Am 23. Januar 2011 wird Sedef Ecer ihr zweites Werk
À la périphérie (Hrg. von Les Èditions de l’Amandier und L'Espace d'un Instant unter Mitwirkung des Centre national du Livre et de l’Association Beaumarchais) in einer Lesung einem Pariser Publikum vorstellen. Bruno Freyssinet, ihr Kollege und Initiator des rec>on Projektes wird durch die Lesung führen, an der auch die Theaterkünstlerin Selin Altiparmak und Nadir Sönmez teilnehmen werden.
Mit dem in der Nähe des weltberühmten Friedhofs Père Lachaise gelegenen Maison des Métallos haben die Organisatoren einen einzigartigen Ort gewählt, der für seine Vielfalt und Breite an kulturellen Angeboten über Paris hinaus bekannt ist. Die Offerten dieser Begegnungsstätte reichen von Theateraufführungen, Lesungen, offenen Foren, Debatten und Kolloquien bis zu SLAM-Veranstaltungen, Ausstellungen oder Filmpräsentationen. 
Ecer beschreibt die Geschichte einer Familie «am Stadtrand» anhand zweier Generationen. Dilcha und Bilo haben ihre ländliche Umgebung verlassen, um sich auf einem Hügel voller Engel und Dschinns in der Nähe der Stadt niederzulassen. Doch droht dieser nachbarschaftlichen Idylle und wundersamen Gegend jeden Moment Zerstörung und die allmähliche Verwandlung in einen Slum durch die Abwässer einer nahegelegenen Fabrik.
Zwanzig Jahre später und am Fuße einer ebenso giftigen Anlage wiegen sich Tamar und Azad im Schlaf der «Sultane du périph», einer weiblichen Ikone des populistischen TVs. Die beiden Jugendlichen klammern sich in ihrem bedrohten Viertel an die Hoffnung, sich auf ihren Weg machen zu können. Und sie gehen. Sedef Eger widmete sich ein weiteres Mal dem schwierigen Thema Exil und der damit einhergehenden entwurzelten Identität.
Verschiedene Stories, Zeitverschiebungen und parallele Räume lassen in À la périphérie vor den Augen des Zuhörers und Lesers Bilderwelten vom «Stadtrand» entstehen, in denen sich Handlung und Erzählung abwechseln, um, reich an Ergriffenheit und Humor das nackte Wort preiszugeben.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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