Empfehlung der Woche

Frieden – Wie geht das?

Frieden – Wie geht das?

Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

Zur Empfehlung
Meine Frau weint

Meine Frau weint

Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

Zur Empfehlung

Politik : Nazi-Morde: Die Entschuldigung(en)

Zum Kommentar-Bereich

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community.
Ihre Freitag-Redaktion

Von den Entschuldigungen des Bundesinnenministers und der Bundesjustizministerin berichten die Titelseiten der Zeitungen heute in ihren Behandlungen der neonazistischen Mord-, Bomben- und Überfallsserie. "Wir müssen uns für all diejenigen entschuldigen, die einen Fehler gemacht haben. Es tut uns leid", sagte Hans-Peter Friedrich (CSU) gestern in der Bundespressekonferenz, von empfundener Scham sprach Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Dieses Bedauern kam aber alles andere als eigeninitiativ und entschlossen daher.

Sein Statement begann zunächst nur Hessens Landesinnenminister Boris Rhein (CDU) mit einer Entschuldigung: "Wir haben uns bei den Opfern und den Hinterbliebenen dafür zu entschuldigen, dass in Deutschland solche Morde mit solchen Hintergründen möglich waren", so Rhein, der als Vorsitzender der Innenministerkonferenz mit auf dem Podium der Bundespressekonferenz sitzen durfte. Erst als eine Journalistin nachfragte, für wen er sich entschuldigt habe, ob er womöglich gleich im Namen der Bundesregierung gesprochen habe, fühlte sich Bundesinnenminister Friedrich bemüßigt, hastig ein paar bedauernde Worte hinterherzuschieben.

Man könnte Hessens konservativen Innenminister fast loben, hätte er seiner Entschuldigung wenige Momente später nicht gleich eine andere Ausführung folgen lassen: Entschlossenes Handeln als oberste Maxime müsse "auch für alle anderen Bereiche des Extremismus' gelten". Im Klartext: Vergesst jetzt ja nicht den "Linksextremismus"!

Tatsächlich extrem, nämlich extrem auffallend ist indessen, wie insbesondere der Spiegel über die - jetzt als neonazistisch identifizierte - Mordserie berichtet hat. In einer Rekonstruktion der Berichterstattung deutscher Redaktionen zitiert die taz heute unter anderem die diversen Spekulationen des Hamburger Magazins, über die Wettmafia, den türkischen Geheimdienst, Rache an Abtrünnigen oder rechtsnationale Türken.

"Rechtsnational" waren die Täter und deren Intentionen tatsächlich.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.