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Es ist Donnerstag nachmittag im Stuttgarter Schloßpark. Der Strahl eines Wasserwerfers trifft auf eine Gruppe Jugendlicher, die friedlich eine Sitzblockade durchführen. Die Bilder sieht man kurz darauf überall im Internet und am nächsten Tag in der Presse. Der Inhalt der Wasserwerfers ist ein Gemisch aus Wasser und Tränengas. Die Cops gehen weiter mit Reizgas und Knüppeln gegen die Protestierenden vor. Die Bilanz des Tages sind hunderte Verletzte.
Viele TeilnehmerInnen des Protestes gegen „Stuttgart 21″ sind von dieser Härte der Polizei überrascht. Unverständnis wechselt in Empörung und Wut. Die Polizei, die aus mehreren Bundeländern Einheiten zusammenkarrte, machte vor niemandem Halt. Sie griff Kinder genauso an wie ältere Menschen. Aufgrund dieser Rambo-Taktik stellen sich viele Leute die Frage: Warum ging die Polizei so brutal gegen friedliche Demonstranten vor?
Die herrschende Ordnung ist die Ordnung der Herrschenden
Ein Tag danach wird das üble Vorgehen, damit erklärt, dass es Kommunikationsprobleme der Beteiligten vor Ort gegeben hätte. Der Einsatz wird von den Verantwortlichen weiterhin gerechtfertigt. Es ist ungeheuerlich, dass den Protestierenden, die wirklich alles andere als gewalttätig agieren, eine Mitschuld gegeben wird. Aber ganz davon abgesehen wird die Schuld bei Einzelnen gesucht. Das wurde bei der Weltwirtschaftskrise, genauso wie bei der Loveparade-Tragödie in Duisburg gemacht. Und das ist eine Lüge.
Jetzt lassen die Regierenden und „Stuttgart 21″-Betreiber, angeführt von Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsident Mappus, die demokratische Maske fallen. Nachdem ihre Betrugsmanöver gescheitert sind und bei der Masse der Menschen auf Ablehnung stießen, setzen sie nun auf offene Gewalt. Die Repression des Staates gegen fortschrittliche Bewegungen hat Tradition. Sie dient vor allem der Abschreckung, Ausgrenzung und Entpolitisierung. Das Ziel der Repression ist der Machterhalt der Herrschenden.
Der Polizeieinsatz fand ja nur deshalb statt, weil die Massenbewegung des aktiven Widerstandes in den letzten acht Wochen enorm angestiegen ist und bundesweit sowie international immer größere Aufmerksamkeit und Solidarität erhält. Die jetzige Brutalität hat das Ziel die Menschen einzuschüchtern, sodass eine gewisse Angst entsteht. Desweiteren soll den Leuten ihre angebliche Machtlosigkeit vor Augen geführt werden, sodass eine Resignation unter den Protestierenden einsetzt und so die Bewegung an Zuspruch verliert.
Vorerst wurde aber das Gegenteil erreicht am Freitagabend demonstrierten bis zu 100.000 Menschen durch die Stuttgarter Innenstadt. Dies ist bis jetzt die größte Demonstration gegen „Stuttgart 21″ und auch ein Zeichen, dass sich die Protestbewegung nicht einschüchtern lässt. Dies stimmt positiv für die Zukunft.
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Nicht nur um Einschüchterung geht es, auch um eine sich daraus ergebende Spaltung der Protestbewegung - aber die Stuttgarter beginnen -und in diesem Fall wohl wirklich mal 'unumkehrbar'- zu verlernen, zu lieben, was man hassen sollte... Die Forderungen, die aus der Masse kommen, sind inzwischen eindeutig politischer Natur. Neben "Mappus weg!" skandieren die Leute neuerdings "Merkel weg!" (gestern zum ersten Mal gehört).
Die Strategie Von GrubeMappusMerkelRech &Co. geht nicht auf; im Gegenteil. Aber, machen wir uns nichts vor: das wird noch ein langer Weg. Hoffentlich gelingt es, dass der Funke von Stuttgart auf das Land überspringt. Leider gibt es ja keine West-Medien mehr (oder: leider nur noch solche), die die Propaganda der CDU/FDP-Politbürokraten kontern könnte. Da bleibt wohl nur noch eine Weile "Oben bleiben!" -auch in dieser Hinsicht. |
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Und deswegen auch nochmal das hier...
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Die Politiker sind die Organisatoren der Macht, die nach ihrer politischen Interimslaufbahn mit besser bezahlten Posten in der Privatwirtschaft belohnt werden. Am besten tun sie das mit den gezähmten unterhaltenden Medien, die ihrerseits Arbeitsbedingungen geschaffen haben, die Journalisten zunehmend in den Status des Lohnschreibers drängen und deshalb nicht mehr in der Lage sind, ihrem Berufsethos gerecht zu werden. Stuttgart 21 ist eine Goldgrube - für Investoren. Da spielt der spätere reale Nutzen für die Bevölkerung nur eine untergeordnete Rolle.
Vielleicht ist jetzt ein Punkt gekommen, nach der Spekulantenblase, der jetzt gerade die nächste folgt, dass immer mehr Menschen merken, es geht gar nicht mehr um das Allgemeinwohl, wenn Politiker sich redend ans Volk wenden, sondern um die verklausulierte Verteidigung der derzeitigen Besitzverhältnisse, um das Ausrauben real existierender Unternehmen und um die Umverteilung der Steuergelder mittels der sog. Privatisierung. Einen Schlagstock haben wir noch, auch wenn er sehr kurz ist: die Macht, die Wahlurne benutzen zu können. |
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Hiermit erhalten Sie den persönlichen Auftrag (wahrnehmbar oder nicht; bei Nichtteilnahme schwindet sukzessive & moralisch das Wortrecht), einen sogenannten 'Schwabenstreich' nach den Regeln desselben öffentlich und bis zur Durchsetzung seines Ziels, in Ihrer Heimat zu veranstalten.
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@ hump van weyden
Deinen Einlassungen nach scheinst Du für das System blood and honour zu stehen. Häng' Deine weißbeschnürten Stiefel lieber an den Haken. |
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Ich hoffe, dass meine Kommentare wenigstens hier veröffentlicht werden. Anders beim Focus, von dem ich folgende Email erhalten habe, bei denen ich mich auf die Einträge anderer Foristen bezogen habe, merkwürdiges Verständnis von Freiheit im Blog. Der Focus antwortet:
Hallo sysopr, Ihr Beitrag: Demokratieverständnis Da melden sich mal wieder die Richtigen zu Wort: Pottwal, der lieber Hofberichterstattung haben möchte und schon häufiger durch unqualifizierte Äußerungen aufgefallen ist. Die Aussage von Hersel ist eine Zumutung für jeden Demokraten und Kingsking geht die Gewalt der Polizei offenbar noch nicht weit genug. wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht. Die Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben können, entnehmen Sie bitte unserer Netiquette: www.focus.de/community/netiquette Eine Erläuterung der Ablehnung ist aus personellen und zeitlichen Gründen nicht möglich. Ihr FOCUS-Online-Administrationsteam Soviel zur freien Meinungsäußerung beim Focus |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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