05.06.2009 | 15:55

Das kleine süße Diktathürchen

Die kleine arme DDR, ach Gottchen,war das ein süßes gemütliches Ländchen, wenn man in der richtigen Partei war. Wenn man den großen sowjetischen Obergenossen  ein bisschen zur Hand ging, sie möglichst oft hochleben ließ und ihre interessanten Darmgeräusche ganz genau protokollierte. 

Dann war man ooch ganz schön sicher, mit Arbeitsplatz und Trabbi gings manchem besser als heut. Mancher Genosse hatte einen besseren Posten, wer weiß sogar eine Datsche dazu und man war einigermaßen fein raus. So ungefähr. Gut, sicher war das eine Diktatur, die sich bedroht fühlte vom Westen und oft überreagierte. Das war doch die Stasi, aber s' war ja auch nötig, die Kapitalisten sind ja keine Samariter, das weiß jetzt ja jeder endlich. Die kleckern nicht, freilich die verbergen sich besser,wenn sie klotzen, das ist wahr, die haben die Technik dafür.  Gegen die roch die DDR immer wie die kleinen Leute, das..  will ich nicht.. nicht wahr, Ihr wisst was ich meine? 

Drum, klar, ich meine der junge Mann, der damals 1968 am Brandenburger Tor die Stones von hinten, also vom Osten her, hören wollte und dafür 20 Jahre Knast bekam, der hat sicher heute noch einen anderen Blick als der normale Otto, der sich's  gerichtet hat im Arbeiter& Bauernparadies. Das versteh ich, das nehm ich ihm nicht übel. Aber Unrechtstaat und Nazivergleich, ich bitte euch, man soll nicht übertreiben, sagte mal ein kluger Mann, war's nicht sogar ? ne, aber irgedn sohn Kaliber war's sicher.

O.k. damals in Westberlin, wenn wir rauswollten zugegeben, durch die DDR immer nur 100 höchstens und stundenlang gefilzt wurden und  warten mussten an der Grenze, bis die humorlosen Arbeiter und Bauern in DDR-Uniform ihr Mütchen gekühlt hatten, die standen damals alle auf Schikane, war schick im Osten wa, Kapitalisten auf die Hühneraugen treten, also da kriegte sogar ich, ein politisch toleranter Mensch von Natur aus, sag ich immer, oft ooch ne kleine Wut. 

Aber im Grunde Kleinigkeiten,  gut am Anfang haben sie noch Tausende nach Sibirien geschickt,  stimmt. Da waren außer Nazis auch noch einige SPD Genossen darunter, muss man zugeben,war nicht o.k. aber wer weeß, die haben sicher gleich russisch gelernt und in Sibirien n' schönes Leben gehabt. Kann doch sein. Der Deutsche, wenn man ihn kennt, der kommt überall zurecht. In Mallorca wie in Sibirien. 

Also ne, mir kommen wirklich nicht die Tränen, ne Demokratie ist im Grunde auch ne Diktatur, halt ne raffiniertere, nicht von verdienten Genossen, sondern eben vom Geld, Kapital und so, ihr wisst was ich meine, Kapital, das unsichtbar bleibt. Nur in der Krise sieht man es kurz. Sogar neulich in der Tagesschau. Wenn es jetzt das kleine hässliche Entlein DDR noch gäb, würden  einge rübermachen, auf der Flucht vor Hartz IV und der ganzen Abzockerei hier. Da würd ich wetten.

Ich bin heute so weit zu sagen, dass mancher auf Bananen, ja die ganze Freiheit samt Neckermann- Südseereisen verzichten würde für n festen Arbeitsplatz im Osten.

Ehrlich iss meine Meinung.  Total.

Wat hab ich von Freiheit, wenn ich mir dafür nichts koofen kann. So denkt doch der normale Mensch. Bleibt man am Boden mit eurem Gequatsche von Demokratie und so. Dat Leben geht weiter und die Geschichte hat ihr Lehrbuch noch lange nicht zugeschlagen. 

 

 
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quenzel
naja, ich bin der ich noch immer werden will,der andere, was sonst?
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Georg von Grote hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Uwe Theel hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Willi Zupp hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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