Vergangene Nacht brannte es wieder, und zwar so, dass es für Ermittlungen des Staatsschutzes reicht: Ein Chrysler in Kreuzberg und ein Porsche Cayenne in Friedrichshain gingen in Flammen auf.
In Spandau hingegen mutet die Spur der Feuerteufel wahllos an: Ein Wäschetrockner, mehrere Blumenkästen, eine Papiertonne, zwei Kleintransporter einer Tischlerei und ein Imbisswagen konstatiert die Berliner Polizei heute morgen als angezündet - wenn auch in zwei unterschiedlichen Pressemitteilungen.
Ein Vergleich der Lage der drei unterschiedlichen Spandauer Brandorte lässt nachhaltig zweifeln, dass die Taten unabhängig voneinander begangen worden sein sollen: Rund um die Havel-Insel Eiswerder gelegen, sind innerhalb einer Viertelstunde abzulaufen.
Was also sollen diese Brandherde uns sagen? Sind sie das Werk eines vagabundierenden Pyromanen? Symbolischer, anti-militaristischer Protest wegen Eiswerders früherer Rolle als Rüstungsproduktionsstandort? Eine Eskalation im schon länger schwelenden Konflikt um Wohnbau- oder Medienstandort-Nutzung auf Eiswerder? Oder, in dieselbe Kerbe schlagend, Rauchzeichen von den Verlierern der Gentrifizierung, von denen, die bereits an den Rand gedrängt wurden? An den Rand, der etwa in Spandau Falkenheimer Feld heißt und unweit von Eiswerder liegt?
Licht in das Dunkle kann nur der Staatsschutz bringen. Der ermittelt in Spandau aber nur wegen der Tischler-Transporter. Vielleicht, weil er schon zu beschäftigt ist - mit der sich in Kreuzberg und Friedrichshain manifestierenden Eindeutigkeit.