Reklov

Leben und sterben lassen

04.04.2010 | 12:25

Leserbrief zum Thema "Baumfällungen in Wuppertal"

Mein Leserbrief zum Thema "Baumschutz in Wuppertal", leicht gekürzt abgedruckt in der Wuppertaler Rundschau v. 24.03.2010:

 

Baumvernichtung in Wuppertal gehört zu den dringenden Problemen, die von den jeweils Verantwortlichen gründlich überdacht werden müßten. Ob die Stadtverwaltung oder der neue Betreiber des Barmer Bahnhofs dafür zuständig ist, weiß ich nicht, aber nun hat es auch die letzten Bäume vor dem Bahnhofsgelände getroffen. Was denkt man sich eigentlich dabei? Egal ob auf der Hardt, im Nordpark, auf dem Nützenberg oder dem Scharpenacken, ob Am Elfenhang in Vohwinkel oder in der Grünanlage Hohenstein und neulich am Landgericht: Kein Argument scheint zu billig, keine Ausrede zu weit hergeholt zu sein, um dem Bürger plausibel zu machen, daß es zu den angeblich notwendigen Baumfällungen keine Alternative gibt.

Gewiß, von alten, kranken oder sturmgeschädigten Bäumen kann eine akute Gefahr ausgehen. Doch sollte man dieses an sich wichtige Argument und auch die offenkundige Lüge von den allerorten offenbar notwendigen "Lichtungsarbeiten" mit größter Sensibilität verwenden.

Für wie dumm hält man uns eigentlich? Es ist jetzt genau drei Jahre her, daß ich mit Forstarbeitern auf der Hardt wieder einmal diskutiert habe, warum man an verschiedenen Stellen über 40 offenkundig kräftige und gesunde, zum Teil noch recht junge Bäume gefällt hat.  Natürlich kam das Argument von den Lichtungsarbeiten. Aber bedeutet "auslichten" tatsächlich, daß man flächendeckend alles niedermäht, anstatt behutsam einige wenige zu fällen, um allen anderen einen besseren Wuchs zu ermöglichen?

Was wir dringend brauchen, ist eine Baumschutzsatzung für alle Bäume, nicht nur nur für jene auf Privatgrundstücken. Fordern müssen wir, daß jede einzelne geplante Baumfällung von unabhängigen Gutachtern sehr sorgfältig geprüft werden muß, außer natürlich in Gefahrensituationen. - V.B.

 

 
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Kommentare
misterl schrieb am 04.04.2010 um 12:42
Lieber Reklov.

Man mag zum Tal an der Wupper stehen wie man will, aber um Wuppertal (wieder?) aufzuhübschen bedürfte es vieler Abrissarbeiten an zerfallender Fassade (Beispiel ehemals Lacke Herberts), Begrünung der sich ergebenden Freistellen, dem kompletten Abriss der Schwebebahn als störendes Motiv im Bild im ganzen Tal und der Gesundheitsvorsorge wegen Lärmverhinderung besonders in Sonnborn/Vohwinkel, der Verlegung einer ganzen Autobahn (A46) in den Boden statt einen Tunnel darüber zu bauen, jede Menge Farbe für die Fassaden selber, die Renaturieung der Wupper mit Rad.- und Wanderweg und eben viel Grün (ob Baum, Strauch, Wiesen oder Blumen) dazwischen.

Gruss von einem Ex-Taler.
Reklov schrieb am 04.04.2010 um 12:47
Hm, Abriß der Schwebebahn kann eigentlich nicht Ihr Ernst sein, ich finde sie wunderbar und sie erspart täglich viele tausend Autofahrten. Auch halte ich sie für ökologisch viel sinnvoller als Busse oder den Individualverkehr. Schade auch in diesem Zusammenhang, daß man damals die Straßenbahn abgeschafft hat.
misterl schrieb am 04.04.2010 um 12:50
Doch. Ist mein Ernst. Die Abschaffung der Strassenbahn fand und finde ich viel problematischer.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 04.04.2010 um 12:56
Mein Vater ging zum WSV, mit dem Motorrad, von Remscheid. Das ist über 50 Jahre her. Wegzug. - Bezeichnend heute und 3. Liga: Stadion am Zoo Platz 19, Bremer Brücke Platz 1.
FO, Rainer
misterl schrieb am 04.04.2010 um 16:48
Was für eine Beweiskette... :-)

WSV - dmnächst Regionalliga West und/oder sogar Pleite. Und für die Stadt gilt das selbe.

Das hat auch etwas mit falschem Festhalten, falschen Entscheidungen, falschen Zukunftsplänen zu tun zwischen der Dienstleistungshochburg Düsseldorf/Hilden, der eher Urlaubsregion bergisches Land und dem Wegfall umfassender Industrie und Kleinbetrieben im Zentrum des bergischen Landes.

Was bleibt? Ein sterbende, graue Maus mit einer alten Schwebebahn und einem viel zu kleinen Zoo.
Reklov
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