redfox

Blog von redfox

27.09.2011 | 23:45

Ich kündige

Die gestrige Ausgabe des SPIEGELs hat mich derart empört, dass ich nun mein Abo kündige.

Bereits das Interview mit Catherine Millet im Zuge der Kausa DSK hielt ich für nicht druckreif.

Als ich mir die 9/11-DVD ansah, blieb mir die Spucke weg anlässlich der Dreistigkeit, (nicht als solche gekennzeichnete) Computersimulationen mit den bekannten Bildern des Anschlags auf das Pentagon zusammenzupantschen (eine Zusammenarbeit mit z. B. dem ZDF und arte).

Nach dieser Ausgabe aber reicht es mir endgültig.

Denn da darf Dick Cheney Dinge kolportieren wie:

"Guantanamo ist eine exzellente Einrichtung. Es wird vom US-Militär hervorragend geführt. Viele Gefangene leben dort besser als in ihren Heimatländern."

oder auch:

"Das Schuldenproblem haben wir wegen der teuren Sozialprogramme: Sozialhilfe und die staatliche Krankenfürsorge für Arme. Dort liegen die wichtigsten Ursachen für unsere steigenden Ausgaben, genauso wie das bei Ihnen in Europa der Fall ist. Der Anteil der Verteidigungsausgaben an Amerikas Gesamthaushalt ist so niedrig wie kaum je seit dem Zweiten Weltkrieg."


Und nur ein paar Seiten weiter findet sich ein Interview mit Lars von Trier, der sich nicht nur (immer wieder) in bedenklicher Weise über Hitler äußert:

Trier: Mir ist übrigens nicht klar, was Sie eben mit Frauenhass meinten.

SPIEGEL: Eine Botschaft von "Antichrist" war, dass in der weiblichen Sexualität der Teufel steckt.

Trier: Ja, gut, das wird im nächsten Film noch schlimmer. [...] Es muss mit meiner Mutter zu tun haben, die ich wirklich gehasst habe. Sie haben recht. Vielleicht bin ich wirklich ein Frauenfeind. [...] Ich kann über meine Mutter wirklich nur Schlechtes sagen. Und seit wann ist Frauenfeind ein Schimpfwort? Ich könnte genauso gut sagen: Ich hasse Giraffen.

 

Es ist eine Sache, wenn Journalisten nicht schnell und gewitzt genug sind um auf solche Äußerungen angemessen zu reagieren. Eine ganz andere Nummer wird es jedoch, wenn derartiges dann auch so von der Redaktion durchgewunken und unters Volk geschmissen wird.

Deshalb: ich schreibe keinen Leserbrief, denn ich hege wenig Hoffnung auf Antwort und Einsicht.

Meine Wut aber wollte ich mitteilen. Euch.

 
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Kommentare
Joachim Petrick schrieb am 28.09.2011 um 01:11
@redfox

"Es ist eine Sache, wenn Journalisten nicht schnell und gewitzt genug sind um auf solche Äußerungen angemessen zu reagieren. Eine ganz andere Nummer wird es jedoch, wenn derartiges dann auch so von der Redaktion durchgewunken und unters Volk geschmissen wird."

Das schlägt ja dem Spiegel Schmuddel Fass den Boden aus!!!!!!!!!!

Danke, dass Sie mir u. a. den Beitritt zu Ihrer überaus berechtigten Wut ermöglichen.
Joachim Petrick schrieb am 28.09.2011 um 12:02
@

""Guantanamo ist eine exzellente Einrichtung. Es wird vom US-Militär hervorragend geführt. Viele Gefangene leben dort besser als in ihren Heimatländern."

oder auch:

"Das Schuldenproblem haben wir wegen der teuren Sozialprogramme: Sozialhilfe und die staatliche Krankenfürsorge für Arme. Dort liegen die wichtigsten Ursachen für unsere steigenden Ausgaben, genauso wie das bei Ihnen in Europa der Fall ist. Der Anteil der Verteidigungsausgaben an Amerikas Gesamthaushalt ist so niedrig wie kaum je seit dem Zweiten Weltkrieg."

Habe ich selber noch einml nachgelesen.
Bei dem Interviewteil denke ich, haben die Spiegel Redakteure den Herrn Cheney ungehobelt, nachdrücklich befragt, für sich selber antwortend sprechen lassen.
Das fand ich soweit okay
Joachim Petrick schrieb am 28.09.2011 um 01:11
@redfox

"Es ist eine Sache, wenn Journalisten nicht schnell und gewitzt genug sind um auf solche Äußerungen angemessen zu reagieren. Eine ganz andere Nummer wird es jedoch, wenn derartiges dann auch so von der Redaktion durchgewunken und unters Volk geschmissen wird."

Das schlägt ja dem Spiegel Schmuddel Fass den Boden aus!!!!!!!!!!

Danke, dass Sie mir u. a. den Beitritt zu Ihrer überaus berechtigten Wut ermöglichen.
Joachim Petrick schrieb am 28.09.2011 um 01:12
@redfox

"Es ist eine Sache, wenn Journalisten nicht schnell und gewitzt genug sind um auf solche Äußerungen angemessen zu reagieren. Eine ganz andere Nummer wird es jedoch, wenn derartiges dann auch so von der Redaktion durchgewunken und unters Volk geschmissen wird."

Das schlägt ja dem Spiegel Schmuddel Fass den Boden aus!!!!!!!!!!

Danke, dass Sie mir u. a. den Beitritt zu Ihrer überaus berechtigten Wut anbieten.

tschüss
JP
eykiway schrieb am 28.09.2011 um 01:47
Eine weise entscheidung dich zu trennen vom Kulturfaschismuss genannt Spiegel. Hast du denn schon die Avantgarde genannt Freitag aboniert?
@joachim petrick warum 3 Post? bist du jetz die 3 einfältigkeit?
Der heilige geist und und,
grins u gröhl
hadie schrieb am 28.09.2011 um 15:49
Dieses Kündigungs-Erlebnis hatte 2007 mit der "Zeit", als auf deren Titelseite eine Art Todesanzeige für "Hartz IV" prangte. Die Große Koalition hatte minimale Veränderungen an der "Armut per Gesetz" vor, und die "Zeit" protestierte verbissen dagegen. Seitdem habe ich das Mistblatt nicht wieder angerührt!
claudia schrieb am 28.09.2011 um 12:09
>>"Guantanamo ist eine exzellente Einrichtung. Es wird vom US-Militär hervorragend geführt. Viele Gefangene leben dort besser als in ihren Heimatländern."<<
oder:
„Das Leben im Stadion ist bei sonnigem Frühlingswetter recht angenehm“.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.
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