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Ein Kabarettist als Mann des Jahres? Hier muss ein Mißverständnis vorliegen, denn:
Georg Schramm ist kein Kabarettist.
Zutreffend: Er wurde einem größeren Publikum bekannt durch seine Auftritte in Urban Priols “Neues aus der Anstalt” wo er pointierte Auftritte gab als Oberstleutnant Sanftleben oder als schrulliges SPD-Fossil August. Dennoch: Die Kabarettbühne ist nur eine äußere Form.
Dem Inhalt nach ist Schramm ein messerscharfer Analytiker unserer Zeitläufte. Dabei kommt dem Mann zugute vor seiner Bühnenkarriere zwölf Jahre lang als Psychologe gearbeitet zu haben.
Rhetorisch kommt ohnehin kaum einer an ihn heran. An Ernsthaftigkeit ist nur Dieter Hildebrandt ebenbürtig.
Diese Ernsthaftigkeit könnte der Grund dafür gewesen sein, bei der “Anstalt” nicht mehr mitzumachen. Dort wird zwar oft mit durchaus klugen Frotzeleien gegen die dröge Politik und eine zahnlose Gesellschaft gewettert, aber im Zweifelsfall geht alle wichtige Kritik – die doch eigentlich haften bleiben sollte – im vergnüglichen Gelächter des Publikums unter.
Soviel weiß der Psychologe Schramm sehr gut: Hat man erst einmal herzhaft gelacht über die Politiker, ist der schlimmste Ärger schon vorbei.
Die “Anstalt” ist insofern nicht viel mehr als ein verlängerter Kölner Karneval, in dem das gemeine Volk den Großen mal eine lange Nase machen darf. Beinahe schlimmer: Die Eselsgeduld der Deutschen, die mit schöner Regelmäßigkeit aufs Korn genommen wird, wird durch diese Art von Kartharsis nur zementiert. Schramm hatte schon in der “Anstalt” ein Handwerksmittel, diesen Effekt wenigstens zum Teil zu umgehen: Er verbat sich das übermäßige Klatschen. Das setzt er in seinem eigenen Auftritt verstärkt ein. Er klingelt mit einer Glocke mitten in den Beifall und kürzt ihn ab, oft begleitet von einem schroffen Kommentar (“Hören Sie doch auf mit dem Händchenpatschen, das ist doch albern!“). Ein Balanceakt, der hinsichtlich der Akzeptanz nicht ganz ungefährlich ist, aber zeigt, mit welchem Risiko der Mann bereit ist zu arbeiten…
Woraus die heikle Frage resultiert: Will ein Kabarettist auf der Bühne ankommen, oder will er von der Bühne aus wirken? Schramm, so darf man vermuten, könnte sich für die weniger lukrative Variante entschieden haben. Er will wirken.
Schramm erinnert an Wehner, kennt die großen Denker
Um Schramm in einen angemessenen Kontext zu setzen, muss man ihn mit Größen anderer Sparten vergleichen.
In der Kombination von Integrität und “heiligem Zorn” hat man wohl an Herbert Wehner zu denken. Dem riß schnell der Geduldsfaden, wenn man es an Ernst im Gespräch vermissen ließ (“Mann, hampeln Sie doch nicht so herum. Sie sind doch Geschäftsführer und nicht Geschwätzführer!”) Dabei war Wehner alles andere als humorlos. Nur wußte er zu trennen. Diese Tugend, so scheint es, fordert Schramm wieder ein.
In seiner rhetorischen Präzision muß Schramm nicht den Vergleich mit Sebastian Haffner scheuen, einen der wortgewaltigsten und integersten politischen Kommentatoren, die Deutschland je hervorgebracht hat. Der stellte sich hin und referierte in gemeißelten Sätzen eine halbe oder ganze Stunde lang über die Lage der Zeit, ohne Notizen oder Teleprompter, versteht sich. Ob sich Georg Schramm geehrt fühlen würde durch den Haffner-Vergleich ist schwer zu sagen, aber dieser Satz Haffners* würde ihm gefallen:
Es ist ein Trugschluß zu glauben, aus gemeinsamen ökonomischen Interessen erwachse automatisch politische Einheit. Gemeinsame ökonomische Interessen haben nicht einmal in unserer Zeit zwei grauenhafte Weltkriege verhindert. Beide male ist das komplizierte Geflecht der internationalen europäischen Wirtschaftsbeziehungen ohne ein Wimpernzucken zerrisssen worden. Eine die Welt verändernde historische Revolution wie die Vereinigung Europas kann nicht durch die Hintertür der Ökonomie erreicht werden. Wenn es Einheit geben soll, muss sie bewußt gewollt werden. Und zwar an den richtigen Stellen, dort, wo große politische Entscheidungen vorbereitet werden. Politik wird von Politikern gemacht, nicht von Wirtschaftsexperten.
In Schramms begründeter und wohl formulierter Sorge um den Bürger in der Demokratie – denn im Grunde geht es um nichts weniger in seinem Programm – kann man an Dolf Sternberger denken, der Ende der sechziger Jahre in der kleinen, aber inhaltsschweren Schrift “Neun Versuche über den Staat” dieselbe merkwürdige Wort-, Sinn und Kraftlosigkeit deutscher Politik anprangert, die Schramm nicht erst in seinem jüngsten Programm geißelt. Sternberger:
Vielleicht wäre – wenn wir den Blick etwas weiter zurück gehen lassen in die erste deutsche Republik – allenfalls Walther Rathenau zu nennen als einer, der den Mut des Handelns mit der Erleuchtung der Sprache vereinte. Aber ich bin auch dessen nicht ganz sicher. [...] seiner Rede fehlte am Ende die einzige auszeichnende Eigenschaft eines Redners: Kraft.
Auch Schramm ist zuwider, wie kraftlos Politik heute ist. Er demonstriert auf der Bühne das Gegenteil. Er formuliert präzise, mutet dem Zuhörer komplexe Schachtelsätze zu in denen er nie den Faden verliert, wird laut, haut mit der Faust nicht nur symbolisch auf den Tisch, poltert, und schreit, bisweilen schwitzend bis zur Erschöpfung seine Anklagen ins Publikum.
Es schert ihn nicht, dass so etwas in einer Zeit, in der sich jede Talkrunde und jede Politikerrede abgesehen von kleinen Niederträchtigkeiten weitgehend an opportuner Mittelmäßigkeit ausrichtet , nicht hoffähig ist. Apropos Talkshows: Schramm wartet bis heute darauf, dass sich in einer der unzähligen Polit-Talkshows endlich ein Talkmaster oder eine der ach so taffen Talk-Frauen findet, die einem Politiker dies entgegenschleudert:
Wenn Sie keine Fragen beantworten, stelle ich Ihnen auch keine mehr!
Das nur einer von vielen Augenblicken, in denen das Publikum tosenden Beifall spendet, und man möchte unbedingt glauben, dass der Grund der Begeisterung darin liegt, eine einfache aber nie so gradlinig ausgesprochene Wahrheit vernommen zu haben.
Überhaupt, die Sprache.
Ob man nicht merke, wie einem seitens der Politik permanent der Schneid abgekauft werden soll mit dem Mittel von Herrschaftssprache? Würde die Politik sagen “es gibt keine Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte” würde das jeder verstehen und einwerfen “Ich muss für jeden Dreck Umsatzsteuer zahlen, aber bei Finanzgeschäften soll es keine geben?” Daher heiße es “Finanztransaktionssteuer“. Das versteht kaum einer, verunsichert jedermann und hält die Leute zurück. Herrschaftssprache.
Schramm führt aus, worin die Sauerei besteht: Dieser Gebrauch von Sprache ist die Pervertierung von Sprache an sich. Sie dient dem Ursprung nach der Verständigung, der Mitteilung, dem Austausch. Nicht der Vernebelung und Irreführung. Wir Deutschen, soviel sei angemerkt, sollten besonders allergisch auf Politiker reagieren, die mit Sprache zu manipulieren versuchen. Aber offenbar sind die Zeiten des Propagandaministers zu lange her oder aber man lässt sich durch den überaus verbindlich sanften Ton von Merkel & Co. in die Irre führen.
Das alles kann einen in Rage versetzen, und deshalb vermisst Schramm vor allem eins: Zorn. Er donnert mit Papst Gregor (siebtes Jahrhundert):
Die Vernunft kann mit größerer Wucht sich dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar ist.
Das ist alte Sprache, gute, kraftvolle Sprache, und Schramm will unbedingt die im Publikum vielleicht tief schlummernde Erinnerung an echte Sprache wiederbeleben.
Und gibt es nicht allen Anlaß zu Zorn? Deutschland, ja Europa wankt von einer Euro- in die nächste Bankenkrise, und die Deutschen gucken auf Politik und Finanzgurus mit ebenso großen Augen wie der paralysierte Hase auf die Schlange. Das bewahrt Kanzlerin Merkel vor größeren Unmutsbekundungen. Statt dessen legt sie ihrem Wahlvolk treuherzig dar, dass man keinesfalls “die Märkte” beunruhigen dürfe. Was sich brav und harmlos anhört, wird von Schramm kühl seziert: Daran sehe man mühelos, dass Deutschland nicht von einer Regierung regiert werde, sondern von übermächtigen Marktteilnehmern. Was gibt es da hinzuzufügen?
Bislang war nur von Politik die Rede. Der Staat, die Polis, besteht jedoch nicht nur aus Politikern, sondern vor allem aus Bürgern, den politicos, oder civis im lateinischen oder citoyen im französischen.
Sternberger verweist auf die ewig gültige Beschreibung Aristoteles’ über den Bürger, dass er
teilhabe an den Gerichten und an der Regierung
und führt dazu weiter aus, dass
die Polis auf Gerechtigkeit angelegt ist, und sie ist auf Gerechtigkeit angelegt, weil sie eine Genossenschaft von freien und gleichen Bürgern ist…
der Bürger ist ein potentieller Staatsmann.
Das schrecklich passende Gegenstück zur weich gezeichneten Politik ist der vormalige Bürger, der sich lammfromm hat entmündigen lassen und schafstreu das passende Etikett “Verbraucher” auf der Stirn trägt.
Diese “Bürger”, die ihre Lebenswelt nicht zuletzt dank Kohls Einführung des Privatfernsehens über nunmehr drei Jahrzehnte auf ungeheure Weise trivialisiert haben, um heute eine Gemeinde Jauch-sedierter Glücksshow-Gucker zu sein, diese Flimmerbild-Abhängigen sollen potentielle Staatsmänner im Sinne Aristoteles sein? Eine absurde Vorstellung.
Mit aller rhetorischer Macht stemmt sich Georg Schramm gegen diesen Tsunami der Verflachung. Ist das nicht tatsächlich eine Art Tsunami von dem wir sprechen, der eben nicht wie eine Springflut gegen die Küste rollt und gebrochen werden kann von gut platzierten Wellenbrechern? Nein, wie man weiß wälzt sich ein Tsunami wie eine monströs unnachgiebig träge Masse gegen alles was sich ihm entgegenstellt und erdrückt es einfach.
Umso mutiger, dass es Leute gibt wie Schramm.
Der im übrigen mit der Schärfe seines Vortrags durchaus ein Risiko eingeht: Fernsehintendanten gehören nicht zu den risikofreudigsten Menschen.
Für 2012, von dem nicht wenige erwarten dass es ein weiteres und vielleicht schlimmeres Krisenjahr wird, kann man sich nichts sehnlicher wünschen als Menschen wie Schramm, die die persönliche Freiheit, die Kraft, den Mut und den Verstand haben, wahrhafte Dinge klar zu sagen.
Eingangs meinte ich Schramm sei kein Kabarettist. Ich bleibe dabei. Was ist er dann? Im Verlauf dieses Textes hat es sich herausgeschält. In freier Auslegung Clausewitz’ kann man sagen: Schramm ist die Fortführung des klarsichtigen politischen Kommentators à la Haffner mit anderen Mitteln.
Mann, das wär was: Schramm als Regierungssprecher, der in der wöchentlichen Berliner Runde einen laschen Journalisten anherrscht “Wenn Sie mir keine vernünftige Frage stellen, beantworte ich Ihnen auch keine!”
Großartig!, wie Schramm rufen würde.
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Photo: Pressebild georg-schramm.de (c) Achim Käflein
PS.: Auf dem Originalbeitrag befinden sich zwei Videos und der Link zur ganzen Sendung.
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Beim Schweizer Radio gibt es gerade eine ungewohnt nachdenkliche Sendung mit Schramm zum Nachhören:
www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/spasspartout/2774.sh10198756.html Dort erzählt er, dass er zwei Jahre lang krampfhaft versucht hat, vom Kabarettistentum zu leben, erst nach der "Anstalt" hat es geklappt. |
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danke dir sehr für diesen hinweis - "das land verlassen... aber WOHIN!"- da mache ich mir jetzt einen vergnüglichen hörabend!
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Ne, wußten "wir" fei net. Wer war es denn dann? Ist Schramm gar der schlimmere Guttenberg? Haben wir hier gar einen ernsthaften Kabarett-Plagiatsskandal, welcher die leidige Causa Wulff weit in den Schatten zu stellen in der Lage wäre. Hat vielleicht sogar Wulff die Texte geschrieben - und hat Schramm schon bei BILD (oder bei Ihnen) angerufen, um die Veröffentlichung der harten Fakten zu verhindern?
Ich habe hier ein Buch. Da steht drauf, dass es von einem gewissen Georg Schramm verfasst worden sein soll. Keine Co-Autoren sind genannt. Wer, so frage ich, hat es dann geschrieben? Sanftleben? Dombrowski? Olaf Schubert - oder gar Westerwelle? Lassen Sie "uns" bitte nicht länger im Ungewissen! Wenn Sie was wissen, dann raus damit. Wer schreibt die Texte des Georg Schramm, wenn nicht er selbst -SIE? |
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Ich hab versucht nachzuforschen aber die Kabarett-industrie hält sich da sehr bedeckt.
Die meisten Fernsehkabarettisten arbeiten mit Autoren und Produzenten zusammen. |
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Hab ich mir doch gedacht! Wissen tuen Sie also Nichts - aber erst mal einen Satz rauskloppen. Nicht sehr glaubwürdig. Georg Schramm sagt im Interview (siehe hadies link weiter oben), dass er für sein Bühnenprogramm mit einem Regisseur zusammenarbeitet - mehr nicht.
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ich weiß, dass er seit den frühen 90ern den selben autor hat, das is schonmal bißchen was ;)
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@ brefcourte am 08.01.2012 um 01:44
Was Sie hier tun brefcourte ist m.E. mindestens üble Nachrede, wenn nicht Verleumdung. Was halten Sie davon, hier geanuso öffentlich Ihre jedenfalls indirekte Unterstellung, dass die Texte von Schramm wesentlich nicht von Schramm stammten zurücknähmen, bevor jemand bei Herrn Schramm anfragte, was es mit Ihrer Unterstellung auf sich habe? |
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Herrlich, Samstag Nachts in Foren surfen, und versuchen Leute mit juristischen Halbwahrheiten einzuschüchtern.
Vielleicht verstehen Sie ja, dass jemand der im Fernsehn satirische Witze erzählt keine Autorschaft beansprucht. Er ist lediglich ein Interpret. Die Behauptung, dass da im HIntergrund Autoren existieren, wertet ja den Künstler nicht ab, von daher keine üble Nachrede und auch keine Verleumdung. |
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Von keiner Sachkenntnis im Urheberrrecht getrübt und dann auch noch Vorschriften über Öffnungszeiten des Blogs machen.
Kümmerlicher geht`s nicht. 1) Sie sind in der Bringschuld Ihre Behauptung zu beweisen, bzw. sie zurückzuziehen. 2) Wenn Georg Schramm fremde "Witze im Fernsehen erzählte" und nicht ausweisen würde, dass er das Recht an diesen "Witzen" dazu von anderen Autoren erworben hätte, dann beginge er Urheberrechtsverletzungen, bzw. Verschleierung, die die Urheber nicht hinnehmen würden. Im Übrigen wird auf der Homepage des Georg Schramm ausgewiesen, dass das Program "Thomas Bernhard hätte geschossen" aus 2005 in Zusammenarbeit mit seinem Co-Autor und Regisseur Rainer Pause entstanden ist. Für das neueste Programm "MEISTER YODAS ENDE" aus 2011 wird Rainer Pause nur als Regisseur ausgewiesen. Dass Schramm unberechtigt und unausgewiesen dabei texte von Pause verwertet hätte müssten sie beweisen. Ansonsten ist das, was Sie hier treiben dümmste Trollerei und Ausweis von Unkenntnis, wenn nicht Schlimmeren. |
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Soso ein Fan.
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Ich hab mir gerade überlegt, es wäre gut mein Aussage in Ihrem Sinne zu revedieren:
Ihr wisst fei scho, dass der seine Texte ned ganz selber schreibt. |
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Auch dieser Versuch war diletantisch. Hier kommt die juristisch verbindliche Aussage von Bref Courte:
Ihr wisst fei scho, dass der seine Texte ned immer ned ganz selber schreibt. |
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@ brefcourte am 08.01.2012 um 14:15
"Thomas Bernhard hätte geschossen", aber dilettieren Sie ruhig weiter. |
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schrieb am
10.01.2012 um 07:48
Mal abgesehen davon, wer Texte verfasst oder nicht verfasst:
Ist es für den Inhalt einer Aussage bedeutsam, von wem er stammt? Wenn eine Aussage einfach dadurch entwertet werden kann, dass sie vielleicht nicht von dem stammt, von dem man meint, dass sie stamme (auch wenn es belegbar wäre): Solange sind wir noch einige Lichtjahre von der Entwicklung eines demokratischen Bewusstseins entfernt. |
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Claudia hat immer eine Grundsatzfrage auf den Lippen.
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"Auch Schramm ist zuwider, wie kraftlos Politik heute ist."
das gerede von der angeblichen kraft- und machtlosigkeit der politik ist erstens eine (nein: DIE) standeslüge des gehobenen bildungsbürgertums schlechthin, das nunemal nix kommen lassen will übers räderwerk der institutionen, die es sich selbst schuf, und zweitens muss man hier mal die frage stellen, wie das zusammengehen soll, dass sich einer wie schramm "um den Bürger in der Demokratie" sorgen will, sich aber bei seinen figuren ausgerechnet das alte preussen zur folie nimmt ... soll ich jetzt mal spasseshalber hinschreiben, wieviele demokratische revolutionen die preussen im 19. jahrhundert so zusammengengeschossen haben? |
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@chuchulainn: "DIE standeslüge des gehobenen bildungsbürgertums"
Ich war mir eigentlich sicher, das gehobene bildungsbürgertum zuletzt auf der Roten Liste der aussterbenden Arten gesehen zu haben. Nennen Sie mir Roß & Reiter! Statt einer Liste, wie viele Revolutionen die Preussen zusammengeschossen haben fände ich viel spannender von Ihnen dargelegt zu bekommen inwiefern Schramm ein Preusse der Art ist, die Sie als verachtenswert ansehen. |
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Ihr Zitat @cuchulainn:
"....das alte Preussen zur Folie nimmt..." vielleicht schon mal darüber nachgedacht was er damit wohl im ernst bezwecken will?.... |
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schrieb am
03.01.2012 um 17:59
@schlesinger, 03.01.2012 um 17:00
"Ich war mir eigentlich sicher, das gehobene bildungsbürgertum zuletzt auf der Roten Liste der aussterbenden Arten gesehen zu haben." ja, was wären die deutschen nur ohne ihre ewigen "listen", auf denen steht, wer oder was als nächstes ausstirbt :) aber okay: gehobenes bildungsbürgertum - ärzte, anwälte, lehrer (höhere und hochschulen), ingenieure, pfaffen, teilweise auch unternehmer (der verleger dieser zeitung beispielsweise; wobei er als ein grenzfall anzusehen ist, denn er verdankt seinen sozialen status zum nicht geringsten teil dem umstand, dass ihm die geltende rechtsordnung das kommando über nicht unwesentliche teile des rudolf augsteinschen nachlasses gestattet) ... sprich: diejenige soziale schicht, auf der nicht nur der staat ruht, weil sie sein leitendes personal stellt, sondern die auch sicherstellt, dass er das weiterhin tut, weil sie an exponiertester stelle für die er- und vermittlung der dazugehörigen "werte" und normen sorgen. die träger einer bestimmten kultur sind halt auch immer die getragenen dieser kultur und benötigen deshalb hin und wieder kultur-"wirte", die den herrschaften ausdeutschen, dass an diesem ihrem staate schon alles in allerbester ordnung wäre - wenn da nur nicht diese verfluchten politiker wären, die immer nur pfuschen, wo es doch akkrat drauf ankäm, sich fürs gemeinwesen etwas mehr ins zeug zu legen. und "... inwiefern Schramm ein Preusse der Art ist", die ich gerade eben beschrieben habe, kannst du rausfinden, wenn du dir mal ansiehst, was lothar dombroski so von sich gibt. |
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danke, lieber schlesinger, für die große lobrede auf georg schramm.
das hat der mann verdient. ich hör und seh ihn auch gern. wenn ich auch öfter volker pispers sehe und höre. die gefährliche nähe zum karneval ist eine tatsache, klar. ich weiß nicht, ob sie auf der bühne ganz zu bannen ist. die öffentliche rede hat ihre eigenen spielregeln. wir bildungsbürger schätzen die rhetorischen finessen, die wortfügungen mit besonderem effet. aber halt, der gedanke, der wohlüberlegte, der aufs ganze geht, darf nicht fehlen. im doppelsinn. er muss ausgesprochen werden, und er darf nicht fehlgehen, in die irre. politik ist das feld (gesellschaftlicher)entscheidungen. worte sind im parlament in der gefahr (wieder der bühneneffekt), das geschiebe und getue hinter den kulissen zu verschleiern. nicht das kraftvolle wort, sondern die zukunftsfähige entscheidung steht im zentrum. entschuldigung, aber aristoteles, war der nicht der lehrer alexanders? sowas kraftvolles möge uns erspart bleiben. |
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@h.yuren Danke fürs Lesen! Zu Ihrem Schlussatz: Ja, und Seneca der Lehrer Neros. Ich bin zugegenermaßen ein großer Freund des Citoyen-Gedankens, und nirgends habe ich Intelligenteres und mehr von Menschenkenntnis durchdrungenes gefunden zum Thema "Wie ist eine Staatsform zu bilden um Gerechtigkeit zu ermöglichen" wie in den "Federalist Papers" der amerikanischen Verfassungsdenker, die natürlich zurückgriffen auf Aristoteles, aber verbanden mit der Gewaltenteilung Lockes und Montesquieus. Die Gewaltenteilung sehe ich noch heute als unabdingbare Voraussetzung. Aufgrund gewisser Erfahrungen müsste die Gesellschaft - hier zurück zu Schramm - Artikel 14 GG (2) "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen" darauf dringen angemessene Änderungen vorzunehmen.
Dazu müssten die Deutschen weg von der Glotze und wieder Bürger werden. Als Sofortmaßnahme sollte der Verfassungschutz die Gefährder unserer Demokratie umfassend unter Beobachtung stellen, als da wären die Deutsche Bank, der BDI etc.pp. |
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schrieb am
10.01.2012 um 08:16
>>Artikel 14 GG (2) "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen"<<
Heute wissen wir, dass "zugleich" nicht funktionieren kann, wenn das Andere, dem Eigentum dienen soll, die Privatrendite ist. Es ist einfach zu lukrativ, einen kleinen Teil der Rendite für die Korruption einzusetzen. Kein Privatbesitzer bzw. seine Manager werden so dumm sein, die Möglichkeit nicht zu nutzen. Weil dass "Wohl der Allgemeinheit" und die Maximierung der Privatrendite in einem Interessengegensatz stehen, ist ein synergetisches Zusammenwirken von beiden Interessen schlicht und ergreifend nicht möglich. Wir stehen heut vor dem Problem, dass wir die Konditionierung zum Ignorieren von Erkenntnissen nicht überwinden können. Daraus entstehen die vielen "sollte", "müsste", "dürfte eigentlich nicht". --- >>Als Sofortmaßnahme sollte der Verfassungschutz die Gefährder unserer Demokratie umfassend unter Beobachtung stellen,...<< Müsste ein Grundgesetzschutz nicht schon beim BWL-Studium darüber wachen, dass Art. 14.2 und Konsequenzen daraus in die Inhalte der Ausbildung einfliessen? Mit welchem Widerstand von welcher Seite müsste rechnen, wer die Allgemeinwohlverpflichtung von Produktionsmitteln, Infrastruktur und Finanzwesen durchsetzen wollte? Wie kann der zu erwartende Widerstand des Besitzerinteresses gebrochen werden, ohne dass von Besitzerseite tödliche Gewalt wie 1918/19 angewandt werden kann? |
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"Mann, das wär was: Schramm als Regierungssprecher unter Peer Steinbrück, der in der wöchentlichen Berliner Runde einen laschen Journalisten anherrscht “Wenn Sie mir keine vernünftige Frage stellen, beantworte ich Ihnen auch keine!”
Großartig!, wie Schramm rufen würde." Ich finde Ihren Text über Schramm gut, aber ist es nicht gerade die "Steinbrück-Sozialdemokratie", die eben im eigentlichen Sinne keine mehr ist, welche von Schramm unter anderem mit Hilfe einer seiner Figuren, ständig auf´s Korn genommen wird. Sagt nicht eine seiner Figuren ständig jenen Satz, wonach die Sozialdemokratie die Krankenschwester am Krankenbett des Kapitalismus sei - ausgerechnet Schramm als Regierungssprecher eines Mannes wie Peer Steinbrück? Ich glaube gerade die AGENDA-SPD ist dem Schramm ein Graus und Steinbrück ist einer ihrer prominentesten Vertreter. |
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@mahung: Schramm geht gegen die Agenda-Politik an, und zurecht. Ich möchte glauben, Steinbrück hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Das kann Wunschdenken sein, und bevor es ans Wählen geht würde ichs prüfen wollen. Mir kam es bein Schlussatz auch ein bisschen auf die Vorstellung an, eben keinen wie Steffen Seibert als allzu-netten Sprechonkel zu haben, sondern einen wie Schramm.
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Ich glaube nicht das Steinbrück gelernt hat.
Übrigens war Steinbrück beim letzten Bilderberg Treffen mit dabei. Vielleicht wird ja unser nächster Bundeskanzler ;-) |
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@KarinL. Westerwelle war bei den Bilderbergern auch schon dabei. Da kann es ja nicht so weit her sein mit der Qualität dieses Clubs ;-)
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Ein großartiger, mutmachender Artikel von Ihnen Herr Schlesinger. Dass Sie die Sprache als zentrales Moment Ihrer Anayse machten, an Haffner erinnerten hebt ihn noch einmal besonders hervor, so wie Schramm hervorgehoben zu werden verdient. - Meinen Dank dafür.
In einem Punkt muß ich Ihnen mit anderen Vorrednern aber widersprechen: In der Tat diese Sozialdemokratie hätte sich einen Sprecher wie Schramm nicht verdient. Schramm würde, wenn er im Geiste von "Peer wählen!" dies täte den Job bald wieder niederlegen (müssen), so wie ihm der "Scheibenwischer" nach der Machtübernahme durch den Statthalter des falschen Bürgertums Bruno Jonas und seinen kongenialen Epigonen des Pseudokabaretts Matthias Richling und Dieter Nuhr als kein Ort mehr erschien und auch die gewiss mit ihm immer noch überdurchschnittliche Sendung "Neues aus der Anstalt!" des ehrenwerten Urban Priol für ihn aus wieder ganz anderen Gründen der Raum, den er ausspielen will nicht mehr genügend war. Wenn wir schon phantasieren, dan nicht "Peer wählen!", sondern "Schramm for Kanzler". |
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@ Uwe Theel schrieb 03.01.2012 um 18:01
Korrektur: Im zweiten Satz muß es natürlich lauten: "Dass Sie die Sprache mit zum zentralen Moment Ihrer Analyse machten, ..." |
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@Uwe Theel Vielen Dank! Ihrer SPD-Kritik kann ich zustimmen, sehe mich aber mit Schramm insofern auf einer Linie, als ich nicht aufhöre der "alten" SPD nachzutrauern und zu hoffen, wenigstens zu hoffen, dass es sie wieder einmal geben möge... Über Richling & Co. muss man kein weiteres Wort verlieren. Schramm for Kanzler? Why not....
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schrieb am
10.01.2012 um 08:48
>>...als ich nicht aufhöre der "alten" SPD nachzutrauern...<<
Die Frage ist dann eben: Welcher alten SPD? Der SPD von 1914 -> Kriegskredite Der SPD von 1918/19 -> "einer muss den Bluthund spielen!" (G. Noske) Der SPD der Berufsverbote, des Ausbaues der Kernkraft ohne Lösung der Entsorgungsprobleme und der Raketenstationierungen (-> Mutlangen)? Oder der SPD der Gründungszeit? "Schön war die Gründungszeit sie kommt nicht mehr" das singen ja auch einige Grünwähler gerne... Müssen wir nicht eher endlich überlegen, wie wir eine korruptionsresistente politische Bewegung erreichen und ausbauen können? Mit der WIR, DAS VOLK die nötigen gesellschaftlichen Fortschritte gestalten können? Das bedeutet natürlich Arbeit und ist nicht mit sentimentalen Träumen von und Trauern um gute alte Zeiten zu machen und mit dem Wählen irgendwelcher Parteispendenaquisiteure und "gute-Beziehungen-zur-Wirtschaft" - Pfleger. Der HRE-Steinbrück wird auch sein Verfallsdatum erreichen, dann wird wieder ein neuer temporärer Messias aufgebaut werden. Wir haben zwei Möglichkeiten: Wir wollen oder wir wollen nicht. Nein, halt, noch eine dritte: Wir werden fremdgewollt. |
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@schlesinger
Danke auch von mir für den hervorragenden Text! Gerade angesichts der fast nur noch unterhaltenden Medienlandschaft. Die zahlreichen Polittalks können darüber nicht hinwegtäuschen, denn sie sind eben nicht das Gegenstück zu diesem Primat, sondern ihm nachgeschaltet. Andererseits: Was will man erwarten? Stellt sich nicht die politische Bühne selbst als Kasperletheater dar? Ersäuft nicht selbst jede Debatte zu eigentlich todernsten Themen im nur parteipolitischen Geplänkel? Muss man nicht den Eindruck haben, dieses ist nicht mehr als der Ausweg aus dem Unvermögen, sich intelligent, weit- und umsichtig zur Sache äußern zu können? Fast schon verständlich, dass da auch die vernehmbaren Charismatiker im Bezirke der Politkommentatoren weniger werden. Und da ist man an dem Punkt, die wenigen nicht oft genug nennen zu wollen. Wie eben einen Georg Schramm! Allerdings: Er steht auf der Bühne und vor TV-Kameras. Was wir sehen und kennen, ist zunächst die Figur Georg Schramm, die bisweilen noch Verwandlungen (Sanftleben u.a) annimmt. Warum also kein Kabarretist? Alle Eigenschaften, die Sie an Schramm hervorheben, sprechen doch für den guten Kabarettisten!? Dass man auch unter diesen Qualitätsunterschiede ausmachen kann - na, gut, klar, gehört dazu. Dass Schramm nun die größere Bühne ("Anstalt") floh, mag seine Ernsthaftigkeit in der Botschaft unterstreichen. Aber Lachen darf man doch! Das will er auch! Denken Sie doch mal an "Meister Jodas Ende", aus dem Sie ja hier zitieren. Und wenn er das Publikum eben anherrscht, es solle das Händepatschen lassen, dann gehört das zunächst zur Rolle und zum Programm. Der Vergleich mit Haffner, gestützt durch das Zitat, mag sicher gut passen; und zwar hinsichtlich der Schärfe in der Beobachtung und der Fähigkeit, zu formulieren. Die Darreichungsform ist bei Schramm ja aber doch eine andere - eben eine des Bühnenkünstlers. (was hier aber eben trotzdem kein Schimpfwort ist) Obwohl: Ausnehmen muss man da vielleicht das schriftliche Werk Schramms. Zugeben muss ich aber, dass man durchaus darüber nachdenken kann, Schramm nicht allein als Kababrettist zu sehen. |
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@miauxx Sehr gut. Sie haben zutreffend geahnt, dass meine Kategorisierung "Schramm ist kein Kabarattist" nicht absolut zu verstehen ist, sondern dazu dienen soll eine bislang vielleicht zu wenig beachtete Eigenschaft hervorzustreichen. Danke insofern für Ihre vielleicht sogar nötige Ergänzung!
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Ich schließe mich allem an, was sowohl im Artikel von Ihnen, lieber @ "schlesinger", als auch in den Kommentaren an Positivem über Georg Schramm geschrieben worden ist.
Das Negative zur Kenntnis zu nehmen, verweigert mir mein Anstand. |
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Danke Schlesinger, habe ich gerne gelesen.
In dem sehr hörenswerten - von Hadie oben verlinkten - Interview bezeichnet der Interviewer Schramms Auftritte als Volkstheater – davon war Schramm ganz angetan. Finde auch, dass es passt. Zu einer möglichen politischen Karriere Schramms: Ich glaube nicht, dass ein Mann des freien Wortes Lust hat, ein Sprecher für irgendjemanden zu sein, der etwas anderes will als er selbst.. Ich sehe ihn auch nicht als politischen Macher... Was ich aber für sinnvoll und realistisch halte, ist, Schramm zum Kandidaten für die hoffentlich demnächst anstehende Bundespräsidentenwahl vorzuschlagen. Dafür bedarf es nur eines Mitgliedes der Bundesversammlung, das ihn mit seiner Einwilligung als Kandidaten vorschlägt. Voraussichtlich würde Schramm nicht gewählt, aber er hätte während der Zeit der öffentlichen Kandidatenpräsentation die Möglichkeit, seine Auffassungen von Demokratie und der derzeitigen Politik, in gewohnter Schärfe in die Öffentlichkeit zu bringen. In diesen Zeiten, und der anstehenden „Haushaltssanierung“, können wir Bürger jede vernünftige Stimme gebrauchen. Falls es zu einer Neuwahl kommen wird, werde ich auf jeden Fall die Abgeordneten von SPD/LINKE/GRÜNEN anschreiben und ihnen meinen Bürgerwunsch mitteilen.. |
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schrieb am
10.01.2012 um 09:11
>>Was ich aber für sinnvoll und realistisch halte, ist, Schramm zum Kandidaten für die hoffentlich demnächst anstehende Bundespräsidentenwahl vorzuschlagen.<<
Hm, ob das wirklich so gut wäre? Wenn es gegen den Kandidaten von SPD/CDU/CSU/Grüne* einen Gegenkandidaten gäbe würden die Lobbyblockparteien einen Riesenrummel in Gang setzen: BLÖD denkt für Sie. Danach wäre Schramm eventuell verheizt. Wahrscheinlich würde er den Staatszirkus eh nicht mitmachen. Für besser hielte ich, stetig auf Georg Schramm hinzuweisen, um mehr Aufmerksamkeit für ihn zu erreichen. Das geht natürlich nicht, indem man sich nur in der schönen, warmen Höhle immer wieder gegenseitig bestätigt, dass man den Schramm gut findet. --- *SPD/Grün haben schon angekündigt, dass sie eine gemeinsamen Kandidaten des Lobbyblockes unterstützen würden. Deswegen käme Schramm wohl nur als Kandidat der Linken infrage. |
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Hallo Schlesinger,
der Text und Schramm wurden bereits von anderen Kommentatoren gelobt, zurecht wie ich finde. Allerdings bin ich beim Lesen über etwas gestolpert, was mich doch stutzig macht. "Schramm wartet bis heute darauf, dass sich in einer der unzähligen Polit-Talkshows endlich ein Talkmaster oder eine der ach so taffen Talk-Frauen findet, die einem Politiker dies entgegenschleudert" Was hat es mit dieser Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Moderatoren auf sich? Offenbar verstehe ich den tieferen Sinn dahinter nicht und sehe es daher als unnötigen Seitenhieb. Vielleicht können Sie es mir aber auch erklären, so das ich es verstehe. Ich soll auch von "meiner Frau" Grüßen. |
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Vielleicht wollte der Autor herausstellen, welche prominenten Talknudeln wir neben Jauch, Beckmann, Kerner etc. eben z.Z. gefühlt am meisten bzw. am prominentesten zu "ertragen" haben: Maischberger, Illner, Will bzw. früher Frau Christiansen. Ich denke Schlesinger wollte hier keine Gender-Diskussion vom Zaun brechen.
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Das wollte er sicher nicht, es geht ja um Schramm. Ich bin drüber gestolpert und habe mal nachgefragt. Deine Begründung erklärt aber nicht die Unterscheidung zwischen Talkmaster und den ach so taffen Talk-Frauen.
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@ merdeister am 08.01.2012 um 11:38
Gibt es da in der Funktion und Wirkung einen Unterschied? Alles andere sollte hier nicht zählen. (Dass sich die weiblichen Talkmistresses tough geben, steht ja außer Frage. |
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@merdeister Nein, keine gender-Debatte. mahung hat in die richtige Richtung vermutet: Gefühlt kommt es mir so vor, als müssten die Talk-Frauen (in der Folge von Christiansen) jetzt so richtig zeigen, wie man moderiert und den Leuten auf den Zahn fühlt. Das schafft kaume eine/r. Da fällt mir spontan nur eine ein, aber die ist nicht Moderatorin: Marietta Slomka. Die könnte den Ansprüchen Schramms genügen. Ansonsten kaum "Taffheit" zu erkennen.
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Klasse Artikel bzw. Blogbeitrag!
Beste Grüße und alles Gute im neuen Jahr! |
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Der Beitrag trifft es auf den Kopf.
Schramm schafft es genau auf der scharfen, schmalen Kante zwischen Belehrung und Belustigung (denn um die geht es ja auch) zu wandeln. Eine bei Weiterem höhere Liga als etwa Priol, dem es nur um den nächsten Lacher zu gehen scheint. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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