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Die Liste der Gipfel ist lang, und alle sind sie vom Menschen längst bestiegen worden. Mal mit und mal ohne Sauerstofflaschen.
Jetzt und zu dieser Jahreszeit gilt es einen neuen Gipfel zu erklimmen. Plötzlich und unerwartet hoch schoß er in Kopenhagen gen Himmel und versetzt die Teilnehmer der Expedition in schiere Verzweiflung.
Gerade hat man sich darauf geeinigt, den Pfad von Kyoto zu gehen, da löst ein junger, überheblicher Besteiger aus den USA eine erneute Sinnkrise aus.
Und während die gut ausgerüsteten Bergsteiger noch diskutieren, wo sie langgegen, was sie mitnehmen und ob sie unterwegs ihren Müll sortieren, tauchen halbnackte Insulaner auf, die ihnen Vorhaltungen machen.
Was wollen die eigentlich? Haben nicht mal das Geld für ein vernünftiges Equipment und stellen hier Ansprüche! Die wollen doch glatt, daß man für sie mitdenkt und in Entscheidungen mit einbezieht. Und dann kommen sie auch noch mit so grotesken Bemerkungen wie: Wenn ihr an diesem Gipfel scheitert und unsere Inseln unter gehen, dann sieht es für euch auch schlecht aus!
Pffff...so was! Woher nehmen die denn das Recht so mit UNS zu reden? Schließlich geben wir denen ja das Geld, damit ihre korrupten Regierungen das gute Holz schlagen und an uns verscherbeln kann. Schließlich sorgen wir mit viel geld dafür, daß die blöden Entwicklungsländer auch ja welche bleiben, damit da ja niemand auch nur den Bildungsstand erreicht um sich über Umweltsünden in Bergwerken (für die WIR natürlich nicht verantwortlich sind, was UNS aber enorm betroffen macht), quasi Sklavenhaltertum und Feudalwirtschaft im eigenen Land nachzudenken und es vor aller Welt lauthals kund zu tun.
Die sollen ja den Rand halten, solange sie ihre ungewaschenen Füße unter unserem mit reichen Gaben überladenen Tisch stecken dürfen (aber nix anfassen ja!) Die sollen doch froh sein, daß wir ihren minderwertigen Futtermais zu Bioethanol machen, damit unsere Luft sauberer wird. Wir müssen schließlich auch atmen. Und schließlich stirbt man eher, wenn man keine Luft bekommt! Und außerdem gibt es ja noch viele andere Pflanzen, die man essen kann im Busch. Und Tiere gibts da ja auch genug.
Wie sagte doch meine liebste Marie Antoinette so schön: Was, die bauern haben Hunger? Dann sollen sie doch Kuchen essen....Genau, sollen die Inselbewohner sich doch mit Förmchen aus Plastik Törtchen in den Sand drücken und Kuchen essen! Das verbraucht weder Strom noch Holz und ist ganz und gar umweltschonend.
Was? Wie, was machen die in Afrika? Die haben doch auch Sand! Da gibts doch eine ganze Wüste voll mit Sand. Ach so, sie haben kein Wasser. Ja wenns weiter nichts ist... Sollen doch alle an die Küste ziehen, damit sie, wie die Inselbewohner auch etwas vom Anstieg des Meeresspiegels haben. Immerhin bezahlen wir hierzulande ein horrendes Geld für Wassergrundstücke, von Grundstücken mit Meerblick mal ganz zu schweigen. Da kann man mal sehen, wie luxuriös die da auf den Inseln und in den Entwicklungsländern wohnen! Unsereins kann sich nicht mal n Urlaub am Meer leisten und die beschweren sich, daß es direkt vor der Tür steht!
Mein Vorschlag wäre deswegen: Entwicklungshilfen bleiben bei uns, damit wir uns hier alle Wassergrundstücke leisten können. Wir fahren weiter fleißig spritfressende Autos, damit wir den armen Bäumen auch ja nicht ihr Kohlendioxid wegnehmen und werfen unseren Plastikmüll weiterhin fleißig ins Meer, weil die Delphine doch so gern damit spielen. Außerdem ist bald für uns ganz viel Platz, weil ja ganz viele Menschen verhungern, verdursten oder ersaufen. Dann kann sich jeder noch einen Golfplatz, eine Skipiste bauen oder eine Safarifarm anlegen, je nach Klimazone.
Für mich ist doch ganz klar, laßt uns doch die ewigen Mauler ignorieren und so weiter machen wie bisher. Wassergrundstücke für alle!
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Und der Beschluss war: hier habt ihr Geld, kauft euch ein Wassergrundstück und eßt Kuchen!
Ich könnt kotzen bei so viel Arroganz. Manchmal wünscht man sich echt, daß unsere zivilisierte Gesellschaft von nem riesigen Haufen Sch.... getroffen wird! Ich schäme mich, daß ich in einem solchen Land lebe, daß zu eben jenen 30 gehört, die so sorglos über das Überleben anderer entscheiden! |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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