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„Die große Koalition hat uns einen finanziellen Scherbenhaufen hinterlassen. Um die Bedingungen der in der Verfassung neu eingerichteten Schuldenbremse zu erfüllen, müssen in der kommenden Legislaturperiode rund 30 Milliarden Euro eingespart werden. Das schränkt die Möglichkeiten für umfangreiche Steuerentlastungen ein. Das gilt gleichermaßen für zusätzliche Anstrengungen in anderen Politikbereichen, wie Bildung, Forschung oder Familie.“
Hermann Otto Solms, Finanzexperte der FDP, in der FAZ vom 10.10.09
Der Vorstellungstermin war seit langem angesetzt. Er hatte sich auch ohne Ankündigung überall herumgesprochen. Text und Musik waren aus zahllosen früheren Aufführungen bestens bekannt. Große Überraschungen waren nicht zu gewärtigen. Das Publikum würde zuverlässig bekommen, was es erwartet hatte.
Um so stärker beeindruckt die Fähigkeit der Akteure, dem abgedroschenen Stoff immer wieder Neues abzugewinnen. Es fasziniert, wie sie die toten Buchstaben zu frischem Leben erwecken. Wie überrumpelt, wie ehrlich empört, wie zutiefst betrogen sie wirken. Sie identifizieren sich so sehr mit ihrer Rolle, sie sind so überzeugt von ihrem Text, dass der Zuschauer, eigentlich bis zum Überdruss mit der Fiktion vertraut, spontan geneigt ist, all sein beschwerliches Wissen über Bord zu werfen und sich ganz der situativen Illusion hinzugeben. Ein erregender Augenblick, ein Bühnenerlebnis von großer Intensität.
Und doch hinterlässt die Aufführung am Ende einen eher durchwachsenen Eindruck. Die Magie des Moments verflüchtigt sich rascher, als das Ensemble es erhofft haben mag. Je länger das Stück dauert, desto weniger vermag das suggestive Spiel von der Dürftigkeit der inszenatorischen Mittel abzulenken. Langsam, aber unübersehbar, weicht die Euphorie der Ernüchterung, die Illusion der Enttäuschung.
Verhaltener Applaus.
Das Stück steht in der nächsten Spielzeit wieder auf dem Programm. Ihr Abonnement verlängert sich automatisch. Auf die regulären Kündigungsfristen wird vorschriftsgemäß hingewiesen.
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Merci!
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Das Abo läuft über vier Jahre, die Intendantin plant in dieser Zeit Stücke wie "Der Geizhals" von Molière, "Früchte des Zorns" von Steinbeck, aber auch aktuelle Stücke wie "Gegen die Wand" von Petras und "Unerwartete Rückkehr" von Strauß...
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Ungeachtet des mäßigen Publikumserfolgs wurde aus der vergangenen Spielzeit die umstrittene Inszenierung des Klassikers "Die Räuber" übernommen. Der Grund sind langfristige Vertragsbindungen.
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"Der zerbrochne Krug" sollte aber besser in der nächsten Abonnementsperiode nicht mehr gespielt werden.
Das könnte das Publikum in der heutigen angespannten Finanzlage nicht nachvollziehen. |
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Und Solms wird nicht mal rot dabei, wenn er uns seine lügen auftischt: von allem nichts gewußt, die schuldenbremse nur mit durchgewunken über bundestag und -rat, die steuer-runter-partei.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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