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Mitte April führte Facebook nicht nur seinen „Gefällt mir“ („Recommend“)-Button für Dritte eine, auch die Einstellungen zur Privatsphäre wurden erneut überarbeitet. Opt-Out ist das Modell, mit dem Daten jetzt behandelt werden. Opt-out heißt nichts anderes als dass Daten der Benutzer standardmäßig von Facebook als öffentlich zugänglich behandelt werden. Der Nutzer wird erst über manuelle Einstellungen wieder Herr über seine Privatheit. Und doch kann man längst nicht mehr verhindern, dass private Daten veröffentlicht werden. Opt-out wird der neue Standard in Social Networks und er ist es in fast allen Bereichen von Facebook heute schon.
Matt McKeon hat in seinem Blog die Evolution der Privatsphäre bei Facebook grafisch festgehalten. Dabei ist das was dort gezeigt wird keine Evolution sondern eher eine Extinktion.
Es braucht kein großes Interpretationsgeschick um diesen Verlauf deuten zu können. Je blauer, desto öffentlicher die Standardeinstellungen.
Die Rücknahme dieser Öffentlichkeit privater Daten ist allerdings ein Buch mit sieben Siegeln. Da klingt es schon fast nach Hohn, wenn Zuckerberg als einen der Themenschwerpunkte „Vereinfachung“ herausstellt. Vereinfachung ja, aber nur für die weitere Personalisierung öffentlicher Profile. Bei den Einstellungen muss man sich schon durch einige dutzend Menüpunkte und mehrfach so vielen „Mehr dazu“-Links klicken, um überhaupt zu verstehen, was jede Einstellung in ihrer Gesamtheit für das Profil bewirkt.
Nicht verwunderlich also wenn ein Leitfaden zur Privatsphäre in Facebook 30 Seiten dick ist. Thomas Hutter hat einen solchen als Whitepaper auf seinem Blog veröffentlicht
Nicht verwunderlich, dass viele User schon nach den ersten paar Klicks keine Lust mehr haben, sich damit zu beschäftigen. Schließlich wartet bei Farmville die Ernte.
Eine Grafik der New York Times macht die Komplexität noch offensichtlicher:
Ein Video von https://www.datenschutz-ist-buergerrecht.de/ scheint da noch die einfachste Variante. 12 Minuten lang wird erklärt, wie man sich auf Facebook „privatisiert“.
Außerdem wird am Ende des Videos noch auf einige interessante Facebook-Gruppen hingewiesen, die sich mit der Privatsphäre in Facebook auseinandersetzen:
Private Privacy – NOW – Protestgruppe gegen die Datenschutzbestimmungen und Privatsphären-Handhabung von Facebook.
Facebook Site Governance – informiert über die Änderungen der Privatsphären-Einstllungen.
Zum Abschluss noch der Hinweis, dass auch Southpark das Thema Facebook auf seine eigene Weise behandelt hat
Über weitere Links zum Thema Datenschutz und Privatsphäre in Facebook würde ich mich freuen.
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Danke für den Artikel. Ich selbst bin nicht bei Facebook, weil ich meine Privatsphäre SEHR schätze - hatte aber überlegt, ob hier nicht die Vorteile die Nachteile überwiegen könnten. Wenn ich das aber alles so lese, macht es mir die Entscheidung leicht, meine Meinung nicht zu ändern.
Mich gruselts. |
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Die Gruselei beginnt eigentlich erst da, wo wir uns bewusst oder unbewusst Entscheidungen abnehmen lassen. Bei Facebook heißt das zum Beispiel, dass ich nicht gezwungen bin irgendwelche intimen Sachen zu veröffentlichen. Zum Beispiel mag es ja lustig für die Freunde sein, die Partybilder des letzten Wochenendes hochzuladen und zur Verfügung zu stellen, wenn ich aber die Befürchtung hege, dass darunter auch Bilder sind die mich nicht gut aussehen lassen - gegenüber der Schwiegermama oder zukünftigen Arbeitgebern zum Beispiel - dann lasse ich die Bilder eben offline.
Ich hab seit 2 Jahren ein Facebook-Profil und ich habe es mir damals vor Allem angelegt um meine Reisebekanntschaften aus Ozeanien einfach pflegen zu können. Mit der Zeit sind ehemalige Schul- und Jugendfreunde dazugekommen. Mittlerweile nutze ich es zusätzlich noch um auf meine Blogs, die ich ja auch privat veröffentliche, aufmerksam zu machen. Wer sich natürlich fünftausend Apps und Spiele herunterlädt und tatsächlich so wie in der Southparkserie hineingesaugt wird, (I don't want to get sucked in) der hat halt nicht kapiert, dass Facebook zwar ein Social Network ist, aber nicht aus sozialem Interesse, sondern aus rein kapitalistischen Gründen. Für mich überwiegen nach wie vor die Vorteile. |
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Danke - ich sammele noch Ansichten ;-) - das mit der Reklame für blog ist ein gutes Argument.
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Bei Wired.com gab es auch einen guten Artikel
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Ich empfehle auch den Blog von Freitags-Publizistin Anne Roth zum Thema
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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