oder:
...denn sie wissen was sie tun
" " NSPD
15.September2010, "Zeit";
Sigmar Gabriel über Thilo Saarazin:
Wer uns empfiehlt, diese Botschaft in unseren Reihen zu dulden, der fordert uns zur Aufgabe all dessen auf, was Sozialdemokratie ausmacht: unser Bild vom freien und zur Emanzipation fähigen Menschen. Und wer uns rät, doch Rücksicht auf die Wählerschaft zu nehmen, die Sarrazins Thesen (oder dem, was davon veröffentlicht wurde) zustimmt, der empfiehlt uns taktisches Verhalten dort, wo es um Grundsätze geht – und darüber jenen Opportunismus, der den Parteien sonst so häufig vorgeworfen wird.
Der Hobby-Eugeniker Sarrazin und seine medialen Helfershelfer sind dabei, Theorien der staatlichen Genomauswahl wieder salon- und hoffähig zu machen. Andere und Schlimmere werden sich darauf berufen. Wer unter dem Banner der Meinungsfreiheit (»Das wird man doch wohl noch sagen dürfen …«) ethnische (und in der Causa Steinbach: historische) Ressentiments in der Politik wieder geschäftsfähig macht, der bereitet den Boden für die Hassprediger im eigenen Volk. Sie erhalten eine echte Chance, wenn Thilo Sarrazins Buch als intellektuelle Bereicherung gilt statt als das, was es wirklich ist: eine ungeheure intellektuelle Entgleisung. " "
Aus: konkret 6/11 , Rubrikseiten " Herrschaftszeiten", S.10, Hamburg 2011
Vollständiger Text des Gabriel-Artikels in der Zeit und im
Link zu Zeit-online, 15.9.2010
(ab)
www.zeit.de/2010/38/SPD-Sigmar-Gabriel/seite-1
Sie wissen, was sie tun.
Sie haben es bei der Einführung von Hartz IV gewusst, dass die Implementierung eines politisch gewollten Billiglohnsektors mit Ansage war.
Die Folgen für Millionen Menschen,die damit auf das pure Existenzminimum gedrückt wurden, sind bis heute verheerend.
Sie wissen auch was sie tun, wenn sie Sarrazin in der SPD behalten.
Mag jeder selbst entscheiden, ob er ihnen noch traut.
Ich kann es nicht.
Solange die SPD nicht mit der Ära Schröder aufräumt und die Schröderianer aus ihren Reihen entfernt,gibt es leider keine Hoffnung für eine menschlichere Politik für die Menschen in dieser Republik, die für ihre neoliberale Politik zahlen müssen.