Karl Lauterbach ist der Mann mit der Fliege. Und er ist die Geheimwaffe der SPD in Sachen Gesundheitspolitik. Sein neuester Coup - und damit wohl auch der offizielle erste Spatenstich des Sommerlochs - widmet sich der Homöopathie: Denn derartige Medikamente sollen künftig nicht mehr von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet werden. Damit wäre unser Gesundheitssystem wohl endlich gerettet, die Kosten finanzierbar.
Hömöopathie, was war das nochmal gleich? Die Idee dahinter geht davon aus, dass man ein Leiden dadurch lindert, indem man den Patienten mit einem Mittelchen behandelt, das ähnliche Symptome hervorruft ("similia similibus curentur"). Medizinwissenschaftlich ist diese Theorie widerlegt. Meist basiert die Wirkung derartiger Stoffe auf dem Plazeboeffekt. Zusätzlich wird durch den Prozess der Potenzierung der (vermeintliche) Wirkstoff im Trägermedium so stark verdünnt, dass er kaum mehr nachweisbar ist. Übrigens: Im vergangenen Jahr wurden 170 Milliarden Euro im bundesdeutschen Gesundheitssystem ausgegeben. Der Anteil der Homöopathie: 9 Millionen Euro. In Prozent: 0,005%.
Wir stellen fest: Argumente muss man schon sehr stark verdünnen, um in derartigen Forderungen die Rettung des Gesundheitssystems zu sehen.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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