Damals im II Weltkrieg war Kohle der Hauptantriebsstoff für die Reichsbahn als das Blutadernentz des "Dritten Reiches".

Kohle war unschätzbar wichtig für die deutsche Industrie , die auch ihre Engpässe bei der Ölversorgung sogar mit chemischen Verfahren der Kohleverflüssigung lösen wollte.

Ein Turm wie der der Zeche Zollverein schaffte es bei den Nazis sogar als ein Mittelpunkt auf ihrer wirtschaftspolitischen Zeitschrift und zwar auf die Sonderaufgabe "Der Vierjahresplan".

Es ist ein martialisches Bild im Stil der Zeit mit dem Traktor auf dem Acker im Vordergrund des Bildes.

Dahinter eine Industrielandschaft mit einem Zechenturm, wie dem der Zeche Zollverein im linken Zentrum der Titelseite.

Über der Industrielkandschaft ragen giganitische, völlig übertriebene Kanonen wahrscheinlich von Schiffsgeschützen oder Eisenbahnkanonen (sogenannnten "Englandkanonen") in den Himmel.

Ganz oben fliegen über den "goldenen Morgenhimmel" die Bomber auf dieser abstoßenden Illustration der Nazis.

http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/vlt01671/200.jpg

Quelle:

Der Vierjahresplan, Folge 1-3, Herausgeber Staatssekretär Dr. Gritzbach, Franz Eher Nachfolger G. m. b. H. Zentralverlag der NSDAP, Berlin,5 Jahrgang, Januar 1941

Zollverein war - in dieser Sichtweise der Nazis- ein wichtiges unverzichtbares Schwungrad dieser elenden Kriegsmaschine , die so viel Tod und so unendlich viel Leiden über die Menschheit brachte.

Der Blog soll nur ein Plädoyer dafür sein, auf mögliche Ambivalenzen in der Historie von Symbolen zu achten.

Selbstverständlich hat es heute nichts nichts mit dem Nazis zu tun , wenn der Förderturm der Zeche Zollverein jetzt als das Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet gilt.

Ich persönlich liebe diesen Förderturm sogar sehr, aber es kann nicht schaden, mehr als das nur Offensichtliche zu sehen.

Als Kind fand ich die Adler mit weit ausgebreiteten Schwingen an manchen Postgebäuden immer so schön.

Manchmal hatten sie in ihren Greifen noch einen Pflanzenkranz (Loorbeer?) , der innen leer war.

Als ich mich später mehr für Symbole interessierte , begriff ich , dass in der Nazizeit ein Hakenkreuz in diesem Kranz in den Greifen des Adlers gewesen war.

Bildquellen aus dem Netz:

www.ruhrgebiet-industriekultur.de/images/zollverein.jpg

www.dhm.de/lemo/objekte/pict/vlt01671/200.jpg

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.