poor on ruhr

Mehr Panda als Bär

14.03.2010 | 20:41

Musica enchiriadis und kostenloses WDR-Peview

Am heutigen Sonntag wolte ich mal ein bißchen was Anderes als den Arbeitsalltag  sehen.  Nach einem Treffen mit Freunden aus einem gemeinsamen -Verein war in noch in der Essener Domschatzkammer.

Die Motivation reinzugehen, war eine kleine Sonderausstellung über die musica enchiriadis, wobei es um die Entdeckung der Mehrstimmigkeit geht.

Eigentlich bin ich eher ein absoluter Musikmuffel was selber singen und musizieren betrifft. Die aktuellen internationalen Hits habe ich mir bestimmten Lebensphasen immer wieder mal angehört, ohne dabei einen speziellen Musickgeschmack zu entwickeln. 

Die Musica enchhiriadidis ist jedenfalls das älteste Zeugnis der Mehrstimmigkeit im Abendland. Sie ist um das Jahr 900 im Kloster Werden, heute ein Essener Stadtteil, geschrieben worden.

Ich wollte auch als Musikmuffel einfach mal einen Blick auf dieses alte Dokument der Musikgeschichte werfen.

Ohne tieferggehende Fachkenntisse bin ich damit natürlich nicht sehr weit gekommen, obwohl ist das alte Pergament schon ziemlich interessant finde.

Auch die Essener Domschatzkammer ist neu für das Jahr 2010 in dem Essen stellvertretend für das Ruhrgebiet eine Europäische Kulutuhauptstadt ist, hergerichtet worden.

Auch die alten Schätze aus ottonischer Zeit, die ich schon kannte, sind jetzt im Kellergeschoß in eindrucksvoller Weise neu präsentiert.

Ob man nun religiös ist oder nicht stellen es in meinen Augen doch kulturelle Schätze von kaum meßbarem Wert da.

Zum Beispiel das Otto-Mathilden-Kreuz, das die Äbtissin Mathilde anläßlich des Todes ihres Bruders Otto in irgend einem Krieg gestiftet hat.

Die Figur von Christus in der Mitte im Stil seiner Zeit auch in seinem Ausdruck am Kreuz der absolute Herrscher aller Könige.  

Auch wenn man von Kunst und Geschichte nur wenig Ahnung hat ist alleine an dem Aussehen des Kreuzes schon ablesbar, dass Religion in dieser Zeit um das Jahr 1000 einen ganz anderen, vollkommen den Alltag dominierenden Stellenwert gehabt haben muss. 

Es geht mir dabei noch nicht ein spirituelles Berührtsein sondern um eine rein menschliche Berührung wie diese Schätze auf die Bauern der Umgebung und auf die Stadtbewohner gehabt haben muss, wenn es ihnen einmal vergönnt war, einen Blick auf dieses Kreuz zu erhaschen , dass während seltener Prozessionen öffentlich gezeigt wurde.  

 Für diese Ahnen waren es eben keine Schätze sondern Wunder wirkende Heiligtümer. Eine Vorstellung , die ich einfach heiß finde, was immer man auch von Religion halten mag.

Das Otto-Mathilden-Kreuz gilt wohl als das älteste Kreuz in dem Jesus als plastische Erlöserfigur zusammen mit antiken Edelsteinen und Gemmen auf der Vorderseite  des Kreuzes gezeigt wird.

Einige weitere Vortragekreuze aus ottonischer Zeit sind in der Schatzkammer auch noch zu sehen.

Die neue Art der Präsentation der ottonischen Vortragekreuze in der neu hergerichteten Schatzkammer in ihrer Einzigartikeit hat es mir heute sehr angetan.

Goldener Glanz fließt durch meinen Gedanken als Nachklang meines Besuche in der Essener Domschatzkammer.

Außerdem sind unter anderem die Kinderkrone von König Otto III und ein Krönungsschwert in der Domschatzkammer zu sehen.

Wer Interesse an Geschichte hat, ist mit einem Besuch in der Essener Domschatzkammer  gut bedient. 

In der Lichtburg einem Kino, dass in den zwanziger Jahren gegründet wurde, habe ich mir heute auch noch eine kostenlose Eintrittkarte für ein WDR-Preview geholt, dass am 23.03.10 in der Essner Lichtburg stattfindet und das den Essener Dom zum Inhalt hat.  Es soll noch mit Stand vom heutigen Tag noch  einige kostenlose Karten geben.

Der Film wird dann später im WDR gesendet.      

 
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Kommentare
archinaut schrieb am 14.03.2010 um 23:34
Lieber RR,
wenn ich an Essen denke, sehe ich Industrieschlote,
aber keine Domtürme......
bisher jedenfalls,
vielen Dank für die Horizonterweiterung!

Herzlichst
archie
poor on ruhr schrieb am 15.03.2010 um 15:22
Lieber archie,

Industrieschlote musst Du in Essen schon richtig suchen. Da wirst Du allenfalls in den äußeren Stadtteilen am Rand fündig. Das Schimanski-Image von Duisburg hat sich ja auf das ganze Ruhrgebiet übertragen, aber im Ruhrgebiet läuft der Strukturwandel schon seit Jahrzehnten. Es ist teilweise sogar ziemlich grün hier. Da sind Außenstehende oft sehr überrascht.

Herzliche Grüße

rr
archinaut schrieb am 15.03.2010 um 22:40
Ja, lieber rr,
das war ein Vorurteil,
aber Bäume und Domtürme sind eben nicht so leicht zu verwechseln:-))

Dank Dir auf jeden Fall
für die liebevollen Gedanken
Magda schrieb am 15.03.2010 um 16:58
2Goldener Glanz fließt durch meinen Gedanken als Nachklang meines Besuche in der Essener Domschatzkammer."
So ein schöner Satz wieder. Ich werde mal anfangen, Deine Preziosen zu sammeln. Und dann feiern wir die "ruhrrot"-Festspiele.

Kein Scherz, denn zwischen Deinen allgemein berichtenden Sätzen, findet sich immer mal ein solches Schätzchen.

Ja, ich glaube, diese Kirchentonarten waren die ersten Mehrstimmigkeiten. Wir singen in der Damengruppe manchmal einen Kanon "So treiben wir den Winter aus", der ist noch in dieser alten Tonart.
Danke für den interessanten Bericht.
poor on ruhr schrieb am 16.03.2010 um 19:49
Liebe Magda,

danke für den netten Kommentar.
Ich habe mich gefreut.

Herzliche Grüße

rr
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