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Eier, Tomaten, Torten, Farbbeutel - all das gehört inszwischen ja regelmäßig zur politischen Auseinandersetzung. Nun hat es also Jürgen Trittin getroffen. Auf einer Podiumsdiskussion zum Schauspielprojekt „Republik Freies Wendland“ wurde der Grünen-Politiker von einer mit Joghurt gefüllten Torte getroffen. Prompt antwortete seine Disukussionspartnerin, die selbsternannte Vollzeitaktivistin Hanna Poddig, sie würde die Attacke angemessen finden, da sich die Grünen als Teil der Anti-AKW-Bewegung inszenierten, dies aber nicht seien. Daraufhin verabschiedete sich der Fraktionschef der Grünen mit der Begründung er könne nicht mit jemandem diskutieren, der körperliche Gewalt gegen ihn befürworte.
Hier das ganze noch mal als Video:
Nun kann man ja sicher über die Rolle der Grünen beim Thema Atomkraft streiten. Der sogenannte Atomkonsens, der eng mit dem damaligen Umweltminister Trittin verbunden ist, hat dazu geführt das heute, zehn Jahre später, gerade einmal zwei AKWs abgeschaltet wurden. Rückblickend betrachtet ist nicht der jetzt beschlossene schwarz-gelbe Ausstieg aus dem Ausstieg überraschend, sondern die Tatsache, dass er erst jetzt kommt. Union und FDP hatten immer angekündigt, den Atomkonsens rückgängig zu machen. Der Atomausstieg für den sich rot und grün haben feiern lassen, stand von Anfang an auf sehr wackeligen Füßen.
Insofern finde ich eine grundsätzlich skeptische Haltung gegenüber den „Ausstiegsparteien“ und deren Protagonisten richtig. Für das Verhalten Poddigs, die seit Monaten durch die politischen Talksshows tourt und auch dort für die anderen Diskussionsteilnehmer meist nicht mehr als Verachtung übrig hat, habe ich aber wenig Verständnis. Sie und der Tortenwerfer schaden sich dadurch nur selbst. Letztendlich kommt auch die Bewegung nicht gut dabei weg, denn durch diese Aktion verfestigt sich das Bild in der Öffentlichkeit, dass die Grünen die Guten der Anti-AKW-Bewegung sind und die außerparlamentarischen Aktivisten die Chaoten.
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Hach ja, die hl. Hanna von den Mülleimern. Bin gespannt, wann deren Story verfilmt wird; ich mein, so richtig, Hollywood, Babelsberg ...
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Der heisst doch Tritt-ihn, weshalb werfen die Leute dann mit Essen? Das wär' übrigens dem Özi auch passiert.
Hier in Frankreich ist das alles unter Kontrolle: die Mitarbeiter in den AKWs rufen wenigstens ihre Familien an und sagen denen sie sollen mal besser für ein paar Tage die Fenster zu machen. |
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Hanna Poddig ist jung, sie ist rebellisch, ihre Verachtung für Politiker ist ehrlich und kommt aus tiefstem Herzen. Die Jungend darf rebellisch sein.
Ob eine Tomate in Westerwelles Gesicht, ein Ei auf Kohls Schulter oder ein Joghurt auf Trittins Blazer, diese Aktionen sind Ausdruck von Verachtung einer zutiefst bigotten Politik. Ja, ich gebe es zu, ich gestehe Jugendlichen diese Art der Rebellion zu. Mit der Zeit und mit dem Alter wird der Protest ruhiger, lahmer oder hört vielleicht ganz auf. Ist das besser?? |
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Das waren noch Zeiten, als Fritz Teufel mit blauer Tinte (die dann verschwand) den danach gar nicht blaublütigen Matthöfer aus der Wasserpistole kennzeichnete. Der verstand keinen Spaß und schüttete mit Rotwein zurück, was Teufel zu einem Roten werden ließ...
Trittin hatte gerade keinen Pudding parat, sonst hätte er wie weiland Teufel bestimmt mit Schoko oder Vanille zurückgeworfen - wie seinerzeit beim Pudding-Attentat. |
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@GeroSteiner
Das waren noch Zeiten, als Fritz Teufel mit blauer Tinte (die dann verschwand) den danach gar nicht blaublütigen Matthöfer aus der Wasserpistole kennzeichnete. Der verstand keinen Spaß und schüttete mit Rotwein zurück, was Teufel zu einem Roten werden ließ... Jetzt muß ich Herrn Matthöfer denn doch in Schutz nehmen. Erstens schüttete er Teufel den Rotwein nicht zornig als Spontanreaktion aufs Hemd, sondern mit ca. 20 Sekunden Verzögerung und mit genauso unbewegtem Gesichtsausdruck wie Teufel zuvor. Und zweitens hat sich Matthöfer, über die Zaubertinte aufgeklärt, ausdrücklich bei Teufel für das Begießen mit Rotwein entschuldigt. Thema der Talkshow war "Feines Benehmen" und sowohl Teufel als auch Matthöfer haben sich vorbildlich benommen. Ein bißchen erinnert mich der Zwischenfall an die Screwball-Comedies seligen Angedenkens, bei denen sich manchmal zwei Leute völlig unbewegten Gesichtes nach und nach die Kleidungsstücke vom Körper reißen. Ciao Wolfram |
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...die selbsternannte Vollzeitaktivistin Hanna Poddig
Diese Formulierung kommt in der Berichterstattung über das... äh... Attentat stets gleichlautend vor, so als wäre "selbsternannte Vollzeitaktivistin" eine Amtsbezeichnung wie etwa "Bundespräsident" oder "Sparkassenfilialdirektor". Ciao Wolfram |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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