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Die Meinungsinstitute sind klug aus dem Schaden von der vergangenen Bundestagswahl geworden. ARD und ZDF beschwörten geradezu, dass ihre letzten Umfragen vor der Wahl keine Prognosen für dieselbige sein. Und in der Tat: 40 Prozent wissen noch nicht, wen sie am Sonntag wählen; und dazu findet in der letzten Woche vor der Wahl eine Diskussion statt, die den Wahlausgang entscheidend beeinflussen wird: nämlich die über Überhangmandate.
Am Sonntag werden deshalb nicht nur Parteien gewählt, sondern auch Koalitionen: Möglich sind Schwarz-Gelb und Schwarz-Rot, weniger wahrscheinlich ist Rot-Grün, ausgeschlossen sind die Ampel, Jamaika und Rot-Rot-Grün.
Deswegen werden viele ihre Stimmen auch splitten: Wer für Schwarz-Gelb ist, wählt mit der Erststimme CDU und mit der Zweitstimme FDP. Wer von den CDU-Wählern für die Fortführung der Großen Koalition ist, wählt mit der Erststimme CDU und mit der Zweitstimme SPD. Und auf CDU und FDP, die auch mit einer Überhang-Mehrheit regieren wollen, wütende SPD-Wähler können ihre Erststimme der SPD und die Zweitstimme den Grünen geben, genauso die Grünen-Wähler.
Schon 2005 musste die Union miterleben, wie sie einen prognostizierten haushohen Wahlsieg verspielte und am Ende nur ein Prozent mehr als die SPD hatte. Die großen Meinungsinstitute Emnid, Forsa, Forschungsgruppe Wahlen und Infratest Dimap sahen die Union damals im Schnitt bei 41,5 Prozent - am Wahlabend verlor sie davon 6,3 Prozent und landete nur bei für ihre Verhältnisse mickrigen 35,2 Prozent. Die größte Gewinnerin war die FDP: Die Meinungsinstitute sahen die Liberalen nur bei 6,9 Prozent, bei der Wahl waren es aber 9,8 Prozent, die FDP gewählt hatten.
Sollten sich Forsa und Konsorten wieder so gewältig irren wie 2005, droht ein erneutes Debakel für die Volksparteien, aber viel mehr für die Union als für die SPD: Denn die CDU/CSU liegt derzeit in den Umfragen bei 35,5 Prozent und würde bei der Wahl nur 29,2 Prozent bekommen, die SPD 26,1 Prozent (Umfrage: 25,5 %), die FDP 15,9 Prozent (Umfrage: 13 %), die Linke (Umfrage: 11 %) und die Grünen (Umfrage: 10,5%) jeweils 11,7 Prozent.
Für die beiden Volksparteien wäre es das schlechteste Bundestagswahlergebnis in ihrer Geschichte, für die drei "kleinen" das beste. Schwarz-Gelb würde zwar mit 45,1 : 49,5 Prozent die Mehrheit der Wähler verfehlen. Aber wer am Ende gewinnt, steht wohl erst nach einer durchzechten Nacht fest. Für die Union sind bis zu 32 Überhangmandate möglich, aber auch die SPD wird mehr als nur die zwei erreichen, die der SPIEGEL für sie ausgerechnet hat - dank Linkspartei- und Grünen-Wählern, die Schwarz-Gelb verhindern möchten, aber auch dank Wählern der Unionsparteien, die die große Koalition lieber hätten als das Bündnis mit der FDP. Allerdings muss die SPD sich auch vor einem Debakel fürchten: dann, wenn auf Überhangmandate spekulierende SPD-Wähler den Grünen ihre Zweitstimme geben.
Das prognostizierte Wahlergebnis (in Klammen: Veränderung gegenüber der vergangenen Bundestagswahl 2005): CDU/CSU 29,2 % (-6 %), SPD 26,1 % (-8,1%), FDP 15,9 % (+6,1 %), Die Linke 11,7 % (+ 3 %), Die Grünen 11,7 % (+3,7 %)
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Dringend zu beachten! Hier steht ein hochbrisanter, schwer substanzieller Beitrag, der geeignet ist, Wahlabsichten am kommenden Sonntag zu ändern!!!
www.freitag.de/community/blogs/meisterfalk/der-pirat-auf-dem-landweg |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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