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Komme gerade von der Isar, wo ich mich vergewisserte, was mir Freunde schon gestern mitteilten: Objekt #04 ist verschwunden. Lust über alle denkbaren Möglichkeiten zu spekulieren habe ich nicht.
Für den Fall, daß es irgendjemand schlicht gefiel, und es jetzt irgendeinen Schrebergarten ziert, gefällt mir vor allem der Gedanke an die nachbarschaftliche Auseinandersetzung mit den Freunden der Gartenzwerge.
Für den noch unwahrscheinlicheren Fall des Diebstahls aus Profitgier, weise ich nicht nur auf die Unwahrscheinlichkeit hin, mit dem Verkauf meiner Kunst je einen Reibach machen zu können, noch dazu ohne Signatur, sondern weil ich das Objekt Kraft dieser Erklärung hier zu Müll erkläre. Müll, weil aus dem Fluß der Geschichte gerissen, die mit dieser Installation geschrieben wird.
Da ich darüber hinaus ein Überbleibsel meiner Verdübelung fand –
welches ich zum zentralen Teil einer Skulptur machen werde, wozu ich nicht nur bereits den Hauptteil habe, sondern mir seit langem Gedanke über das mache, was in die Mitte kommt – fehlt mir jeder Grund zum Klagen.
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vielleicht würde ja sämtlicher Müll auf der Erde von auf welche Weise auch immer motivierten Menschen wieder entsorgt werden, wenn er nur rechtzeitig von entsprechenden und entsprechend integer motivierten Künstlern zu Kunst erklärt werden würde.
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Freut mich zwar, wenn meine Arbeit solch optimistische Ideen anstößt, aber nicht nur würde dies von Künstlern und der Kunst zuviel verlangen, nein das Problem Müll läßt sich wenn, dann nur gesamtgesellschaftlich lösen, d.h. global. Dafür sehe wiederum nur wenig Anlaß auf Hoffnung. Ja, das Bewußtsein ändert sich. Andererseits ist bislang all das was da Gutes von den sogenannten entwickelten Ländern kommt, nie vielmehr als ein Heftpflästerchen auf klaffende Wunden. Habgier gestützt auf die fatale Dreieinigkeit, von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft läßt die Wirklichkeit als Bestätigung der alten Fabel vom Hasen und dem Igel erscheinen. Wirkliche Änderung würde eine Bereitschaft zu einer radikal veränderten Lebensweise der sogenannten entwickelten Länder voraussetzen.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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