Scharfenorth

unangepasst

20.12.2011 | 16:42

Arge Täuschung

Der Kabarettist Wilfried Schmickler bringt es auf den Punkt: Die Verdummungskampagne treibt neue Blüten www.wdr.de/tv/mitternachtsspitzen/sendungsbeitraege/2011/1217/index.jsp?mid=505695. Dass es immer weniger Arbeitslose in Deutschland gibt, das wussten wir bereits. Auch, dass diese Aussage nichts wert ist - denn die Bilanz ist gefälscht. Weil es mittlerweile Millionen von Menschen in unserem Land gibt, die sich und ihre Familie allein von ihren Arbeits-Einkünften nicht ernähren können (www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2010/1209/pdf/bundestag.pdf). Hinzu kommt, dass nicht mehr vermittelbare Personen über achtundfünfzig in der Aufstellung nicht berücksichtigt und in Qualifizierungsmaßnahmen befindliche Arbeitslose und 1-€-Jobber als Beschäftigte geführt werden etc. etc.

Jetzt versucht die Bundesagentur für Arbeit noch eins draufzusetzen – indem sie für 2012 umfangreiche Entlassungen in ihren Dienststellen ankündigt (hartz.info/index.php?topic=35101.0). Und damit offenbar den Eindruck erwecken möchte, dass diese Arbeitskräfte – einfach, weil es weniger Arbeitslose in Deutschland gibt – nicht mehr benötigt werden. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Effektivität und Kompetenz der Sachbearbeiter müsste signifikant verbessert werden. Mitarbeiter dürften folglich nicht auf die Straße gesetzt, sie müssten qualifiziert werden. Denn mit dem verbleibenden, ausgedünnten und z. T. schlecht ausgebildeten Personal ließe sich noch weniger bewegen als heute. Immerhin ist der durch "akuten ARGE-Wissensnotstand" zustande gekommenen Einspruchwelle gegen HARTZ-IV-Verfügungen nur durch mehr Sachverstand beizukommen. Bis heute werden zahllose Arbeitslose diskreditiert, was letztlich hunderte von Gerichten beschäftigt und kostenträchtige Nachbesserungen, also viel Zeit und Geld, erfordert.

Ulrich Scharfenorth, Ratingen

www.stoerfall-zukunft.de

 
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Kommentare
Ullrich Läntzsch schrieb am 20.12.2011 um 18:38
Lieber Ulrich Scharfenroth,

man kann, nein, man muß es immer und immer wieder sagen, schreiben, und sich empören. Es hilft. Der neoliberale Wahn ist wenn zwar noch nicht aus geträumt, so wachen aber doch immer mehr auf.

Allerbeste
Ullrich Läntzsch
Scharfenorth
Geb. am 1. Oktober 1941 in Lehnitz. Von 1964-1990 Technologe, Forscher und Gutachter fuer die DDR-Stahlindustrie. 1970 Promotion zum Dr.-Ing. Ab 1990 Journalist und Autor in Duesseldorf und Ratingen. Sachbuch:"Stoerfall Zukunft - SchlussFolgerungen fuer einen moeglichen Anfang" (12/2008)
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