poor on ruhr

Mehr Panda als Bär

22.04.2011 | 15:57

"M Eine Stadt sucht einen Mörder"

"So düster die Gassen in Berlin. Vor den Mietskasernen spielen die Kinder und singen ein Lied vom Mörder mit dem Hackbeilchen.

Fluchend kommt es aus einem offenen Fenster herraus , dass sie damit aufhören sollen.

Angst liegt über der Stadt und setzt sich hinein in jeden dunklen Winkel der Stadt.

Die Angst setzt sich auf die Gemüter der Frauen und der Kinder un der Männer , die ihre Familien beschützen wollen. 

Weiter schlägt das Herz der grossen Stadt, doch finster ist es in ihrem Organismus , denn ein mörderischer Virus sucht nach Opfern.

Kleine Mädchen und junge Frauen werden ermordet.

Die Polizei  arbeitet auf Hochtouren.  Verdirbt mit Razzien der Unterwelt das Geschäft.

Die Gangster wollen sich selbst auf die Suche nach dem Mörder machen. Sie wollen ihn stellen und töten. Es muss endlich wieder Ruhe sein in den Vergnügungsvierten.

Man schreibt das Jahr 1931..."

Nach:

M , Eine Stadt sucht  einen Mörder , Nach dem Fim von Fritz Lang, Jon J. Muth, Cross Cult Verlag, 2009, Ludwigsburg, Erweiterte Neuausgabe mit einem Vorwort von Georg Seeßlen

 

So ähnlich könnte man den Beginn des Szenario beschreiben mit dem der Graphic Novel "M Eine Stadt sucht einen Mörder beginnt".

Fantastische Bilder.

Hell aber auch sehr dunkel genial gezeichnete  Aquarelle von Jon Muth die Gefühle die beim Betrachter wecken.

Menschen die in ihrem Raum und ihrer Zeit einsam wirken und doch irgendwie sehr modern sind.  

Sexy wirkende kleine Frauen , eine Melodie und irgendetwas, das im Inneren des Mörders passiert und das ein normaler  Mensch nicht nachvollziehen kann.

Verbrecher , die organiert sind , so wie es auch in den 30er Jahren in grossem Stiel der Fall war und die eher aus geschäftlichen Gründen einen Mörder jagen.

Der Mörder ist gekennzeichnet .

Jemand hat ihm bei der Jagd  das M mit Kreide auf seinen Rücken gemalt.

Auch er hat Angst und flüchtet in die dunkelsten Winkel der Stadt.

Die Polizei hat auch eine Spur . 

Ein ganz normaler Bürger scheint der Mörder zu sein.

Ein Wettlauf bei der Jagd auf den Mörder. 

Eindringliche Bilder im Graphic Novel.

Man meint in das Geschehen einzutauchen und dabei zu sein.

Grenzen zwischen Gut und Böse   verschwimmen , nur bei der Trophäe , dem Mörder sind sich alle Jagenden einig.

Ich hab´s im Buchgeschäft gelesen , überlege aber noch, mir das Teil zu kaufen.

Die eigentliche Geschichte ist man nach höchstens einer dreiviertel Stunde durch.

25 Euro sind für mich ein stolzes Geld. 

Es ist  aber wirklich ein Meisterwerk an der Schnittstelle von Roman, Comic und aquarellisierter  Fotografie.

Man kann beim Lesen und Betrachten der Bilder wirklich faszinierend erfahren wie Kunst sich weiterentwickeln kann.

Einfach beeindruckend! 

Ich bitte um Nachsicht, wenn ich hier weniger vom gleichnamigen Film von Fritz Lang von1931 schreiben konnte.

Ich kenne diesen Film dazu nicht gut genug.

Mir ist aber klar, dass der Film von Fritz Lang  auch eine wichtige Rolle für den Graphic Novel von Jon Muth spielt.

So zeitlos das Geschehen. Das Verbrechen am Kind wird auch in unseren Tagen heiuss diskutiert. 

So Viele , die auch in unseren Tagen immer noch das Kopf-ab für den Mörder fordern. 

Natürlich ist es ein Verbrechen , das nach unseren Gesetzen bestraft gehört, aber was zeigt der grafische Roman mit der Art und Weise wie die Gesellschaft der dreissiger Jahre mit einem Kindesmörder umgeht?

...und was sagt die Diskussion in unserer bundesrepublikanischen Gesllschaft über den Umgang mit Kindesmördern über uns Bürger aus?

...was bedeutet es wenn sich solch moralisch doch recht fragwürdigen Organisationen wie die Bildzeitung als Vorreiter der Kopf -ab-Stimmung in manchen Bevölkerungsteilen gebärden und sie gar schüren?

Ich denke dazu, dass unser gesetzlicher Rahmen für diese Thematik ausreichend ist und meine, dass bei nachträglichen Sicherungsverwahrungen, die der EU-Gerichtshof meines Wissens gecancelt hat, die Gesellschaft auf die Seite des Unrechts tritt , so problematisch der Umgang mit solchen Mördern, die aber auch Menschen mit Rechten sind, auch ist.   

So beschreibt Seeßlen diesen ersten Tonfilm von Fritz Lang als das modernste , was er in der bundesdetuschen Nachkriegszeit zu sehen bekommen hat, was aber evident ist , wenn man an die nachwirkenden Einflüsse der ehemaligen Nazis in den bundesdeutschen Gute-Laune und in den Nur-nicht-nachdenken-Filmen der 50er und 60er denkt, auch wenn es in der BRD sicherlich auch ein paar rühmliche Ausnahmen gegeben hat.

Für mich war aber dies Motivation  diesem Comic nach dem Film von Fritz Lang zu lesen, sicher auch die Fasizination über die Filme von Fritz Lang, auch wenn ich seine Filme nicht so sehr gut kenne.

Hier nochmals eine andere Meinung als Link:

(Titel-Kulturmagazin)

 

www.titel-magazin.de/artikel/35/7712/jon-j-muth-m---eine-stadt-sucht-einen-m%C3%B6rder.html

 

 

 

 

 
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Kommentare
archinaut schrieb am 22.04.2011 um 16:32
Berlin ist viele Städte, liebe por,
damals wie auch heute....

Vielen Dank für Deine Erinnerung!

Herzliche Ostergrüße
sendet archie
poor on ruhr schrieb am 22.04.2011 um 16:39
Lieber archie, danke für den Kommentar.

Herzlich Grüße in die vielen Städte aus den vielen Städten.
Ullrich Läntzsch schrieb am 22.04.2011 um 17:05
@ "Worauf kann man denn über deutsche Filmkultur in der Vornazi-Ära denn nicht stolz sein , wenn nicht über "Metropolis", der die Gefahren der totalitären Gesellschaft schon so weise vorraussieht."

Kann man Metropolis auch anders beurteilen - das Ende - die große Versöhnung - ich weiß nicht. Auch ästheisch nicht gerade mein Geschmack - schon eher Der letzte Mann von Friedrich Wilhelm Murnau und eben auch M

wie München auch von hier allerseits ein, auf zum fröhlichen Eiersuchen, -grabschen und -befummeln.
poor on ruhr schrieb am 23.04.2011 um 22:21
@Ulrich Läntsch

Sicher kann man das auch anders sehen, ehrlich geschrieben hatte ich es bis jetzt wohl doch noch nicht so zusammenhängend gesehen wie ich es dachte.

Ich habe den von Dir zitierten Satz aus dem Text rausgenommen.

Deine Kritik finde ich berechtigt.

Ich musste bei Metropolis immer an diese schönen bunten Poster denken, die ich doch recht kunstvoll gestaltet finde, aber es war wohl sehr gewagt das auf den Film zu übertragen, den ich ich ja gar nicht so richtig kenne, was ich ja versucht hatte anzudeuten.

Herzliche Grüße

aus Essen

sendet Dir

por
KalleWirsch schrieb am 23.04.2011 um 17:29
Ganz großes Kino. "M" hab ich das erste Mal im Freilichtkino gesehen. Ich liebe den Film. Und ja, das Thema Lynchjustiz bzw. Volkszorn wird uns wohl noch lange beschäftigen. Bin jetzt sehr gespannt auf das Buch und mal reinschauen in der Buchhandlung.

Wer Lust hat mal in "M" reinzuschauen:

poor on ruhr schrieb am 23.04.2011 um 22:27
@Kalle Wirsch

Danke für den Link. Hat mich sehr gefreut. Der Comic wirkt dann doch noch anders und auf mich auch moderner. Wie gesagt er ist eine Weiterentwicklung des Films als grafische Darstellung, aber ich liebe auch den Film. ;)

Herzliche Grüße

por
poor on ruhr
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