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Wer noch das christlich strukturierte Jahr im Blut hat, für den wird es im Herbst düster-besinnlich und zu Weihnachten innig-besinnlich. Tod und Vergänglichkeit haben jetzt auch ihre Feiertage. Und dazu gibt es natürlich jede Menge Klassik. Aus den Tiefen des Internets hat Google mir jüngst äußerst widerwillig die weiter unten aufgelistete geistliche Musik zugespielt, die ich gerne als Hör- und Sehangebot Angebot weiterreichen möchte. Es kostet schließlich einige Mühe und erfordert einiges Tauchen in trüben Gewässern, will man jene Korallenriffe finden, wo besonders kenntnisreiche und engagierte User ihre Kostbarkeiten eingestellt haben. Und dem muss sich ja nicht jede(r) Einzelne separat und für sich aussetzen.
Neu für mich und bislang völlig unbekannt waren die beiden ehemaligen Thomaskantoren Johann Schelle (1648- 1701) und Sebastian Knüpfer (1633- 1676). Umso mehr überraschte mich die wunderschöne geistliche Musik, die sie geschrieben haben. Man kann die Kombination von Text und Ton wohl am besten als erbaulich in einem guten Sinne bezeichnen.
Kantaten und Motteten vom Thomaskantor Johann Schelle (1648- 1701)
www.youtube.com/watch?v=fFYMuxmb-10&;feature=BFa&list=ULfFYMuxmb-10&lf=mfu_in_order
Geistliche Musik vom Thomaskantor Sebastian Knüpfer (1633- 1676)
www.youtube.com/watch?v=F2ws6Gf5VOw&;feature=BFa&list=ULLiFinqZtk40&lf=mfu_in_order
[Hinweis: die Autoplay-Liste beginnt mit Weihnachtsmusik]
Buxtehudes Membra Jesu Nostri (Buxwv75), wurdeim Januar 2009 auf dem Festival La Folle Journée in Nantes durch La Venexiana unter Claudio Cavina in purer Schönheit interpretiertund auf ARTE live übertragen. Ist zwar Passionsmusik, aber da Normalsterblicher den lateinischen Text ohnehin nicht versteht.....
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Zum Werk:
de.wikipedia.org/wiki/Membra_Jesu_nostri
Text und Notenbeispiele:
en.wikipedia.org/wiki/Membra_Jesu_Nostri
Ruhig und schön ist natürlich auch das Stabat Mater von Pergolesi, hierinterpretiert von Angharad Gruffydd Jones, Lawrence Zazzo und dem Cambridge Ensemble unter Timothy Brown. Ist ebenfalls Passionsmusik. Siehe Buxtehude.
Stabat Mater (Stabat Mater)
Cujus animam gementem (Stabat Mater)
O quam tristis et afflicta (Stabat Mater)
Quae moerebat et dolebat (Stabat Mater)
Quis est homo (Stabat Mater)
Eja mater fons amoris (Stabat Mater)
Fac ut ardeat cor meum (Stabat Mater)
Sancta mater, istud agas (Stabat Mater)
Fac, ut portem Christi mortem (Stabat Mater)
Inflammatus et accensus (Stabat Mater)
Quando corpus morietur (Stabat Mater)
Vidit suum dulcem natum (Stabat Mater)
de.wikipedia.org/wiki/Stabat_mater
de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Battista_Pergolesi
Und wem das alles zu traurig war, der kann zur Aufheiterung zu Antonio Vivaldi, Andreas Scholl, und The Australian Brandenburg Orchestra unter Paul Dyer klicken. Und falls das auch nicht reicht, kann man es ja auch noch mit Teil 2 versuchen....
www.youtube.com/watch?v=hHXd8jCxsQw&;feature=related
II
Wer lieber auf weltlicheren Wegen zur Ruhe kommen möchte, der kann es mit DOWLAND- LACHRIMAE versuchen. HESPÈRION XX bieten melancholische Schönheit pur.
www.youtube.com/watch?v=1eVq5A5tlvk
Wer sich – sozusagen antizyklisch – im trüben Herbst gerne noch einmal an die hormonellen Turbulenzen des Frühlings erinnern möchte, kann es – sehr temperiert - mit den Liebesliedern desADAM DE LA HALL versuchen.
www.youtube.com/watch?v=dU0HE0E1nto&;feature=related
Oder Alfred Deller bei Lautenliedern von John Dowland lauschen.
www.youtube.com/watch?v=mmQ1cPPPFbw&;feature=related
Etwas heftiger wird es beiPhilippe Jaroussky . Zum Start in eine längere emotionale Auftanksitzung empfiehlt sich für die, die es auf ARTE nicht gesehen haben das Caldara-Programm mit vergessenen Kastraten-Arien, das mit Emmanuelle Haïm und Concerto Köln in München aufgezeichnet wurde.
www.youtube.com/watch?v=3VIKbL7VjOA&;feature=related
So richtig in sich hat es aber das Teatro d'dAmore, wo Nuria Rial und Philippe Jaroussky sich, begleitet von L'Arpeggiata unter Christina Pluhar, durch die italienische Renaissance turteln und balzen.
www.youtube.com/playlist?p=PL3335BABDE65DB07
Der absulte Rausschmeißer schließlich ist der musikalische Salon mit Philippe Jaroussky and friends im Théâtre des Champs-Elysées. Jaroussky,Verónica Cangemi, Jérôme Ducros, die Brüder Capuçon und andere bieten Herz, Schmerz, Schmelz, Schmiß, Koloraturen und und und..... Selbst ein betagtes „Schlachtross“ von Rossini klingt da zeitweise so schön, als würden es Peter, Paul and Mary singen und Schostakowitsch erkennt man erst gar nicht wieder;) Die Beatles sind – gerade noch erkennbar – auch vertreten. Und, ach, natürlich die Baccarole von Offenbach..... Seufz,...und dieses bekannte ….von Händel....Ende......