quarktasche

Kopf hoch, Blick nach Links

30.06.2010 | 10:29

Junta in Honduras ein Jahr an der Macht

Es lebe der Widerstand des honduranischen VolkesVor einem Jahr wurde der demokratisch gewählte Präsident von Honduras Zelaya im Morgengrauen von Militärs aus dem Bett geholt und außer Landes verfrachtet. Hinter dem Putsch stand die Oligarchie des mittelamerikanischen Landes, eine kleine, aber immens reiche Oberschicht, die von Armutslöhnen und einer extrem ungerechten Landverteilung profitiert. Diese sah durch die vom Präsidenten vorangetriebene Demokratisierung und die Verbesserung von sozialen Standards ihre Privilegien gefährdet. Eine Abstimmung über eine verfassunggebende Versammlung wurde verhindert. Der Putsch wird von FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung verteidigt, zur „liberalen“ Parteienfamilie gehört auch die Partei des nach dem Putsch installierten „Übergangspräsidenten“ Roberto Micheletti, der kurz darauf zum Vizepräsidenten der Liberalen Internationale ernannt wurde, der auch die Partei unseres Außenministers Westerwelle angehört. Auch ein Jahr nach der Absetzung der letzten demokratisch gewählten Regierung ist keine Normalität eingekehrt. Seit der gewaltsamen Machtübernahme sind 4.900 Menschenrechtsverletzungen und 61 politische Morde durch das diktatorische Regime gezählt worden. Die gezielte Ermordung oppositioneller Kräfte durch (para-)militärische Gruppen hat nach einer pseudo-demokratischen Wahl genauso wenig aufgehört wie der Widerstand der Volksbewegung gegen die herrschende Marionetten-Regierung sowie der Kampf für eine neue Verfassung der Republik Honduras. Bis heute ist niemand für die Verbrechen zur Verantwortung gezogen worden. In den Massenmedien ist Honduras kein Thema mehr, genau wie die Rolle der BRD-Eliten ebenso wie die Rolle der herrschenden Parteien CDU und FDP sowie die Rolle des hinter ihnen stehenden Kapitals auf EU- und internationaler Ebene zu keinem Zeitpunkt thematisiert wurde, für die Menschen in Honduras aber ist die von unserer Regierung schweigend, wenn nicht billigend, akzeptierte Militärdiktatur Realität.

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