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zu der Länge von deren Schutzfristen. Lakonisch gesagt ist es ja ganz einfach: Wenn man den Diebstahl nicht verhindern kann, legalisiert man ihn... Nun will auch "Die Linke" das Urheberrecht massiv einschränken und fordert eine Gebühr von Kreativen für ihre urheberrechtlichen Werke, weil angeblich sonst nur die Medienunternehmen profitieren würden.
Denn, nach einer nur 5-jährigen Schutzfrist, soll es eine "kostenpflichtige Verlängerungsoption für den Schutzrechtsinhaber geben". Toll, der Urheber darf nach 5 Jahren für den Schutz des eigenen Urheberrechts selbst zahlen. Warum? Wozu? Er ist doch der Urheber indem er seine Arbeit zugänglich macht. Wem entstehen dadurch denn Kosten die eine kostenpfichtige Verlängerung des Urheberrechts rechtfertigen. Die Linke spinnt. Ich bin nicht ganz sicher, aber glaube das selbst in der DDR das Urheberrecht mit einer Schutzfrist von 50 Jahren nach dem Tod gab.
Dieses Papier zeigt lediglich das Unverständnis der Verfasser des Artikels von der Linken bezgl. des Urheberrechts: Medienunternehmen können nicht Inhaber von Urheberrechten sein. Weder per Definition, noch lassen sich Urheberrechte auf andere übertragen. Die können Nutzungsrechte durch den Urheber erhalten.
Die Frage stellt sich natürlich ob und welche Lobbyvertreter sich für DieLinke interessieren, Linke Medien? Wahrscheinlich. Der Name der Partei sagt ja erstmal nichts über die Interessenslagen und wer dort im Hintergrund Manöverspielchen treiben will. Vielleicht sind es auch "nur" Trittbrettfahrer, die auf Themensuche sind. Darum wird wohl zunächst auch nur Till Kreutzer hervorgekramt: der glaubt [1] nämlich, dass die Schutzdauer in der Regel weit über das hinausgeht, was zum Anreiz kreativer Leistungen erforderlich wäre.
Dabei ist das mit dem Urheberrecht ganz einfach zu verstehen: Es darf nicht das von den Medienkonzerne geforderte erweiterte Leistungsschutzrecht mit dem Urheberrecht vermischt werden, um damit eine Verkürzung der Schutzfristen des Urheberrechts auf fünf Jahre zu begründen! Basta. Schliesslich ist das Urheberrecht das Arbeitsrecht der freien Kreativen und ermöglicht erst eine freie Kunst und Kultur mit Zugang für jeden Bürger. Will “Die Linke” diese Erungenschaft wieder abschaffen? Das wäre so als würden Patente von z.B. Pharmaherstellern nach 5 Jahren verfallen und jeder könnte fröhlich Generika verkaufen ohne jemals in die Forschung investiert zu haben. Aber um sich mit der Pharmaindustrie anzulegen hat dieLinke keinen Mut.
ein interessantes Zitat wil ich dann doch schon hier infügen:
Ein späteres Bundesverfassungsgerichtsurteil hat überdies bestätigt, dass Werke die Tendenz haben, mit zunehmendem zeitlichen Abstand zur Veröffentlichung an privatrechtlicher Bindung einzubüßen: „Mit der Veröffentlichung steht das geschützte Musikwerk nicht mehr allein seinem Schöpfer zur Verfügung. Es tritt vielmehr bestimmungsgemäß in den gesellschaftlichen Raum und kann damit zu einem eigenständigen, das kulturelle und geistige Bild der Zeit mitbestimmenden Faktor werden (BVerfGE 31, 229 [242]; 49, 382 [394]). Es löst sich mit der Zeit von der privatrechtlichen Verfügbarkeit und wird geistiges und kulturelles Allgemeingut (BVerfGE 58, 137 [148 f.]). Dies ist zugleich die innere Rechtfertigung für die zeitliche Begrenzung des Urheberschutzes durch § 64 Abs. 1 UrhG.“ Hieraus folgt, dass grundsätzlich Schutzrechtsverkürzungen möglich sind, auch wenn diese auf EU-Ebene durchgesetzt werden müssten.
Es werden mittlerweile immer mehr Urteile in dieser Richtung gefält. Die Paste&Copy können dann bald ganz in Ruhe "guttenbergen" gehen. Da fragt sich dann shon warum es hier in Deutschland einen Zwergenaufstand wegen Google Buchscannereien gegeben hatte.
[1] carta.info/26165/den-gordischen-knoten-durchschlagen-ideen-fuer-ein-neues-urheberrechtskonzept/
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@Rosa Sconto
"Weder per Definition, noch lassen sich Urheberrechte auf andere übertragen. Die können Nutzungsrechte durch den Urheber erhalten." Das isses! |
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Hallo Rosa,
die Linke hat Angst vor der Piraten-Partei, das isses. Von Urheberrecht verstehen beide nix. Die Trennung von Medienkonzernen und Kreativen ist gar nicht mehr aktuell, seit Independents die Hälfte des Marktes im Tonträger-Geschäft haben. Bei den Indies wird meist redlich geteilt und viele Kreative sind gleichzeitig (Mit-)Inhaber von Firmen. Ich zum Beispiel. Was anderes ist die Sache mit den 70 Jahren, das wären dann die Ur-Enkel. Das ist nicht nötig. Aber dass die Kinder von Kreativen etwas davon haben, ist nur gerecht, sie erben ja sonst nicht so viel wie die Kinder von Imbissbuden-Besitzern und Fitnesscenter-Betreibern oder zahnärztlichen Bauherren. Eben habe ich in das Blog von Schwarzbart von der Piraten-Partei geschrieben und ihn auf das Thema angesprochen. Klauen macht Spaß, besonders, wenn alle es machen, aber wenn du dadurch dein Einkommen verloren hast, bist du nicht mehr so gut auf Piraten zu sprechen. |
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@ Rob
bin gleicher Meinung, Kinder MÜSSEN etwas davon haben. Dann muss Schluss sein. Und Du hast recht, bei Ton ist es etwas anders als bei Film, Foto & Text (Buch), obwohl die GoogleMusic ist schon etwas bedenklich. Bei den Parteien, puh, sind die volksmüde oder bin ich parteienmüde, das weiss ich manchmal wirklich nicht mehr. |
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"die Linke hat Angst vor der Piraten-Partei, das isses. Von Urheberrecht verstehen beide nix. "
Haha, sehr schön, genau das war auch mein Gedanke beim Lesen des Blogs. |
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Liebe Rosa-Sconto,
Man dankt. Extrem wichtige und bezeichnende Information. Von allen wilden Spekulationen über das Warum, entscheide ich mich einmal wieder mehr auf eine Antwort: Dummheit. Allerbeste Ullrich Läntzsch |
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Ulrich, um der Dummheit etwas behilflich zu sein lass uns dieses Beispiel benutzen:
In Anbetracht dessen, das in Duisburg (gilt wohl überall) unglaublich viel Fahrräder geklaut werden und sich das faktisch nicht mehr effektiv kontrollieren lässt, würde ich sagen, dass Fahrräder dem Käufer nur noch maximal 5 Jahre gehören und dann zum Allgemeingut werden. Das Kaufdatum könnte darum gleich in den Rahmen eingestanzt werden. Gegen Gebühr könnte der Käufer diese Frist verlängern. Dafür wird einfach eine entsprechende Behörde geschaffen. Damit kennen sich auch alle Parteien aus. Allerdings könnte es sein, dass niemand mehr bereit ist ein Fahrrad zu kaufen. Es könnte auch sein, dass zukünftig niemand mehr bereit ist, als Urheber Filme, Texte, Fotos welcher Art auch immer zu schaffen, wenn es über einen kleinen journalistischen Text hinausgeht. |
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Rosa Sconto, gutes Beispiel, ja, für mich, hier für Deutschland schlage ich nur vor, statt das Beispiel Fahrräder zu nehmen, es mal mit Auto durchzudenken. Das hilft dann - zumindest bei den Porschefans der Linken.
Grüße |
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"Es darf nicht das von den Medienkonzerne geforderte erweiterte Leistungsschutzrecht mit dem Urheberrecht vermischt werden, um damit eine Verkürzung der Schutzfristen des Urheberrechts auf fünf Jahre zu begründen!"
Das ist m.E. der zentrale Satz. So ganz erschließt sich mir das Problem nämlich nicht. Denn das sehe ich weniger im Urheberschutz, als vielmehr in der Möglichkeit der Verwertungs- und Leistungsschutzrechte auf Seiten von Konzernen, deren prinzipielle Grenzenlosigkeit im Ausbeuten geistiger Schöpfungen ja eigentlich überhaupt kein Verhältnis zur geistigen Schöpfung hat. |
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@miauxx am 13.12.2011 um 23:53
Lieber Miaux, das problem liegt darin, dass die "Aushölung des Urgeberrrechts" komplementär zur "Stärkung des Leistungsrecht" betrachtet werden muß: Je weniger die Schöpfung den Autor ernähren kann, desto "wertvoller" kann ein "Handel" und "Zwischenhandel" mit der Schöpfung werden. Seit jeher ist Kapitalismus tendenziell mehr Handel mit (produkt)Werten denn Produktion realer Werte zur Befriedigung realer Bedürnisse. Insbesondere, wo es sich hier um einen Handel handelt, der wenig "Mehrwert" zusetzen muß, um unverhältnismäßig hohe Renditen daraus schlagen zu können. Dass der kapitalistische Verwertungsprozess zu den umgesetzen "Werten", seien sie geistiger oder materieller Natur ein gleich gleichgültiges Verhältnis hat, ist keine neue Erkenntnis. Traurig und richtig, bleibt, was Popkontext, mit recht empört über diese Ideen der Linkspartei sagt. |
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@UT
Ja, volle Zustimmung. Sind so ziemlich exakt auch meine Gedanken. |
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Erst die Grünen, jetzt die LINKE:
die etbalierten Parteien scheinen den Erfolg der Piratenpartei falsch zu verstehen. Anstatt den schlechtesten Vorschlag der orangenen Newcomer, die Verwässerung des Urheberrechts bzw. der Nutzungsrechte, abzukupfern, sollten sie sich lieber mit der Abschaffung der "Otto-Katalogs" (Otto Schily) und anderer Überwachungsgesetze befassen. Schließlich würden die geplanten Gesetze zur Änderung der Rechte an geistigen Eigentum kreativ Arbeitende in den finanziellen Ruin treiben. Und nun zu etwas ganz anderem: Liest hier überhaupt jemand neue blogs??? Habe hier erstmals einen schönen Artikel geschrieben und der geht beim Freitag offenbar total unter: www.freitag.de/community/blogs/lila-lueftchen/nanu-die-gruenen-sind-noch-im-wahlkampf |
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Das Urheberrecht wird in der Partie die Linke diskutiert.
www.linksfraktion.de/themen/urheberrecht-internet/ Auszug aus dem Programm, das auf dem Erfurter Parteitag beschlossen und den Mitgliedern zur Urabstimmung vorgelegr wurde: Wissensproduktion und Urheberrecht Wir wollen eine Wissenschaftsentwicklung, die zu größerer gesellschaftlicher Verantwortung der Wissenschaftler wie der Anwender führt und die es immer mehr Menschen ermöglicht, an den Erkenntnissen und Ergebnissen teilzuhaben und ihre destruktiven Kräfte auszuschalten. Private Monopole über das gesellschaftliche Wissen widersprechen demokratischen Prinzipien des freien Zugangs zur Wissensallmende, des freien Zugangs zum Gemeingut der Wissensbestände der Menschheit. Wir lehnen daher eine Privatisierung von Wissenschaftseinrichtungen ebenso ab wie von Bibliotheken, Museen, Theatern und anderen Stätten des Wissens und der Kultur. Das schließt die Nutzung der Wissenschaften zur Erhaltung und Bewahrung der natürlichen Umwelt sowie die Technikfolgenabschätzung ein. DIE LINKE setzt sich ein für die Vielfalt und die Freiheit der Medien wie der modernen Kommunikationsmittel und die freie Nutzung des Internets. Alle Nutzerinnen und Nutzer müssen Daten ihrer Wahl senden und empfangen können. Die Neutralität des Netzes muss gesichert und allen Menschen, ob arm oder reich, in der Stadt oder auf dem Land, ein gleichberechtigter Zugang zum Internet ermöglicht werden. Das ist ebenso eine öffentliche Aufgabe wie die Förderung von frei zugänglicher Software (Open Source), die Beschränkung digitaler Eigentumsrechte und die Sicherung großer und allgemein zugänglicher digitaler Wissensbestände. Die Rechte der Urheberinnen und Urheber gegenüber den Verwertungsunternehmen wollen wir stärken. DIE LINKE setzt sich für ein Verbot von Verträgen ein, bei denen sämtliche Nutzungsrechte an Werken ohne räumliche und zeitliche Begrenzung gegen ein fixes Honorar an Verwerter abgetreten werden (Total-Buy-Out). Wir setzen uns dafür ein, dass für möglichst alle Gruppen von Urheberinnen und Urhebern verbindliche Vergütungsregeln bzw. Urhebertarifverträge vereinbart werden. Wir wollen, dass die Leistungen professionell schöpferisch Tätiger angemessen vergütet werden und zugleich einen Ausgleich finden, damit die nichtkommerzielle Nutzung und die kreative Weiterverarbeitung möglichst wenig eingeschränkt wird. In diesem Sinne wollen wir das Urheberrecht für das Internetzeitalter weiterentwickeln. (Quelle: www.die-linke.de/fileadmin/download/dokumente/programm_der_partei_die_linke_erfurt2011_korrigiert.pdf?PHPSESSID=cee667eeffdebf4d1dff9b86b2526b38 In der Datei Seite 46) Eine Gebührenpflicht für Urheber oder kurze Ablauffristen für Urheberrechte finde ich im Programm der Linken nicht. Ein Programpunkt ist natürlich recht oberflächlich und bedarf weiterer Detailausarbeitungen, die wahrscheinlich kontrovers diskutiert werden. An einer Diskussion können sich auch Nichtmitglieder der Linken beteiligen, die sich speziellen Arbeitsgemeinschaften anschliessen. Oder die Gründung einer Solchen anregen. Ich war an der Programmdebatte als Nichtmitglied beteiligt, allerdings nicht im Thema Urheberrecht. ---- >>Das wäre so als würden Patente von z.B. Pharmaherstellern nach 5 Jahren verfallen und jeder könnte fröhlich Generika verkaufen ohne jemals in die Forschung investiert zu haben.<< Generika dürfen frühestens 10 Jahre nach der Erstzulassung des Präparates auf den Markt gebracht werden. Deswegen holen „forschende“ Pharmakonzerne innerhalb dieser Frist so viel Profit wie möglich heraus, bevor das Präparat zum Generikum wird. Zum Teil verkaufen sie ihre Präparate dann selber als Generikum, zum Beispiel von tariflosen Auftragsherstellern produziert. Die Probleme des Pharmamarktes können weder patent- noch urheberrechtlich, sondern nur mit einer Demokratisierung der Produktionsmittel gelöst werden. |
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schrieb am
14.12.2011 um 12:43
Tut mir leid, dass beim Einkopieren der Zeilenumbruch geschreddert wurde. Habs nicht gemerkt, weil es keine Vorschau gibt.
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@ claudia am 14.12.2011 um 12:39
Hallo Cluadia, der entscheidende Passus im Programm der Linken, auf das Du schon verlinkt hast, ist dieser: "Zu den Kreativschaffenden zählen heute immer mehr Menschen, die mit Hilfe digitaler Produktionsmittel, oft in Kollektiven und oft ohne kommerziellen Hintergrund arbeiten. Die Rollen von Produzierenden und Nutzenden vermischen sich zunehmend. Zugleich ist das geltende Urheberrecht aber in erster Linie ein Verwerterrecht. Den grundsätzlichen Anspruch, Kreativschaffende zu schützen und ihre Vergütung zu sichern, kann es immer weniger einlösen. Medienkonzerne können heute die Verbreitung kreativer Werkegegen den Willen ihrer Urheber und Urheberinnen sowie Nutzerinnen und Nutzer vorenthalten. Auch kann von einer angemessenen Vergütung der Kreativen derzeit keine Rede sein. Oft werden sie schon beim Abschluss von Verträgen strukturell benachteilig. Bei einem Großteil der im privaten Sektor erstellten Kulturgüter bekommen die tatsächlichen Urheberinnen und Urheber nur einen geringen Teil der Einnahmen und geben im Gegenzug alle weiteren Verwertungsrechte an den Verlag, die Plattenfirma, die Produzenten etc. ab (sogenannte Buy-Out-Verträge). Zum Leben reicht dies in den seltensten Fällen. Die starke Stellung der Verwerter führte in der Vergangenheit dazu, dass die Schutz- und Verwertungsrechte immer weiter ausgedehnt wurden. Heute unterliegt ein Werk bis 70 Jahre nach dem Tod des Autors oder der Autorin dem Urheberrecht. Ein Schutz, der für alle urheberrechtlich geschützten Werke vom großen Roman, über kleinste Computerprogramme mit wenigen Zeilen Code bis hin zur Struktur von Datenbanken gilt. In der Regel profitieren von diesem außergewöhnlichen Erbrecht ausschließlich Verlage und Verwerter, die die Rechte an den Werken halten." Hier werden tatsächlich nicht kürzere Schutzfristen explizit verlangt, aber die Anlyse der Linken irrt in einem viel entscheidenderen Punkt: Das geltende Urheberrrecht begünstigt eben nicht die "großen Verlage" gegenüber den Autoren aus sich heraus, sondern Autoren sind je nach ihres eigenen Wirtschafts- oder Marktwertes, wie jeder andere Markteilnehmer nicht in der Lage das Ihnen im Urheberechtsgesetz zugebilligte unbedingte Vergütungsrecht in der Höhe durchzusetzen, wie es für ihr Auskommen nur gerecht wäre. Das aber ist kein Mangel des Urheberrechts als solchem, sondern direkter Ausfluss des bürgerlichen Eigentumsrechts, der freien Vertraglichkeit und der wirklichen Macht am Markt, die die Verfügung über Eigentum in der ihr kapitalismuseigenen Weise eben regelt. Zu ändern wäre hier systemimmanent nur etwas mit einem festgelegten Grundeinkommen auch für freie Autoren. dann wäre die Länge der Schutzfrist nur noch - wnn überhaupt von sekundärer Bedeutung. Bisher jedenfalls stehen die langen Schutzfristen für Autoren tatsächlich den Verwertungsinteressen der "großen Verlage" entgegen, von daher wäre deren Senkung nur eine weiteren Stärkung der "Handels-/Verwertungsseite" gegenüber der "Produzenten-/Autorenseite", aber nichts grundsätzlich Neues. Die Sicht von Piraten und "jungen Netzteilnehmern" sehe ich als "der Jugend geschuldet" als zu kurz gesehen, da sie nur ihre aktuelle unmittelbare Erfahrung mit der qausi kostenlosen Selbsvermarktung im Netz vor Augen hat, da aber m.E. langfristig nicht genug auch im Hinblick auf die Erwirtschaftung sozialverträglicher Alterssicherungssysteme Rücksicht nimmt. |
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@ Uwe
das ist wieder ein typisch gründelnder UT ;-). Ja, genau umgekehrt wird nämlich ein Schuh daraus: Die Verkürzung des Urheberrechtsschutz verschlechtert nur die wirtschaftliche Lage der Urheber. Warum wohl sonst haben sich Leute um Prof Roland Reuß gegen die Google Buch Scan-Manie so aufgeregt? Weil mit gescannten Büchern über Google nämlich jetzt, heute, diese Bücher frei zugänglich gemacht worden werden. Und was ist wenn eines Tages Microsoft Google kauft und das Lesen der Bücher nur noch gegen Gebühr möglich ist? Dieses Szenario wird noch über ein Jahrzeht dauern, aber es wird kommen. Und bis dahin sind all die kleinen Buchproduzenten alle kaputt gewirtschaftet. |
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@ Claudia
Um es vorweg zu nehmen, denn ich habe den Eindruck Du nimmst an ich hätte diesen Beitrag geschrieben um Die Linke anzuprangern, dem ist natürlich nicht so. Den CDU-FDP-GRÜN-Piraten traue ich genauso wenig wie der SPD. So gar noch weniger. Nur nähert sich die Linke sehr sehr ungeschickt diesem Thema. Wie UT schon erklärt hat wird hier ganz offensichtlich zum Nachteil der Urheber ein Recht vollkommen verdreht. Allein die beiden Sätze sagen alles über das Verständnis zum Urheberrecht der Linken aus: "Die Rollen von Produzierenden und Nutzenden vermischen sich zunehmend. Zugleich ist das geltende Urheberrecht aber in erster Linie ein Verwerterrecht.". Beim lesen des Sondervotums hatte ich den Eindruck jemand versucht mir zu erklären das Grün Rot sein, oder Blau Gelb. Ich glaub solch einer verdrehenden Semantik nicht. Und, wie UT anmerkt, das dann ein Grundlohn helfen würde, ja,ja, das würde der, aber auch aus dem Alter bin ich heraus, das ich an solchen Schabernack wie BGE glauben könnte. BGE wird in den nächsten 100 Jahren niemals geben. Wer das ernsthaft glaubt braucht sich nicht wundern als TräumerIn bezeichnet zu werden. Des Urheberrecht ist in Deutschland mit dem Urheberrechtsgesetz geregelt. Ein "Verwerterrecht" gibt es nicht, nur ein Nutzungsrecht. Und dieses Nutzungsrecht ist in der Alltagspraxis für jeden Kreativen schon derart ausgehöhlt das es fast das übergeordnete Urheberrecht absurd erscheinen lässt. Dann ist es ab einem bestimmten Punkt besser nur per CC und Opensource eigene Arbeiten bereitzustellen anstatt "Verwertern" zu helfen sich vollkommen unverhältnismässig zu bereichern. Was die Laufzeiten der Schutzfristen betrifft ein Beispiel: "Somewhere over the Rainbow" gesungen von Israel "IZ" Kamakawiwoʻol spülte den "Verwertern" über 60.000.000 USD ein... Was die Verkürzung der Schutzfrist betrifft: ich habe oben schon geschrieben das nach einer nur 5-jährigen Schutzfrist, eine "kostenpflichtige Verlängerungsoption für den Schutzrechtsinhaber geben" soll. Auch eine Kreuzer Idee. |
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@ Rosa Sconto am 15.12.2011 um 16:09
Wir sind uns doch grundsätzlich einig: Eine Verkürzung der Schutzfristen, ist natürlich eine wirksame Maßnahme gegen die Autoren, die auch ich ablehne. Mein Hinweis aber sollte darauf hinausgehen, dass der Urheberrechtsschutz, durch das Marktgefüge auf dem Buch-, Musik- und Kunstmarkt längst schon durch marktbestimmende Großverlage, Buchketten und Galeriesystem ausgehölt ist. "Unbekannte" Autoren mußten sich schon immer zum Armentarif verkaufen und ihr verbrieftes Recht beim Verleger abtreten. Da im unproduktiven Zwischenhandel die Rendite gesteigert werden "muß", soll das Urheberrecht zugunsten des "Leistungsrechts" erstmal richtig eingeschränkt werden. Ich hatte dazu schon einmal hier geschrieben: www.freitag.de/community/blogs/rosa-sconto/dielinke-sondervotum-urheberrecht#comment-345245 Es grüßt herzlich Der Gründler :-) |
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@ UT
wenn es zutrifft (ich sehe es auch so) das: Je weniger die Schöpfung den Autor ernähren kann, desto "wertvoller" kann ein "Handel" und "Zwischenhandel" mit der Schöpfung werden. dann ist es ein gewollter politischer Schachzug mit dem eine Novelle parteiübergreifend für die Interessen der Medienkonzerne gegen Freischaffende durchgesetzt werden soll. Das bedeutet dann im Umkehrschluss das unliebsame Autoren nur noch über das Internet veröffentlichen können. Wie lange das noch gut geht ist eine andere Frage. |
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@Rob Kenius:
>>...die Linke hat Angst vor der Piraten-Partei, das isses.<< Zumindest sind Einige ziemlich sauer auf die Piraten, die einfach Begriffe besetzen indem sie aus dem Programm der Linken abschreiben ohne sich um Inhalte zu kümmern. Vielleicht wollte irgendjemand eine "Retourkutsche" landen ohne zu bedenken, dass der Schuss nach hinten los geht? |
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Hier ist ein sehr interessantes Interview:
https://www.taz.de/Urheberrecht-im-Internet/!83808/ Auszug: "Hat die Stimmung gegen Urheberrechte mit Businessplänen zu tun? User generated content reicht ja anscheinend nicht aus, um die Maschine in Gang zu halten - sonst hätten wir diese Debatte gar nicht. Ein guter Teil der Marktkapitalisierung des Nasdaq beruht auf der Annahme, dass sich etwas im Urheberrecht ändern wird. Daran erkennt man, welche strategische Bedeutung geistiges Eigentum im Netz genau hat. Daran könnte auch die zweite Dotcom-Blase platzen. Vielleicht ist am Ende die freie Verfügbarkeit der eigentliche Anachronismus. (...) Dass es zur Debatte steht, dass potenziell alle geistige Arbeit zu einem beliebig ausbeutbaren Rohstoff gemacht werden soll, zeigt, dass überhaupt nicht verstanden wird, was für ein Gesellschaftsmodell da auf uns zukäme. Völlig unabhängig von der Frage, wie wichtig die Urheberrechte für die Künstler sind oder nicht: ihr Schutz korreliert historisch direkt mit dem Stand der übrigen Menschenrechte. Gesellschaften, die es in diesem Bereich besonders locker nehmen, haben auch die niedrigsten rechtlichen Standards und die größten sozialen Ungleichheiten. Das kann man schon am Unterschied zwischen EU und China oder Russland ablesen. Von Haiti ganz zu schweigen." |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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