11
]
Das Interview muss man gar nicht lesen, viel interessanter ist dieser Beitrag der NachDenkSeiten in dem Heiner Flassbeck sich mit Sloterdijks obskuren Vorstellungen auseinandersetzt und mit der Leistungsträgerlüge aufräumt.
Heiner Flassbeck hat sich, angestoßen von Äußerungen Peter Sloterdijk wie in einem gerade erschienen Interview in der Süddeutschen Zeitung („Wider die Verteufelung der Leistungsträger“), mit diesen obskuren Vorstellungen auseinandergesetzt. Unten finden Sie Flassbecks Beitrag. Ich halte Sloterdijk für einen mit Steuergeld besoldeten Ignoranten. Er beschäftigt die öffentliche Debatte mit albernen Vorstellungen („Gaben- und Spendencharakter der zivilen Steuer“) und eine sich für seriös haltende Zeitung wie die SZ bietet ihm wieder einmal Raum.
|
|
ich bin ein freund direkter informationen...
Peter Sloterdijk über Zukunft Revolution des Geistes! 03.01.2009, 14:23 www.sueddeutsche.de/kultur/332/453028/text Peter Sloterdijk Wider die Verteufelung der Leistungsträger 06.01.2010, 15:26 www.sueddeutsche.de/wirtschaft/957/499238/text/ |
|
|
mich würde ininteressieren ob sie meiner Einschätzung des Herrn Sloterdijk zustimmen oder nicht?
|
|
|
@mh120480
danke für die Links @quarktasche Ich frage mich schon, wie sie zu ihrer Einschätzung kommen. Ich unterstelle Ihnen sogar, dass sie auf die selbe Idee wie Sloterdijk bauen, wenn sie über ein bedingungsloses Grundeinkommen nachdenken: "Eine andere Möglichkeit Druck aus dem Arbeitsmarkt zu nehmen wäre das bedingungslose Grundeinkommen" www.freitag.de/community/blogs/quarktasche/arbeit-ein-knappes-gut-warum-nicht-einkommen-und-arbeit-entkoppeln Wenn Sie also ein System herbeiführen wollen, in dem Menschen nicht mehr zur Arbeit gezwungen werden, wie rechtfertigen Sie dann in diesem neuen System den Zwang Steuern zu zahlen? Ihr System des "bedingungslosen Grundeinkommen" basiert auf Freiwilligkeit. Die Freiwilligkeit sich trotzdem Arbeit zu suchen. Denn grundsätzlich könnten auch 40 Millionen Erwerbstätige zum ersten Stichtag das Grundeinkommen beantragen und sich in die Hängematte legen. Und genau unter dieser Prämisse, der Freiwilligkeit (noch eher) etwas für das Gemeinwohl zu tun, als unter Zwang, verstehe ich Sloterdijk. Und Sloterdijks Gedanke betrifft eben nicht nur die sogenannten "Leistungsträger" sondern Alle. An der Stelle setzt auch meine Kritik an Heiner Flassbecks Kommentar an. Flassbeck beschäftigt sich nur mit der einen Seite Sloterdijks' Ansatz. Nämlich der Abschaffung der Zwangssteuer und grenzt seine Betrachtung auch nur auf die Leistungsträger ein. Die sloterdijksche Konsequenz aus der Abschaffung der Zwangsbesteuerung, nämlich dass dadurch mächtige Kräfte der freiwillgen Wohltäterschaft freigesetzt würden, berücksichtigt er nur am Ende seines Beitrags, ohne den Focus zu verschieben oder zu erweitern. |
|
|
@S.Heinel: Ich denke nicht, dass sich durch das Grundeinkommen etwas an der Rechtfertigung von Steuern ändert. Vielmehr rechtfertigt das Grundeinkommen selbst die Steuern, da jeder davon profitiert und es ja ohne Steuern gar nicht ausgezahlt werden könnte.
"Die sloterdijksche Konsequenz aus der Abschaffung der Zwangsbesteuerung, nämlich dass dadurch mächtige Kräfte der freiwillgen Wohltäterschaft freigesetzt würden, berücksichtigt er nur am Ende seines Beitrags, ohne den Focus zu verschieben oder zu erweitern." Diese Kräfte sind wohl in Form von Kapital gemeint. Aber höhlt das nicht den Sozialstaat aus, der ja grade verhindern soll, dass die Bedürftigen auf freiwillgen Wohltäterschaft, also auf die Willkür der Reichen angewiesen sind? Im übrigen würden ja auch durch das Grundeinkommen enorme Kräfte in Form von Arbeitskraft frei, da das (Über)Leben ja dadurch schon gesichert ist und die Menschen sich mehr um seine Mitmenschen oder andere Dinge kümmern könnten die durch wirtschaftliche/kommerzielle Organisation nicht oder nur unzureichend abgedeckt werden. |
|
|
Wer sich um die dt. "Leistungsträger" sorgt, wie wäre es mit dem "leistungsfreundlichen" Vorschlag, die Einkommenssteuern (die aus der jährlich erbrachten Leistung) durch Vermögenssteuern (Vermögen = Summe der nicht investierten/ausgegebenen Einkommen) zu ersetzen? Natürlich zu solchen Sätzen, dass der Finanzminister mindestens dasselbe am Ende in der Kasse hat.
Und egal ob Einkommenssteuern oder Vermögenssteuern - mit Steigendem Vermögen/Einkommen wird der Nutzen aus gemeinsamen Staat (Infrastruktur, Sicherheit, Bildungsniveau und Gesundheit der Angestellten) unproportional höher - daher die progressiven und nicht flachen Steuersätze. |
|
|
Für solche Überlegungen bin ich prinzipiell offen. Aber welchen Vorteil hätte das?
|
|
|
Die Vorteile von Versteuerung des Vermögens statt des Einkommens:
- in D. ist die "Schere" bei Vermögen stärker als bei Einkommen - Einkommensteuer ist mehr demotivierend als Vermögenssteuer, denn während Einkommen meine "aktive" Entlohnung für meine Arbeit/Ideen/Risiko aus einer Zeitperiode (Jahr) darstellt, ist das Vermögen nur die Anhäufung ungenützter (nicht konsumierter / investierter / gespendeter) Einkommen der verg. Jahre (plus Zinsen und Zinsensinsen!!!). Sowie Erbvermögen. D.h. der Mensch fühlt sich weniger ungerecht behandelt, wenn man seinen "stilles/passives (=ungenütztes") Reichtum besteuert, als das gerade erworbene. - Einkommen schwanken mehr als Vermögen, und es gibt kaum ein langfristiges "Negativvermögen", während viele Firmen über Jahre die Einkommen (Gew-Verlust-Rechnung) als negativ darstellen, und somit nichts an Steuern zahlen. |
|
|
Besteht aber nicht die Gefahr, dass dann das Steuernzahlen umgangen wird indem eben kein Vermögen angehäuft würde? Dann bräuchte man zusätzlich eine höhere Konsumsteuer als jetzt.
|
|
|
Na, dieser Beitrag ist aber schnell wieder gestorben. Schade.
Wer trotzdem noch Lust auf das Thema hat, kann hier einen entsprechenden Thread mit ca. 260 Kommentaren finden: community.zeit.de/user/seriousguy/beitrag/2009/10/06/kritik-der-zynischen-unvernunft-2 Mit kurzem Gruß von mir! |
|
|
schrieb am
08.01.2010 um 18:25
Sloterdijk kommentiert man am besten mit Sloterdijk: »... meine Redeversuche gehören nicht zur Lyrik, sondern zur philosophischen Konversationsprosa oder zur Unterhaltungsmystik.« (Aus: »Zur Welt kommen - Zur Sprache kommen«)
|
|
|
Danke für das Zitat. Da ich Sloterdijk-Bücher nicht lese (eine ausführliche Unterhaltung bei einem privaten Treffen in München Ende der 70er Jahre hat mich zur Schlußfolgerung kommen lassen, dass ich mich an dieser Art von Sprache und Denken eher nicht abmühen möchte), kann ich es gut gebrauchen.
|
Ausgabe 07/12
16.02.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen