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Wo die braven Leute wohnen

Wochenthema | 18.11.2011 | 07:00 Jana Hensel
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20.11.2011 | 10:18 SBenn
Ich teile Ihre Diagnose nicht. Natürlich ist der PB Projektionsfläche. Soweit so gut. Die Frage ist wofür. Und da liegen Sie m.E. gründlich daneben. Mal abgesehen davon, daß sie die von Peter Nowak beschriebenen sehr wesentlichen Prozesse gründlich ausblenden oder nicht wissen. Die Abneigung gegen bestimmte Erscheinungsformen des öffentlichten Straßen- und Kneipenlebens rund um Kollwitz-, Helmholtz-, Senefelder-, und Falkplatz ist Ausdruck eines begründeten Unbehagens. Und das hat etwas mit der brutalen Geschwindigkeit seiner baulichen und soziokulturellen Veränderung zu tun. Er ist anders als das alte Kreuzberg kein gewachsenes Gefüge mit hoher Durchmischnung und Lebensraum für viele unterschiedliche Exisitenzformen, sondern Ergebnis einer ökonimosch getriebenen Monokulturisierung. Es hat mit der substanzlosen Selbstettiketiererung der Zugezogenen als quasi legitime Nachfolger*innen derer zu tun, die einst bewußt als politisch dissidente Kulturinsassen dort Quartier bezogen haben usw. . Ganz sicher aber ist der "Hass" auf den PB nicht Ausdruck einer an ihr Ende gekommenen Vision der Wiedervereinigung. Dieser PB- Zentrismus ist Teil des Problems. Was sollte das für eine Vision sein ? Wer sollte sie gesponnen und gemeinsam geteilt haben ? Daß es sich im PB gut flanieren und Kaffee trinken läßt, daß es sich dort bei entsprechender monetärer Ausstattung auch sehr schön shoppen läßt, daß die Kommunalpolitik dort in bezug auf Infrastrukturentwicklung Vieles richtig gemacht hat, steht auf einem anderen Blatt. Im Kern aber ist der PB Ausweis einer demographischen Fehlentwicklung, die eben skurrile Blüten treibt. Und darüber kann man sich lustig machen und davon darf man auch unangenehm berührt sein. Dies sind im Übrigen auch viele der weniger Werdenden, die schon dort gewohnt haben, als dieser Stadtbezirk im Winter noch mit Kohle beheizt wurde. Aber keine Sorge, auch das Interesse am PB wird erlahmen. Die vergeblichen Hoffnungen, durch Einkauf oder Einmietung in einen entleerten Mythos den eigenen Spießbürgerbiograhien zu entkommen, geben sich mehr und mehr der Lächerlichkeit preis. Und irgendwann leben auch dort wieder Menschen mit Geschichte und Geschichten, die gelebt haben, wovon sie berichten. Das ist nur eine Frage der Zeit. Denn ein paar werden hängen bleiben und dort alt werden. Für die anderen ist er wie die Astrid Lindgren Welt in Vimmerby, ein potemkinsches Dorf, die Simulation einer Welt, in der es die Villa Kunterbunt für einen Augenblick tatsächlich zu geben scheint und Pippi kleiner Onkel ohne Mühe tragen kann.
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Zu früh für Rot-Rot-Grün

Positionen | 08.10.2009 | 12:41 Iris Gleicke
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08.10.2009 | 15:05 SBenn
Liebe Iris Gleicke, das mit der Besinnung gilt dann auch für Sie ? Selbst wenn Ihre These stimmen sollte, daß Bodo Ramelow öffentlich namedropping betrieben habe(wo ist das Problem ?), hätten Sie in der vorgeschlagenen Findungskommision trotzdem jede Möglichkeit gehabt, sich auf eine geeignete Person zu einigen. Die konsequente (nicht starrköpfige) Positionierung der Linkspartei zu Hartz IV, Rente und Afghansitan war vorher bekannt. Wer geglaubt hatte, es sei der Linkspartei damit nicht ernst, hat den Irrtum auf seiner Seite. Die SPD wurde nicht von den Medien geschunden, sondern von den WählerInnen für ihr Politikangebot "benotet". Dies schlechte Ergebnis anderen anzulasten, zeugt von wenig Verantwortungsübernahme für die Folgen der eigenen Poltitk. Zum "Hauptfeind" hat nicht die Linke die SPD erklärt, sondern seit 19 Jahren die SPD die damalige PDS. Sie haben aktiv, in Teilen bis heute die absichtsvolle Dämonisierung des mainstreams von allem, was sich aus der SED heraus demokratisch erneuert hat und von ausserhalb in die PDS dazukam, mitbetrieben. Daß manch zartbesaiterter Genosse das irgendwann übel nimmt oder gelernte Feindbilder bestätigt sieht, kann zumindest kaum verwundern. Nicht die Linke sitzt auf hohem Roß, sondern Teile der Ost-SPD. Das scheint Ihnen nur deshalb so, weil die Linke auf Augenhöhe besteht und Sie plötzlich feststellen: "Wir sind ja garnicht so großartig". Angesichts der Wahlergebnisse in Thüringen ist die Linke geradezu rücksichtsvoll mit Ihnen umgegangen. Die Zeiten, in der die SPD der Linken Bedingungen diktiert, sind vorbei. Sie sagen, bei der Aussenpolitik geht garnichts und das ist dann ok. Wenn die Linke sagt, bei Hartz IV geht garnichts, dann ist das populistisch ? Das Absurdeste an allem aber ist, die Linke nicht den MP stellen zu lassen. Wer wie an dieser Stelle einen potentiellen Partner immer noch glaubt als Paria behandeln zu können, mit dem muss aber wirklich ganz viel geredet werden. Aber ob das wirklich hilft ?
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13:29
antares56 hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
13:24
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
13:19
Sophia Hoffmann hat gerade einen Kommentar geschrieben.
13:18
Kunibert Hurtig hat gerade einen Kommentar geschrieben.
13:10
doimlinque hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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