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Das Fragmentarische eines Lebens, die Schicksale einzelner aufeinander treffender Gestalten, deren Wege sich kreuzen, verweben sich zu einem imaginären Ganzen. Was sie real verbindet ist die conditio humana. Serge Avédikian, Sedef Ecer und Bruno Freyssinet – bedauerlicherweise ist die deutsch-argentinische Choreographin Marilén Iglesias-Breuker aus dem Projekt ausgeschieden – stellen sich, jeder aus seinem professionellen Blickwinkel, mit ihrem reCon Projekt einem epischen Minenfeld. Das ist dem Thema eigen. Können doch die Länder beziehungsweise Regionen, die in dieses Projekt eingebunden sind, wenn man sich ihrer kulturellen, sozialen und historischen Genesis bewusst ist unterschiedlicher nicht sein: Armenien, Deutschland, Frankreich, Georgien und die Türkei. Dabei geht es um keinen großen philosophisch-anthropologischen Entwurf. Ein „theatralischer Bogen“ will gespannt sein, der Konfliktlinien darstellend transformieren und aufbrechen soll. Das Vergangene im Gegenwärtigen, das Gegenwärtige im Vergangenen.
Was bietet sich da mehr an als das Sujet einer antiken Tragödie. Schicksalhafte Konflikte mit unausweichlichen Katastrophen und scheiternden Helden. Und Les descendants – Die Nachkommen , wie Sedef Ecer die Synopsis des Stücks betitelt, verlieren sich zu Beginn in den Abgründen menschlicher Beziehen, ja Katastrophen, in shakespearianisch-machiavelliartigen Machtzusammenhängen und persönlichen nicht sofort augenscheinlichen Verflechtungen aller handelnden Charaktere.
Der Titel selbst stellt sich bereits einem großen Entwurf vielleicht Joycescher Anmutung mit historischen Verquickungen, wie wir sie aus Gabriel G. Márquez Werken kennen. Doch wie sich die Techniken der Künstler in Zusammenarbeit mit den acht ausgesuchten jungen Darstellern in dieser sehr anspruchsvollen Spiegelung finden werden, steht am Ende eines aufwendigen und begeisterungswürdigen Produktionsprozesses.
Recht unterschiedliche Charaktere gilt es auf die Bühne zu bringen. Eine cholerische, herrschsüchtige Tyrannin, ihren politischer Berater, der als zynischer und grausamer Mann in Erscheinung treten wird, La nounou, das Kindermädchen, als persönliche Trainerin, Diätberaterin und Astrologin, ein junger und ein älterer Journalist, die sich letztlich als ein und dieselbe Person herausstellen werden, drei Astrophysiker, eine Frau in zwei verschiedenen Epochen sowie die beiden zentralen Figuren Dounia, die Archäologin und Selesto, das in der Obhut von Astrophysikern aufgewachsene und ausgebildete Waisenkind. So können sich die Spannungsfelder zwischen Himmel und Erde entwickeln und Gegenwart und Vergangenheit miteinander verknüpfen. Bruno Freyssinet wird das Stück inszenieren.
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Die weitere Entwicklung des Stücks und weitere Details werden bis zur Deutschlandaufführung hier in diesem blog dargestellt.
Mit freundlichen Grüßen reCon Koop Blogger |
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Danke!
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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