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das wird rapp schon wissen - er scheint sich für das projekt zu interessieren. werbung oder spenden - mehr alternativen gibt es doch nicht, oder?
s. |
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@samstag: Kann gut sein, dass rapp das schon weiß. Ich wollte an dieser Stelle nochmal auf eine Situation hinweisen, die mir mindestens widersprüchlich erscheint.
Der Freitag will mit den Lesern zusammen die größte aller Redaktionen bilden. Und zwar per Online-Community mit Meinung, Haltung und Dialog (oder von mir aus auch mit Anstand, Bescheidenheit und Maß, wie von Bundes-Horsti gefordert). Angesichts der verlinkten Werber-Phraseologie erscheint mir dieser Anspruch aber eher Bindungsstrategie zu sein. Auf dass sich die first adopters und heterogenen Zielgruppen-Angehörigen (auch bekannt als Freitag-Leser) mindestens dreimal in der Woche wirklich anregend-aufregend gestaltete Anzeigen für z.B. weitere Kundenbindungs-Programme à la Deutschland-Card anschauen, während sie Online-Angebot des Freitags nutzen. Kurz und unsäglich undifferenziert zusammengefasst: Ich finde es ganz toll, dass Jakob Augstein so viel Zeit und Geld investiert, damit die Konzerne endlich an die Menschen herankommen, die sie bisher noch nicht erreicht haben. Er gibt damit einer vor-sich-hin-dümpelnden linksliberalen Wochenzeitung den kämpferischen Impuls, den sie gebraucht hat. |
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Auch wenn der Vergleich mit der FAZ nicht als inhaltlicher, sondern als konzeptioneller Anspruch gemeint gewesen sein mag: was bleibt, ist die Verortung von "links" als Phänomen irgendwo zwischen Linkspartei und Konservatismus. Links ist aber nicht eine Erweiterung des Parteiensspektrums um SPD und Grüne - sondern eben auch eine konsequente Beachtung dessen, was früher als außerparlamentarische Opposition galt. Links, das ist nicht nur Sozialreform, sondern auch Antikapitalismus, Antisexistische Theorie und Praxis oder Kritik des Antisemitismus. Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Ein Blatt, das auf diese Bestandteile verzichtet, ist für die Linke überflüssig.
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schrieb am
07.02.2009 um 09:09
Die Jugendlichen haben ihre Kitsch-Romantik-Sehnsuchts-Gedichte-Portale und wir dürfen uns in FREITAG austoben?
Eigentlich will ich eine Zeitung LESEN, nicht SCHREIBEN.
Ein kleiner Verdacht beschleicht mich: Einsparung von Honoraren - Leser schreiben ihre Zeitung jetzt selbst?
Das ist genau das gleiche, wie schon bei der Leergutannahme, am Gemüsestand, beim Fotonachbestellen usw. prakitiziert wird! Der Kunde darf die Leistungen selbst erbringen.
Die Kehrseite: bei der Leergutannahme gehen Arbeitsplätze verloren, in der Zeitung auch!
Was ist links: Bei sowas nicht mitzumachen!
Ryyppy
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Ich sehe das nicht ganz so wie du, ryyppy. Es bleibt dir ja unbenommen den Freitag einfach nur zu lesen. Und ich habe im Internet eigentlich schon länger ein gutes Diskussionsforum für Linke vermisst. Was das Honorare einsparen angeht: der Clou ist ja, dass die Beiträge, die ins Print übernommen werden, honoriert werden.
Außerdem glaub ich, dass durch die aufwendige Internetseite eher Arbeitsplätze entstehen; meines Wissens ist die Redaktion ja auch vergrößert worden.
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vielleicht geht das ja gar nicht zusammen - geld einsetzen für ein geschäft und verändern von machtverhältnissen, die doch auf besitz (in unserer gesellschaft) basieren.
nachdenklich. |
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auch wenn ja immer wieder zu hören ist, dass "links" und "rechts" überholte begriffe seien, so ließe sich als minimalkern von "links" immer noch festhalten:
- wenigstens langfristig angestrebte überwindung des kapitalismus (ziel) - verbindlichkeit der menschenrechte wie 1948 formuliert (randbedingung, in abgrenzung zu rechtem antikapitalismus) drumherum bleibt genug disparates zu ergänzen, um sich innerhalb der linken weitere 100 jahre zu zerfleischen. "Skepsis, In-Frage-stellen, Antworten-für-vorläufig-nehmen, die-gesellschaftliche-Frage-in-den-Mittelpunkt-rücken" halte ich dagegen eher für selbstverständlichkeiten, die auch manche nicht-linke für sich (zurecht sogar) in anspruch nehmen. |
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@jmr
Ich kann deine Sorgen gut nachvollziehen. Mir ist auch etwas mulmig gewesen, als ich mir heute morgen die Seite angeschaut habe und mir schlug Hugo-Boss-Werbung und die Schlagzeile „Mann trägt Augenbraue wild“ entgegen. Und das erste beworbene Buch aus der neuen Edition Freitag handelt laut Klappentext genau von dem, was du meinst:
von der Nutzbarmachung widerständiger Gesten als Ware.
Ein netter Artikel über das neue jeglichen Inhalts entleerte Lifestyle-Etikett „Links“ ist in der aktuellen konkret erschienen. Andererseits: Wenn hiermit eine Infrastruktur für ernsthafte Diskussionen explizit für Linke geschaffen wird, sollte man sie vielleicht einfach nutzen und nicht anderen überlassen. Und was die Werbung betrifft: Gerade von Linken sollte man doch soviel Souveränität erwarten können, dass sie nicht von ein paar blinkenden Bannern zu Konsumidioten gemacht werden würd ich mal meinen |
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im deutschlandfunk hat heute einer mit bezug auf freitag und links gesagt, dass doch immer noch die form den inhalt übertünche - sprich: wenn wir hier im form internet-forcierter kommunikation uns austauschen, während es um uns herum nur so funzzt und flackert, dann machen wir eigentlich nichts anderes, als unsere tv-verwöhnten stimulanz-rezeptoren antriggern und gleichzeitig zeit totschlagen und bestimmten anderen geld in die kassen spülen. trotzdem, wenn schon augstein das forum zur verfügung stellt und eiinigermassen faire verhältnisse für unseren diskurs nicht nur schafft, sondern auch beschützt, dann müsste es doch eine chance geben für ... - ja für was eigentlich? (die frage, um was es hier geht, iist die zentrale, und auch schon andernorts gestellt. was jedoch nicht passieren darf - BITTE AN DIE REDAKTION - dass es beliebiger datenschrott wird, was hier sich anhäuft.
s. |
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Ich würde mal nicht so Paranoid sein. Augstein hat immerhin zugesichert das er die Publizistische Linie des Freitag nicht antasten will. Und die Idee Internet und Zeitung zu verknüpfen ist immerhin innovativ und es ligt an den Mitgliedern der Community ob sie was daraus Machen. Augstein finanziert zunächst mal ja nur die Infrastruktur. Und was die Werbung betrifft. Auch wenn es manche schmerzt wir leben halt im Kapitalismus und ein Medium wie der freitag muss auch irgendwie finanziert werden, da sind Anzeigen nichts anrüchiges.
Also mal ganz ruhig und dem Freitag erstmal ne Chance geben bevor man den Untergang des Abendlandes beschwört |
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Links ist es, denke ich, wenn man für ein menschenwürdiges bedingungsloses Grundeinkommen eintritt. Noch bis zum 10.02.09 kann man petieren, derzeit haben dies online schon über 14.000 Petenten getan, damit ist es schon jetzt die erfolgreichste epetition beim Bundestag:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;petition=1422;sa=sign Hier gibt es auch viele Hintergrundinformationen zu dem Thema Grundeinkommen/ Bürgergeld: http://www.grundeinkommen.tv An diese Stelle findet sich auch der komplette Film zum Grundeinkommen (100min.) zum kostenlosen download/ anschauen: http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen |
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Was ist links? hinterfragen, analysieren, zuhören, für eine demokratische, ökologische und sozial gerechte Gesellschaft streiten, in- und außerhalb von Parlamenten, in Parteien, Bewegungen, Initiativen, Kirchen und Gewerkschaften... wir haben viel zu tun.
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wird es im Freitag eine weitere, zentrale Kategorie für linke Politik oder Macht und Gesellschaft geben? leider hat sich zu dieser Frage noch niemand (auf Augenhöhe mit dem Blogger) gemeldet.
cr 2009.02.06 |
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schön, dass mich endlich mal jemand lehrt, was "auf Augenhöhe" bedeutet: nämlich zwischen Werbesprech und Erbauungsjournalismus daherzuusalbadern.
Außerdem verstehe ich nicht, warum es nötig sein soll, für ökonomischen Erfolg auf "radikales Denken und Affronts" zu verzichten. Das wäre doch ein wunderbares Alleinstellungsmerkmal im Segment der Qualitätszeitungen |
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Ich finde die Idee, eine Kategorie Macht und Gesellschaft einzurichten gar nicht so schlecht.
Im Moment sind wir froh, wenn uns das Netz nicht um die Ohren fliegt. Aber wenn wir ein bisschen Luft zum atmen haben, und die Erfahrungen der ersten Wochen sammeln, werden wir sicher eine Menge Dinge ändern. Darum geht es ja im Moment: Erfahrungen zu sammeln. (Eine Erfahrung haben wir schon gesammelt: Der Text auf der Anzeigenpreisseite ist, äh, irreführend, to say the least ... Den löschen wir gleich.) Für mich ist diese Art der Arbeit neu. Und sie ist auch mit Risiken verbunden. Natürlich machen wir Fehler. Ich habe keine Ahnung wie lange es dauern wird, bis alles so steht und läuft wie es soll. Es wird. Am Ende. Aber heute ist ja erst Tag 2. Und: Ich bin absolut der Meinung, dass Begriffe wie links und rechts eben nicht überholt sind. Aber wir ringen hier selber um Definitionen und Verständnisse. Weil ich links eben nicht der Linkspartei überlassen will. Das ist mir zu eng. Darum tue ich mich auch so schwer mit dem Wort. Es ist eben eines, das jeder gegen andere und für sich benutzen kann, wie er will. Andererseits ist es auch etwas sonderbar, es zu nutzen - und dann aus Angst vor Missverständnissen immer einen langen Sermon an Erklärungen und Rechtfertigungen hinten dran zu hängen. Schwieriges Problem. Offene Frage. Aber manchmal ist es vielleicht auch gut, Fragen einfach nur zu stellen. |
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jaugstein, das war auf augenhöhe. wir machen weiter. fragen stellen. nicht immer schon anntworten kennen. mutig sein. weiter machen, wenn es schwer wird. partner finden, mit denen es sich lohnt. bewegung angehen, bewegung machen. offen bleiben.
danke. cr |
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Ohne Sie kritisieren zu wollen, will ich hier mit meinem ersten Beitrag meine Sichtweise bezüglich des Verständnisses von links gegen die Ihre stellen.
Dass der Begriff rechts meist ohne weitere Definition auskommt, will ich unumstritten lassen, aber bei dem Begriff links ist eine Gesinnung ohne zusätzliche Erläuterung, zumindest in meinem Umfeld, nicht klar abgrenzbar. Möglicherweise rührt dies daher, dass zumindest der Linksaktivismus immer mehr zur Modeerscheinung oder zum guten Ton "junger Freidenker" gehört. Gerade deshalb - und weil dieser Begriff im umgangssprachlichen gebrauch für mich schon fast zu sehr einen "Lifestyle" als das Gedankengut ausdrückt - halte ich den Begriff links schon seit langer Zeit weit überholt. Und auch die Terminologie "weg vom Mainstream" klingt in meinen Ohren äußerst missverständlich - das Ziel der Linken sollte doch eher "hin zum Mainstream" heißen, da außerhalb vom Mainstream für mich wie ein elitäres, und somit eher abschreckendes Gehabe klingt (was Ihnen zu unterstellen keinstenfalls meine Intention sein soll). In diesem Sinne: Links für alle und ein Hoch auf den Mainstream! Es grüßt freundlichst Herr pjusten. |
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schrieb am
09.02.2009 um 18:27
"Ich will links eben nicht der Linkspartei überlassen". Ein interessanter Ausspruch, weil er einerseits impliziert, dass die SPD auch in Ihren Augen politisch tot und die GRÜNEN höchstens noch ein Schattenbild ihrer ehemaligen linken Identität darstellen, andererseits die Augen genau davor verschließt, dass DIE LINKE praktisch dieses gesamte linke Spektrum bedienen kann. Sicher, in der Partei liegt vieles im Argen, das Grundeinkommen hat noch immer nicht die notwendige Eindringtiefe erreicht, umgekehrt ist die Kritik am Grundeinkommen meistens hanebüchen, verfehlt alle linken Ansprüche, die Basisdemokratie wird nicht so umgesetzt, wie es bei einer neuen Partei eigentlich möglich sein müsste usw. Aber DIE LINKE ist derzeit die einzige linke Partei - oder überhaupt die einzige noch demokratischen Ansprüchen (im Parteiengesetz) genügende Partei, weil sie inhaltlich zur Willensbildung in der Bevölkerung beiträgt, statt Phrasen zu dreschen und das Gegenteil dessen zu unternehmen, was sie programmatisch vorhat (wie etwa die SPD).
Diese Willensbildungsabsichten konnte der Freitag bisher ordentlich, d.h. kritisch begleiten. Was aber interessiert Linke etwa "Merkels Problem"?? |
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Die Frage ist, ob der neue Freitag und sein Personal "links von der FAZ" (was für ein bodenloser Quatsch!) überhaupt noch ein Interesse an linker Kultur haben werden, sagen wir in 2 Monaten? Der neue Freitag wird eine fade intellektuell gestelzte Fortsetzung "Der Woche" oder gar eine Wochenbeilage der Süddeutschen Zeitung wenn das so weiter geht. Ich sage nicht Hut ab, sondern zurück zum alten Freitag, Bloggs können ja trotzdem sein.
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schrieb am
09.02.2009 um 01:11
Du hast an anderer Stelle gefragt:
"Und noch einmal: was ist so progressiv kritisch/links am neuen Freitag?"
Ich befürchte, S.E.: nichts. Welche kritischen / linken Meriten hat sich Jakob Augstein denn verdient? Der Bursche hat den Freitag gekauft. That's it. Erst einmal. Was machen die (alten) Freitag-SchreiberInnen? Und ob sie in dem LinksvonderFAZ-Zirkus mitmachen oder nicht ist nicht zuletzt auch eine Frage des Überlebens. Ich kann mir vorstellen, daß JournalistInnen, die das Prädikat "kritisch" wirklich verdienen, es nicht eben zu Wohlstand bringen in diesen Verhältnissen. Und wir LeserInnen? Natürlich haben wir unsere Adressen, um an Infos zu kommen: von uns nahestehenden Organisationen über "indymedia" und die "nachdenkseiten.de" etc. Was mir aber den "Freitag" so teuer machte, war die journalistische Professionalität: die Qualität der Sprache, die Hartnäckigkeit, mit der Themen auch über Wochen ausgebreitet und von mich überraschender / provozierender Seite beleuchtet wurden. Und nun lese ich TAZ- und Spiegel-Schreibe, flotte Feder, Guardian-Artikelchen ... es ist zum Würgen. Aber bei aller augenblicklicher Enttäuschung: Vielleicht sollten wir Nörgler und Unverbesserlichen dran denken: wer "links" ist, das manifestiert sich zuallererst und zuguterletzt im Handeln. Ist Bewegung da, erscheint auch das passende Medium. Das hat uns auch der alte Freitag nie abgenommen: das Verändern der realen Verhältnisse. |
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Der Freitag muss sich unbedingt von den anderen Zeitungen unterscheiden. Formal dadurch, dass wir die Leser ins Blatt und ins Netz holen. Dass wir uns wirklich öffnen. Und inhaltlich dadurch, dass wir Raum geben fürs Denken jenseits des Mainstreams. Prüfen Sie uns einfach.
Und dann hat es wohl ein Missverständnis mit einem Zitat gegeben: ich habe nie gesagt, dass der Freitag "links von der FAZ" steht - obwohl das natürlich stimmt, aber eben auch nicht so furchtbar trennscharf ist. Sondern, dass wir eine "linke FAZ" werden sollten. Vielleicht eine zugespitzte Formulierung. Aber wir suchen ja immerzu nach Begriffen, um das Projekt zu beschreiben. Mir ging es nur um einen einfachen Inhalt: Klare Haltung - aber offen und experimentierfreudig und neugierig und nicht berechenbar. Ich schätze die FAZ tatsächlich, obwohl ich die politischen und politisch-kulturellen Haltungen, die dort vertreten werden, in fast allen Fällen ablehne. Das ist für mich aber kein Widerspruch. Ich möchte gar keine Zeitung lesen, die mir immer nur sagt, was ich ohnehin schon finde. Eine gute Zeitung soll mein Weltbild bestätigen, ja, aber ein bisschen immer auch in Frage stellen ... Es muss ein Quantum Unberechenbarkeit da sein, ein Widerspruchsgeist gegen die eigenen Überzeugungen. |
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Nochmals Danke für den Mut den Du mit diesem Projekt beweist und ich hoffe dass Du auch einen langen Atem bei diesem Projekt behalten wirst. Ich bin sehr froh das es der Freitag ist und nicht eine andere Zeitung.
Du hast verstanden dass eine Zeitung Online zu stellen nicht das ist was die Netzgemeinde wünscht sondern die Interaktion mit den Zeitungen. Das haben die Parteien auch noch nicht so richtig verstanden wie ihr schon beschrieben habt. Weiter so und Danke. |
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Zunächst hat mich gestört, daß Herr Augstein bei der Definition von links stets ein inneres Spannungsverhältnis zur Linkspartei ausbalancieren mußte. Jetzt stört mich sein Bezug auf die FAZ. Bei Radio Bremen im Nordwestradio ist er gestern gefragt worden, was seine Vorstellung von Journalismus eigentlich von dem der BILD unterscheidet. die ihre Leser mit zugesimsten Handy-Fotos zu redaktionellen Mitarbeitern macht. Brecht'sche Gedanken über Form und Inhalt habe ich seiner Antwort nicht entnehmen können, ebensoweng im Artikel s.o.. Ob es eine linke BILD geben kann, diskutiert niemand mehr - warum soll ich mich jetzt mit gleichen, alten Argumenten auf die Diskussion einlassen ob es eine linke FAZ geben kann. Ich antworte mit Tacitus:
Alles schon mal dagewesen. Trotzdem und gerade deswegen: Viel Erfolg ! |
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Ja, Butjer, hab Deinen Artikel zu spät gelesen deshalb unten mein anderer. Ich stimme voll zu: wo ist der Brecht? Vielleicht durch Thomas Mann ausgetauscht?
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"Ich möchte gar keine Zeitung lesen, die mir immer nur sagt, was ich ohnehin schon finde. Eine gute Zeitung soll mein Weltbild bestätigen, ja, aber ein bisschen immer auch in Frage stellen ... Es muss ein Quantum Unberechenbarkeit da sein, ein Widerspruchsgeist gegen die eigenen Überzeugungen." Das erinnert mich an den alten Freitag, der nichts aber auch gar nichts mit dem Konstrukt FAZ zu tun hatte. Die FAZ als Modell zu nehmen, das ist das Problem. Wenn ich FAZ (allein eine viermal so dicke Tageszeitung wie der alte Freitag als Wochenzeitung war en passant) lesen möchte, mache ich das ohnehin schon und: interessiere mich nicht für linke, alternative, wie auch immer genannte Streitkultur. Das eigene Profil des Freitag zu erhalten, das ist das Wichtige. Und das scheint mir im neuen Freitag (Ok, ok, es gibt erst eine Ausgabe usw.) verschollen im Eismeer. Denn im alten Freitag konnten solche Fragen, wie die darüber was links ist, geführt werden ohne Parteibuchdiskussion, ohne Tabus. Was ist jetzt? Solche Fragen und die dem Freitag eigene undogamtische Tabuverachtung wird ins Internet auf die Leser ausgelagert während die Printausgabe nur noch müde und durchschnittlich daherkommt.
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Ich bin schon lange Freitagleser, sogar die Volkszeitung habe ich schon gelesen.
Aber in den letzten Jahren gefiel mir der Freitag immer weniger: Immer dogmatischer, immer vorhersehbarer. Bei Robert Kurz stand der Untergang des Kapitalismus immer kurz bevor, Mohsen Massarat verteidigte Islamisten und Israel und die USA hatten immer schuld. Gefreut habe ich mich nur noch, wenn Georg Fühlbert schrieb. "Links" ist mehr als das alte Spektrum des Freitag, viel mehr. Ich hoffe, dass wird jetzt auch im neuen Freitag klar. Dazu gehört auch, immer wieder vor den Kopf gestoßen zu werden. Damit das Denken auch mal die Richtung wechselt. Ich habe jedenfalls bis jetzt Freude am neuen Freitag. Mit einer Einschränkung: Das Printlayout ist mir zu bunt und luftig. Ich habe es gern klassisch, wie die FAZ eben. |
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jaugstein, das war auf augenhöhe. wir machen weiter. fragen stellen. nicht immer schon antworten kennen. mutig sein. weiter machen, wenn es schwer wird. partner finden, mit denen es sich lohnt. bewegung angehen, bewegung machen. offen bleiben.
danke.
cr
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Wo ist das rote Frei im Freitag?
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Jakob Augstein hat sich hier schon 2 mal zu Wort gemeldet: Das ist vorbildlich und dem eigenen Anspruch angemessen. Das Thema ist Positionierung, wie zu erwarten, und mittelbar Abgrenzung. Abgrenzung zum hochgeschätzten Meinungsblatt der (gross-) bürgerlichen Elite. Diese Diskussion war zu erwarten, wurde auch vom Inhaber selbst angerissen, und ist wertvoll. Denn was will eigentlich jemand, der sich so positioniert: Mitreden (also Auflage), Ansehen (dto.), Erfolg (ebenso). Nun ist aber für ein Blatt wie die FAZ Erfolg eine ganz andere Kategorie. Dort geht es um Konstanz. Hier um Wechsel. Dort um Interesse und Analyse an der Peripherie (Kulturelles, Meinung, ...), hier um Interesse für die Lage sehr vieler mit Interesse an deren Besserung, also um Analyse mit Tiefgang zur Tat. Beides zusammmenzubriingen: Auflage und Interesse an Wandel - das ist eine Vision. Für diese Vision gibt es noch keine Strategie. Daran zu arbeiten, ist es wert. Der Inhaber selbst scheint sich für diesen Wert zu interessieren. Weiter so.
cr 2009.02.06 FREITAGs |
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Ja und: meint Ihr Augsetin schreibt das alles selbst? Und was soll diese Authoritätenhörigkeit, Augstein hin und her, rückwärts und vor. Deshalb, lieber Andreas und rapp, seid Ihr auch die neuen hyperinnovativen Leser des neuen Hybrid-Freitag (obwohl Ihr auch die FAZ kaufen und den Freitag beiseite lassen könntet) und ich ein Ewiggestriger, wie Ihr es vielleicht gerne sagen würdet . Das neue "Konzept" des Freitag hat das Gehirn des Blattes mit dem Bade ausgegossen. Das lässt sich auch nicht nur aufs "ewige Nörgeln" reduzieren, sondern hat mit Empörung zu tun: der Freitag geht ins Nirgendwo. Was ist Links heute, heißt der Blogg. Jedenfalls nichts, was links von der FAZ stattfindet, das sind nämlich alle Schmierblätter der deutschen, selbsternannten Elite aka Zeit und Spiegel. Wo ist die linke Bescheidnheit, Solidarität, der Aufruhr, der Trotz? Linkssein ist jenseits des Mainstreams (was die FAZ wohl nicht ist). Eben, wegen diesen Unterscheiden habe ich hier nichts mehr zu suchen. Entschuldigt die Überspitzungen, aber: Ihr werdet sagen, die Linke hat damit doch nichts mehr zu tun. Dick auftragen, Protzen, an den Markt anbiedern, Internetgelaber, und immer wieder "Ihr macht das soooo toll!" rufen, das ist das neue schicke Linksein.Und tschüss, geliebter Freitag, ich bin raus.
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Der Unterschied zwischen Links und Links kann in nach hinten und nach vorne liegen, von mir aus auch manchmal seitwärts, aber nicht zu lange. Einfach so raus gehen, und dann noch so früh, ohne Angebot zum Diskurs, scheint mir ganz falsch. Da steckte wohl schon länger was quer im Hals. Schade. cr
p.s. solange wir uns nicht kennen und auch keine sozis oder so sind, können wir uns doch siezen. Das Schreiben geht auch so ganz gut. |
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Wieder einmal das allseits beliebte argumentum ad personam. Sagen Sie (Siezen sehr gerne mit Ihnen) doch bitte mal, was so toll am neuen Freitag ist? Das würde ich gern einmal wissen? Was bitte ist denn das "Nachvorn"? Ich beantworte auch einmal ganz im Sinne des hier im Blogg gebotenen PR-Populismus die Frage Ihres (Siezen immer noch sehr gerne mit Ihnen) Bloggs , was kann und muss links heute sein: gegen das Abwickeln des Freitag. Ich zweifle auch etwas an Ihrem (Siezen...) "ich bin ein normaler Leser"-Profil: "analytisch. nachdenklich. suchend. emotional. links". Vielleicht sollten Sie noch "im Nebenjob Redakteur des neuen Freitag" dranhängen. PR pur, wie 80% der "Community". Ergo, plattes ad personam kann ich auch.
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S.E., da Sie ja nun die Disk. fortsetzen (sehr entgegenkommend), teile ich Ihnen mit, dass ich weder jemanden vom FREITAG persönlich kenne noch vom Freitag irgendwelche Gegenwerte für meine Beiträge erhalte, ausser, dass ich den Freitag gespannt erwartet habe und jetzt erst mal rezipiere. Ich bin kein Gehaltsempfänger und kein Dienstleister des Freitag oder mit dem Freitag verbundener Dritter. Stattdessen habe ich (nebenberuflich) im Jahr 2006 angefangen, politisch im Internet zu agieren. Danke für das Lesen.
cr |
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Lieber Herr rapp, da bin ich ja beruhigt. Ich dachte schon Sie gehören zu den 80% PR-Bloggern hier in der Community, die keine Diskussion möchten. Aber, eines bleibt noch unbeantwortet: was ist jetzt so toll am neuen Freitag? Die Form? Die Farben? Die Bilder? Oder doch der neue Inhalt?
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Hi, ich finde Du regst Dich ein bisschen zu sehr auf! Der Wandel des Freitag ist mutig und sicher auch nötig. Die Welt ist im Wandel, jeden Tag und jede Sekunde. Stehenbleiben ist meiner Meinung nach Rückschritt. Auch die Linke muss sich bewegen. Dieser neue Schritt vom Freitag, ist eine wunderbare Gelegenheit, linke Kultur weiter zu entwickeln.
Das der Freitag mit seiner Arbeit auch Geld verdienen will und muss, ist nur legitim. Mich quält dabei vorerst nicht das Gefühl, das die Redaktion ihre Seele damit verkaufen will. Meine Empfehlung, die Chanche hier für uns alle zu nutzen, anstatt direkt das schlimmste anzunehmen! |
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schrieb am
06.02.2009 um 17:34
Zum Kommentar von Rapp: "Der Unterschied zwischen Links und Links kann in nach hinten und nach vorne liegen, von mir aus auch manchmal seitwärts, aber nicht zu lange." Drehen wir uns dann nicht im Kreis? Links sein bedeutet im Kern auch Kompromißlosigkeit, nicht dieses ständige Zerrede, wie man es in der Alltagspolitik allenthalben beobachten muß, denn nur so passiert etwas, - und auch Respektlosigkeit gegenüber dem normativen Mainstream, deswegen an dieser Stelle Danke an S.E., der sieht das anscheinend genauso wie ich.
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schrieb am
06.02.2009 um 17:36
Ad Chrischan: Geld verdienen müssen wir alle. Nur muß in der Marktkultur auch Platz für Nischen sein. Der Freitag war eine solche Niesche und ich kann nur hoffen, dass meine Befürchtungen und die manch anderer user hier, diese Oase deutscher Zeitungskultur gestern verloren zu haben, nicht eintreten werden, sonst: "Good night, left side."
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Eine Zeitung ist doch kein Verkündigungsblatt von linken Glaubenssätzen!
Dazu ist der alte Freitag leider immer mehr geworden, aber das habe ich ja oben schon erklärt. Ich möchte meine Meinung eben nicht bestätigt bekommen. Ich möchte, dass mir eine Zeitung, Webseite, was auch immer, Meinungen und Tatsachen zumutet, die meine bisherigen Ansichten erschüttern, herausfordern und vielleicht die Richtung meines Denkens ändern. Ich bin auch immer noch ein Papierjunkie: Freitag, FAZ (ja, tatsächlich, das ist eine gute Zeitung!), Konkret, Cicero, Novo Argumente und dann noch mal das eine oder andere Blatt kaufe(!) und lese ich. Der neue Freitag ist ein Experiment. Nicht nur der Internetauftritt. Mal sehen, wo das noch hinführt! Offenere Debatten, Kontroversen, widersprüchliche Meinungen, das alles kann dem Freitag nur gut tun. Ich hatte übrigens schon den Freitag-Vorgänger "Volkszeitung" im Abo, bin also keineswegs ein neumodischer Internetlaberer. Den alten Freitag hätte ich dieses Jahr allerdings wohl gekündigt. In den Vorjahren habe ich es nach einigem Überlegen immer wieder doch nicht getan. Den neuen Freitag werde ich mir jetzt sehr genau ansehen. Und bitte doch nicht alles an diesem außerdem noch falschen Zitat aufhängen. Die Richtung der FAZ mag ihnen nicht gefallen, aber es gibt auf der linken Seite kein Gegenstück mit so hohem Anspruch. Leider. Vielleicht kann der Freitag da ja was machen. |
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wie auch die Beiträge von rapp.
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... und von Andreas.
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Als Freitag-Fossil lese ich eure Kommentare mit einigem Vergnügen: So viel Diskussion hat es schon lange nicht mehr über das Blatt gegeben. Und wenn ich daran denke, wie oft diese Redaktion in unterschiedlichsten Konstellationen debattierte, was eigentlich noch "links" ist und wo sie steht - und wieviel Papiermüll dabei herausgekommen ist - finde ich diese Art der Debatte doch ganz neu und erfrischend. Einige eurer skeptischen Kommentare teile ich - aber seht es mal so: Jetzt ist die Chance für die Leser und Leserinnen, den Freitag zu "kapern" und für sich nutzbar zu machen. Was dann und wie weit etwas ins Blatt kommt, wäre für euch der Maßstab dafür, ob es euer Ding wird.
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Ich wünschte ich könnte auch so optimistisch sein! Das Kapern wird nicht funktionieren, denn der Freitag ist bereits gekapert und ein Hauffsches Geisterschiff. Chapeau. Rien de n'a plus. Die Bloggs fangen zwar die Meinungen der Leser auf, werden die Zeitung aber nict mitbestimmen, dafür sind und bleiben Meinungen des Internets zu beliebig.
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Da bin ich aber froh, lieber Freitag II., dass ich die Flügel der Windmühlen nicht nur allein angehen muss! Lieber Crischan u.a.! Jetzt blast Ihr alle in das Horn des Neuen. Wenngleich bloß des neuen Anstrichs. Bis jetzt hat hier noch keiner über das neue tolle Linke bspw. im neuen Freitag gesprochen. Was, außer der Form, ist denn das Progressive, bitteschön? Und dieses Marktargument zieht nicht. Gibt es denn nur die Altrnative zwischen schwarz und weiß, entweder alles über Bord werfen und auf anderen Märkten fischen, oder den alten Freitag rigide weiterstampfen lassen. Nein, eine Reform des Freitag war vielleicht nötig, aber nicht gleich seine Abwicklung. Was glaubt Ihr, wer diesen rigorosen Wandel schlussendlich finanzieren wird, das Neue hier und da? 2,90 Euro, meint Ihr der Preis wird gehalten? Nein. In einer der baldigen nächsten Ausgaben wird eine Preiserhöhung für den Freitag angekündigt, mit der Begründung: größere Redaktion, Umstellungskosten auf das Design von "Die Welt", Inflation usw. Gab es keine anderen Konzepte für einen Erhalt und die Expansion des Freitag als gleich das Kind mit dem Bade auszuschütten? Ihr werft vor, ich würde zurückblicken, derweil werft Ihr (mit der begeisterten Hinnahme der Einordnung des Blattes in die neue Beliebigkeit) den Freitag in die Schublade der Vergangenheit. Das ist leider rückwärtsgewandt und: marktuntauglich. Und noch einmal: was ist so links am neuen Freitag?
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Ich finde es schwierig, wenn man versucht Links zu sein an einzelnen Projekten (z.B. Grundeinkommen ja oder nein) festzumachen. Ich kann auch nur begrüßen, dass Links sein eben mehr ist als für DIE LINKE zu sein.
Eine für mich nach wie vor brauchbare Definition von Links sein: Weder seinen Frieden mit dem Kapitalismus noch mit dem Patriachat gemacht zu haben. Und wenn DER FREITAG das beibehält, darf er auch gerne Werbung schalten. |
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Werbung in oder her, das Blatt macht Werbung für TAZ, Zeit, SZ und ganzseitig für den Spiegel (das ist doch eigentlich die Konkurrenz, oder?), Luxusuhren und Schweizer Messer. Wenn wir das alles so hinnehmen wollen: bitteschön, dann kaufen wir doch gleich den Spiegel.
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Zwingt dich ja niemand das Zeug zu kaufen.
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Nein, aber es zwingt mich jemand den Verfall des Freitag in den Mainstream mitanzusehen, lieber Floh.
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"Links" als Position ist wahrlich nicht "Links"-Partei, dann wäre "Links" populistisch und vielleicht nicht ganz so populär. Ich halte es da ganz mit der Frankfurter Schule und, halte "Links" für gleichbedeutend mit "Kritik an den Verhältnissen übend". Das kann dann durchaus eine Beimengung Politik enthalten kann - denn Denken jenseits des Handelns ist bekanntlich nicht zielführend für den "Langen Marsch" (Kundera) in eine bessere Welt. Für mich wäre eine entsprechende Rubrik im neuen Freitag da durchaus auch spannend - wie wäre es mit "Kritik & Denken"?
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Die typische linke Nabelschau ist auf jeden Fall schon angekommen :D
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Jakob Augstein hat die Positionierung des Freitags mal mit einem Schiff verglichen, das nicht zu nah an der Küste, aber auch nicht ganz weit entfernt von der Küste, fahren soll. Analog zu dieser Metapher wird der "neue" Freitag wohl näher am politischen Mainstream navigieren. Mich persönlich stört das weniger, ich finde linke Grabenkämpfe á la "Neues Deutschland" eher enervierend. Aber man muss da scharf trennen! Auch wenn der Freitag als Gesamtwerk eine aufgeklärte, weniger dogmatische, linke Linie vertreten will, so sollte er dennoch allen linken Positionen eine Plattform bieten. Ob das gelingen werden? Wer weiß das schon?
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Links ist: Emanzipation von ökonomischer Ungerechtigkeit wie auch von Rassismus und Sexismus.
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Was spielt es für eine Rolle was links ist? Was könnte man mit links schon machen, wenn alle sich geeinigt hätten über die Definition. Wenn mir diese Zeitung hift die aktuellen Ereignisse besser zu bewerten, indem sie mir Hintergründe liefert, Wichtiges von Unfug trennt und Diskussionen darüber ermöglicht, anregt und nach vorn bringt ist das schon viel. Ob der Freitag das schafft muss ich für mich erst noch herausbekommen. Der erste Eindruck ist positiv. Die Zeitung muss sich rentieren, das ist so im aktuellen Wirtschaftssystem. Wer will kann darüber diskutieren, ich erwarte jedoch kein konkretes Ergebniss am Ende (?) der Diskussion. Ich erhoffe mir von der Zeitung, dass sie nicht eine politische Haltung zu verteidigen versucht, sondern die Ereignisse und Debatten der Zeit auf ihren einfluss auf die grundlegenden Werte prüft. Ich erhoffe mir eine einigermaßen objektive Haltung zu Problemen. Ich mag es nicht wenn aus einem allgemeinen Hype heraus ein Thema hochgjubelt wird. Dabei werden zu oft die Dimensionen verrückt. Wenn diese Zeitung dem widerstehen könnte wäre das eine feine Sache. Wenn diese Zeitung auf politische Korrektetheit verzichten würde (ich meine die übliche Form von PC, bei der nur die eigene Meinung hinter allgemeinem Gefallen-wollen und Nicht-anecken-wollen versteckt wird), wäre sie ein Medium mit dessen Hilfe ich mir meine Meinung bilden könnte. Eine linke, eine rechte (naja, hoffentlich nicht), eine konservative oder eine Bunte Meinung. Eine Zeitung soll nicht die Welt verbessern, das sollten schon wir tun. Die Zeitung sollte einen Beitrag dazu leisten das wir wissen was wir tun (und sagen wie schreiben).
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"Links" - nur noch ein Mythos!
"Nicht links, nicht rechts - geradeaus!", so der Wahlspruch des Bündnis 90 zu den ersten freien Wahlen nach der Wende in der DDR. Eine gute Losung noch immer. Politik soll sich um Sachfragen kümmern, ohne ideologische Verblendung und Schubladendenken. Was bedeutet denn "Links" heute noch? Haben sich die Richtungsangaben nicht längst gründlich überholt? Renate Künast ortet ihre Partei noch immer "links von der Mitte", zugleich bezeichnen sich die Grünen in ihrem Programm als "wertkonservativ". Letzteres trifft wohl viel eher zu. Angetreten ist die Umweltschutzpartei jedenfalls mit ihrem klaren Credo gegen die Nutzung der Atomenergie, also der Forderung nach Einhalt, Beschränkung. Der Mensch soll nicht mehr alles dürfen, was er könnte. Die Bewahrung des Lebens, der Umwelt - sind das nicht urkonservative Themen - oder besser gesagt: Sie sollten es sein? Lange haben die C-Parteien davor die Augen verschlossen. Die "Linken" sehen sich gerne noch immer als die Gutmenschen. "Links stehe dagegen für Skepsis, In-Frage-stellen, Antworten-für-vorläufig-nehmen, die-gesellschaftliche-Frage-in-den-Mittelpunkt-rücken." Ich kann es nicht mehr hören. Die Aussage trifft auf jedes "Lager" zu, oder stellen "die Rechten" etwa nicht "die gesellschaftliche Frage in den Mittelpunkt"? Das zwanghafte "Schubladisieren" ist ein Merkmal der politischen Extremen. Also am besten Schluss damit. |
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"Nicht links, nicht rechts - geradeaus!" - so das Motto von Bündnis 90 zu den ersten freien Wahlen nach der Wende in der DDR. Ein guter Leitspruch noch immer. Haben sich die herkömmlichen Richtungsangaben nicht längst gründlich überholt?
Renate Künast ortet ihre Partei noch immer "links von der Mitte". Zugleich bezeichnen sich die Grünen in ihrem Programm aber als "wertkonservativ". Letzteres trifft wohl eher zu. Die Umweltschutzpartei ist mit einem klaren Bekenntnis gegen die Nutzung der Atomenergie angetreten. Also das Erhalten, Bewahren, des Lebens, der Umwelt wurde zum Thema gemacht. Der Mensch soll nicht mehr alles dürfen, was er könnte. Ist das nicht urkonservatives Gedankengut? Die "Linken" sehen sich so gerne als die Gutmenschen. "Links dürfe nicht da enden, wo die Linkspartei steht. Links stehe dagegen für Skepsis, In-Frage-stellen, Antworten-für-vorläufig-nehmen, die-gesellschaftliche-Frage-in-den-Mittelpunkt-rücken". Ich kann es nicht mehr hören! Dieses zwanghafte "Schubladisieren" ist ein Chrakterzug der Extremen. Oder stellen etwa die "Rechten" nicht "die gesellschaftliche Frage in den Mittelpunkt"? Politik sollte eine Antwort auf konkrete Fragen finden, ohne Worthülsen. |
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Heruntergebrochen auf die Jetztzeit definiert sich mir in dem Kürzel "links" der Geist, den ich im Aufsatz "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?" von Kant aus dem Jahre 1784 zu spüren meine.
Eine solche, seinerzeit bemerkenswert enthusiastisch vom kargen Königsberger entworfene Landschaft geistiger Entwicklung in gegenseitigem achtungsvollen Austausch wäre mir außerordentlich wichtig. Vielleicht kann sie hier entstehen. |
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schrieb am
08.02.2009 um 11:28
Kant - ein "Linker"? Ob er sich nicht gegen diese Vereinnahmung gewehrt hätte?
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Zu garlic: Habe Kant so gelesen, dass er eine bestimmte ernsthafte, aufgeschlossene, achtungsvolle aber auch mutige Weise der Teilnahme am öffentlichen Diskurs notwendig erachtete. "Linke" Ansichten (unter der Voraussetzung vorgenannter Bedingungen) wären ihm somit im Konzert der Meinungen wahrscheinlich auch willkommen. Aber Sie haben nicht ganz unrecht: die Klassifikation "links" engt den hier von dem meisten Kommentatoren beschrieben erwünschten Raum von Austausch und Meinungsbildung durch ihren oft festgeschriebenen Alltagsgebrauch ein. Mich stört das zunächst nicht, als die Bezeichnung glaubhaft in Abgrenzung zum engen Mainstream gewählt wurde und letztlich das Gewicht der Inhalte und weniger das Etikett interessiert.
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Links ist genau so eine Frage der Definition wie die Begriffe "Schön", "Reich" oder "Gott".
Für mich ist es links, wenn sich jemand für ein endgültiges Ende der Lohnarbeit ausspricht. Ein Forum für Linke ist sicherlich zu begrüßen. Doch ich bleibe skeptisch. Vor Jahren gab es auch schon mal ein TAZ-Forum. Letztlich tummelten sich dort auch immer mehr Rechte, Neoliberale... Das wird sich wohl auf lange Sicht auch beim Freitag nicht vermeiden lassen. Einschränken könnte man das nur, wenn dieses Forum nur Abo-Besitzer vorenthalten sein würde. Aber dann wären die Kiosk-Käufer ausgesperrt. Ein schwieriges Thema. |
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Ja was ist Links?
Links ist Diskussion, Reflexion, angebliche Tatsachen nicht hinnehmen sondern hinterfragen. S.E. ich kann dich vollkommen in deiner Skepsis dem neuen Freitag gegenüber verstehen. Auch mich ebenso wie viele andere spricht das neue Design nicht wirklich an, für dich ist es "Die Welt" für mich steht es irgendwo zwischen "TAZ" und "Süddeutsche", passt schlicht und einfach nicht zur Unangepasstheit des Freitag! An einige Neuerungen müssen wir konservativen uns wohl gewöhnen müssen, aber der Freitag bleibt ja wie Herr Augstein schon angedeutet hat, nicht so wie er jetzt nach einer Ausgabe ist stehen, darin setze ich Hoffnung. Desweiteren begeistert mich die Diskussion über den Freitag hier und überall im Netz auf verschiedenen Blogs, bei denen sich auch lobenswert Herr Augstein beteiligt! Wann wurde schonmal so über eine Zeitung an sich und deren Format diskutiert, noch dazu über eine angeblich unbedeutende und wenig beachtete! Schon allein das ist doch einmal ein Punkt der sehr positiv anzumerken ist!? Aber eines muss Links eben auch bedeuten, wenn der Freitag künftig links bleiben will, nämlich auch radikale Meinungen und Denken ebenso wie Affronts, und ich hoffe dass dies nicht dem ökonomischem Druck weichen muss. Denn da bin ich ganz der Meinung von Rapp, dass dort der Ursprung der Wanderung nach rechts liegt, wohin der Freitag nicht wandern sollte! |
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Links ist............... sicher nicht mehr grün! Links ist.................. sicher nicht mehr spd-rot. Links ist................... sich dem neoliberalen Dogma stellen und dieses offen legen und bekämpfen! Links ist.................. die herrschenden Probleme mit einer ungerechten Verteilung von allem zu erklären und diese zum Wohl der Allgemeinheit ändern zu wollen. Links ist............. das alles ohne nationalistisches Denken zu wollen und eben diesen Nationalismus zu entlarven. Links ist............... auch radikalere Ansichten als die eigenen zuzulassen, wenn sie dem o.a. entsprechen. Das ist dann wirklich links!.
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Vielleicht mag man ja auch im Freitag einen Artikel zum bedeutenden linken Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen" und auch den großen technischen Problemen beim E-Petitions-Portal des Bundestages, welche nun zu einer Verlängerung der Zeichnungsfrist bis zum 17.02.09 geführt haben, publizieren, in der TAZ gibt es bereits diese:
http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/probiert-doch-mal-das
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/grundeinkommen-fuer-alle
Weitere Informationen gibt es u.a. auch hier:
http://www.bge-forum.de/viewtopic.php?f=10&t=42&st=0&sk=t&sd=a&start=20
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?board=332.0
http://www.bge-portal.de/20090209198/Nachrichten/Nachrichten/BGE-Petition-Frist-um-eine-Woche-verlaengert.html
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Es klingt vielleicht seltsam, aber wegen dem neuen Freitag lese ich jetzt regelmäßig die TAZ. Das soll keine Kritik sein, ich lese jetzt auch intensiver "Brand Eins" und das "Handelsblatt". Ich will wissen, was links ist, und ob das Wort "links" noch funktioniert. Natürlich lese ich auch den neuen Freitag. Die Zeitung hat also bisher alles richtig gemacht, wie ich finde.
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Als Linker möchte ich nicht mehr länger darüber diskutieren wer oder was links ist. Diese Metadiskussion ödet mich an. Das schlimmste an dieser sich seit mehr als 100 Jahren im Kreis drehenden Debatte ist, das sie ihren Akteuren die Kraft nimmt sich von links in reale gesellschaftliche Debatten einzubringen. Der Versuch eine unklärbare Frage zu klären ist der sicherste Weg, sich als prägende Kraft aus der Arena der politischen Auseinandersetzung zu verabschieden. So lange Linke mit Linken darüber diskutieren, was links ist, was links sein könnte, was links sein müsste, wer nicht links ist und ob es links überhaupt gibt, so lange hat die Rechte Zeit und Raum die Gesellschaft nach Ihrem Intersse zu formen.
Ich will linke Politik machen, ich will linke Debatten führen, ich will die Gesellschaft von links verändern und keine Definitionen formulieren, die außer den Definierenden niemanden interessiert. Auch wenn wir Linken es nur schwer akzeptieren können: Es gibt keine allzeit gültige Definition, keine ausschließlichen Kriterien für das was links ist. Links kann vieles zugleich sein und manches enttarnt sich erst in der Retrospektive als linke oder rechte Politik. Am Ende ist mir das Label sch...egal, solange die Gesellschaft gerechter, menschlicher und lebenswerter wird und zwar für alle die, die dies nicht Kraft eigenen Vermögens organisieren können. Und wenn dann irgendjemand mal feststellt, dass diese Politik das Ettiket "links" wirklich verdient hat, dann werde ich auch nicht traurig sein. |
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Für mich ist jeder der links, der in seinem persönlichen Umfeld dafür sorgt, dass er und andere so handeln, ohne dass aus diesem Handeln ein Schaden anderen zugefügt wird. Und da ist in meinen Augen ein Massenverhalten anstrebenswert.
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Links wird die Mitte werden, nur das ist unsere gemeinsame Zukunft. Danke Gregor Giesy!
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Ausgabe 06/12
09.02.2012
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