Empfehlung der Woche

Frieden – Wie geht das?

Frieden – Wie geht das?

Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

Zur Empfehlung
Meine Frau weint

Meine Frau weint

Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

Zur Empfehlung

Kultur : Dann macht es doch im Cabrio

Zum Kommentar-Bereich

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community.
Ihre Freitag-Redaktion

Unser Kolumnist versucht die Schrumpfung des deutschen Volkes zu verhindern. Außerdem liest er Kontaktanzeigen, in denen eigentlich Autos gesucht werden.

An einem der kommenden Tage wird UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der möglicherweise mächtigste Mann der Welt ohne Macht, am Frühstückstisch zu seiner Frau sagen: „Schatz, leg mir den guten Anzug raus und die gute Krawatte. Ich will heute in ein indisches Dorf fahren und dort den achtmilliardensten Menschen begrüßen.“

Die Weltbevölkerung wächst, die Bevölkerung Deutschlands hingegen schrumpft. Irgendwann wird der Deutsche unter Naturschutz gestellt und in ein Reservat gesteckt. Es wird Safarireisen geben. Wenn kein Deutscher gesichtet wird, dann Geld zurück.

Schuld an der Schrumpfung Deutschlands und der gesamten westlichen Welt sollen die emanzipierten Frauen haben, die lieber ihr Abitur machen und studieren gehen, anstatt sich mit Erreichen der Volljährigkeit an den Herd zu heiraten und sich in eine Gebärmaschine zu verwandeln. Kinder bekommen nur noch Frauen, die Jacqueline mit Vornamen heißen. Diese Kinder werden aber so fett, dass sie körperlich nicht mehr in der Lage sind, selbst Kinder zu zeugen. Nicht einmal die deutsche Unterschicht wird demnach überleben.

Es gibt aber einen viel plausibleren Grund für den Mangel an Gebärmaschinen: Männer und Frauen lernen sich gar nicht mehr kennen, weil sie an den falschen Orten nach dem anderen Geschlecht suchen.

Kürzlich stellte ich fest, dass im Zeitmagazin nicht nur Anzeigen für Uhren stehen, die man schon für die nächste Generation aufbewahrt, sondern auch Kontaktanzeigen. Dort suchen aber fast nur Frauen. Und zwar entweder Männer, die empfindsam sind oder einen BMW fahren. Männer inserieren dort nicht. Sie haben keinen BMW, sie sind nicht empfindsam.

Dann fiel mir recht zufällig ein Heft in die Hände, in der Menschen nach Sexpartnern suchen. Das waren zu 99 Prozent Männer. Sie wollen, dass die Frauen so einiges mitmachen, teilweise ist der Übergang zu Artistik und Selbstzerstümmelung fließend. Einige wollen auch bloß, dass man zu ihnen nach Berlin fährt und ihnen die Füße leckt. Ein deutscher Sexualwissenschaftler versicherte mir sehr glaubhaft, dass sich nur sehr wenige Frauen auf so ein Abenteuer einlassen. Ihnen reichten die gewöhnlichen Reize.

Auf der einen Seite also die Frauen, die BMWs und Romantik suchen, auf der anderen Männer, die perverse Dreier anstreben und es in einer mit Honig gefüllten Wanne treiben wollen. Das war früher nicht anders, aber früher gab die Frau nach, weil sie dazu erzogen worden war. Heute aber funktioniert das nicht mehr.

Ich mache deshalb einen Vorschlag zur Güte: Erst müssen das Zeitmagazin und das Sexkontaktanzeigenmagazin ihre Anzeigenteile zusammenlegen. Ja, ich weiß, es gibt da einige Berührungsängste, aber es geht darum, die Schrumpfung des deutschen Volkes aufzuhalten, da dürfen Geschmacksgrenzen keine Rolle spielen. Wenn die beiden Anzeigenteile nun also eins werden, suchen Frauen und Männer immerhin schon im selben Medium. An dieser Stelle muss ich dann von beiden Geschlechtern verlangen dürfen, dass sie ihre unrealistischen Forderungen etwas anpassen. So könnten sich Männer und Frauen darauf einigen, den Extremsex in ein BMW-Cabrio zu verlegen und die Wanne statt mit Honig mit Rosenblättern zu füllen. Ich möchte das nicht weiter ausmalen, mein Kopfkino schließt hier.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.