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Soll das Lukács-Archiv eliminiert werden? Äußerungen des ungarischen Philosophen, Dissidenten und Òrban-Opfers G.M. Támas lassen Schlimmes befürchten und die Rede vom "Amoklauf" gegen das Archiv realistisch erscheinen. In einem ND-Interview äußert Támas am 5.2.20211 auf die Frage: Wie steht es um das Lukács-Archiv in Budapest? Man hört Alarmierendes. Der Protestbrief der Internationalen Georg Lukács-Gesellschaft findet inzwischen breite internationale Unterstützung von Wissenschaftlern, Autoren und auch Politikern. Hier die aktuelle Liste der Unterzeichner:
Támas: Es ist klar, die heutigen Machthaber wollen es gänzlich eliminieren, können sich im Augenblick jedoch keinen neuen Skandal leisten. Dessen ungeachtet fahren sie in der Verfolgung linker und auch liberaler Philosophen – manche sind alte Lukács-Schüler – fort. Das ist furchtbar, wirklich alarmierend.
Unruhe im Lukács-Archiv – ein Politikum im Umfeld der aktuellen Ungarn-Debatten? Eine dringliche Anfrage
Unterzeichner:
Stand 3.2.2011
Christoph J. Bauer 1
Stefan Bollinger
Peter Brandt
Britta Caspers
Sarah Dannemann
Ulrich Dannemann
Frank Engster
Tobias Feier
Iring Fetscher
Wolfgang Gernert 10
Michael Th Greven
Erich Hahn
Timothy Hall
Frigga Haug
Wolfgang Fritz Haug 15
Wladislaw Hedeler
Christoph Henning
Axel Honneth
Jochen Hoock
Frau Hoock 20
Christoph Jünke
Werner Jung
Jörg Kammler
Konstantinos Kavoulakos
David Kettler 25
Heinz Kimmerle
Richard Klein
Manfred Lauermann
André Leisewitz
Michael Löwy 30
Judith T. Marcus
Denis Maier
John Matina
Jürgen Meier
Thomas Metscher 35
Jean-Pierre Morbois
Marcello Musto
Michael Nerlich
Matthias Oehme
Vesa Oittinen 40
Guido Oldrini
Antonia Opitz
H.-C. Rauh
Michael Roth
Helmut Scholz 45
Werner Seppmann
Robert Steigerwald
Laurent Stern
Johano Strasser
Zoltan Tar 50
Nicolas Tertulian
Michael Thompson
Miguel Vedda
Claudius Vellay
Bernd Wagner 55
Holger Wendt
Herr Wiersing
Frieder Otto Wolf 58
Michael Thompson wird den Aufruf in LOGOS (USA) publizieren.
Es wäre im Interesse der Sache und der Beteiligten, wenn Sie den Aufruf weiter verbreiten könnten.
Ihre/ eure Solidarität können Sie/ könnt ihr durch Ihre/ eure durch das Unterzeichnen der Anfrage bekunden.
Rüdiger Dannemann
Unruhe im Lukács-Archiv – ein Politikum im Umfeld der aktuellen Ungarn-Debatten? Eine dringliche Anfrage
Die hiesigen Medien berichten in den letzten Tagen von einem Aufruf namhafter Künstler zu den jüngsten Entwicklungen in Ungarn. Der Aufruf ist Ausdruck der Sorgen über das Anwachsen von „Rassismus, Homophobie und Antisemitismus“, von „Ausgrenzung, Aggression gegen Minderheiten und Intoleranz“. Zu Befürchtungen Anlass gebende Entwicklungen gibt es wohl auch im Bereich der Kunst und der Wissenschaften. Die Internationale Georg Lukács-Gesellschaft ist beunruhigt über Berichte, die uns über Vorgänge im Lukács-Archiv erreichen. Es ist die Rede von einem „Amoklauf“ des neuen Leiters des Philosophischen Forschungsinstituts der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA). Es sind – so hören wir - Entlassungen einer Reihe von Forschern in Aussicht gestellt bzw. bereits vorgenommen worden. Betroffen sind wohl Sándor Ferencz, Pál Horváth, Miklós Mesterházi, Gáspár Miklós Tamás. Dagegen regt sich Widerstand unter den intellektuellen Freunden einer vielfältigen philosophischen Kultur in Ungarn. Eine ungarischsprachige Petition gegen diese Entwicklung ist in kurzer Zeit von mehr als 1900 Personen unterzeichnet worden. Uns erreichen besorgte Anfragen nicht nur aus Ungarn sondern auch aus Deutschland, Griechenland, den Vereinigten Staaten.
Seit vielen Jahren arbeitet die Internationale Georg Lukács-Gesellschaft mit dem Lukács-Archiv in Budapest durchaus erfolgreich zusammen. Das Archiv ist für die wissenschaftliche Pflege und Erschließung des Oeuvres von Georg Lukács von entscheidender, auch internationaler Bedeutung.
Deshalb verfolgen wir die Vorgänge in und um das Archiv mit wachsender Besorgnis. Befürchtet wird, dass es nicht um fachliche Modernisierung geht, sondern dass die Vorgänge einen politischen Hintergrund haben. Es ist zu hoffen, dass Befürchtungen unbegründet sind, es werde die Demontage des unbequemen Lukács-Erbes angestrebt, d.h. auf längere Sicht die Eliminierung des Lukács-Archivs, und mit dem Schlag gegen die Überreste der Budapester Schule die Einschüchterung der linksliberalen Intelligenz.
Wir wenden uns an Herrn Boros, den neuen Archiv-Leiter, und den Präsidenten der Akademie der Wissenschaften mit der Bitte um Klarstellung. Wir wiederholen: Georg Lukács` Werk bedarf eines funktionsfähigen und gut ausgestatteten Archivs, damit jene Arbeit geleistet werden kann, die die Lebensleistung des bedeutenden philosophischen Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts verdient und die international erwartet wird. Und die ist nur möglich, wenn verdiente und ausgewiesene Forscher ihre Arbeit fortsetzen können.
Dr. Rüdiger Dannemann Prof. Frank Benseler
(Internationale Georg Lukács-Gesellschaft)
Essen/ Paderborn 16.1.2011
Unterzeichner: Stand 18.1.2011 Axel Honneth Michael Löwy Wolfgang Fritz Haug Heinz Kimmerle Stefan Bollinger Konstantinos Kavoulakos Wladislaw Hedeler Christoph Jünke Richard Klein Christoph C. Bauer Holger Wendt
Frigga Haug
David Kettler
Guido Oldrini
Michael Thompson
Timothy Hall
Thomas Metscher
Matthias Oehme
Denis Maier
Christoph Henning
Werner Jung
Britta Caspers
Bernd Wagner
Jürgen Meier
Michael Thompson wird den Aufruf in LOGOS (USA) publizieren.
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Danke für diesen Auf- und Weckfruf!
"Befürchtet wird, dass es nicht um fachliche Modernisierung geht, sondern dass die Vorgänge einen politischen Hintergrund haben. Es ist zu hoffen, dass Befürchtungen unbegründet sind, es werde die Demontage des unbequemen Lukács-Erbes angestrebt, d.h. auf längere Sicht die Eliminierung des Lukács-Archivs, und mit dem Schlag gegen die Überreste der Budapester Schule die Einschüchterung der linksliberalen Intelligenz." Worauf gründet sich die Hoffnung? Rudi Dutschke dreht sich gerade fassungslos im Grabe herum. Ist es nicht eher so, die EU Bude brennt, aber die Berantwortlichen in Brüssel wie Budapest ziehen sich aufs Prüfen des Grad der Brenzligkeit der Ungarn EU- Ratspräsidentschaft zurück? |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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