11.03.2009 | 12:29

Amoklauf 2.0

Erneut ist es in Deutschland zu einer Tragödie gekommen. An einer Schule in Winnenden (bei Stuttgart) hat der 17-jährige Tim K. mindestens 16 Menschen getötet. Ein Drama und einfach nur grauenhaft.
Interessant ist es jedoch, wie sich das Medienverhalten geändert hat. Twitter wird zur Top-Informationsquelle. Auch für die Medien. Im Sekundentakt kommen neuen Meinungen und Informationen.
Der Westen geht die zwonull-Recherche zum Beispiel recht offen an. Aber auch andere nutzen die neue Offenheit. Twitter-Mitglied "tontaube" schildert hier, was nach ihren ersten Tweeds so passiert ist.
Focus verhebt sich und richtet extra für dieses Event einen Twitter-Account unter dem Namen @amoklauf ein. Nach kritischen Tönen vom Twitter-Ableger Netzeitung, löschen sie ihn wieder.

Der Kampf um die schnellste Information wird jetzt mit offenem Visir geführt. Beeindruckend, etwas erschreckend, aber in jedem Fall spannend zu beobachten, wie die großen Nachrichtenportale miteinander twittern und Verlagsdifferenzen augenscheinlich überwinden. Da geht man gemeinsam auf die Jagd nach dem ersten Foto des Täters. Myspace, facebook, die VZs und youtube sind hierbei die großen Müllhalden der exhibitionistischen Jugendkultur.
 
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Kommentare
lukasheinser schrieb am 11.03.2009 um 15:43
"Müllhalden der exhibitionistischen Jugendkultur" find ich jetzt ein wenig negativ formuliert. Diese Plattformen wurden ja nicht erfunden, damit detailgeile Journalisten da zum "Witwenschütteln" vorbeischauen können.

Aber ich versuche mir gerade vorzustellen, wie das Geiseldrama von Gladbeck abgelaufen wäre, wenn es damals schon twitter gegeben hätte.
pxxl schrieb am 11.03.2009 um 15:49
Das habe ich deshalb negativ formuliert, weil gerade die Jugendlichen noch nicht wirklich wissen, wie weitreichend ihre Offenheit sein kann. Witwenschütteln ist dank dieser Entwicklung noch einfacher und auch anonymer geworden. Man braucht nicht mehr vor der Haustüre stehen, sondern kann sich die gewünschten Inhalte erst einmal "besorgen"...
Greiph schrieb am 11.03.2009 um 16:22
Auf die reelle Gefahr hin, mich furchtbar bloßzustellen: was genau ist denn "Witwenschütteln"?
pxxl schrieb am 11.03.2009 um 16:24
Mit "Witwenschütteln" bezeichnet man das mitunter skrupellose Vorgehen von Journalisten, um Fotos und Informationen von Personen zu ergattern. Dabei klopfen sie meistens bei Nachbarn oder Verwandten an und nutzen alle erdenklichen Mittel, um die geforderten Infos zu bekommen.
Häufig handelt es sich dabei um Verstorbene, aber auch Täter und Opfer von Strafhandlungen.
odradek schrieb am 11.03.2009 um 16:48
Mir geht Twitter langsam auf den Sack.

http://ahoipolloi.blogger.de/stories/1357209/
pxxl schrieb am 11.03.2009 um 16:53
Auch nicht schlecht. Wie eine Tragödie doch einer neuen Darstellunsgform im Netz als Schub dienen kann.

http://twitpic.com/203ve
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estaloca hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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ich hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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s0cialliberalism hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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wahr hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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