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Man kann den Hartz-IV-Regelsatz um 5€ erhöhen oder auf 500€ oder auf 123€ senken, das ändert nichts. Materiell gesehen natürlich schon, von 123€ kann in Deutschland kein Mensch leben, von den jetzigen 364€ auch nicht gut, 500€ ist wirklich das aller mindeste. Aber all das führt nicht weit genug, solange die Betroffenen durch den Erhalt einer Sozialleistung anders behandelt werden als der Rest der Gesellschaft, solange bleiben sie Opfer von Ausgrenzung, leiden unter der Stigmatisierung als "Sozialschmarotzer" und was den Sarrazins, Sloterdijks, Westerwelles und anderen Amateurphilosophen und -politikern sonst noch an Stammtischparolen einfällt. Allein die Tatsache, dass jemand Hartz-IV empfängt stellt eine Ungleichbehandlung dar, ganz zu Schweigen von den Dingen die Hartz-IV-Empfänger offenlegen müssen. Diese Ungleichbehandlung ermöglicht erst die gesellschaftliche Ausgrenzung und das gegeninander Ausspielen von Geringverdienern und Hartz-IV-Empfängern. Die Menschenwürde der Betroffenen kann so nicht garantiert werden, diese Situation verstößt damit gegen das Grundgesetz:
Art 1, Abs 1 GG
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Um diesen Missstand zu beheben, muss ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt werden. Das führt nicht nur dazu, dass die Ungleichbehandlung ein Ende hat und so die pauschale Abstempelung der nicht gerade kleinen Gruppe der Hartz-IV-Empfänger nicht mehr möglich ist. Es gibt außerdem den Arbeitnehmern eine bessere Verhandlungsposition, wenn es um Löhne und Arbeitsbedingungen geht. Es ermöglicht jedem eine uneingeschränkte gesellschaftliche und politische Teilhabe und macht soziales Engagement und andere nicht entlohnte Arbeit möglich, sei es künstlerische, das Aufziehen der eigenen Kinder oder schlicht die persönliche Weiterbildung. Aber am wichtigsten: Es ermöglicht die Unabhängigkeit von der Lohnarbeit, von der es dank des starken Anstiegs der Produktivität längst nicht mehr genug für alle gibt. Man kann nämlich nicht auf Dauer des Überleben von etwas abhängig machen von dem es nicht genug gibt, immerhin ist das Recht auf Leben teil der Menschenrechte. Es ist also nicht rechtens Menschen ihre Lebensgrundlage zu entziehen, was, meine ich, bedeutet das die Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger, mit denen ihr Regelsatz zu 100% gekürzt werden kann Menschenrechtswidrig sind, da sie Menschen das Recht auf Leben quasi abspricht. Erst das bedingungslose Grundeinkommen kann die Menschenwürde garantieren und eine freie, emanzipierte Gesellschaft ermöglichen.
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Bedingungsloses Grundeinkommen ist unbedingt ok. Dazu noch drastische Arbeitszeitverkürzung, Mindestlohn und Maximaleinkommen und ein gerechter – von den Betroffenen bestimmter – Unternehmensgewinnverteilungsschlüssel. Damit wäre schon einiges gewonnen. Das gehört auf einen millionenfach unterstützten Auftragszettel an Regierung und Opposition. Eine wirklichkeitsbezogene für jeden vorstellbare und machbare Vision eines schöneren gesellschaftlichen Lebens muss her. Das Grundeinkommen wäre ein Modul. Das erfordert allerdings gemeinschaftliches Denken, zu dem leider sehr viele Bürger – auch Linke – noch nicht bereit sind. Aber die Aufklärung läuft – auch dank dir Quarktasche.;-)
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schrieb am
10.10.2010 um 08:22
@Fro und alle Träumer und Poeten
Bedingungsloses Grundeinkommen ist unbedingt ok. Dazu noch drastische Arbeitszeitverkürzung, Mindestlohn und Maximaleinkommen und ein gerechter – von den Betroffenen bestimmter – Unternehmensgewinnverteilungsschlüssel. Damit wäre schon einiges gewonnen. Das gehört auf einen millionenfach unterstützten Auftragszettel an Regierung und Opposition. ----------------------------------------------------------------------- Und was passiert, wenn durch das "bedingungslose Grundeinkommen" und die "drastische Arbeitszeitverkürzung" der Betrieb Verluste einfährt? Muß dann der Steuerzahler einspringen und dadurch den Beschäftigten gesunder Betriebe das Einkommen geschmälert werden? Oder wird dann den Beschäftigten gemäß "Unternehmensgewinnverteilungsschlüssels" deren Einkommen wieder abgenommen. Wer soll bei Insolvenzen die Gläubiger bezahlen? Hinter den Gläubigern stehen auch häufig die Einkommen von Beschäftigten anderer Betriebe! Sollen wie oben erwähnt, wieder die Beschäftigten anderer Betriebe dafür einspringen? Träumen Sie ruhig weiter! Zusammen mit ca. 80 % weiteren FClern. Mein Gott, Sozen und Betriebsführung/Wirtschaftspolitik! Ich schlage für zukünftige Wahlen den folgenden Slogan vor: Armut für alle! .....darum SPD/SED! ;-) |
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schrieb am
10.10.2010 um 11:45
@Spatzenschreck:
SPD/Grün/FDP/CDU/CSU = Reichtum für eine kleine, extreme Minderheit durch Armut für immer mehr Menschen >>Wer soll bei Insolvenzen die Gläubiger bezahlen?<< Die Beschäftigten des Insolvenzbetriebes, denn die üben laut Insolvenzrecht Totalverzicht. Beide Aussagen beruhen nicht auf Spekulationen, sondern auf Praxiserfahrungen aus den vergangenen 30 Jahren BRD, die ihnen offenbar fehlen, lieber Spatzenschreck... |
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schrieb am
10.10.2010 um 12:53
@claudia
Die Beschäftigten des Insolvenzbetriebes, denn die üben laut Insolvenzrecht Totalverzicht. Beide Aussagen beruhen nicht auf Spekulationen, sondern auf Praxiserfahrungen aus den vergangenen 30 Jahren BRD, die ihnen offenbar fehlen, lieber Spatzenschreck... ------------------------------------------------------------------ Im Insolvenzrecht gibt es eine geregelte Reihenfolge für die Bezahlung der Gläubiger. Diese Reihenfolge ist übrigens für die betroffenen Arbeitnehmer verbessert worden. Wenn aber keine Insolvenzmasse mehr da ist, dann schauen alle in die Röhre, auch die vorrangen Gläubiger. Deine Erfahrung betrifft offensichtlich solche Fälle. |
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schrieb am
10.10.2010 um 13:47
Meine Erfahrung beruht auf der Prioritätenreihenfolge im Insolvenzrecht, in der "Arbeitnehmerforderungen" an letzter Stelle stehen.
Die Erfahrung mit Arbeitslosigkeit als Lohndruckinstrument beruht darauf, dass ich seit 61 Jahren in der BRD lebe und die ökonomische Entwicklung erlebt habe. |
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schrieb am
10.10.2010 um 14:40
@claudia
Meine Erfahrung beruht auf der Prioritätenreihenfolge im Insolvenzrecht, in der "Arbeitnehmerforderungen" an letzter Stelle stehen ---------------------------------------------------------- Deinen Erfahrungen möchte ich nicht widersprechen. Ich kenne sie nicht. Es ist aber nicht richtig, daß die "Arbeitnehmerforderungen" an letzter Stelle bei Insolvenzen stehen. Es ist so, daß zunächst die Insolvenzmasse festgelegt wird. Die festgelegte Insolvenzmasse wird dann per Rangfolge aufgeteilt. Da sind die Arbeitnehmerfolgen nicht an letzter Stelle. Hier die links, wo Du das nachlesen kannst: www.insolvenzrecht.de/startseite/ books.google.de/books?id=AE5Ivr1_dM4C&pg=PA129&lpg=PA129&dq=rangfolge+arbeitnehmer+insolvenz&source=bl&ots=I5bzEq5-g1&sig=qqoJF3qnxRzIa85t-HdmGucN3V0&hl=de&ei=-66xTO_xOMWDOuL9jJcG&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CBsQ6AEwAQ#v=onepage&q&f=false Im Übrigen siehst Du ja selber, wovon wir nunmehr schreiben. Es gibt sie nun einmal, die harten Realitäten in der freien Marktwirtschaft mit Insovenzen etc.. Diese Realitäten machen Deinen Wunsch nach einem bedingungslosen Grundeinkommen mit drastischer Arbeitszeitverkürzung, einem Mindestlohn und Maximaleinkommen sowie den Unternehmensgewinnverteilungsschlüssel unmöglich. Wenn man das so gestalten würde, hätte man Planwirtschaft wie im Kommunismus. Dann hätten alle weniger, weil die Planwirtschaft kontraproduktiv ist, wie sich immer wieder auf der ganzen Welt zeigt und bereits gezeigt hatte. Die freie Marktwirtschaft fördert die Risikobereitschaft und Innovation mit dem Ergebnis einer höheren Wertschöpfung, von der alle profitieren können. Die Aufteilung der gewonnenen Wertschöpfung ist vorangig die Aufgabe der Tarifpartner. O.K., O.K., ich weiß, wie schwierig das Verständnis dazu für Kommunistenherzen, Marxisten und anderen Versagern ist. ;-) |
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schrieb am
11.10.2010 um 13:05
Wenn der Insolvenzverwalter "Masseunzulänglichkeit" erklärt, so bedeutet das nicht, dass keine Masse vorhanden ist, sondern dass die Masse unterhalb der Forderungssumme liegt. In diesen Falle greift eine "Prioritätenliste".
Alle durch die IG BCE am Insolvenzgericht Vertretenen haben eine Bestätigung ihrer Forderung erhalten, gleichzeitig aber die Mitteilung des Insolvengerihctes, dass die Arbeitnehmerforderungen aufgrund der Masseunzulänglichkeit wahrscheinlich nicht berücksichtigt werden können. --- Im Übrigen halte ich ein "BGE" nicht für für die Lösung aller Probleme. Manche mit viel Propaganda ins Volk posaunten Vorschläge, wie z.B. der von Götz Werner, würden zu einem bösen Erwachen führen, wenn sie umgesetzt würden. Der Herr Werner würde sich dann ins Fäustchen lachen: Sein Hocheinkommen wäre fortan völlig steuerfrei und die Habenichtse plagen sich mit 50 % MWST herum. G. Werner würde dann sagen: "Ihr habt es so gewollt!". |
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"Manche mit viel Propaganda ins Volk posaunten Vorschläge, wie z.B. der von Götz Werner, würden zu einem bösen Erwachen führen, wenn sie umgesetzt würden."
Und gerade deshalb lohnt es sich über die konkrete Ausgestaltung des BGE zu diskutieren. Was ich an dieser Stelle für sinnvoller halte als eine Insolvenzrechtsdiskussion, die sicher interessant ist, das Thema BGE jedoch nur peripher tangiert. |
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>>Es ermöglicht die Unabhängigkeit von der Lohnarbeit,<<
Das GE ist niemals von der Lohnarbeit unabhängig, denn die soll es ja finanzieren. Am deutlichsten kommt das bei Götz Werner heraus: GE mehrwertsteuerfinanziert, Vermögens- Einkommens- Körperschaftssteuern werden abgeschafft. Wegen der Abhängigkeit des GE von der kaufkraftmindernden MWST bliebe die Kaufkraft eines GE völlig unabhängig von der Höhe unter dem Hartz-Satz und die Heerscharen verzweifelter Sucher nach Zusatzeinkommen wachsen werden. Eine Art perpetuum mobile für Produktionsmittelbesitzer. >>...von der es dank des starken Anstiegs der Produktivität längst nicht mehr genug für alle gibt.<< Das ist natürlich nicht so, liebe Quarktasche: Die Arbeitsproduktivität steigt, seit Menschen Werkzeuge benützen. Also vom ersten Steinmesser bis hin zu programmgesteuerten maschinellen Abläufen. Ob Produktuktivitätssteigerung so eingesetzt wird, dass alle Menschen ihre Produkte mit weniger Mühe erstellen können oder so, dass immer weniger Menschen mit hoch bleibender Mühe und immer mehr Menschen ohne die Produkte dasitzen: Das ist eine willkürliche Entscheidung und keineswegs Naturgesetz. Die Herstellung von Arbeitslosigkeit folgt keiner volkswirtschaftichen Vernunft, in diesem Sinne wäre sie kontraproduktiv, weil binnenmarktschädlich. Arbeitslosigkeit ist ein rein betriebswirtschaftliches Produkt und dient ausschliesslich der Erhöhung von Privatprofiten durch Vorhaltung einer "Arbeitskraft-Reservearmee". Die uns glauben machen wollen, seit 30 Jahren müssten Produktionssteigerungen gesetzmässig mit ungleicher Verteilung der Mühe verbunden werden sind genau diejenigen, die von der verzweifelten Einkommensuche der Gefeuerten permanente Profitsteigerung erwarten. Denn wenn ein wachsender Bevölkerungsanteil nicht mehr auf einem Arbeitsmarkt agiert und in gewerkschaftlicher Tarifgestaltung Einkommen generieren kann: Dann wird dieser Teil gegen diejenigen eingesetzt, die es theoretisch noch könnten. Transferleistungen aus Steuergeld sind nie bedingungslos: Götz Werner z.B. koppelt daran die Bedingung, dass sein Einkommen steuerfrei bleibt. Es wäre auch zu erwarten, dass ein von den derzeitigen Lobbyisten verwaltetes GE nach der nächsten Bankenrettung drastisch abgesenkt wird, weil eben das Geld weg ist. („Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt” ist beliebig wiederholbar.) Je abhängiger wir uns vom kapitalistischen Staat machen, um so heftiger wird er mit uns Schlitten fahren. Müheloses Einkommen wird in kapitalistischen Gesellschaften ausschliesslich durch Besitz gerechtfertigt. Wer nicht genügend besitzt, muss auf jeden Fall „verdienen”. Wie der sinkende "Gesamtverdienst" zu verteilen ist, das ist Aufgabe des idellen Gesamtkapitalisten, genannt Staat. Mit einem irgendwie von irgendwem gestalteten „Grundeinkommen” sind Menschen nicht automatisch unabhängig, denn wenn das GE vom kapitalistischen Staat verwaltet wird, dann wird es auch im Interesse der Kapitalverwertung eingesetzt werden. Genau wie die Agentur für Armut dem Wachstum des Privatreichtums dient und nicht den Arbeitssuchenden. Weil ich es nicht für zielführend halte alle paar Wochen das Thema BGE wieder von Punkt null an zu diskutieren, habe ich mal ein paar bereits gelaufene Diskussionen verlinkt. Viel Spass beim Lesen: www.freitag.de/wochenthema/1038-die-zeit-der-dunkelm-nner?searchterm=Dunkelm%C3%A4nner www.freitag.de/community/blogs/freiheitsliebender/das-bedingungslose-grundeinkommen-und-ein-wuerdevolles-leben-/?searchterm=Grundeinkommen%2A www.freitag.de/community/blogs/angelia/das-bedingungslose-grundeinkommen--oder/?searchterm=Grundeinkommen%2A Wir können mit der Diskussion weiter machen, wo wir im Sommer aufgehört haben. Den ständigen Appellen: „Wollt ein einfach ein irgendwie „bedingungloses Grundeinkommen”, denkt nicht über dessen Gestaltung nach, sondern überlasst Gestaltung und Verwaltung vertrauensvoll jenen, die Euch schon immer verarscht haben”: Dem sollten schon wir schon unseren eigenen Grips entgegen setzen... |
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Ja, ich gebe dir recht, wir müssen natürlich über die Gestaltung nachdenken. Ich bin mir da nicht sicher ob das Modell von Götz Werner das beste ist. Vielleicht gerade nicht, so wie du das beschreibst.
Zur Arbeitsproduktivität, die, wie du sagst, seit Menschen Werkzeuge benutzen gestiegen ist. Sollte man diese Produktivitätssteigerung nicht dazu verwenden weniger zu Arbeiten anstatt immer mehr zu produzieren und uns über die gewonnene Zeit freuen anstatt uns zu beklagen, dass wir entweder zu viel Arbeit oder zu wenig Geld haben? Deshalb sollte es finde ich auch das BGE geben um das zu ermöglichen, indem das Einkommen unabhängiger von der Lohnarbeit wird, von der wir eigentlich nicht mehr so viel brauchen. "Ob Produktuktivitätssteigerung so eingesetzt wird, dass alle Menschen ihre Produkte mit weniger Mühe erstellen können oder so, dass immer weniger Menschen mit hoch bleibender Mühe und immer mehr Menschen ohne die Produkte dasitzen: Das ist eine willkürliche Entscheidung und keineswegs Naturgesetz." Ja genau, dann entscheiden wir uns doch für ersteres! |
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schrieb am
10.10.2010 um 17:56
>>"Ob Produktuktivitätssteigerung so eingesetzt wird, dass alle Menschen ihre Produkte mit weniger Mühe erstellen können oder so, dass immer weniger Menschen mit hoch bleibender Mühe und immer mehr Menschen ohne die Produkte dasitzen: Das ist eine willkürliche Entscheidung und keineswegs Naturgesetz." Ja genau, dann entscheiden wir uns doch für ersteres!<<
Sobald wir demokratisch über die Produktionsmittel verfügen, werden wir das zweifellos tun. Um dahin zu kommen, brauchen wir ein bisschen Grips, und den Mut, unsere Angelegenheiten selber in die Hand zu nehmen. Das GG (Art. 14/15) haben wir auf unserer Seite, wir müssen uns nur trauen, es anzuwenden. Eine Überführung der Produktionsmittel in Gemeineigentum, z.B. eine Kooperativwirtschaft wie in Mondragon, würde erstmals seit Bestehen der BRD dazu führen, dass Eigentum dem Wohle der Allgemeinheit dient. |
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Meine Rede, das gehört ganz klar zu den nötigen Veränderungen dazu.
Wir müssen weg vom Raubtier-Kapitalismus, Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild ist ganz klar nicht die Alternative. Aber das demokratische Verfügen über die Produktionsmittel gehört dazu, als Genossenschaft oder Ähnliches. Eine genossenschaftlich organisierte Wirtschaft kann man mir sehr gut vorstellen, ohne das irgendjemand dabei Angst vor einem totalitären Kommunismus haben müsste. |
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schrieb am
11.10.2010 um 09:27
@quarktasche
Aber das demokratische Verfügen über die Produktionsmittel gehört dazu, als Genossenschaft oder Ähnliches. ------------------------------------------------------------ Wie soll das gehen? 1. Mit Enteignung? oder 2. Mit der Gründung neuer Firmen (Genossenschaften, etc.)? Zu. 1. wäre es das russische Vorbild, zu 2. wird in der freien Marktwirtschaft niemand daran gehindert! ;-) Dann mal los! :-) |
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Beides?
Art 15 Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden. Für die Entschädigung gilt Artikel 14 Abs. 3 Satz 3 und 4 entsprechend. |
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schrieb am
11.10.2010 um 12:27
Wenn man die bislang angerichteten volkswirtschaftlichen Schäden auf eine Entschädigung anrechnen würde, dann wäre es ein Gnadenakt, wenn pro Aktie 1 Cent bezahlt würde.
Was ja Härtefallregelungen nicht ausschliesst... |
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schrieb am
11.10.2010 um 18:02
@quarktasche schrieb am 11.10.2010 um 10:21
Beides? Für die Entschädigung gilt Artikel 14 Abs. 3 Satz 3 und 4 entsprechend. -------------------------------------------------------------- Was wäre denn Ihrer Ansicht nach mit einer Enteignung und nachgeschalteter Entschädigung der bisherigen Besitzer für die meisten Betriebe gewonnen? Wer heute an Produktionsmitteln teilhaben möchte, kann dieses übrigens schon heute sofort mit Aktienkäufe tun. Falls daran Interesse bestände, die Aktien von AG's vollständig in Belegschaftsaktien zu verwandeln, könnte rein theoretisch schon heute eine Verrechnung mit dem Einkommen der Beschäftigten erfolgen. Das ist in "meiner" Fa. auch tlw. erfolgt. Ich habe selber div. Aktien auf diesem Wege erhalten und noch weitere dazu gekauft. Ich kann Ihnen deshalb auch versichern, dass es nicht soviel Umverteilungsspielräume in großen Industriebetrieben gibt, wie sich das kommunistische Herz so gerne davon verspricht. Schlimmer noch, es muß befürchtet werden, dass ihn einem Betrieb ausschließlich mit Belegschaftsaktien als Kapitalstock, dann schwächer im Managen von Wertschöpfungsketten wäre, als mit gestreuten Aktien in den Händen von Kleinaktionären, der Belegschaft und von profitorientierten Anlegern. Deshalb, weil ein Betrieb ausschließlich mit Belegschaftsaktien beispielweise wegen des vermeintlich besseren Weges eines Kündigungsschutzes (aber auch wegen anderer Gründe) im Krisenfall ganz schnell Pleite gewirtschaftet wäre. Da ich selber sowohl Arbeitnehmer als auch (Klein-) Aktionär meiner Fa. bin, kann ich Ihnen auch versichern, dass die Dividenden im Verhältnis zum eingesetzten Kapital nicht besonders lukrativ sind und zudem mit Risiken behaftet sind (z.B. durch eine Pleite). Am Beispiel meiner Firma müßten die Aktien auf ca. 400.000 Beschäftigte in meiner Firma verteilt werden. Danach müßten natürlich diese 400.000 Belegschaftsaktionäre entscheiden, wie sie mit ihrem Kapital dann Wertschöpfungsketten managen. Wenn ich hier häufig die verschwurbelten linken Forderungen zu einer besseren und gerechteren Gesellschaft so durchlese, hätte ich doch Angst und Bange um den Besitzstand der Belegschaftsaktionäre! ;-) Wo hat den schon einmal ein linkes Gesellschaftssystem mit einer angeblich gerechteren Umverteilung der Wertschöpfung besser als im derzeitigen System in Deutschland gegriffen? Die Gefahr, das mit Ihrer Philosophie der erwirtschaftete Kuchen kleiner als der heutige wird, ist m. E. ganz klar zu groß. Alle hätten dann weniger! Das ist auch grob gesagt/geschrieben, der Unterschied zwischen kommunistischer Plan- und freier Marktwirtschaft! ;-) |
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Schon mal was vom Allmende Problem gehört?
Das Meer gehört uns allen - auh fein dann können wir ja alle kräftig hinlangen. Den Rest erledigt die TEAM-Arbeit ... toll ein anderer machts. |
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Der real existierende Sozialismus hat nicht funktioniert, klar, aber ich strebe auch keine kommunistische Planwirtschaft an. Bitte lassen sie diese pauschale Einordnen von Diskussionspartnern in die Schublade Kommunist, was für sie ja ein Schimpfwort zu sein scheint. Nur weil sie Sozenerschrockener Angst vor der roten Gefahr haben sind nicht alle, die anderer Meinung sind als sie Kommunisten. Wenn sie schon mit solchen Labeln um sich schmeißen fällt es mir schwer die Dinge zu diskutieren, zumal sie ja von vornherein nicht bereit sind über alternativen zum jetzigen System nachzudenken. Ich höre mir gerne ihre bedenken an, wenn sie diese hier sachlich vortragen ohne Andersdenkende als "Marxisten und anderen Versager" oder "verdrehte Linksfuzzies" zu bezeichnen. Und sie sollten mir auch nicht einfach irgendeine Philosophie unterjubeln. Ich bin lediglich offen dafür alternative Eigentumsformen zu diskutieren.
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schrieb am
11.10.2010 um 19:53
@quarktasche
Ich bin lediglich offen dafür alternative Eigentumsformen zu diskutieren. @Ernst Das Meer gehört uns allen - auh fein dann können wir ja alle kräftig hinlangen. ------------------------------------------------------------ Liebe Quarktasche, es tut mir leid, dass Sie sich auf den Schlips getreten fühlen! Ich selber bin auch gerne bereit, über alternative Eigentumsformen zu diskutieren. Dazu hatte ich ja auch in meinen Kommentaren wiederholt aufgerufen. Den Kommentar von @Ernst finde ich treffend. Am Beispiel Chinas kann man nämlich sehen, dass es für die Mehrzahl der Bevölkerung eigentlich keinen großen Unterschied macht, ob der Besitz und die Verwendung von Produktionsmitteln kommunistisch oder so wie bei uns geregelt wird. Die Kommunisten in China setzen ihre Produktionsmittel neuerdings ebenfalls nach marktwirtschaftlichen Regel ein und sind damit wesentlich erfolgreicher, als ihre planwirtschaftlich orientierten Vorgänger. Aber glauben Sie., Herr @Quarktasche, dass z. B. der Kündigungsschutz oder die Verteilung der Wertschöpfung viel anders als bei uns abläuft? Viel mehr liegt offensichtlich für die Beschäftigten mit der von Ihnen errreichten Wertschöpfung nicht drin, egal, unter welchem System. Die Hauptsache scheint zu sein, dass die Konkurrenz von Firmen nach marktwirtschgaftlichen Regeln erfolgt. Dann wird der Kuchen größer, als mit einer Planwirtschaft und dann haben alle mehr davon! :-) |
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Nu man friedlich, quarktasche. Schubladen reißen Sie hier auf. Dichten Sie mir nicht irgendwelche von Ihnen erfundenen Beschimpfungen an, sonst werde ich mal deutlich, was Sie sind.
Es geht um Privateigentum versus Gemeineigentum. Dazu gehört, wie das Gemeineigentum von einer Gemeinschaft verwaltet wird. Denken Sie einmal darüber nach, bevor Sie hier lospoltern. |
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schrieb am
11.10.2010 um 20:22
Hallo Herr@Ernst, Herr @Quarktasche meint vermutlich mit den "Beschimpfungen" mich.
Aber egal, ich meine, dass wir uns trotzdem hier weiter sachlich auseinandersetzen können. Ihren Kommentar: "Es geht um Privateigentum versus Gemeineigentum. Dazu gehört, wie das Gemeineigentum von einer Gemeinschaft verwaltet wird". kann ich so mittragen! |
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sozenschreck, 20:22
Gut, dann sollten wir dort weitermachen. Meine These ist, daß die Gemeinschaft einen Verwalter ernennen muß, der das Gemeineigentum im Sinne der Gemeinschaft verwaltet. Und genau da taucht der Schweinehund auf, der als Mensch verkleidet das gepfefferte Hasenragout sich einverleibt. Mich erinnert das an einen alten Film, "Die Götter müssen verrückt sein". Wer nichts hat, kann auch gern mit anderen alles teilen, was er hat. Hach! Meine Meinung ist, wir benötigen privates Eigentum. Nur dann achten wir es und sorgen dafür. Menschen sind so. |
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schrieb am
11.10.2010 um 21:13
@Ernst
Meine Meinung ist, wir benötigen privates Eigentum. Nur dann achten wir es und sorgen dafür. Menschen sind so. --------------------------------------------------------------- So ist es ! :-) Und durch diese "Sorge" kommt zum Vorteil aller viel mehr dabei heraus! Das ist der Grund dafür, dass mit "Gemeinschaftseigentum" weniger Wertschöpfung als mit privatem Eigentum erzielt wird. Weshalb soll sich jemand in einer Gesellschaft nichtskönnender/fauler sozialistischer Phrasenklopfer einbringen, ohne seinen leistungsgerechten Anteil zu erzielen? Deshalb bestreiten Sozialisten/Kommunisten auch alles, außer ihren eigenen Unterhalt! ;-) |
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@Ernst
Ich meinte tatsächlich sozenschreck, sie schrieben ja nur über Luftschlössern und Märchenstunden. @sozenschreck Ich fühle mich nicht auf den Schlips getreten, so einen besitze ich gar nicht. Ich will ja gar keine Planwirtschaft. Ich finde lediglich mehr Mitbestimmung, also die Ausweitung der Demokratie auf die Arbeitswelt richtig. Vielleicht ist es gar nicht so wichtig wem der Betrieb/das Unternehmen gehört. Ich behaupte ja nicht ich wüsste die Lösung aller Probleme. Was mir vor allem wichtig ist, ist das nicht mehr so sehr der Profit im Vordergrund steht, sondern, dass man ein gutes Produkt herstellt und das nachhaltig und sozial. |
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schrieb am
12.10.2010 um 14:36
@quarktasche
Ich fühle mich nicht auf den Schlips getreten, so einen besitze ich gar nicht. ... Ich finde lediglich mehr Mitbestimmung, also die Ausweitung der Demokratie auf die Arbeitswelt richtig. -------------------------------------------------------------- Ich besitze noch einen Schlips, trage ihn aber nur noch auf Beerdigungen! ;-) ... In "meinem Betrieb" (in dem ich noch ca. 1 Jahr als "Altersteilzeiter" beschäftigt bin) wird die Mitbestimmung vielleicht am weitesten von allen Großbetrieben die ich kenne, praktiziert. Trotzdem oder gerade deshalb ist die Firma 2 x in den letzten 40 Jahren beinahe Pleite gegegangen. Da ich während beider "Fastpleiten" im Entwicklungs- und im Produktionscontrolling beschäftigt war, weiß ich auch, was möglich ist bei der Verteilung der Wertschöpfung und was nicht. Angestrebt wurde natürlich weitgehend ein Agreement zwischen der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat, auch bei der Aufstellung von Sozialplänen im evtl. Pleitefall. Aber ich kann Ihnen auch durch Kenntnisse über viele Zulieferbetriebe versichern, dass die Luft hinsichtlich der Verteilungsspielräume für die Kapitalseigner und der Belegschaft oft sehr dünn ist. Eine Zeit lang hatte ich auch mit dem sogenannten Insolvenzmangement zu tun. D. h., "meine Fa." hat im Vorfeld ein System zur Abschätzung der Bonität von Zulieferfirmen entwickelt sowie Notfallpläne aufgestellt, wenn Firmen Pleite gingen. Wenn ich hier so in der FC immer wieder lese, was das Kommunistenherz so begehrt an Mindestlöhnen, Belegschaftsbeteiligungen am Produktivvermögen, Tariferhöhungen usw., kann ich nur vermuten, daß viele Leute davon mehr Blähun*en als Ahnung haben. Die kennen die Welt der Betriebe und der Wirtschaft mit ihren Möglichkeiten einfach zu wenig. Womit ich nicht ausschließen möchte, dass in vielen Betrieben die Mitbestimmung noch verkümmert ist. Aber, es kann mit Sicherheit nicht mehr verteilt werden, als Wertschöpfung vorhanden ist, egal in welchem Betrieb. Ein angestrebtes Management in Betrieben von Politikern oder Sozialisten/Kommunisten ist erfahrungsgemäß der sichere Weg in die Pleite bzw. in die Armut für alle. Der Verteilungskuchen würde dann sicherlich kleiner werden oder ganz wegfallen. Es ist auch so, dass viele Firmen trotz vieler dusseliger Vorgaben/Gesetzen von Politikern noch gesund sind. Dieses ist im Grunde nur dem tüchtigen Management dieser Firmen zu verdanken! ;-) |
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Was mich bei dieser ganzen Diskussion stört ist das es immer nur um Geld und mehr Geld, geht, nicht um die Schaffung von fair vergüteter Arbeitsleistung!
Die 400€uro-Jobs müssen erst einmal weg. Die sind vollkommener Quatsch. Und dann wie fast überall in Europa längst normal: ein Mindestlohn. Aber es sieht so aus als ob S21 wichtiger ist und das seit 2005 Tarifverträge ausgehöhlt werden und es offensichtlich nicht so sclimm ist wird auch nichts geschehen. Mit etwas Glück bleibt alles wie es ist. Ohne Glück wird's nur schlimmer. Warum soll nicht die Ursache der Arbeitslosigkeit beseitigt werden sondern weiter Mittel in die Illusion verpulvert werden das irgendwann, irgendwie jemand wieder einen Job findet? Es geht doch nicht immer um die verdammte Kohle! Es ist doch toll das Resultat einer eigenen Arbeit zu sehen. |
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schrieb am
10.10.2010 um 12:48
@sachichma
Was mich bei dieser ganzen Diskussion stört ist das es immer nur um Geld und mehr Geld, geht, nicht um die Schaffung von fair vergüteter Arbeitsleistung! --------------------------------------------------------- Mit Sachwerten? Bier für Brauereimitarbeiter, Kohle für Bergleute, Milch für Schweizer usw.? So wie in der Steinzeit? |
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schrieb am
10.10.2010 um 13:28
(?_?) hab ich das geschrieben? Es ist doch immer wieder erfreulich wie selbstverständlich Du Deine überwältigende Erkenntnisfähigkeit so offen zur Schau stellst. Also auch für Dich: FAIRE BEZAHLUNG!!! Hab doch niemals von TAUSCHGESCHÄFTEN geschrieben.
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"Was mich bei dieser ganzen Diskussion stört ist das es immer nur um Geld und mehr Geld, geht, nicht um die Schaffung von fair vergüteter Arbeitsleistung!"
Ja das stimmt! Ich habe ja auch geschrieben: "Es gibt außerdem den Arbeitnehmern eine bessere Verhandlungsposition, wenn es um Löhne und Arbeitsbedingungen geht." Lohnarbeit ist ja kein Selbstzweck, es macht keinen Sinn zu versuchen jeden Menschen in eine Lohnarbeit zu drängen egal wie schlecht sie bezahlt wird. Deshalb braucht es natürlich einen Mindestlohn. "Es ist doch toll das Resultat einer eigenen Arbeit zu sehen." Ja, meistens, und wenn nicht soll es zumindest fair vergütet sein und nicht zu viel Zeit beanspruchen, sodass man neben dem Job noch einer erfüllenden Tätigkeit nachgehen kann. |
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Hallo quarktasche, das größte Problem eines wirklich ausreichenden Bürgergeldes, Grundeinkommens oder was es da noch an unterschiedlichen Modellen gibt, das zentrale Problem ist die Finanzierbarkeit.
Zur ausführlichen Erörterung verweise ich auf www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/download/gutachten/jg07_iv.pdf , Kapitel V S. 170 ff. bzw. S. 222 ff Ich bin bestimmt nicht fröhlich mit dem derzeitigen ALG, mit der derzeitigen sonstigen Sozialhilfe und mit anderen Sozialtransfers. Wenn man dort überhaupt deutliche Verbesserungen anstreben möchte und könnte, dann wären geradezu umwälzende Umstrukturierungen der öffentlichen Haushalte erforderlich - mit entsprechend großen Problemen. Es ist sinnlos, die Gebetsmühlen der Reichensteuern, Vermögensteuern usw. wieder für diesen Zweck anzuwerfen. Wir reden hier über Finanzlücken in der Größe von 200 bis 300 Milliarden p.a.; so viele Vermögen und Rieseneinkommen gibt es in der BRD überhaupt, um solche Löcher zu stopfen. Bei Reformen bin ich durchaus bei Ihnen. Aber Luftschlösser helfen niemandem. Das ist hier doch keine wünsch dir was Sendung oder eine Märchenstunde für die lieben Kleinen. |
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schrieb am
10.10.2010 um 15:19
@Ernst
Wir reden hier über Finanzlücken in der Größe von 200 bis 300 Milliarden p.a.; so viele Vermögen und Rieseneinkommen gibt es in der BRD überhaupt, um solche Löcher zu stopfen. --------------------------------------------------------------- Sie meinen doch sicherlich ....in der BRD überhaupt >nicht<, um solche Löcher....?! Das trifft übrigens immer die Kommunistenherzen ziemlich hart. Die glauben immer, dass es noch erhebliche Wertschöpfungsfreiräume gibt, die nur nicht richtig verteilt werden. Dabei ist nur durch die freie Marktwirtschaft der Kuchen heute so groß, wie er ist. Mit kommunistischer Planwirtschaft wäre der zu verteilende Kuchen erheblich kleier! Darüber hatte ich hier auch einmal einen Kommentar am Beispiel der (Groß) Firma abgegeben, in der ich beschäftigt bin. Das wollen die verdrehten Linksfuzzies hier in der FC einfach nicht wahrhaben. |
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Ja pardon, das Wort "nicht" fehlte.
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Das Grundeinkommen ist eine durchaus praktikable Idee, wenn auch nur ein allererster Schritt. In Hamburg gab es dazu sehr lebhafte Veranstaltungen - siehe hier:
www.spirit-online.de/index.php/magazin/11561-grundeinkommen-ist-stark-im-gespraech |
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Ich würde nicht behaupten wollen viel über die verschiedenen Wirtschaftsvorgänge in der BRD bescheid zu wissen. Ich bin in den letzten Monaten erst dabei mich ausführlich zu informieren...aber wie wäre es einfach mal nach bestehenden Alternativen Ausschau zu halten, die zu einer sozialeren und gerechteren Wirtschaftsweiße und dadurch auch zu einer gerechteren Verteilung führen (dabei habe ich festgestellt, dass dies wohl keine Alternative für jeden Menschen sein kann - da ja viele Karriere im "herkömmlichen Sinn" machen wollen =viel Geld, Macht, Titel, hohe Position und Menschen die eventuell mit zu viel Eigenverantwortung nicht zurecht kommen.) :
Aber zu den Beispielen: --> www.best-practice-business.de/blog/?p=2831 (Ricardo Semler - Das Semco-System) www.semco.com.br/en/content.asp?content=3&contentID=567 --> Betriebe der "Solidarische Ökonomie" (meist kleinere Betriebe..bekannt dafür ist Brasilien, Italien, Frankreich) Es grüßt, Kurt! :) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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