Schachnerin

Blog von Schachnerin

10.02.2012 | 10:09

Naturgas aus dem Naturschutzgebiet

Nördlich des Chiemsees, unter dem Langbürgner See, im ältesten Naturschutzgebiet Bayerns www.eiszeitseen.de/biotopverbund/naturschutz/nsg_ehs.html wird ein Erdgasvorkommen vermutet. Das wird für die Energiewende gebraucht. Bayerisches Gas für Bayern. Die österreichische Rohölauffindungsaktiengesellschaft RAG möchte einen Antrag zum Gasbohren stellen. Nach dem Bergrecht ist das Bergamt für die Genehmigung zuständig. Das Bergamt München untersteht dem bayerischen Wirtschaftsministerium. Bayerischer Wirtschaftsminister ist Martin Zeil (FDP). Wir haben einen FDP-Minister, weil die CSU nicht allein regieren kann. Die Gegner des Gasbohrens haben eine Petition beim Landtag eingereicht, die hat auch der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner unterzeichnet.  klausstoettner.de/index.php?option=com_content&view=article&id=78:erdgasbohrung-rag-austria-petition-landtag-bayern&catid=1&Itemid=100063

In einen leeren Gasspeicher kann man allerhand hineinpumpen. Die Bad Endorfer Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben befürchtet, daß eine lukrative Verwendung als Lagerstätte in Betracht gezogen wird. Der Minister Zeil hat an die Gegner des Gasbohrens geschrieben, daß der Antragsteller (eigentlich Antragstellerin RAG) "einen Rechtsanspruch auf eine zügige Verfahrensdurchführung hat, eine Petition steht dem nicht entgegen", www.rosenheim24.de/news/chiemgau/breitbrunn/kolbeck-echte-alternative-noch-nicht-gefunden-breitbrunn-erdgasbohrung-chiemgau24-1573960.html

Offiziell heißt es, das Gasvorkommen könne konventionell gefördert werden. Professor Hans Otto Siebeck, ein Limnologe, meint aber, daß das Gas auch unkonventionell, das heißt durch Fracking (hydraulic fracturing) gefördert werden könnte. Der Bundesumweltminster arbeitet an einem Gesetz, das das Fracking regeln soll. Andere europäische Länder haben diese Technologie schon verboten. oliver-krischer.eu/detail/nachricht/deutschland-braucht-ein-fracking-moratorium.html

Die Gegner des Gasbohrens haben auf dem Eis des Langbürgner Sees eine Bohrturmattrappe aufgestellt. www.gegen-gasbohren.de/2012/02/05/bohrturmattrappe-als-warnzeichen-auf-langbuergner-see-aufgebaut/

 
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Kommentare
goedzak schrieb am 10.02.2012 um 10:50
Danke für die Nachrichten!
Schachnerin schrieb am 10.02.2012 um 21:27
Dem bayerischen FDP-Wirtschaftsminister Zeil ist der Bundesumweltminister Röttgen beim Schutz der Umwelt zu streng. Der Wirtschaftsminster hat Angst, daß in Bayern bald die Lichter ausgehen. Es gibt auch einen bayerischen Umweltminister, er heißt Söder.
luggi schrieb am 10.02.2012 um 22:02
Gaslichter oder Irrlichter?
Zeitleser schrieb am 14.03.2012 um 23:13
Die FDP in der bayerischen Landesregierung? Gut oder schlecht, dass Sie daran erinnert haben, kaum zu glauben, ich nehme mal an, dass die den Hotelbonus und damit das mögliche Ende der FDP erwirkt haben. Selbst bei heftigen Versuchen, mir verständlich zu machen, weshalb in einer Endmoränenlandschaft erkundungswürdige Erdgasfunde zu vermuten sind, denke ich, verrückt oder nicht, die Erkunder wollen an staatliche Mittel für´s Erkunden, das reicht ihnen schon, nicht ans Gas. So hat man im heimatlichen Schwarzwald überall nach Vorkommen gebohrt, auch nach Kohle, haha, in einer Gegend wo Kohle nur dann gefunden wird wenn man sie vorher vergraben hat. Der Kapitalismus bohrt sogar nach Erkenntnis wenn es dafür Geld gibt, (für´s Bohren versteht sich).
Schachnerin schrieb am 14.03.2012 um 23:29
lieber Zeitleser,
der Geologe von der RAG hat gesagt, daß das Vorkommen 10 Jahre für 20 000 Haushalte reicht. Wieviel die Lizenz zum Bohren gekostet hat, die sie vom Freistaat Bayern gekauft haben, hat er nicht gesagt.
200 bis 300 Millionen Kubikmeter Gas werden vermutet.
www.merkur-online.de/nachrichten/bayern/riesen-aerger-bohrungen-chiemgau-mm-1497952.html
In Assing (Landkreis Traunstein) strömt schon bayerisches Gas zu bayerischen Kunden.
www.presseportal.de/pm/74137/2179856/bayerisches-gasfeld-assing-produziert-bayerisches-gas-fuer-bayerische-heizungen-und-die-heimische
Zeitleser schrieb am 15.03.2012 um 00:03
Er hat es nicht gesagt, er hat es behauptet. 20000 Haushalt zehn Jahre - das ist nicht der Mühe wert. Wenn wir wüssten wie man es macht, könnte man aus der Materie einer Briefmarke eine Stadt mit 50.000 Einwohnern ein halbes Jahr lang beleuchten und beheizen. That counts. Wie haben es die Bayern geschafft tausend Jahre zu leben ohne dass man Energie aus den allerletzten Reserven erkunden und ausbeuten musste?
hardob schrieb am 11.02.2012 um 10:33
Na ja, Söder heißt er nimmer, der bayerische Umweltminister, der heißt jetzt, ja, wie heißt er denn ... Huber heißt er, Huber Marcel. Der wird natürlich einen noch schwereren Stand haben gegenüber dem Zeil mit seiner Kleinpartei, die im Einklang mit wesentlichen Teilen der natürlichen, gottgewollten und gottbefohlenen Mehrheitsfraktion im bayerischen Landtag die Zubetonnierung Bayerns sämtlicher Beschränkungen entlasten will, weil das nämlich Wachstum fördert.
Schachnerin schrieb am 11.02.2012 um 15:33
@hardob,
des is mia aber peinlich,
der Söder ist jetzt Finanzminister und der Dr. Marcel Huber, der Veterinär aus Mühldorf, ist Umweltminister.
hardob schrieb am 11.02.2012 um 20:22
Liebe Schachnerin, eine momentane Verwirrung über das Seehofer-Kabinett ist überhaupt nicht peinlich. Man kommt auch kaum noch nach, wer grad Sparkassenpräsident wird und welcher Finanzminister 200 Mio Schadensersatz zahlen soll und wer für die Lebensmittelkontolleure zuständig ist, An Unterhaltung mangelt es nicht seitens der Freistaatsregierung, egal welches Personal gerade seinen Auftritt hat. Immer frei nach dem Gstanzl:
"Der Ratz scheißt uns in' Brotteig nei.
Wurscht!
mir spar'n die Kontrolleure ei,
Hauptsach mia san schuldenfrei.
Judödaralladei"
Georg von Grote schrieb am 11.02.2012 um 16:00
Wer den Chiemsee kennt und die Gegend um den Chiemsee, der kann sich wegen eines solchen Vorhabens nur noch an den Kopf greifen.
Im Moment wird dieses Erdgas gar nicht gebraucht und es muss eigentlich jedem klar sein, dass dadurch hydraulic fracturing und vor allem auch durch die Restlasten dieser Technik da eine ganze Landschaft zerstört wird.
Schachnerin schrieb am 17.02.2012 um 16:28
derStandart schreibt heute "RAG versetzt Bayerns Naturschützer in Rage" derstandard.at/1328507960472/Langbuergner-See-RAG-versetzt-Bayerns-Naturschuetzer-in-Rage

Der Bürgermeister von Breitbrunn sagt, daß sie auf dem See nicht einmal mit dem Schifferl fahren dürfen, also wehren sie sich auch dagegen, daß da herumgebohrt wird. Die Sprecherin der RAG ist sich sicher, daß sich niemand Sorgen um den Naturschutz machen muß, weil es die RAG schon seit 75 Jahren gibt und sie Erfahrung hat.
Schachnerin schrieb am 14.03.2012 um 21:54
Der neueste Stand

die Petition wird gewürdigt

www.ovb-online.de/lokales/rosenheim/landkreis/stoettner-zuenglein-waage-1901070.html

herausgekommen ist dabei nichts neues: „die Petition wird an alle zuständigen Behörden weitergeleitet“. Die Behörden, die untere Naturschutzbehörde, das Wasserwirtschaftsamt und das Gesundheitsamt sind schon informiert. „Außerdem wird dem Wirtschaftsausschuss - der in dieser Sache zuständig ist - noch in der Genehmigungsphase und vor der Entscheidung ausführlich berichtet.“ Daß die Kommunen und die Behörden erst während der Genehmigungsphase Stellung nehmen können ist auch nicht neu.

die Pressemitteilung der RAG

„In die Suche nach alternativen Bohrstandorten haben wir den Forderungen der Bürgerinitiative Rechnung getragen. Sollten wir nun jedoch keine Lösung finden, müssen wir das Verfahren am Ursprungsstandort wieder aufnehmen.“ und „gleichzeitig befasst sich die RAG auch mit einer möglichen Nachnutzung der Bohrung, die sich an den regionalen Bedürfnissen orientieren soll.“
„Für den Fall, daß die RAG statt auf Erdöl auf heiße Wasservorkommen stößt, ist diese beispielsweise zur touristischen Nutzung des Gebietes denkbar.“

Bad Endorf hat schon ein Thermalbad.

www.gegen-gasbohren.de/wp-content/uploads/2012/03/RAG-Pressemitteilung.jpg?cda6c1
hardob schrieb am 14.03.2012 um 22:40
Was passiert'n dann, wenn die RAG bei ihren Bohrungen auf die heiße Luft trifft, die sie in ihrer Presseerklärung verbreitet?
Schachnerin schrieb am 14.03.2012 um 22:51
lieber hardob,
ich weiß es nicht, aber sie gehört auf jeden Fall dem Freistaat Bayern, die heiße Luft. Übrigens ist der Wirtschaftsminister Zeil ein Zahnarzt.
hardob schrieb am 14.03.2012 um 23:07
der Zeil, noch so ein Heißluftgigant. Zahnarzt ist er? Deswegen sein Einsatz für Probebohrungen? Zu dem würd ich mich nicht in die Praxis trauen, wenn er probebohrt.

Beste Grüße
ed2murrow schrieb am 14.03.2012 um 23:12
Vielen Dank für Bericht und Updates!
Zeitleser schrieb am 15.03.2012 um 00:12
Das muss in die Annalen: Ein Recht auf zügige Verfahrensdurchführung (der Privatwirtschaft gegenüber dem staatlichen Überprüfungs- vulgo Gemeinwohl - gebot). Das ist die neoliberalistische Formel per se - das Ding an sich - wer nicht sofort Geld machen kann, ist Opfer staatlicher Willkür.
Schachnerin schrieb am 15.03.2012 um 23:22
Regenerative Energie aus dem Zauberwald:
Bald lese ich keine Zeitung mehr.
In der Süddeutschen ist heute gestanden, daß am Auslauf des Hintersees die Wasserkraft Hintersee GbR ein Kleinkraftwerk mit 47 Kilowatt Leistung bauen will. Dafür soll eine hundert Meter lange Trasse für eine Leitung in den Bergwald geschlagen und frei gehalten werden.
www.sueddeutsche.de/q5Y38V/520013/Frevel-im-Zauberwald.html

Der Gemeinderat der Gemeinde Ramsau hat mit nur einer Gegenstimme für das Kleinstwasserkraftwerk gestimmt.

Gegen einen Gesellschafter der Wasserkraft Hintersee GbR wurde Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht, weil er ein Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein ist, der für die Region am Hintersee zuständig ist.

Die Ansprechpartner für das Berchtesgadener Land im Wasserwirtschaftsamt Traunstein
www.wwa-ts.bayern.de/wir/ansprechpartner/index.htm

Der Gesellschafter
www.berchtesgadener-anzeiger.de/includes/mehr.php?id=5990
ich habe keinen besseren Text gefunden

der Bund Naturschutz ist gegen das Kraftwerk
www.berchtesgadener-land.bund-naturschutz.de/index.php?id=11428

blog.berchtesgadener-land.com/wp-content/uploads/2011/09/800px-Zauberwald_Ramsau1.jpg
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