Provinzkind

Blog von Provinzkind

28.03.2009 | 11:52

Oh Biller, entossifiziere mich!

Maxim Biller hat in der FAS vom 22. März seinen Beitrag zum 20-Jährigen Jubiläum des Mauerfalls geschrieben und dabei die Ossis gedisst. Er hat es so getan, dass man zunächst glauben möchte, er wolle lediglich polemisieren und Widerspruch erzeugen, denn er hat wirklich kein gutes Haar an ihnen gelassen. Aber irgendwie sind ihm dabei zwischendurch der Humor und die Ironie abhanden gekommen und sein Schimpf-Pamphlet auf die „xenophoben, deutschnationalen, provinziellen, für immer bolschewisierten Duckmäuserossis“ ist zu einer reinen Hasstirade verkommen. Unter dem Kampftitel „Die Ossifizierung des Westens“ führt er in einem ellenlangen Monolog vor, wie der Beitritt der DDR zur BRD – dem „coolsten, freiesten Land der Welt“ – eben jene zerstört, ihr libertäres Gesicht verzerrt und überhaupt das ganze vereinte Deutschland dem Untergang geweiht hat. Seine Grundthese: Der Osten und seine siebzehn Millionen Bewohner haben die schöne Bundesrepublik „mit Osthaftigkeit vergiftet“. Während ich das las, fühlte ich mich erinnert an eine Szene aus Leander Haußmanns Verfilmung von Sven Regeners Roman „Herr Lehmann“: Da sitzt Herr Lehmann am 9. November 1989 in irgendeiner Kreuzberger Kneipe, so wie eigentlich jeden Tag, als sein Idyll jäh zerbrochen wird. Gemeinsam mit den anderen abgewrackten Kreuzberg-Gestalten starrt er auf einen kleinen Fernseher, sieht dort die Ossis mit einer Trabilawine über die Grenze rollen, Rotkäppchensekt schwenken und grölen. Eine abgewrackte Kreuzberg-Frau bringt die Sorgen aller in dieser historischen Stunde gemeinsam in der Kneipe versammelten Schicksalsgeschwister mit entgeistertem Blick auf den Punkt: „Jetzt kommen die alle hier rüber“. So ähnlich muss es auch Maxim Biller empfunden haben. Zumindest schildert er das in seinem Text so. Die Ossis kamen und mit ihnen kam die Unfreiheit, das Duckmäusertum, die Spitzelei, die Provinzialität und nicht zu vergessen natürlich die hässliche, braune Neonazi-Fratze. Dinge, die es in der alten Bundesrepublik, diesem „so ziemlich coolsten, freiesten Land der Welt“ natürlich nie gegeben hätte. Biller bedient sich bei seiner Argumentation sorglos aus einem bunten Gemischtwarenladen voll blinder Vorurteile, historisch unkorrekter Vergleiche, einer gepflegten Prise Ignoranz gesalzen mit Arroganz. Zunächst ist der Osten natürlich erstmal grau und trist…wow, das wäre bis dato nie jemandem im Traum eingefallen, ganz neue Beschreibung. Dann arbeitete er sich an verschiedenen ostdeutschen Phänomenen ab: Maybritt Illner, Frank Castorf, Polizeiruf 110, Angela Merkel, Hans Modrow, Manfred Stolpe, Linkspartei, Jana Hensel, Leipziger Schule, Uwe Tellkamp: Durch die Bank weg, alle böse, alle Stasi, alle Feinde des coolsten und freiesten Landes der Welt. Klonkrieger des Opportunismus und Chauvinismus, geschickt von einer unheimlichen Macht, im Auftrag, allen Individuen ein Korsett der Unfreiheit, des Nationalismus und des preußischen Untertanentums aufzuzwängen…ja sogar den Lafontaine haben sie umgekrempelt! Biller lässt nicht mal ab vom längst ausgelutschten Totschlagvergleich mit den Nazis. Er jammert, „dass es nie eine ostdeutsche Vergangenheitsbewältigungsdebatte gab, in ihrer Radikalität vergleichbar mit der Aufräumaktion, die die West-68er unter ihren Nazieltern veranstalteten“. Sicher, alle Ossis sind Nazis und Honecker war Hitler. Und sie schämen sich noch nicht mal dafür. Schmach und Schande über sie! Das schönste, was dann aber folgt in diesem Pamphlet der absonderlichen Dummheit ist die Klage über den Verlust des Individuums in der neuen, deutschen Gesellschaft. Allen Ernstes will Biller uns weismachen, in der guten alten BRD hätte „der Einzelne (…) am meisten“ gezählt, während in der DDR – man kennt das ja aus einschlägigen Augenzeugenberichten – alles im Kollektiv geschah, bereits im Kindergarten mit dem Sitzen auf dem Topf. Das führt nun dazu, dass in der heutigen ossifizierten Gesellschaft, derjenige, „wer nicht jeden Tag mit den Kollegen zum Mittagessen geht, wer in seinen Leitartikeln grundsätzlich die Welt der anderen in Frage stellt, wer nicht für das Sparen von Energie, für Urlaub in Thailand und für die deutsche Fußball-, Handball- und Eishockeymannschaft ist“ nicht dazu gehört. Er steht außerhalb, man denke und angehört wird er auch nicht. Der arme Mensch, der nicht dem Mainstream folgt, nennen wir ihn vielleicht … Maxim Biller, der wird öffentlich zur Sau gemacht, ausgegrenzt, nicht mehr lieb gehabt und obendrein auch sowieso nicht mehr zum Mittagessen mitgenommen. Fiese, neue Welt. Ja, das Individuum, wie blutet sein Herz unter dem erbarmungslosen Gleichschritt dieses wiedervereinigten Deutschlands. Auch ich habe es randalieren gehört, irgendwo ganz tief in meinem Unterbewusstsein und es hat geschrieen, ich möge es herauslassen aus seinem grausamen Gefängnis, ihm erlauben, endlich mal allein Mittagessen zu gehen, einfach mal in der falschen Fankurve zu sitzen, Urlaub total individuell in Norwegen zu machen, auch mal anderer Meinung als Angela Merkel zu sein und beim Polizeiruf 110 ganz politisch unkorrekt abzuschalten. Leider wird mir das aber nicht gelingen, denn auch ich bin in der DDR geboren und eine Zeit lang aufgewachsen und meine Eltern sind ebenso ostige Klonkrieger wie die anderen und auch ich war im Ostkindergarten und so bin ich eben auf der dunklen Seite der Macht sozialisiert worden. Ich bin durch und durch verseucht. Es hilft - da hat Biller in seinem Fazit schon ganz recht - nur ein groß angelegtes Entossifizierungsprogramm.
 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Magda schrieb am 28.03.2009 um 13:22
Zitat: Es hilft - da hat Biller in seinem Fazit schon ganz recht - nur ein groß angelegtes Entossifizierungsprogramm. Zitatende

Aber aber, keine Bange, das läuft doch wie verrückt. Brandenburgs Schüler werden gerade alle nach Bayern verschickt, weil die dort besser über den Osten Bescheid wissen.
Keine Sorge, das Jahr ist - leider - noch lang. Da wird noch massenweise entossifiziert.

Nur, die verschätzen sich, die innerdeutschen Kammerjäger. Die Ossis sind pfiffig. Die geben - zum Fenster raus - Bekenntnisse ab zu mehr Individuum und gepflegtem Abweichen von der Masse und murmeln ordnungsgemäß "„De Freiheid is ja immor de Haubtsache“. " (Thomas Rosenlöcher)
Aber tief drinnen sind die unheilbar kollektivistisch.

Vielleicht hilft ja ein geistiges Konjunkturprogramm, eine Abwrackprämie für überholte Mentalitäten. Aber sie zahlen so schlecht. Und sie zahlen immer diese Forschungsinstitute aber nicht die Menschen, die erforscht werden.
Kurzerhand - es ist ein Jammer.
Der Blogbeitrag aber hat mich amüsiert.

Magda
I.D.A. Liszt schrieb am 28.03.2009 um 17:07
Genau!
Da ich in der ehemaligen BRD sozialisiert worden bin, durfte ich im Kindergarten ganz allein aufs coolste, freieste Töpfchen der Welt. Das war ja so viel besser!
Ich konnte nämlich immer z.B. "Flipper " oder die tolle "ZDF-Hitparade" im Fernsehen angucken. Das hat meinen Individualismus richtig gefördert. Dazu lernten wir natürlich auch diese differenzierte Sicht auf die Welt: Im Atlas gab es "Deutschland". Rechts davon die "Sowjetische Besatzungszone", und noch rechter Gebiete "zur Zeit unter polnischer Verwaltung" oder "zur Zeit unter sowjetischer Verwaltung". Das war ja nicht zu reaktionär, nur ein bisschen! Deshalb bin ich ja auch kein Nazi oder anderer Duckmäuser geworden. Und daher kommt es natürlich, dass wir hier im Westen immer schon so ganz frei von Neonazis waren (hier verweise ich auf meinen Kommentar zu dem Blogbeitrag "Perverse Geschichte" von quenzel, wo ich dies detailliert nachweise).
Zum Glück konnten wir uns im coolsten und freiesten Westen wenigstens erfolgreich gegen die bundesweite Einführung des Ampelmännchens zur Wehr setzen. Beim grünen Pfeil hat das ja nicht so gut geklappt. Damit hat der Osten uns aber gründlich überrrollt!
Und wie die westliche Industrie heimlich unterwandert wurde, indem sich fast alle östlichen Betriebe für eine symbolische Mark haben aufkaufen lassen. Mann, o Mann! Ganz schön subversiv! Nicht zu vergessen, haben die Ossis den Wessis damals all die schönen alten Autos überteuert abgekauft, und so hat der Osten die westlichen Autobesitzer vorausplanend um die Abwrackprämie geprellt!
Und dann hat der Osten uns noch um die sauer erarbeitete Rente gebracht, indem er den dicken Helmut, den Kanzler des Einheitsbreis, für die Vereinigungskosten die Rücklagen der Rentenversicherung auflösen ließ. Ein Lehrstück der kommunistischen Hinterlist!
Zum politischen Personal: Kaum noch jemand aus dem Westen in verantwortlichen Positionen, außer Wolfgang Schäuble, diesem Bollwerk gegen Stasi-Methoden der Bespitzelung. Vor '89 wussten wir im Westen ja nicht mal, wie Online-Durchsuchung geschrieben wird.
Und wie die Montagsdemonstranten damals unsere coole, freiheitliche Demokratie mit dem Slogen "Wir sind das Volk" zersetzen wollten. Welche Perfidie! Das Volk - das waren doch wir hier im Westen, und eigentlich sind wir es doch immer noch, oder?
Nee, da bin ich aber wirklich froh, dass wir in diesem Jahr endlich einmal mit der Nase auf diese Verfehlungen und Nachteile des Ostens und der Ossis gestoßen werden. Vor allem so gegen den 9. November hin, wenn die Bundestagswahl vorbei ist und man nicht mehr um Stimmen aus dem Osten buhlen muss.
Gut, dass es noch aufrechte Menschen gibt, die eine Lanze für den armen, unterdrückten Westen brechen.
O Biller, wir danken dir!
Friedland schrieb am 28.03.2009 um 20:30
Ohne Maxim Biller in der FAS gelesen zu haben, aber oft hat er außer Provokation nichts (mehr) auf seine Fahne geschrieben.

Hätten sie damals in Leipzig etwa alle "Wir sind ein Ost-Volk!" rufen sollen, um 's ihm recht zu machen?

Dieser Blog-Beitrag ist gut, aber kleinere Häppchen (sprich: mehr Absätze) wären für Leser wie mich leichter zu verdauen. Sonst besteht die Gefahr, dass die zentrale Botschaft im Textmeer untergeht...

Enno von Friedland
Provinzkind schrieb am 29.03.2009 um 14:23
Hallo, ich habe das erste mal hier gebloggt und habe im Editor auch Absätze gemacht, aber irgendwie wurde das online nicht angezeigt. Hat jemand eine Idee, woran das liegt? Auch wollte ich Billers Artikel sowie den Artikel in der Süddeutschen verlinken (s. Kommentar von Streifzug) aber auch die Linkfunktion habe ich nicht gefunden. Nun gut, auf jeden Fall danke für Eure Kommentare und die Anregungen.

Noch ein Wort zum Wendejubiläum: Ich freue mich auf die gerade wieder aufflammende Debatte über die DDR. Dazu gehören auch so unqualifizierte Artikel wie der von Biller. Man sollte es nutzen, um seine Ansichten und Argumente auszutauschen. Ich glaube, dass Ossis und Wessis einander noch immer nicht verstehen und oft nciht verstehen wollen. Man sollte die Möglichkeit, miteinander zu reden und zu streiten aber nutzen. Nur so kann man sich besser kennenlernen.
Tessa schrieb am 30.03.2009 um 14:56
Der Editor hatte ein am Wochenende ein paar Fehler. Funktioniert es, wenn Du sie nun nachträglich einarbeitest?
Ansonsten versuch es mal mit html-tags. Dazu wechselst Du in die html-Ansicht (das Symbol mit den blauen spitzen Klammern, das Fenster öffnet unter dem eigentlichen Textfeld)
Für einen Absatz sehen die so aus "< br >" (ohne die Anführungszeichen und Leerzeichen) und für eine Leerzeile dann entsprechend zwei mal.

Das Linksymbol war am Wochenende auch kurz verschwunden. Es ist aber nun wieder da. Du kannst, was Du verlinken willst nun einfach markieren, auf das Linksymbol klicken und die Url in dem Fenster einfügen

Viele Grüße
Tessa
Streifzug schrieb am 28.03.2009 um 23:45
Toll geschrieben. Die Kommentare in der FAZ auf den Artikel sind stellenweise auch recht gesalzen.

Der Artikel liest sich wie eine Auftragsarbeit zur Munitionsbeschaffung für die kommenden Debatten vor der Wahl. Um im Stil von Biller zu bleiben: Es erscheint mir wie eine goebbelssche Aufmunitionierung gegen den bösen Kommunismus.

Es gibt auch einen Grund sich über den Artikel zu freuen: Er offenbart Strategie und Schwäche. Wer die kruden Argumentationsketten kennt, kann sich wappnen.



Deutsche deprimierende Republik
Von Maxim Biller
www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E268B034D9E5745B48131BFF63261828A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Ein Schlappschwanz klagt an
www.sueddeutsche.de/kultur/158/462771/text/print.html
Streifzug schrieb am 29.03.2009 um 13:46
Mit "der, den Artikel" ist immer der Artikel von Biller gemeint. Den finde ich unsäglich. Der Artikel von Provinzkind ist toll. Ich habe es etwas missverständlich formuliert.
kukidenta schrieb am 30.03.2009 um 11:17
Ich musste beim Lesen dieses gelungen Artikels an den Spruch eines Lehrers denken, der uns Achtklässler mit seinem "Wir sind `n Volk" beglückte. Es war 1989 und der Sinn seiner Aussage erschloss sich mir erst beim Anblick der vielen Schwarz Rot Golden Fahnen, die man bei uns in der Provinz freudig hin und her wedelte. Ganz Provokative hatten die DDR Kennung (Hammer, Sichel, Ährenkranz) einfach ausgeschnitten und es klaffte ein gewaltiges Loch im Herzen der noch geteilten Nation.

Die überdiemensionalen Autos mit dem Stern, das ganze Hi-Fi Gedöns und die "Gurke", die Zonengaby für eine Banane hielt, ersetzten urplötzlich 40 Jahre "Made in GDR". Der Ossi, dem der Mangel an Top-Produkten jahrelang auf die Ketten ging, vergnügte sich verständlicherweise im Kaufrausch.

Helmut Kohl war der Sandmann, der kübelweise und ohne Unterbrechung Schlafsand über die Leute verstreute. "Träume süss, du dummer Ossi."
Jetzt kommt erneut ein Westpaket in Form von Herrn Biller. Ein provokativ verpackter Sprengsatz, den die Ostdeutschen schleunigst wieder gen Westen schicken sollten.

Denn wir brauchen doch immer noch "Care-Pakete" und keinen Diss. Von dem Diss werde ich nur wütend, aber noch lange nicht satt.
Provinzkind schrieb am 30.03.2009 um 11:26
Nee, da bin ich anderer Meinung. Wir brauchen keine "Care-Pakete", wir sind selbstbewusst und alt genug, auf eigenen Beinen zu stehen. Vor allem sind wir reif genug, uns mit dummen Kommentaren, wie dem von Biller, auseinanderzusetzen und dagegen zu halten. Die DDR ist seit 20 Jahren weg. Alles was danach geschah, lag in der Verantwortlichkeit der handelnden Personen aus Ost UND West. Da irgendeiner Seite eine Schuld oder ähnliches zuzuschieben ist lächerlich.

Die Mauer in den Köpfen mit Macht wieder aufzubauen, so wie Biller es tut, ist ebenso lächerlich. Herr Biller, ich bin Jahrgang 1981, meine Freunde sind Wessis und Ossis, Europäer, Amerikaner und Afrikaner. Und das schöne ist: ich beurteile sie nicht danach, woher sie kommen, sondern danach, was sie tun.
kukidenta schrieb am 30.03.2009 um 22:36
Natürlich braucht der Osten keine Care-Pakete. Das habe ich ironisch gemeint.
Wenn es falsch rübergekommen ist, bitte ich um Entschuldigung.
Pjotr 'Petka' Pustota schrieb am 30.03.2009 um 12:15
wenn jeder ossi so herumjammern würde wie biller ... wer ist eigentlich biller?
Nos Nibor schrieb am 01.04.2009 um 16:19
Ein Gedanke über das Vergangene hinaus, bewegt mich schon länger:
Ich behaupte und befürchte, dass das vielgescholtene und verurteilte Modell >DDR< , in Anbetracht der künftigen Gefährdungen und Probleme, noch so manche Regierende auf dieser Welt in Versuchung führen wird.

Vermeintliche und tatsächliche äußere und innere Bedrohungen des Staates werden zunehmen. In den Schubkästen liegen die Notstandsgesetze parat, die in solchen Fällen die zu unbewegliche und den Problemen angeblich nicht gewachsene Demokratie ablösen und effektives Handeln zum Wohle aller Bürger sichern sollen.
Die Medien, voran die FAZ undFAS, werden die Notwendigkeit dieser Maßnahmen erläutern, die Politiker beschwören, dass sie damit nur ihrer Obhutspflicht gegenüber den Bürgern nachkommen.
Die schon lange vorbereitete Kontrolle der elektronischen Netze wird aktiviert werden, einschließlich der Nutzung nichtöffentlicher Videoanlagen. Post- und Fernmeldegeheimnisse gelten nicht für die, die eine freiheitlich demokratische Grundordnung in Frage stellen, was jeder einsieht. Wer das ist, definieren die Notstandsgesetze. Zum Schutze der FDGO wird Mitarbeit in allen Schutzorganen in jeder Form als honorige Bürgerpflicht deklariert und dafür geworben werden. Ein gewisser McCnabe übernimmt mit Eifer dieses wichtige >Heimatschutz-Ministerium< und versichert, dass er trotzdem alle liebe.
Und fast alle begreifen, dass das nur eine notwendige Übergangszeit ist, bis wieder die normalen Verhältnisse einer sozialen demokratisch legitimierten Marktwirtschaft funktionieren werden.
Außer den Ossies, die mit einem geqälten "..ach nein, nicht schon wieder" sich verweigern werden. Hoffentlich.

Und: Es gibt nicht nur Biller. Wer ernsthaft darüber nachdenken möchte, sollte Anderes lesen.
www.neues- deutschland.de/suche/?and=Schorlemmer&search=1

salute. NN
Constantin Rhon schrieb am 02.04.2009 um 12:23
Keine Aufregung, liebe Gemeinde! - Ich habe den Artikel von Herrn Biller einem Arbeitskollegen zum lesen gegeben. Sein Fazit: Das ist Satire. - Belassen wir es dabei.
teilmantelberlin schrieb am 03.04.2009 um 08:22
Wunderbarer Kommentar von provinzkind, der auch sprachlich um einiges origineller ist als sein kritisierter Gegenstand. Biller ist das typische Beispiel für den geistigen mainstream eines Großteils seiner Generation und Herkunft; jene, die sich individuell geben und doch nur Teil der Mehrheit sind. Ihre Individualität wird in vielen Fällen durch das Tragen von dicken, schwarzen Brillen bestätigt. Biller, den besseren Menschen zugehörig (die, die nach seinen eigenen Aussagen sogar besser Weihnachten feiern als die dämlichen Restdeutschen) und von einem Sendungsbewußtsein und Ego besessen, das seiner Intelligenz proportional nicht entspricht, verdient eigentlich ob seiner geringen Tiefe keinen Kommentar. Nur dann hätten wir auf den Text von provinzkind verzichten müssen...und der hätte mir gefehlt.
originalossi schrieb am 03.04.2009 um 17:13
Von Hass keine Spur, eher eine typisch brilliante Biller - Polemik . Es macht auch West-Ossis wütend wenn dieses verlogen kuschelige DDR Leben a la Schwafel-Sellering publik gemacht wird. Mag sein, dass in der DDR das Gefühl der Zusammengehörigkeit wuchs wenn der persönliche Stasi IM auch noch mit im Bettchen lag und erst nach einer hunderfünzig prozentigen Plansoll - Samenspende das ausgespähte Objekt an seine Führungsoffiziere verriet. Der Ex-DDR fehlt völlig ein 1968 da hat Maxim Biller recht. Wie es aber scheint, wird unsere BRD durch nicht mal subversive Politkräfte mächtig auf ostzonale Untertanenhaltung geschnitten.
Provinzkind
Von Meck-Pomm nach Berlin - auf der Suche nach Leben
Mitglied seit:
3 Jahre 14 Wochen
Zuletzt aktiv:
21.04.2009
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 1
Kommentare: 3
Logbuch
17:11
antares56 hat gerade einen Kommentar geschrieben.
17:04
ed2murrow hat gerade einen Kommentar geschrieben.
17:03
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
17:02
goedzak hat gerade einen Kommentar geschrieben.
17:02
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG