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Mein Blogbeitrag "Zwangsarbeit für Arbeitslose" hat eine ziemlich große Diskussion verursacht. Größtenteils ging es aber gar nicht um den Beitrag, sondern um Streitigkeiten und Anschuldigungen verschiedener Community-Mitglieder, dass es dazu kommen muss ist schade und diese Diskussion scheint mir auch nichts zielführend.
Die anderen Kommentare stimmten mit meiner Einschätzung überein, dass die Vorschläge des Wirtschaftsweisen Franz nicht sinnvoll seien, oder vertraten die Meinung die Stellung des Hartz IV-Antrages sei Freiwillig, es liefe also nicht auf den Begriff der Zwangsarbeit hinaus, den ich ob der Assoziationen zum NS-Regime unglücklich gewählt habe. Die Gegner dieser Position, ich inbegriffen, bezweifelten die Freiwilligkeit der Antragsstellung, da man ja ohne Einkommen auf das Arbeitslosengeld angewiesen sei. Wieder andere wiesen auf die Wiedersprüchlichkeit des Vorschlags des Wirtschaftsweisen hin: Nämlich, dass man ALG II beantragt weil man keine Arbeit findet und kaum ist der Antrag durch bekommt man Arbeit.
Ich musste einsehen, dass mein unqualifizierter subjektiver Beitrag ohne Begründung der von mir vertretenen Meinung, keine für diese Community angemessene Art der Beschäftigung mit diesem Thema ist. Deshalb versuche ich mich jetzt mit diesem Beitrag etwas qualifizierter aber immer noch subjektiv mit dem Thema zu beschäftigen.
Problematisch ist die Abwertung der Arbeit, die mit Hartz IV schon angefangen hat und durch diesen Vorschlag noch verstärkt werden würde. Schon jetzt wurde der Niedriglohnsektor sehr stark ausgedehnt, wodurch immer mehr Arbeitnehmer mit ALG II aufstocken müssen. Dadurch spart der Arbeitgeber, aber für den Staat entstehen Kosten. Das selbe gilt für Ein-Euro-Jobs. Dem wäre durch einen Mindestlohn beizukommen, den aber will die Regierung partout nicht.
Problematisch finde ich auch den Gedanken der hinter Hartz IV steckt: Nämlich, dass Arbeitslose nicht Arbeiten wollen und durch Anreize, also Fördern und Fordern, dazu gebracht werden müssen zu Arbeiten. Es gibt sicher solche und solche, aber ich bin mir sicher, die meisten wollen Arbeiten. Die Idee scheint ja zu sein man muss den Arbeitslosen nur den Hahn zudrehen, irgendwann gehen die schon Arbeiten. Sie sind aber arbeitslos weil sie keinen Job finden, da kann man Hartz IV auf 50€ reduzieren, Arbeit entsteht dadurch nicht.
Es gibt einfach in unserer modernen Gesellschaft nicht mehr genug Arbeit, dass jeder 40 Wochenstunden arbeiten kann. Es geht um Verteilungsgerechtigkeit, nicht nur bei der Verteilung von Vermögen oder Einkommen, auch bei der Verteilung von Arbeit. Es besteht bei beidem ein Ungleichgewicht. Manche machen Überstunden und gehen daran psychisch kaputt, andere haben keine Arbeit und gehen daran kaputt. Die Wochenarbeitszeit zu reduzieren wäre eine sinnvolle Maßnahme.
Eine andere Möglichkeit druck aus dem Arbeitsmarkt zu nehmen wäre das bedingungslose Grundeinkommen. Da die Vollbeschäftigung nicht erreichbar ist, muss aufgehört werden die Arbeit als existenzielles Gut anzusehen. Dass es weniger Arbeit gibt, kann man ja durchaus positiv sehen, nur solange das Einkommen an die Arbeit gekoppelt ist braucht jeder Arbeit. Das Überleben von einem Gut abhängig zu machen, von dem es nicht genug für jeden gibt, ist verrückt. Also muss das Einkommen von der Arbeit entkoppelt werden und ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt werden.
Ich hoffe das kann Grundlage für eine sachliche Diskussion sein. Also widersprecht mir, streitet euch, aber bleibt bitte sachlich.
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Liebe quarktasche,
ich bin für das bedingungslose Grumdeinkommen, weil ich es einfach menschlich finde. Die Aussichten dafür sind wohl gleich Null, aber ich fände es eine gute Sache. In Deutschland gibbt es sogar eien Milliardär, der das befürwortet. Es ist der Gründer der Drogeriekette dm. Ich meine zwar, dass es in Deutschland noch genügend Arbeit gibt. Das Problem sehe ich darin, dass niemand mehr dafür bezahlen will. Guck Dir mal die ganze Werbung für Ehrenämter an. Wer da willig ist, wird mit Arbeit zugeschüttet. Herzliche Grüße por |
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Der Kabarettist Georg Schramm hat in seinem alten Programm für ein Grundeinkommen von 1500 Euro gefochten. Absolut plausibel. Wer nicht dafür ist, ist doof.
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Ja, das Grundeinkommen ist menschlich und 1500€ sind plausibel. Man kann eigentlich nur dafür sein.
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Liebe quarktasche,
ich bin für das bedingungslose Grumdeinkommen, weil ich es einfach menschlich finde. Die Aussichten dafür sind wohl gleich Null, aber ich fände es eine gute Sache. In Deutschland gibbt es sogar eien Milliardär, der das befürwortet. Es ist der Gründer der Drogeriekette dm. Ich meine zwar, dass es in Deutschland noch genügend Arbeit gibt. Das Problem sehe ich darin, dass niuemand mehr dafür bezahlen will. Guck Dir mal die ganze Werbung für Ehrenämter an. Wer da willig ist, wird mit Arbeit zugeschüttet. Herzliche Grüße por |
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Da workfare-Ansätze auf der Annahme beruhen, Abeitslosigkeit wäre freiwillig, wird die Pflicht zur (gemeinnützigen) Beschäftigung nach Auffassung einiger Ökonomen lediglich dazu führen, dass reguläre Beschäftigung weiter verdrängt wird.
Ganz interessant zum Thema ist mMn "Ist workfare zu rechtfertigen?" von Dr.C.Henning. Er widerlegt recht anschaulich und nachvollziehbar die Rechtfertigungswege Utilitarismus, Liberalismus und Perfektionismus und kommt zum Fazit, dass es keine normative Legitimation gibt, Wohlfahrtsempfänger zu Arbeit zu zwingen, die moralische Effekte von Lohnarbeit gingen völlig am Ziel vorbei und es sei als Erziehungsinstrument ungeeignet. Zum Thema Bedingungsloses Grundeinkommen: Das oft genannte Problem, es würde zu substanziellen Verhaltensänderungen führen, kann ich nicht nachvollziehen. Ob es wirklich, wie hier und da behauptet, dazu führen würde, dass die Menschen ihre gewonnene Freizeit zu schattenwirtschaftlichen Aktivitäten nutzen würden weiß ich nicht, aber es könnte doch ganz naiv gedacht summa summarum wirklich glücklicher machen, sich jenseits von wirtschaftlichen Zwängen selbst zu verwirklichen, wobei Martin Dietz, Volkswirtschaftler, meint das würde selten zutreffen. Er vermutet eher die Reduzierung von Bildungsanstrengungen durch die relative Entwertung der Erwerbstätigkeit. Das glaube ich eigentlich nicht, aber es könnte dazu führen, dass Bildung wieder freier wird, weniger Konsumgut und Nutzenkonzept. |
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Klasse Kommentar, danke. ;O)
por |
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"Da workfare-Ansätze auf der Annahme beruhen, Abeitslosigkeit wäre freiwillig, wird die Pflicht zur (gemeinnützigen) Beschäftigung nach Auffassung einiger Ökonomen lediglich dazu führen, dass reguläre Beschäftigung weiter verdrängt wird."
da hab ich mich verhoppelt bzw. gedacht, ich hätte auch geschrieben, was ich dachte. Will sagen: der workfare Ansatz geht von einem Modell aus, dass (mMn) in der Realität nicht existiert. Ist man aber der Ansicht, dass es natürlich unfreiwillige Arbeitslosigkeit gibt, existieren also freie Stellen nicht und warten auf die vielen freiwilligen Arbeitslosen, sie müssen geschaffen werden und verdrängen so. |
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Danke sehr guter Kommentar. Wenn man etwas konstruktiver schreibt (ich meine mich), kommen auch sachlichere Kommentare, aber nicht so viele, schade, kommt aber vielleicht noch.
Das bedingungslose Grundeinkommen würde denke ich viele Probleme lösen. Es bleibt die Finanzierungsfrage, aber ich denke die ist lösbar. |
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Ich lese auch wesentlich öfter das Problem der Verhaltensänderung, als das der Finanzierbarkeit als Gegenargument.
Wobei ich wie gesagt eher nachvollziehen kann, dass eine solche Grunsicherung einen allgemeinen zivilisierenden, gemeinwohlfördernden Charakter habe könnte. Es fallen ja auch viele negative Auswirkungen auf die Gesundheit weg, wie Druck, Arbeitsüberlastung bis hin zum burn out, wovon ja schon Schüler betroffen sind. Zur Finanzierbarkeit könnte ich mir sogar vorstellen, dass es nach der Umstellung, im long run, günstiger ist, es fällt ja ein riesiger Verwaltungsakt weg. |
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Das denke ich nämlich auch.
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mir ist nicht ganz klar, warum wir beim thema grundeinkommen immer so darüber sprechen, als hätten wir es per se noch nie gehabt.
vor hartz IV gab es durch die sozialversicherung quasi ein grundeinkommen von dem jeder "ganz gut" leben konnte. jetzt haben wir eines, von dem man "gerade noch" so leben kann. von den negativen effekten mal zu schweigen. der unterschied ist halt, dass die absicherung erst dann in kraft tritt, wenn sonst keine einnahmequellen in form eines jobs vorhanden sind. ich halte das vom aufbau her für kein verkehrtes system, da dann geld eingesetzt wird, wenn geld benötigt wird. wer ein einkommen hat, der braucht nunmal kein zusätzliches von staats wegen her. was die selbstverwirklichung betrifft, bin ich skeptisch. wer hat denn wirklich diesen anspruch? und jene die das wollen, die tun es meist doch auch und sind entsprechend gut in dem was sie tun. ob es ertragsreich im sinne eines guten lohnes ist.. gefühlt ja, eben weil die qualität der leistung dann entsprechend ist. für die meisten menschen ist mE aber der anspruch einfach zu sein. ich sehe nicht, dass sich das dann ändern würde. mfg mh |
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Bedingungsloses Grundeinkommen heißt für mich:
1. Kann nicht gekürzt werden 2. Man muss sein angespartes nicht vorher aufbrauchen (außer es ist wirklich sehr viel sagen wir >75.000€) 3. Man muss nicht sein Auto/Haus/Eigentumswohnung erst einsetzen (sprich verkaufen) 4. Für jeden gleichviel, ob Kinder oder Erwachsene, und einzeln (keine Bedarfsgemeinschaft) 5. Man muss davon leben können, vor allem Kinder müssen auch mal Spaß haben können (Schwimmbad, Kino) Gerne kann das ganze so sein, dass es mit steigendem Einkommen sinkt. Mir schwebt ein Modell vor, bei dem das Grundeinkommen bei 1500€ im Monat (bei 0€ Einkommen) anfängt und bis zu einem Einkommen von 3000€ auf 0€ absinkt. Quasi als negative Steuer. |
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MH es gibt ein Thesenpapier eines Sozialökonomen, der davon ausgeht, dass das Grundeinkommen eine positive Auswirkung auf das Verhallten, kriminelle Tendenzen, Stress/ Krankheiten einfach auf die Gesellschaft haben kann, da negative Aspekte von Leistungsgesellschaften wegfallen wüden. Ua spricht er von den positiven Seiten des gesellschaftl. Lebens in der DDR, weil alle ein gewisses gleiches Minimum hatten, um das sie niemals fürchten mussten. Das Minimum heute ist neben Auswirkungen wie kaum Teilhabe am gesellschaftl Leben auch ein Stigmata.
Leider kann ich jetzt niht nachschauen, wer das war und was genau er schrieb, sitze in einem Vortrag. |
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ich kann dir bestätigen, dass dies die kurzfristige auswirkung sein wird. doch eben nicht die langfristige, weil das von unten gesicherte einkommen die standards in der breite hebt.
der mensch ist da sehr anpassungsfähig.. sprich sobald der standard sich ne weile trägt, gelangt alles wieder zum alten. dazu trägt auch bei, dass sich alles nach oben bewegt .. der druckausgleich somit nicht vollends ist. eine nach unten abgesicherte gesellschaft kann, auf längere zeit, mE nur die zwangsdelikte verhindern. also diebstahl aus hunger u.ä. mfg mh |
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hunger ist nen zwangsdelikt. sachen gibt's!
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"diebstahl aus hunger" steht dort.
mfg mh |
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ja eben. diebstahl. bruch fremden und gründung eigenen gewahrsams...
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Gester musste bei Bostin Legal ein Vietnamveteran aus Hunger Robben schießen.
Ich möchte das in Berlin eigentlich nicht... |
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versteh ich. der eintritt in den zoo kostet. und nachts übern zaun klettern gefährdet die beinkleider.
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@rahab: lern dich klar auszudrücken oder nehme zur kenntnis, dass ich kein interesse an einem dialog mit dir habe. danke. bisher ist dieses thema hier jedenfalls noch nicht zerschossen, dabei könnte es ja ausnahmsweise mal bleiben.
@hoppel: worauf willst du hinaus? ich bin mir hier ja nur darin sicher, dass wir a) verbrechen immer haben werden und das b) mehr geld nicht unsere grundsätzlichen probleme löst sondern nur verschiebt, in dem es lebensqualität kurzzeitig anhebt. letzteres gefällt mir vor allem in dem gedankengang nicht, dass persönliche selbstverwirklichung mM nach oftmals einfach nur (im arbeitstechnischem sinne) nichtstun wäre, da viele menschen gar nicht erst den willen und die kreativität besitzen ohne notwendigen antrieb etwas zu erschaffen. die frühere sozialhilfe hatte durchaus einiges an spielräumen, die oftmals nicht genutzt wurden. etwas komplexer betrachtet, ist der zwang zum generieren von mehrwerwerten aber va von außen bedingt. wie willst du diesen druck denn brechen? im endeffekt bedeutet das freisetzen von menschen, unabhängig von dem was sie dann tun, einen anstieg der löhne um den anreiz höher zu setzen, was va in einer exportwirtschaft, innerhalb einer globalisierten wert, nur kontraproduktiv sein kann. meine these geht dahin, dass diese generelle manifestierung des anspruchs auf "vollwertige geldeinnahmen" (=lohn ähnlich), den mittelstand aushebeln, also die schere zwischen arm und reich beschleunigt aueinanderdrücken. mfg mh |
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MH ich wollte auf die Selbstbestimmung hinaus, die vielen Menschen genommeen wird. Ich glaube, Menschen werden gebrochen durch Suppenküchen. Also nicht durch die Küchen selbst, gut das sie da sind. Auch glaube ich, dass Du vielleicht die Menschen etwas unterschätzt. Will sagen, dass jemand der sich selbst aufgegeben hat, sich wertlos fühlt, nicht kreativ sein kann. Ich bin gegen Gleichmacherei, aber allen das Gleiche geben hieße doch das Gefühl zu verbreiten, jeder hat den selben Wert. Ach ich weiß auch nicht, s ist so eine nicht aus und fertig gedachte Theorie. Ich gehe später nochmal auf den ausführlichen Kommentar ein.
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die frage dahinter ist doch im endeffekt, ob der anreiz zum kreativsein eher aus dem zwang oder mehr aus der möglichkeit heraus entsteht.
meine position ist da klar. ich sehe den zwang als treiber der kreativität. wobei ich nicht glaube, dass wir eine gesellschaft haben müssen, in der jemand hungert. dass die paar euro von hartz IV zu wenig sind, ist unbestritten. und nebst dem reinen "davon leben können", gehört auch die teilnahme an der gesellschaft zum leben dazu, denn auch dadurch generiert sich kreativität. ebenso wie jeder einen anspruch auf einen internetanschluss haben muss. nur die schwellen würde ich dann im ganzen knapp bemessen und eben nicht auf "gefühlt gute 1.500" heben. mfg mh |
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@mh -------------
ich drücke mich sehr klar aus. du kannst nur nicht klar lesen - lern das gefälligst endlich! der rest deines postings war übrigens neo-liberale gesülze, allerdings auf sehr jungem niveau. das nur eines verrät: auch du bist auf der suche nach dem trockenen plätzchen, von dem aus du scheffeln und bestimmen kannst. produktiv kannst du damit zu diesem diskussionsstrang nix beitragen. Dieser kommentar wurde editiert, da er teilweise gegen unsere AGBs/Netiquette verstößt. Das Freitag-Community-Team |
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die behauptung, etwas ist neoliberal, ist kein argument und auch kein beweis dafür, dass es neoliberal ist.
mfg mh |
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isses nich? na so was!
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mh, ich bin der Überzeugung, dass den aller meisten das einfach nur rumsitzen bald zu langweilig wird. Nicht in erster Linie der Zwang macht Kreativ, was könnte jemanden Zwingen Musiker/Dichter/Künstler zu werden statt Banker außer, dass man das will, also innere Antriebskräfte.
"im endeffekt bedeutet das freisetzen von menschen, unabhängig von dem was sie dann tun, einen anstieg der löhne um den anreiz höher zu setzen, was va in einer exportwirtschaft, innerhalb einer globalisierten wert, nur kontraproduktiv sein kann." Sie setzen also weiterhin auf den Exportweltmeister Deutschland und wollen das nicht durch höhere Löhne kaputtmachen? @rahab: meintest du das mit neoliberal? |
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@quarktasche: ich habe an anderer stellte kritisiert, dass wir diese ausrichtung haben und nix für die binnenwirtschaft tun.
du änderst ein wirtschaftsystem nur nicht von heute auf morgen. alle versuche, dieser radikalumschwünge, sind in der historie gescheitert. die chinesen wissen sowas bspw. weswegen sie nur langsam anpassungen vornehmen und die märkte über jahrzehnte hinweg verändern. was ich glaube, ist in diesem zusammenhang, dass wir nicht ohne großen kolateralschaden aus der nummer herauskommen, wenn wir einfach mal so alles umschmeissen. entsprechend kann ich das so nicht beführworten und entsprechend muss ich mir gedanken darüber machen, wie ich die vorhandenen realitäten mit verarbeite. es steht für mich aber nicht in frage, dass wir in einer globalisierten welt auch immer in konkurrenz zu anderen ländern stehen werden. und sowas ist auch immer ein kampf der wirtschaftssysteme. entsprechend beeinflusst das außen definitiv das innen. wer das nicht wahrhaben will, verleugnet die realität. mfg mh |
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Das solche Veränderungen Zeit brauchen ist mir auch klar, was mich aber nicht daran hindert dafür zu sein.
Konkurrenz, klar, aber muss man immer der "beste" sein? Richtet die Exportfixierung nicht mehr Schaden an als sie nützt und macht uns Krisenanfälliger? Welchen Preis wollen wir dafür zahlen "Exportweltmeister" zu sein? immer niedrigere Löhne von denen niemand leben kann? |
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ich weiß nicht, warum du mir diese fragen stellst, nachdem ich eindeutig gesagt hatte, dass ich gegen diese exportfixierung bin.
mfg mh |
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Ich stelle sie nur so in den Raum.
Ich finde man sollte nicht weil die Wirtschaft das so will das Lohnsenkungsspiel mitspielen, wir können es nur verlieren. |
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@quarktasche:
weder führt eine exportwirtschaft zwangsläufig zu sinkenden löhnen, noch gings da gerade drum. zum weder: die sinkenden löhne in deutschland sind politisch ausgelöst nach unten gedrängt worden. die aktuelle diskussion um schlecker, mit der auslagerung der mitarbeiter in zeitarbeitsfirmen zu löhnen 1/3 unter dem bisherigen, ist da ein bezeichnendes beispiel. das wird seit jahren gemacht und die politik hockt in den aufsichtsräten der zeitarbeitsfirmen. da brauchts keinen zu wundern... dabei gibt es sehr simple lösungen, wie bspw. in frankreich. hier bekommen die zeitarbeitnehmer einfach 10% mehr lohn, weil sie flexibler sind. das ist so richtig marktwirtschaftlich und alle können zufrieden sein. zum noch: es ging hier gerade um genau das gegenteil, nämlich die absicherung nach unten. du hättest gerne ein hohes grundeinkommen. ich hingegen hätte gerne ein konstrukt, ähnlich der früheren sozialversicherung, mit anständigen sätzen von denen man nicht nur leben kann sondern mit denen man auch an der gesellschaft teilnehmen kann, inklusive anrecht auf einen internetanschluss. nur dennoch niedrig genug, damit der anreiz für mehr gegeben ist. ich würd diese beiden dinge nur ungern vermischen, zumal das eine nicht das andere bedingt, auch wenn du das soi zu sehen scheinst. mfg mh |
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Ich glaube wir sind uns gar nicht so uneinig wie es scheint.
Ist aber der Anreiz zu Arbeiten nicht dem menschlichen Wesen immanent, will der Mensch nicht immer mehr? Klar wenn keiner mehr Arbeitet wäre das ein Problem. Und ich glaube hier liegt unser Meinungsunterschied. Du menst das wäre so, ich nicht. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. |
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"keiner mehr" ist übertrieben. bei "deinem" grundeinkommen vermute ich aus meiner beobachtung und erfahrung heraus aber einen vergleichsweise hohen anteil.
die gier nach mehr, über die sich mE eine vielzahl menschlicher handlungen definiert, gibt es als gesellschaft. doch die wiederum splittert sich in verschiedenste interessengruppen auf. nebst immer gierenden deckensatz und immer nichtstuendem, bodensatz, gibt es einen großen spielraum, der über anreize steuerbar ist. und um den gehts. wenn ich die anreize setzen will, muss ich die mentalität berücksichtigen und die ist in deutschland sehr staatsfixiert. wir verwalten und regulieren sehr gerne bis ins details (seit neustem auch die ausgabe gelber säcke^^) und trauen uns als volk auch nicht sonderlich viel zu. und ja, das ist einer wichtigeren punkte, warum ich nicht glaube dass dein grundeinkommen in der gewünschten form hier einschlägt. mfg mh |
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1 zu 1 vielleicht nicht, trotzdem finde ich lohnt es sich darüber zu diskutieren, vielleicht kommt man dann zu einem guten Mittelweg, wir sind ja (fast) alle lernfähig
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@MH
"meine position ist da klar. ich sehe den zwang als treiber der kreativität." Obwohl ich den Skeptizismus in ihrem Menschenbild teile, möchte ich doch der von Ihnen getätigten Aussage widersprechen. Ich kenne einige Menschen die ehrenamtliche Arbeit verrichten und deren Motor ist gewiss nicht Zwang, sondern eher Altruismus und Anerkennung (und sei es nur durch den der z. B. Hilfe erfährt). Aufgrund der gegenseitigen grundlegenden "Anerkennung" (ich beziehe mich mit diesem Wort auf den Philosophen Axel Honneth) sind solche Zusammenarbeiten von mehr Respekt geprägt, da dort die gegenseitige Verdinglichung im Verhältnis zwischen Arbeitendem und Zahler entfällt, in der sich beide Seiten gegenseitig nur als Mittel zum Zweck - nämlich der Transaktion von Geld - sehen. |
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@ich:
es gibt immer irgendwen, der nicht in den rahmen passt. generelle betrachtungen zielen halt auf die masse ab, über die man 80%+ erreicht. mfg mh |
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Eigentlich geht es ja in beiden zusammenhängenden Blogs um den Fortbestand der Arbeitsgesellschaft und ihrer Legitimation, und zwar im Sinne eines Überwachens und Strafens nach altem (kapitalistischem) Herrschaftsmodell.
Wer nicht arbeiten (kann) und trotzdem menschenwürdig lebt, tja, das lässt sich nicht darstellen der arbeitenden (arbeiten müssenden) wählenden Mehrheit. Tendenziell ist so ein Gesellschaftsmodell faschistisch. Könnte Arbeit/Leistung anders definiert werden, als Tätigkeit etwa, als Beitrag zu einem Gemeinsamkeitswesen, wäre alles anders. Jeder nach seinen Fähigkeiten, Bedürfnissen etc. Arbeit, zu tun gibt es immer, "Arbeit" aber nicht. Wo "Arbeit" knapp sei, meint man, es seien zuviele Menschen da, überflüssige auf einem Arbeitsmarkt einer Arbeitsgesellschaft. Gesellschaftsmodell wie Argumentation ist m.E. inhuman. Und eine Hartz-IV-Gesellschaft schraubt die Spirale einer qualifizierten Arbeitsgesellschaft sogar nach unten - und oben. Die altbekannte Schere. |
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Ich stimme völlig zu. Es gäbe schon genug zu tun, das Problem ist die Organisation und Verteilung von Arbeit.
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Ja. Und: Die Organisation einer guten Gesellschaft muss davon ausgehen, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und seinen aktuellen egoistischen Individuumsbegriff *verlernen* muss.
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Das mit den Gesellschaftsmodellen, die darauf setzen, dass der Mensch sich ändert, ist so eine Sache. Nicht der Mensch muss an das Gesellschaftsmodell angepasst werden, sondern das Gesellschaftsmodell an den Menschen.
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Auch wenn ich mit "Freiwilligkeit" bei deinem Zwangsarbeit-Blogbeitrag gegenprovozierte, finde ich diesen hier sehr sachlich, konstruktiv und ideenreich. Danke.
Ich stimme dir 100% zu, dass die Hartz-Gesetze (nicht nur die berühmte "IV") zu einer Gehaltsspirale nach unten führen - zu Kosten der Arbeitenden und des Staates, zum Nutzen der Unternehmen (und teils Kommunen). Das muss - wie du sagts - durch einen hohen Mindestlohn/-gehalt gestoppt werden, sowie alle "Billig-Hartz-Arbeitsmodelle" abgeschafft werden. Ich stimme dir auch zu zu der Idee der Verkürzung der Wochenarbeitszeit - dazu mein Kommentar zu einem anderen Beitrag: www.freitag.de/community/blogs/fabio-de-masi/schluss-mit-dem-lohndumping Das würde zwar nicht die Vollbeschäftigung bringen (denn es gibt immer Tätigkeiten, für die es zu viel/zu wenige Fachkräfte gibt, sei es ein Zimmermann oder Übersetzer), doch die Lebensqualität steigern (mehr Verteilung, im Schnitt mehr Arbeit & mehr Freizeit, weniger Stress und Druck). Grundeinkommen fände ich ethisch OK, wenn es denn finanzierbar wäre. Doch lt. meiner Kalkulationen bleibt es doch eher ein Wunschdenken, siehe: www.freitag.de/arena/debatte?id=731 Ein Ausweg wäre vielleicht ein Mix aus: - Einführung eines Mindestlohns von ca. 10 EUR brutto - Wochenarbeitszeit auf max. 30 Std, Überstunden kosten den Arbeitgeber 100% zusätzlich an Steuern. - Abschaffung von Hartz-Gesetzen - Bedinungslose Sozialhilfe für alle "Einkommenslose" von bis zu ca. 800 EUR, 200 pro Kind (d.h. bei Einkommen drunter eine Aufstockung auf 1000 bzw. plus Kind), keine Miet- oder Heizkosten übernahme. Das würde vielen ermöglichen, ohne dem "Zwang" zu Arbeiten oder der "Freiwilligkeit" zum Hartz4-Antrag zu leben, würde den Bundeshaushalt sogar schonen, und auch den Arbeitsmarkt nicht verzerren. Und der Mensch müsste sich nicht für seine Lebenskosten (=Lebensweise) rechtfertigen, darüber würde er selber entscheiden, wofür er seine Sozialhilfe ausgibt. Natürlich bleiben problematische Fragen wie die Einbeziehung der Kinder, wie die Ersparnisse/Eigentum, wie ein "vermögender Lebensgefährte". Doch meiner Meinung nach sollten diese bei einer solchen Sozialhilfe, nicht wie bei Hartz4, ungeachtet belassen werden. |
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schrieb am
08.01.2010 um 20:58
Ohne Miet- und Heizkostenübernahme? Sorry - aber die Folgen wären ja noch schlimmer als der jetzige Zustand. Und was heißt von bis zu 800 Eur? Könnten Sie das noch einmal näher erläutern?
Aus meiner Sicht ist Ihr Vorschlag einer der - ich nutze jetzt mal das böse Wort - neoliberalsten, die ich je gehört oder gelesen habe. |
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"Bedinungslose Sozialhilfe für alle "Einkommenslose" von bis zu ca. 800 EUR"
Wenn sie das so umwandeln würden: "- Abschaffung von Hartz-Gesetzen - Bedinungslose Sozialhilfe für alle "Einkommenslose" von bis zu ca. 800 EUR" betrifft das also ehemalige ALG I + ALG II - Bezieher sowie nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Aus Hartz IV Bedarfsgemeinschaften)? Oder lassen sie die ALG I - Empfänger außen vor? Die würden ja sonst schlechter gestellt als sie es bisher sind. Mit den Zahlen von Dezember 2009 (www.theonussbaum.de/seiten/arbeitslos/arbeitslosenzahlen.htm) wären das ALG II und Sozialgeld -> 6,7 Milionen Menschen ALG I + II + Sozialgeld -> 7,8 Milionen Menschen. Im ersten Fall ergibt sich eine jährliche Belastung von 64,5 Mrd. € Im zweiten Fall sind es 74,8 Mrd € Die im jetztigen System prognostizierten Ausgaben für 2010 liegen bei 54 Mrd €, darin enthalten sind aber auch Kurzarbeitergeld, Weiterbildungsmaßnahmen etc. Demgegenüber stehen nur Einnahmen von 36 Mrd €. Da frage ich mich doch ganz einfach wie sie die bedingungslose Sozialhilfe finanzieren würden? |
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Die Einnahmen müsste man erhöhen um das zu finanzieren ich denke aber nicht das es unmöglich ist. Mit genauen Zahlen kann ich nicht dienen, dazu kenn ich mich zu wenig aus, nicht ohne Grund studiere ich nicht VWL.
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@ "Namenlos": Mit "bis zu 800 EUR" meine ich, dass wenn ich ansonsten 0 EUR / Monat verdiene, ich 800 vom Staat bekommen, wenn 100 EUR pro Monat, gibt mir der Staat 700 etc. Die vorgeschlagene Höhe von 800 EUR können sie fatal oder auch "neoliberalst" (solche argumentationslose pauschale Definition ist für mich weder Beleidigung noch Kompliment, sorry) nennen, ich beziehe mich einerseits auf durschn. Berliner Lebenskosten (pro Person), andererseits auf den Begriff "GRUND-SICHERUNG".
@ S. Heinel: Es würde ALG I + II * Sozialhilfe betreffen (Erwachsene). Dennoch keine 75 Mrd (bzw. ein mehr an 30 Mrd - derzeit ist HartzIV bei 45 Mrd), denn es wären erstens nur Erwachsene, zweitens "BIS zu 800 EUR" (siehe oben). Statt ALGI würde ich eine Pflicht-Privat-Arbeitslosenversicherung einführen (zu Sätzen wie bisher, die ohnehin vom Lohn abgezogen werden), die aber den Namen "Versicherung" verdient - so wie Menschen eine KfZ- oder Hausrats-Versicherung auch haben. Dadurch wären die ersten Monate/Jahre nach dem Jobverlust für diejenigen, die lange Beiträge gezahlt hatten, nicht so hart - denn wer länger einzahlte, hätte eine höhere monatl. Prämie. |
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Ich habe das Gefühl, ihr Vorschlag würde die Situation für Arbeitslose eher verschlechtern. Es kling tatsächlich neoliberal (das ist weder Beleidigung noch Kompliment).
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habe ich das richtig verstanden?
800 Euro Lebenskosten inkl. Miete, Heizung, Krankenversicherung? Ich bin unsicher, ob man 1. damit wirklich leben kann (inkl. Arzenei bei Schnupfen, frischem Obst und Gemüse, eine warme Wohnung, Bücher und Stifte, Kinder) und 2. ob das nicht eine Verschlechterung zu Hartz 4 darstellt. Unter einer bedingungslosen Sozialhilfe/ Grundeinkommen stelle ich mir mehr vor als einen mit irgendwas Billigem gefüllten Magen. Vermutlich geht es nicht mehr zurück zu einer Industriegesellschaft, und der Ausbau der Dienstleistungsgesellschaft bedeutet zwangsläufig ein ganz minimales Arbeitsangebot für immer mehr Menschen. Was sollen also die vielen "überschüssigen" Menschen tun um aufzustocken? Wovon zurücklegen, um dann nicht auch als Rentner am absoluten Existenzminimum rumzukrepeln? |
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@Quarktasche: In deinem Blog hast du das Thema "Entkopplung von Arbeit und Einkommen" behandelt, nicht explizit ob es Erwerbslosen finanziell besser gehen sollte, oder? Dass meine Lösungsvorschläge leider nicht höher ausfallen als die 800 EUR liegt an meiner Skepsis bezüglich der Finanzierung - ich hätte persönlich nichts dagegen, wenn die Sozialhilfe bei 5000 EUR liegen würde, Mindestlohn bei 20000 EUR :-)
@HoppelPoppel: Ich will hier keine "sarazzinische" Kalkulationen bieten, dennoch aus meiner Erfahrung (ich & mein Freundeskreis), pro Person: 200-300 EUR Kaltmiete 50-100 EUR Heizung, Strom 20-40 EUR Telefon 100-150 EUR Essen (kein Bioladen sondern Aldi + "Türke") 0 - 50 EUR: Medikamente, Tickets etc. Tja, kann wirklich knapp werden (vor allem wenn man nicht in Berlin wohnt), dennoch gerade das stelle ich mir unter einer Sozialhilfe vor - eben ein "gesundes" Minimum zum überbrücken/überleben. Ich sehe nicht ein, dass der Staat einem Bürger Elektrogeräte, Reisen, Autos oder Zigaretten spendieten soll (wieder ein "neoliberaler" Gedanke, oder?...) Und wie gesagt, im Unterschied zu Sarazzin, ich kenne die Zahlen aus eigener Erfahrung. |
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Ich habe gänzlich andere Erfahrungswerte, auch als Berlinerin.
Wenn ich mir bei Deiner Rechnung nun eine Alleinerziehende vorstelle, die/ der dann von 200Euro mehr ein weiteres Zimmer fürs Kind, alles rund um Bildung, Freizeit, sonstige Bedürfnisse und gesunde Ernährung aufbringen muss, halte ich das eigentlich für unmöglich/ unmenschlich. Immer vor dem Hintergrund, dass diese Arbeitslosigkeit nicht selbst gewählt ist. |
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Wo ich wohne, in Heidelberg, wirst du keine so günstige Wohnung finden. Hier musst du für 60qm schon 600€ und mehr hinlegen Warm, ohne Strom. Pauschal kann man das nicht auf so niedrigem Niveau festlegen, da muss das schon an die Gegebenheiten angepasst werden. Bei 1500€ könnte man das pauschal machen.
Bei der Kritik am Franz'schen Vorschlag und an den Hartz-Gesetzen geht es mir schon hauptsächlich um das mE zu niedrige Niveau. |
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Lukasz, wo in Deiner Rechnung taucht eigentlich die Krankenversicherung auf?
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OK, quarktasche & HoppelPoppel - ihr habt recht, mit 800 kommt man nicht überall über die Runden. 1500 klingen auch besser als 800.
Dann bliebe die Frage der Finanzierung, wobei ca 1500 x 12 x 4-6 Mill (Erwachsene) = 72 - 96 Mrd - das wäre bei einigen Steuererhöhungen (ESt wie bei Kohl, Verm.steuer) und Kürzungen (weniger Rentenzuschüsse - weil die Sozialhilfe diese ersetzt, keine Agentur für Arbeit, weniger für Verteidigung) machbar. Nur man muss gleichzeitig den Mindestlohn auf 2000-2500 erhöhen, sonst wird es echt ungerecht. Aber ich fürchte ich habe uns durch meine Zahlen vom eigentlichen, ehtisch-philosophischen Thema weggebracht - nämlich der Entkopplung Arbeit / Einkommen, sorry. |
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Die Seite der Diskussion ist ja auch nicht uninteressant. Ich habe mir auch schon mal ein Konzept überlegt. Hier habe ich es geschildert: www.freitag.de/arena/debatte?id=731
Das wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle, das abhängig vom Einkommen ist, verdient man mehr bekommt man weniger Grundeinkommen, das ganze aber so, dass man durch mehr Einkommen nie weniger in der Tasche hat. Die zahlen sind nur hypothetisch. |
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Dein Modell finde ich s. interessant, doch (leider) stehen unter demselben Link meine Kalkulationen (und einiger anderer User) die zwischen 470 - 960 Mrd EUR / Jahr als Kosten ausweisen (bei deinen max. 1000 EUR.). Da der gesamte Bundeshaushalt 2010 (= Summe aller Steuereinnahmen + Schuldenaufnahme) bei ca. 282 Mrd liegt - kann man "die Reichen" und "die Börse" (was ich ohnehin tun würde) besteuern, es geht nicht.
Dagegen glaube ich, dass man in die andere von Ihnen im Blog vorgeschlagene Richtung gehen sollte: Weniger Wochenarbeitszeit, und/oder die auch hier in den Kommentaren angesprochene Maschinensteuer. Bei gleichzeitiger staatlich unterstützen Senkung vieler Kosten: ob Energiekosten (durch mehr Wettbewerb), Mietkosten (durch mehr Mieterschutz), mehr Kostenübernahme bei Kinderbetreuung, Unis (mehr Studiheime, damit du in Heidelberg nicht 600 EUR Miete zahlen musst :-) etc. |
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Lukasz Szopa schrieb am 10.01.2010 um 18:00
"keine Agentur für Arbeit" Da würde ich aber schon gerne nachhaken wollen - und entschuldigen Sie, dass ich da so aus dem Zusammenhang eine beispielhaft (in Klammern) aufgeführte Institution herauspicke. Mir ist klar, jedenfalls denke ich das, dass sie davon ausgehen, dass das bedingungslose Grundeinkommen den jetzigen Verwaltungsaufwand gegen Null gehen lässt. Dazu 2 Anmerkungen: 1. Auch nach ihrem Modell des "bedingungslosen" Grundeinkommen, gibt es immer noch wenigstens eine Bedingung die erfüllt werden muss. Einkommenslos. Das müsste zumindest in irgendeiner Form geprüft werden. 2. Die heutige Agentur für Arbeit mit ihren Jobcentern ist ja nicht nur Antragsprüfstelle, sondern bietet durchaus auch eine gewisse Bandbreite an Service an. Vom Bewerbungstraining bis zu geförderten Weiterbildungsmöglichkeiten. Wenn wir vom "bedingungslosen Grundeinkommen" sprechen, definieren wir den unter 2. genannten Bereich so, dass er in die Eigenverantwortung zurück geht? |
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Quarktasche schreibt. „Es gibt einfach in unserer modernen Gesellschaft nicht mehr genug Arbeit, dass jeder 40 Wochenstunden arbeiten kann.“
Das denke ich nicht. Es gibt in einer derart komplexen Gesellschaft unendlich viel Arbeit. Nur wird ein Großteil von ihr nicht oder nur sehr gering bezahlt. Wenn ich meine Hemden bügle, ist das für mich Arbeit. Dafür krieg‘ ich allerdings keine Kohle. Die Anbieter von Arbeit haben es zunehmend geschafft, unentgeltliche Arbeit an den Kunden (Arbeitnehmer) zu übertragen. Früher wurde man im Lebensmittelmarkt bedient. In Kürze werden wir die Waren, die wir selbst aus den Regalen - oft unberaten - einsammeln müssen, selbst einscannen. Die Logik des freien Welthandels, die auf die Ellenbogenkonkurrenz setzt, bringt immer häufiger traditionelle Produktionsstrukturen zum Einsturz. Ein Milchbauer kann von seinem Produkt nicht mehr leben, weil der Kapitalismus die Rendite um der Rendite willen in den Mittelpunkt vermeintlich vernünftigen Handelns stellt. Deshalb ist dieses System menschenfeindlich. Und wenn es je ein Grundeinkommen geben sollte, werden die ungebändigten Kapitalstrukturen genutzt, daraus wieder einen Vorteil zu Lasten derer zu entwickeln, die ohne Arbeit gesellschaftlich abgesichert scheinen. |
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schrieb am
08.01.2010 um 22:29
So oder so ähnlich.
Ich bin kein VWL-Mensch. Mich würde aber einmal das Verhältnis interessieren, bzw. die Entwicklung, wie viel Anteil an einem Produkt auf Finanzierung/Renditeerwartung entfällt und wie sich das im Laufe der Jahre entwickelt hat. Ich glaube, wüsste man das, würden sich viele Fragen beantworten. |
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@Achtermann
Sie berühren da einen wichtigen Punkt. Um dem Einhalt zu gebieten müsste man dann aber auch so konsequent sein, z.B. statt eines Billy-Regals, das man selbst zusammenbauen muss, sich ein nachhaltig hergestelltes und von Monteuren aufgebautes Regal zu kaufen. Leider neigt aber der Konsument dazu, wie auch beim Lebensmittelkauf (also der bei Grundversorgung) das Billigere zu Lasten der Nachhaltigkeit zu bevorzugen. Mit den realisierten Ersparnissen kann sich der Konsument dann z.B. ein iPhone leisten, über dessen Produktionsbedingungen er dann eigentlich auch nicht wissen möchte. |
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Wenn der Schwarzmarkt nicht wäre, bezögen einige meiner meisterlich ausgebildeten Freunde Hatz4. Kein Scherz. Und ich behaupte: Das hat alles System. Das soll so sein.
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Ich finde es merkwürdig, dass nach einer Zeit des Alg1-Bezuges Alg2 steht, also eine Perpetuierung der Arbeitslosigkeit. Für mich sollte nach der Arbeitslosigkeit eine Form der Teilhabe stehen, die man altertümlich mit Arbeit bezeichnen kann aber auch anders benennen könnte. Nach dem Auslaufen des Alg1 sollte die Einstellung in einem Staatsbetrieb erfolgen, der von den ehemals Arbeitslosen selbst verwaltet wird. Dieser Staatsbetrieb könnte sich selbst erfinden und sollte seine Beschäftigten entwickeln, weiterbilden und fit machen - und sei es für eine künstlerische Tätigkeit. Auf jeden Fall sollte er versuchen, irgendwann einmal von staatlichen Subventionen ganz frei zu sein!
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Das ist eine interessante Idee
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schrieb am
09.01.2010 um 15:12
Dem kann ich im Grundsatz folgen und es wäre überdenkenswert, wie das denn in der Praxis aussehen könnte und wie ein derartiges System einzugliedern wäre, damit es nicht mehr Schaden als Profit anrichtet. Den typischen Liberalen wird man dafür vermutlich aber nicht begeistern können.
Die Grundsatzfrage aber - so, wie ich sie sehe - wäre: Wie wäre eine Volkswirtschaft sozialistisch (au Backe - und das aus meinen Fingern) aufgestellt, die dann im internationalen Wettbewerb erfolgreich wäre. Um den Wettbewerbs-Unkern gleich zuvor zu kommen: Wir stehen da drin - ob wir nun wollen oder nicht. Würden wir das ignorieren, wäre der Schaden vermutlich unermesslich. Es kann also nur darum gehen, zu belegen und zu leben, dass ein "linkes" System eben auch erfolgreich sein kann - vielleicht erfolgreicher als eines, dass auf der Forderung basiert, sich gegenseitig zu zerfleischen und "humanoiden Ausschuss" zu produzieren. Das ist nämlich genau das, was wir in der Bundesrepublik derzeit tun: Wir machen immer mehr Menschen überflüssig und sprechen ihnen die Existenzberechtigung ab. |
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Klingt erst mal gut, ich sehe da nur das Problem, dass der Staatsbetrieb, wie Du schon sagtest, irgendwann profitabel wirtschaften müsste. Dazu müsste er mit der Privatwirtschaft konkurrieren können, und die tendiert nun mal dazu, mit immer weniger Beschäftigten immer mehr zu produzieren bzw. Dienstleistungen zu erbringen.
Da gibt es dann - jetzt mal etwas schwarz-weiß gedacht - zwei Möglichkeiten: entweder der Staatsbetrieb beutet seine Mitarbeiter auf ähnliche Art aus, um konkurrenzfähig zu sein oder er lässt es, aber dann werden sich die meisten dieser Betriebe nicht auf Dauer halten können - befürchte ich. Ausnahmen bestätigen die Regel. Außerdem gibt es da noch das Problem, dass viele Leute gar nicht erst in den Genuss von ALG-I kommen, weil sie als (Schein-)Selbstständige nicht in die Arbeitslosenkasse einzahlen dürfen. |
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Vermutlich gäbe es den Gedanken des aktivierenden Sozialstaates gar nicht, wenn ganz grundlegend der Begriff Sozialleistung anders gesehen wird.
Es scheint ja oft als ginge es um Barmherzigkeit und Arbeitslose wären zu Dank verpflichtet, dass der vorhandene Reichtum so gefällig verwendet wird, Armut lebbar ist. Letztlich sind einige Ökonomen, z.B. Hans Jörg Herr, zu dem Schluß gekommen, dass Einkommen ohnehin schon von Arbeit entkoppelt ist, was de facto ja auch stimmt. Wie soll man das jetzt aber organisieren, ist der Punkt. Viel schlimmer ist allerdings die Diskussion um eine Grundsicherung in Naturalien. Die soziale Sicherung wird also wieder zur Magenfrage degradiert (vgl. dazu "die allgemeine Nährpflicht" 1920). |
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Jeder sollte ein Einkommen haben, dass es ihm ermöglicht, seine Grundbedürfnisse zu erfüllen und menschenwürdig an der Gesellschaft teilzuhaben.
Ich finde das Thema sehr komplex und habe den sehr differenzierten Kommentaren vor mir nichts hinzuzufügen. Es gibt im Grunde genug Arbeit, nur eben nicht in Form "anständiger" oder herkömmlicher Erwerbsarbeit. Sehr vieles wird ehrenamtlich geleistet, als Praktika, als Zivildienst, als Berufsvorbereitung, in der Freizeit (zum Beispiel pflegerische Tätigkeiten). Viele Jobs sind eindeutig unterbezahlt, oft macht eine Person die Arbeit, die man gut auf mindestens zwei Personen verteilen könnte. Zum Beispiel Angestellte mit enorm vielen Überstunden oder mit Arbeitsüberlastung. Wie zum Beispiel Richter am Sozialgericht - kleiner böser Kalauer am Rande. Andere wiederum sitzen auf ihrem Sessel und langweilen sich oder tragen eine Akte von einem Flur in den anderen. Daher gibts wohl kein Patentrezept. Unter den Kommentatoren machen sich ja einige für das bedingungslose Grundeinkommen stark. Ich hätte da auch nichts gegen. Aber wie davon den Rest der Gesellschaft überzeugen? |
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"überzeugen"
Hallo Felicitas, ich befürchte das geht nicht. Obwohl es viele ganz vernünftige, logische Argumente gegen neoklassische Rezepte gibt, erlebt die Neoklassik in der Krise (obwohl alle schnell geschnürten Anti-Krisen-Packete eben nicht neo sind, sondern die Wunden mit keynesianischen Heilmitteln versorgt wurden) keinen Schwund. Es handelt sich vermutlich um eine Glaubensfrage, und Glaube ist über jedes noch so gute Argument erhaben. Von daher siehst Du mich pessimistisch. Die Krise ist für alle da, einen Aufschwung erleben aber immer nur einige wirklich. Wie angedeutet, ist Verteilungsgerechtigkeit/ Versorgung eng an den Barmherzigkeitsgedanken geknüpft. Leider. |
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Viele Details zum Grundeinkommen wurden hier schon erklärt, vor allem die Finanzierung scheint das geringste Problem zu sein:
www.freitag.de/community/blogs/roger-beathacker/grundeinkommen-ja-bitte---aber-wie www.freitag.de/community/blogs/odradek/die-finanzierung-des-grundeinkommens-erklaert www.freitag.de/community/blogs/themen/grundeinkommen |
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Danke für die Links, werde ich mir mal zu Gemüte führen.
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Und ich bin für eine Maschinensteuer, damit dieses Grundeinkommen bezahlt werden kann.
Unternehmer, die in ihren von Menschen verlassenen Werkhallen, mit Maschinen, Automaten und Roboter, riesiges Kapital anhäufen, müssen unbedingt maschinensteuern entrichten. Erdenbürger |
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schrieb am
09.01.2010 um 22:02
@ Erdenbürger
Super-Idee! |
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Nicht schlecht^^, ist das ernst gemeint?
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sorry, wollte mich nicht lustig machen.
Ob die Maschinensteuer praktikabel ist, weiß nicht, zahlt das dann letztendlich nicht sowieso der Endkunde? |
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Selbstverständlich war das ernst gemeint.
Die Maschinen hätte eigentlich schon vor vierzig Jahren eingeführt werden müssen, denn die jetzige Situation war doch absehbar. Nicht zu verstehen ist doch, dass Unternehmen gefördert werden, die kaum einen wirklichen Nutzen für die Gesellschaft erbringen und obwohl nur noch wenige menschen in diesen arbeiten, diese Unternehmen auch noch Steuervorteile genießen. Ich würde Unternehmen nur Steuervorteile zukommen lassen, bemessen an der Anzahl ihrer Vollzeitbeschäftigten. Dass mit der Maschinensteuer müßte mindestens zum europäischen Gesetz werden. Unternehmen denen es nicht passt, die mögen ja nach China auswandern, an ihre Stelle wird ein neues Unternehmen wachsen. Derartiges wird zukünftig unausweichlich werden, schon mit Sicht auf die Bevölkerungsexplosion. Menschen werden sich nicht auf Dauer mit Suppenküchen und Brosamen, die vom Tisch der Reichen fallen, abfinden. Erdenbürger |
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Die Idee ist sicher ausbaufähig, auf jeden Fall diskutierenswert. Schreib doch mal einen Blogbeitrag darüber. Ich war nur erstmal überrascht von der unkonventionellen Idee.
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schrieb am
10.01.2010 um 14:38
"Dass mit der Maschinensteuer müßte mindestens zum europäischen Gesetz werden. Unternehmen denen es nicht passt, die mögen ja nach China auswandern,"
Ja, das werden sie dann auch tun - noch mehr, als es jetzt bereits der Fall ist. "an ihre Stelle wird ein neues Unternehmen wachsen." Nein - werden sie nicht, weil die Produzenten dann erst recht in China herstellen lassen - also wie heute auch: Hier planen, in China produzieren, in der BRD verkaufen. Damit hätte man also nichts gewonnen, aber viel verloren. Systeme sind so einfach NICHT. |
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Alle Fragen zum Grundeinkommen (auch Finanzierung und Ungerechtigkeit des heutigen Steuersystems) werden in diesem Film ausführlich behandelt: dotsub.com/view/26520150-1acc-4fd0-9acd-169d95c9abe1. Dauert deshalb auch 1,5 Stunden.
Ein Gedanke dazu, der zu diesem Text passt: Wir haben 100 Jahre gearbeitet, um weniger arbeiten zu müssen (also Maschinen erfunden). Und jetzt ist es ein Problem, dass es nicht mehr nötig ist, dass alle arbeiten? |
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"Ein Gedanke dazu, der zu diesem Text passt: Wir haben 100 Jahre gearbeitet, um weniger arbeiten zu müssen (also Maschinen erfunden). Und jetzt ist es ein Problem, dass es nicht mehr nötig ist, dass alle arbeiten?"
Hört sich paradox an, ja, ist es auch. Die Erfindung der Maschinen hat aber, genau betrachtet, nicht dazu geführt, daß wir weniger arbeiten müssen. Als die elektrische Schreibmaschine in die Büros kam, konnte man Schreibarbeit, für die man früher 8 Stunde brauchte, in 6 Stunden erledigen. Das hat nicht dazu geführt, daß die Sekretärin zwei Stunden früher nachhause gehen konnte, bei gleichem Lohn. Es hat dazu geführt, daß eine der Schreibkräfte aus dem Büro verschwunden ist. Warum arbeitet man? Früher hat man gearbeitet, weil die Leute Dinge brauchten und diese Dinge irgendwie hergestellt werden mußten. Dinge werden heute längst nicht mehr deswegen hergestellt, weil jemand diese Dinge braucht, das ist günstigstenfalls ein angenehmer Nebeneffekt, ungünstigstenfalls muß man den Leuten das Brauchen dieser Dinge aufschwatzen, um sie ihnen verkaufen zu können. Dinge werden heute hergestellt, weil einer mehr Geld hat, als er versaufen kann und er deshalb möchte, daß aus diesem vielen Geld noch viel mehr Geld wird. Für jede Million, die er in eine Firma steckt, möchte er am Jahresende 5 oder besser noch 10 Prozent mehr haben als am Anfang. Dinge (oder Dienstleistungen), mit denen sich dieses Mehrgeld verdienen läßt, werden hergestellt, Dinge (oder Dienstleistungen), mit denen das nicht geht, bleiben ungetan. Sind sie ganz wichtig, dann muß es der Staat übernehmen. Ciao Wolfram |
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schrieb am
10.01.2010 um 14:01
Hallo Herr Heinrich
Wann früher? Zu welchem Zeitpunkt wurden Produkte nicht aus kulturellen Gründen sondern nur und ausschließlich zur Grundbedarfsdeckung hergestellt? Frage 2: War das besser? Frage 3: Gilt Ihre Kritik der Produktion oder eher der Finanzierung? |
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"Wann früher?"
Vor der Erfindung des Kapitalismus. "Zu welchem Zeitpunkt wurden Produkte nicht aus kulturellen Gründen sondern nur und ausschließlich zur Grundbedarfsdeckung hergestellt?" Ich hatte weder von kulturellen Gründen noch von Grundbedarf gesprochen. Der Grund ist die Vermehrung von Geld. Geld. Geld. "Frage 2: War das besser?" Es war anders. Es ging bei der Diskussion hier darum, ob arbeitssparende Produktionsmethoden die Arbeit leichter machen, was sie nicht tun. "Frage 3: Gilt Ihre Kritik der Produktion oder eher der Finanzierung?" Habe ich Kritik geübt? Ciao Wolfram |
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@müslikind:
Sie haben aus versehen den Punkt mit in den Link gepackt. Hier der funtionierende: dotsub.com/view/26520150-1acc-4fd0-9acd-169d95c9abe1 |
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Ich habe so meine Bedenken, ob das bedingslose Grundeinkommen funktioniert. Es gibt da zahlreiche Neben- und Seiteneffekte. Was passiert bspw. wenn sogar die gesellschaftlich notwendigen Arbeiten nicht mehr ausgeführt werden, zB wenn die Altenpflegerin sagt: ich bleibe lieber zu Hause?
Aber wieso nicht mit verschiedenen Wirtschaftssystemen experimentieren? So wie es jetzt läuft, geht es ja ohnehin nicht weiter. Es gibt zahlreiche interessante Modelle. Hier ist zB zwei andere: www.denknetz-online.ch/IMG/pdf/Ringger_Bedarfswirtschaft_Jahrbuch06.pdf www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5902 |
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ich teile die Bedenken von Lebowski. Dieses Kostrukt hört sich zunächst verführerisch an. Doch wenn schon ein Dieter Althaus und ein Westerwelle den Gedanken des BGE aufgreifen, ist damit zu rechnen, dass dies sicher nicht zum Wohl der Gesellschaft gestrickt sein soll. Wenn man sich ansieht wer der Urvater des BGE war, Milton Friedman, der Teufel habe ich selig,stecken im Detail Möglichkeiten zum gesellschaftlichen Nachteil, die wir so gar nicht erahnen können.
Jedenfalls plädiere ich eindringlich für eine gründliche Prüfung aller Vor- und Nachteile, bevor man sich mit Speck fangen und womöglich mit Utopien das Hirn vernebeln lässt. Freiheit und Demokratie sind u.U auch schnell abgekauft. Jeder ist mit Geld zu kaufen oder zu erpressen. Was ist, wenn das BGE z.B über eine Konsumsteuer finanziert werden soll, wie wird es dann in ein paar Jahren mit unseren Ressourcen, dem Müll und der Umwelt aussehen? |
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@Angelia
Bei einer entsprechend hohen Konsumsteuer würde man es sich überlegen müssen, ob man sich jedes halbe Jahr ein neues Handy kauft. Insofern könnte eine Konsumsteuer mehr diesbezügliches Bewusstsein schaffen und die Umwelt würde geringer belastet. Andererseits möchte man ein Grundeinkommen ja nicht um konsumieren zu können, sondern um davon leben zu können. Insofern ist bei der Unübersichtlichkeit der Nebeneffekte ungewiss, ob eine Konsumsteuer die richtige Balance findet um das Grundeinkommen einerseits zu finanzieren und andererseits nicht den Konsum zu sehr abzuwürgen. Es wäre tatsächlich ein grosses Experiment und auf gesamtgesellschaftlicher Ebene ziemlich riskant. Schade ist nur, dass dazu keine Modellversuche unternommen werden. |
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@ ich
Also jetzt nicht an mich sondern an dich der sich ich nennt ;-) Es gibt Modellversuche, las ich bei Wikipedia, in Brasilien, Namibia, Alaska. Man untersuchte die Auswirkungen eines GE auf Armut. Mit gar nicht mal so schlechten Ergebnissen. Doch sind diese Ergebnisse nicht auf Industrienationen zu übertagen, deren Bürger zum einen ganz anders sozialisiert sind, Armut bei uns relativ ist, Bildung, Gesundheit und Rente noch größten Teils solidarisch getragen wird und keine signifikante Frage des Einkommens darstellt. Nun will man auch einen Feldversuch in Deutschland starten. Hier ist mir zur Versuchsanordnung leider nichts bekannt. Welche Personen, ob Arbeitslose, Geringverdiener, Gutverdiener, Angestellte - öffentlicher Dienst, freie Wirtschaft, wer wird in die Studie eingebunden? Geplant sind 800€ + einer Summe X der Sozialversicherungsbeiträge. Ob diese Beiträge in eine gesetzliche oder private Versicherung automatisch oder freiwillig einfließen, ist nicht bekannt. Ich fürchte im Endeffekt wird es darauf hinauslaufen, dass Nicht-Erwerbstätige/Rentner langfristig 800€ Grundeinkommen bekommen sollen. Die Grenzen des Zuverdienstes werden drastisch angehoben oder aufgelöst. Wie jeder damit umgeht, ist eigenverantwortlich. Man darf nicht vergessen, dass die Auflösung des Solidarprinzips zu Gunsten einer Privatisierung aller Lebensrisiken und Chancen immer noch in Arbeit ist. Wir haben eine schwarz/gelbe Koalition, deren Denkfabriken u.a. die Initiative neue Soziale Marktwirtschaft ist. Mit deren Vorstellungen sollte man sich beschäftigen, wenn man erahnen möchte, wo die Reise hingehen soll. Alle anderen Ideen und Vorstellungen mögen sich gut anhören und diskutieren lassen, doch sind diese für Entscheidungsträger nur dann relevant, wenn sie ihren Interessen nicht zuwider laufen. Positiv nutzen werden sie jedenfalls die gesellschaftliche Akzeptanz für ein BG. Auch wenn sich die Vorstellung der Leute nicht mit der Realität decken wird. Im Gegenteil, je utopischer, je schlechter kritisch betrachtet, um so besser. |
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übrigens @ ich
der Gedanke, über eine höhere Konsumsteuer das Konsumbewusstsein in Richtung überlegterer Konsum zu Gunsten der Umwelt und Ressourcen zu richten, beißt sich in den Schwanz der Finanzierung des BGE´s über eine Konsumsteuer. Je höher die Steuer, um so billiger muss auch produziert werden. Damit der Konsument mit seinen 1500€ überhaupt außreichend, das BGE finanzierend konsumieren kann. Je niedriger aber die Löhne im produzierenden Gewerbe ausfallen um so größer die Chancen, dass Menschen zum arbeiten gar keinen Anreiz mehr sehen. Zwangsläufig könnte man dem nur entgegenwirken,indem man das BGE kürzt und somit Menschen zur Arbeitsaufnahme nötigt. Oder Fachkräfte wandern in Länder aus, die sich ihr Humankapital entsprechend leisten können und wollen. Oder sie haben gar keine Lust Geld für Waren auszugeben, wo das Qualitäts - Preis - Leistungsverhältnis nicht stimmt. |
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Ich habe so meine Bedenken, ob das bedingslose Grundeinkommen funktioniert. Es gibt da zahlreiche Neben- und Seiteneffekte. Was passiert bspw. wenn sogar die gesellschaftlich notwendigen Arbeiten nicht mehr ausgeführt werden, zB wenn die Altenpflegerin sagt: ich bleibe lieber zu Hause?
Aber wieso nicht mit verschiedenen Wirtschaftssystemen experimentieren? So wie es jetzt läuft, geht es ja ohnehin nicht weiter. Es gibt zahlreiche interessante Modelle. Hier sind zB zwei andere: www.denknetz-online.ch/IMG/pdf/Ringger_Bedarfswirtschaft_Jahrbuch06.pdf www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5902 |
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quarktasche,
genau. Arbeit - Hartz IV = Gnaden- statt Rechtsordnung. Es gibt kein Recht auf Arbeit. Bedingungsloses Grundeinkommen = Freiheit = Demokratie. |
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ja schon, aber Arbeit minus Hartz IV verstehe ich nicht
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Pardon, mein Fehler, es soll nicht Minus bedeuten.
Arbeit / Hartz IV = Gnaden- statt Rechtsordnung. Es gibt kein Recht auf Arbeit. Verständlicher? Gnade Ein weiterer Gegensatz zur „Gnade“ ist das „Recht“, die Rechtsstaatlichkeit, sowie gesetzesmäßiges Handeln und Behandeln, das nicht willkürlich-gnädig oder von herrschaftlichen Gnaden ist. |
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Arbeit geteilt durch Hartz IV? oder meinst du oder, oder und? + würde ich verstehen, vielleicht bin ich auch einfach nur blöd
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Umpf :)
Arbeit also solche, mit oder ohne Hartz IV = Gnadenordnung. Es gibt kein Recht auf Arbeit. Es ist eine Gnade arbeiten zu dürfen. |
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Danke für das Thema quarktasche.
Grundsätzlich bin ich für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Es sollte aber folgende Bedingung erfüllen: Ein Straßenarbeiter, der ausgepowert von seiner Schicht kommt, muss cool bleiben können, wenn er bei herrlichstem Wetter durch einen Park geht, in dem sich gerade 100erte Grundeinkommenbezieher mit Grillen, Spielen, Sex und Drogenkonsum vergnügen. Er muss sich dabei locker denken können: „Toll, dass wir das bedingungslose Grundeinkommen haben.“ Das kann nur unter folgenden Vorraussetzungen möglich sein: Er müsste durch seinen Arbeitseinsatz einen sicht-und fühlbaren Mehrwert haben. Das wäre eine materiell höhere Lebensqualität und eine soziale Befriedigung, weil er durch seine Arbeit der Gemeinschaft einen Dienst erweist. Das setzt einen fairen Lohn, der sich deutlich vom Grundeinkommen abhebt, eine sinnvolle Arbeit und gute Arbeitsbedingungen voraus. Insofern könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen dazu führen, dass die allgemeine Entlohnung und die Qualität der Arbeitsbedingungen steigt, weil Unternehmer nun wieder um Arbeitskräfte werben müssen. Das Grundeinkommen muss aber so hoch sein, dass der Straßenarbeiter sich locker überlegen kann, auch einmal auszusteigen, um sich beruflich anders zu orientieren oder einfach vor sich hin zu philosophieren oder was auch immer. 1000-€ würde ich ok finden. M.E. würde die Befreiung vom Arbeitszwang ein unglaubliches Freiheitsgefühl in unserem Lande freisetzen und zu einem Feuerwerk des kreativen Potenzials führen, das unendlich viele neue Ideen generiert. Und wenn die Möglichkeit eröffnet wird - sich locker – beruflich, nach seinen Neigungen und Fähigkeiten zu entwickeln, wird die allgemeine Produktivität im Lande ungeahnte Höhen erlangen. Die zu erwartende höhere und qualitativ verbesserte Produktivität, die Einsparung der Kosten des HartzIV-Kontroll-und Repressionsapparates, die verringerten Kriminalitätsbekämpfungskosten...... Ich glaube das bedingungslose Grundeinkommen rechnet sich. Voraussetzung dafür wäre aber m.E., dass wir in Deutschland zu einer gemeinschaftsorientierten Politik kommen. Und die heißt „Soziale Demokratie“ im wahrsten Sinne des Wortes. Und Voraussetzung dafür ist: Ein gemeinschaftliches Bürgerbewusstsein – das sich als Souverän – als die bestimmende Macht in einer Demokratie erkennt und sich als Bürgergemeinschaft gegenüber der Politik positioniert. Andernfalls besteht wirklich die Gefahr einer Abhängigkeit und Erpressbarkeit der Grundeinkommensbezieher durch eine lobbygesteuerte Politik – wie Angelia sie befürchtet. |
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Danke für den wunderbaren Kommentar, ich teile deine Meinung
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schrieb am
12.01.2010 um 19:15
Das BGE ist eine wunderbare Utopie. Aber hierfür brauchen wir einen neuen Menschen. Es wäre eine umfassende Erziehung und Bildung für alle die wichtigste Voraussetzung, sonst endet dass vielleicht wie in Rom für die Plebejer : "Brot und Spiele" oder " TV, Bier und Chips."
Wie sagte doch einst Adenauer zu einem Staatssekretär:" Nehmen Sie die Menschen so wie sie sind - es gibt keine anderen." Außerdem bin ich der Ansicht ... kein Land kann das BGE alleine bewältigen. Hierfür wäre mindestens ein Wirtschaftsraum in der Größe der EU erforderlich. |
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Hallo Fro
Die Sache mit den Vorraussetzungen hat nur ein bis zwei kleine Haken: 1. Unterschiedliche Interessen müssten untern einen Hut gebracht werden. So hat ein multinational operierendes Unternehmen nicht nur Interesse an einem möglichst hohen Gewinn bei niedrigen Produktionskosten, sondern auch die Möglichkeit sich Produktionsstandorte passend auszusuchen. 2. Vorraussetzungen sollten sich aus den realen Gegebenheiten heraus entwickeln können. Ansonsten passiert das, was wir gerade mit dem neoliberalen Wirtschaftskonstrukt erleben - es scheitert an der Realität. Auch das Bildungssystem scheiterte genauso wie das Gesundheitssystem, weil man theoretische Konstrukte über die Realität stülpte, statt aus der Realität ( Erfahrung) heraus notwendige Schritte einzuleiten. 3. Je mehr ein theoretisches Konstrukt von noch zu schaffenden Vorrausetzungen abhängt, um so höher wird die Gefahr des Scheiterns. Das hat was mit Komplexität und der begrenzten Möglichkeiten zur Bewältigung von Komplexität zu tun. Wenn eine Vorraussetzung ein “gemeinschaftliches Bürgerbewusstsein“ sein soll, dann haben wir schon schlechte Karten. Das ist Utopie at it´s best und schwups bewegt sich das Konstrukt auf hochspekulativer Ebene. Wir könnten es spaßeshalber zunächst Testweise mit einer gesellschaftlichen Debatte probieren: Solidargemeinschaft oder Individualgesellschaft? Ich wette um eine Kiste Bier oder Sekt, hier wird man auf keinen gemeinsames Bürgerbewusstsein kommen. |
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hallo ruediger guenter
das mit dem Wirtschaftsraum sehe ich genauso. Und was den "neuen Menschen" betrifft. mein Lieblingszitat von Moliere aus der Menschenfeind: der größe Narr ist der, der sich vermißt, die Menscheit zu verändern, sie bleibt stets wie sie ist. :-)) |
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Hallo Angelia,
Ich glaube, wir sind nicht so weit auseinander. Richtig, ein bedingunsloses Grundeinkommen ist nur möglich, wenn es von der Gesellschaft als solidarisches Gemeinschaftsprojekt begriffen wird. Das wird wohl noch eine Zeit brauchen. Dein Hinweis, dass internationale Konzerne abwandern, weil die Löhne zu hoch werden könnten, würde so gut wie jedes Reformprojekt aussichtslos erscheinen lassen, ließe man sich darauf ein. Die Lohnkosten spielen nicht mehr die Rolle. Viele Abgewanderte kehren zurück, weil die Infrastruktur und immer noch die Ausbildung der Fachkräfte wichtiger sind, als niedrige Löhne in Südostasien oder Rumänien. Eine zufrieden Gesellschaft ist viel produktiver und kreativer – solche Faktoren gewinnen meines Erachtens immer mehr an Gewicht. Softwarekonzerne z.B. bieten ihren Mitarbeitern jeglichen Komfort, weil sie wissen, dass nur so ein Innovationsoutput zu erreichen ist. Ich hoffe, nicht nur wegen des Sekts, dass du deine Wette verlieren wirst, falls es zu so einer kommen sollte. Ich bin da zuversichtlicher – schon deshalb, weil nach meinem Empfinden eine wirklich demokratische Solidargemeinschaft die evolutionsgerechte Alternative zum kläglich gescheiterten neoliberalen Experiment ist. Solidargemeinschaft oder Individualgesellschaft? Ein großes Thema. |
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My 2c dazu waren dann doch einen ganzen Blogbeitrag lang: www.freitag.de/community/blogs/schwarzbart/niemand-erwartet-die-spanische-inquisition--
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Arbeit 2.0 (nichts ist so, wie es scheint)
Bevor wir von einem bedingungslosen Grundeinkommen sprechen, ist meiner Ansicht nach zuerst ein Bewusstseinswandel auf allen Ebenen der Gesellschaft nötig. Und dafür müssen wir die Fakten kennen. Mein neuer Blogeintrag kann vieleicht dabei helfen ;-) |
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@HoppelPoppel
Wie Du richtigerweise schreibst, ist das Bedürfnis nach "Anerkennung" egoistisch motiviert. Dies kann auch nicht anders sein, denn "Anerkennung" ist ja immer auf jemanden "Selbst" bezogen. Wenn man wollte, könnte man dies auch als Zwangslage aus einem Grundbedürfnis nach Anerkennung heraus interpretieren. Ich halte dies für einen fruchtbareren Ansatz. Dies macht vor allem Sinn, wenn man bedenkt, dass ein häufiges Problem von Arbeitslosen nicht die materiellen Einbusen sind sondern der Verlust an Sinn, Bedeutung, letztlich "Anerkennung". Ein Ansetzten an diesen Bedürfnissen, scheint mir sinniger als an den physischen Existenzgrundlagen (so habe ich zumindest MH's "Zwang" verstanden). Um der Vermutung eines naiven Weltbildes auf meiner Seite vorzubeugen, ich vertrete diese Meinung wohlwissend, dass sogar Altruismus sich berechnen lässt. de.wikipedia.org/wiki/Verwandtenselektion |
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Na ich,
"(...) deren Motor ist gewiss nicht Zwang, sondern eher Altruismus und Anerkennung(..)" Das mit dem Altruismus würde ich nicht sagen, den gibt es nicht, jedes Handeln ist egoistisch motiviert. Auch Mitgefühl ist eine Art kluger Egoismus, so nennen Buddisten diese Motivation. Egal ob Anerkennung, Mitgefühl, Mitleid, Langeweile als Motivation dienen, wirklich egal, am Lohn "auch etwas für sich" getan zu haben kann mMn nichts Verkehrtes sein. Jedoch sehe ich das Ehrenamt als eine Art Engagement über die berufliche Tätigkeit hinaus, die MH mit Kreativität anspricht. Und hier, lieber MH, bin ich auch anderer Meinung. Ohne das ich es belegen könnte, s ist son Gefühl (ja ja), dass viele Menschen viel kreativer sind, wenn sie keine Existensängste plagen. Mein Studium zB macht mir keinen Spaß, es entspricht nicht meinen Fähigkeiten und quält mich. Aber es ist ein "vernünftiges" Studium, nicht so brotlos wie meine Hobbies. Ich weiß nichts Empirisches dazu vorzutragen, interessieren würde es mich sehr, aber ich kam vom schließen von mir auf andere und umgekehrt zum Schluß, dass ich vermutlich viel mehr zum Gemeinwohl beitragen könnte, würde ich etwas tun, was mich fesselt und treibt. |
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das sind wir grundsätzlich nicht verschiedener meinung. ich schrieb daher weiter oben auch, dass ichs knapp bemessen würde, aber ausreichend für die teilhabe an der gesellschaft. da muss man dann mE keine existenzangst haben.
mfg mh |
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na ich bezog ich mehr auf den Motor, den Du ansprachst.
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@HoppelPoppel,
mein letzter Kommentar ist leider eine Etage höher gelandet, bei THX1138. |
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schrieb am
14.01.2010 um 19:37
I have a dream …..
Eines Tages - in wahrscheinlich nicht zu weiter Zukunft - werden wir uns bewusst werden, dass wir auf einem Raumschiff mit begrenzten Ressourcen durch den Weltraum rasen. Schon jetzt erfordert der Anstieg der Weltbevölkerung und das Wachstum der Industriegesellschaften die Bewirtschaftung der letzten Ressourcen (auch des Wassers und der Luft). Evolutionäre Weiterentwicklungen erschafft die Natur durch Anpassung, Auslese und – last, not least – durch Kooperation und ... wir sind und bleiben ein Teil der Natur. Wenn die Not groß genug ist, wird eine grundlegende Änderung des Wirtschaftsystems unumgänglich sein. Der Egoismus der Einzelnen, der Egoismus der betriebswirtschaftlichen Einheiten und der Egoismus der einzelnen Volkswirtschaften werden die anstehenden Umwälzungen nicht bewältigen. Kriege und Terrorismus könnten uns zurück in die Steinzeit befördern. Aber es gibt immer eine Alternative. Sie liegt in der Kooperation. Die Ziele müssen Freiheit, ausreichende Lebensmittel, Bildung und Fortschritt für alle sein. Der zu erschließende Ozean des Wissens ist so groß und spannend, dass der Fortschritt durch Forschung und Wissenschaft - auf allen Gebieten - auch alle Probleme lösen kann. Eine Einigung auf Kooperation aller ist erforderlich. Die Basis einer neuen Weltordnung ist und bleibt der freie Mensch und das erfordert ein weltweites Grundeinkommen. Das Streben nach Bildung und Wissen ersetzt dann das Streben nach Geld und Besitz. Lassen wir jeden nach seinen Möglichkeiten daran mitarbeiten und nach seiner Fasson selig werden. ... I have a dream. |
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Amen.
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schrieb am
15.01.2010 um 17:52
Hi quarktasche!
Leben wir vielleicht wirklich in der bestmöglichen aller Welten ? Oder ist alles bloß Satyre ? |
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Leben wir vielleicht wirklich in der bestmöglichen aller Welten?
Sicher nicht, besser geht immer. Satire? Wie meinen? |
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schrieb am
16.01.2010 um 10:29
"Besser geht immer". Hier haben Sie selbstverstädlich recht. In der Wirtschaft heißt das: "kontinuierlicher Verbesserungsprozeß."
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Liebe quarktasche,
vielen Dank für Dein aufrüttelndes Engagement in das Thema "Arbeit" ,das mich zu folgendem Freitag Blog Beitrag angeregt: www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/arbeit-rechtlich-unbestimmte-transfergesellschaft-des-paradieses Arbeit, eine rechtlich unbestimmte Transfergesellschaft des Paradieses?, um die Menschheit bestimmt im Schweise ihres Angesichts für den Verlust der aktienrechtlichen Teilhabe am Universum durch den Gotteskonzern mit beschränkter Haftung (GmbH) namens "Paradies" durch das Angebot von täglicher Arbeit in freier Natur wie geschlossenen Räume per Abfindung durch Lohn, Gehalt/monatlich auskömmlich zu entschädigen. tschüss JP |
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siehe dazu auch meinen Blog Beitrag:
www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/bedingungsloses-grundeinkommen-be-der-groebere-bruder-von-hartz-iv tschüss JP |
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Ein anderer Vorschlag: jeder auf dem freien Arbeitsmarkt nicht vermittelbare Bürger ab 18 Jahren erhält eine Anstellung beim Staat, die seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten entspricht.
Dann hätte z. Bsp. eine alleinerziehende Mutter Anspruch - wie alle im öffentlichen Dienst jetzt schon - auf Teilzeit mit sehr flexiblen Arbeitszeiten und anständiger Bezahlung. Natürlich kann auch gefordert werden: Fortbildung und Umschulungen, auch ein Wohnortwechsel kann notwendig werden. Das würde aus meiner Sicht zwei positive Effekte zeitigen: 1. hätten alle Menschen wieder Hoffnung auf aktive Teilhabe, würden produktiv und 2. würde der öffentliche Dienst eine deutliche Auffrischung erfahren, wäre ein Abbild der Gesellschaft Der Staat müsste auch einen Pool an Fachleuten vorhalten, aus dem sich Unternehmen bei Bedarf Mitarbeiter "ausleihen" können - die Nachfrage ist auf jeden Fall gegeben. Viele Überstunden werden doch nur deshalb geschoben, weil Unternehmen nicht so kurzfristig Personal einstellen und qualifizieren können wie sie die Leute benötigen. Es würde dadurch auch klar werden: die Bürger sitzen alle im gleichen Boot. Über die Steuern und Sozialabgaben, Länderfinanzausgleich etc. tun sie es ja indirekt sowieso. |
Ausgabe 11/10
18.03.2010
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