11.02.2009 | 16:21

Freitags 5 vor 12

Am Freitag endet alles, im Lichte des neuen Freitags beginnt alles wieder. Es ist der Tag Becketts, im Zeichen des Freitags hat er sein Werk erschaffen. Jetzt da der Freitag auch als Blatt neu auferstehen soll, muss es gesagt sein: Seit Helmut Kohls Amtsantritt 1982,  es geschah an einem Montag, ist alles im Niedergang. Eine Art Seuche befiel die Nation, eine Niedertracht herrscht seither, die selbst ein Thomas Bernhard sich hätte nicht mehr vorstellen können. Einige weise Männer starben spontan, da sie ahnten, was kommt, andere verfielen in langes Siechtum. Die Fehlbesetzungen nahmen überhand, an jede Stelle, an die ein Mann, ein Lenker, ein Denker gehörte, trat jetzt ein maskierter Hanswurst, ein Zocker, ein Parasit. Selbst die christliche Partei wurde von dem Virus befallen. Man sehe sich nur um. Von der Wirtschaft wollen wir nur noch schweigen, die Banken vermeidet jeder gebildete Mensch, der auf sich hält trotz allen, der im stillen Widerstand lebt, auch nur mit einem Sterbens- Wörtchen zu erwähnen. Man blamierte sich unwillkürlich. Auch scheiternde Krösusse, die sich auf die Schienen legen, retten gar nichts mehr. Der Verfall setzte ein 7 Jahre vor der Wende und infizierte diese sofort. Die DDR Menschen gerieten schon bei ihrer Ankunft, nichts Böses ahnend, auf de schiefe Bahn, die sie Freiheit nannten. Und die heute ein Mehdorn, ein gelernter Baumaschinenfachmann,  in den Abgrund der Schande  leiten darf. Wir dürfen nichts mehr beschönigen, es hat keinen Zweck, wir müssen allerdings keineswegs Helmut Kohl persönlich der Schuld für fähig halten. Er ist nur ein Gefäß,  der willige Helfer sozusagen einer Hintermacht, eines Dämons, der bei ihm seine Chance erkannte, in unsere Welt einzudringen, um sie gründlich zu zerrütten.  Viel wichtiger als die ehrenhaft scheinende Fassade des Herrn Kohl sind die Dinge, die ihm geschahen und die Methoden, die er, - Werkzeug selbst-, anwandte. Diese Dinge sind nicht in seinem Kreis geblieben, sie haben sich überall eingebürgert. Ich erinnere an seine berühmten blackouts, an seine Technik des Sitzens, an seine Telefonitis, in die er alle Kreisvorsitzenden einband und ins Netz einfing, an seine sture Meinung, sich für alles zu jung zu halten. Seit Kohl dem Wahn der Gnade- ein Hohn,-  der späten Geburt,  anheim gefallen war, ist auch der Begriff der Jugend völlig zerstört und zerschunden worden. Kein Mensch weiß mehr, was das ist. Selbst die alten 68er, selbst die Ultras der Grünen,  hat die Kohlsche Krankheit voll erfasst. Erinnern wir uns nur an die grausamen Gedächtnisausfälle des Habermasschülers Joschka Fischer. Das alles sind Zeichen, die wir neu deuten müssen, soll der Freitag ein neuer segensreicher Anfang sein. Wir müssen den Freitag aus dem Schatten des Kohlschen Dienstags befreien. Es hilft nichts, wir müssen die Nachnazizeit, die sog, Kohlzeit neu aufarbeiten, durcharbeiten, um das drohende Unheil abzuwenden.
 
Senden Bookmarken Drucken
quenzel
naja, ich bin der ich noch immer werden will,der andere, was sonst?
Ort:
Ulm
Mitglied seit:
3 Jahre 15 Wochen
Zuletzt aktiv:
13.09.2009
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 43
Kommentare: 34
Logbuch
17:33
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
17:30
seriousguy47 hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
17:28
Ismene hat gerade einen Kommentar geschrieben.
17:27
Meyko hat gerade einen Kommentar geschrieben.
17:23
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG