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„S 21 besteht Stresstest“ brüllte das allsonntägliche Zeitungsimitat Sonntag Aktuell heute morgen über den Frühstückstisch und plapperte „heute“ im ZDF zum Abendbrot nach. Und auch bundesweit hallte nach, was „nach Informationen dieser Zeitung die Kernaussagen des Stresstests“ sind. „Die Ergebnisse sind am Wochenende im Umfeld der Deutschen Bahn bestätigt worden“ (Printausgabe vom 26.06.2011). Ein Blogger fasst die beiden Sonntag Aktuell-Berichte dazu kritisch zusammen. Und auch die taz berichtet einigermaßen kritisch:
www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?113,5440229
www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/stresstest-bestanden/
www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stresstest-zu-stuttgart-21-gegner-werfen-bahn-trickserei-vor.c4cd6d45-a018-4300-aee8-6bb5fe8eca0b.html
www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stresstest-fuer-stuttgart-21-bahn-haelt-die-vorgaben-fuer-irreal.328936c0-b605-42c4-b434-c455f620db27.html
www.sueddeutsche.de/politik/stuttgart-bw-innenminister-winfried-hermann-ich-musste-durchsetzen-dass-nicht-getrickst-wird-1.1111884
Diese Schlagzeile ist der vorläufige Höhepunkt eines mehrwöchigen Medienklamauks, der offenbar drei Ziele verfolgt: die Vernebelung der Öffentlichkeit, die Verwirrung und Schwächung des Stuttgarter Widerstandes und last, aber überhaupt nicht least die Vertuschung von skandalösen, wenn nicht gar kriminellen Machenschaften von Grube und seinen Mannen, deren Andocken an die Aufmerksamkeitskanäle der Medien man durch Pseudonachrichten blockieren möchte. Offenbar ist man sich nicht ganz sicher, dass SPIEGEL & Co trotz potenter, S21-affiner Anzeigenkunden auch weiterhin auf kritische Recherchen verzichten wird.
www.freitag.de/politik/1125-keil-in-den-widerstand
Wenn man sich nicht vollkommen blöd stellt, ist die innere Dramaturgie dahinter unverkennbar, die der Deutschen Bahn - mit freundlicher Unterstützung willfähriger Teile der Medien, der Polizei und der Justiz – durch geschicktes Surfen auf diversen Zeitgeistwellen in den vergangenen Wochen und Monaten gelungen ist.
Zuerst kamen die journalistischen Ergüsse zu Ökodiktatur und Tugendstaat, in denen sich einige ihre paranoiden Alpträume angesichts des momentanen grünen Vormarsches in gesellschaftlichem Bewusstsein und Politik von der Seele zu schreiben versuchten.
www.zeit.de/2011/22/Tugendstaat-Liberalismus/komplettansicht
Danach kamen, unter dem Vorwand des Kretschmannschen Merkel-Lobes, die Spekulationen über eine schwarz-grüne Zukunft, von rechten und „liberalen“ Interessen als Wunschtraum gepuscht, von Links als Waffe gegen den erfolgreichen Konkurrenten eingesetzt.
www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,768376,00.html
Die dadurch – und durch die Debatte um die grüne Haltung zum Merkelschen Atomausstieg - ausgelöste Verunsicherung, die in Baden-Württemberg noch durch gezielte mediale Versuche verstärkt wurde, Misstrauen zwischen den regierenden Grünen und den Stuttgarter Widerstand zu säen, nutzten Grube und andere, um noch ein paar verbale Brandbeschleuniger unters Volk zu bringen, was dort vorhersagbar Ohnmacht und Wut noch weiter schürte.
www.jungewelt.de/2011/06-15/057.php
www.sueddeutsche.de/politik/stuttgart-grube-dein-name-ist-mehdorn-1.1109127
Der Erfolg war durchschlagend: Ermuntert durch die scheinbar aktive Nichtbeachtung der Polizei nutzte am 20.06.2011 eine Extragruppe eine unstreitig seriöse Architektenveranstaltung am Südflügel des Bonatzbaus, um, als „Fisch im Wasser“ mitlaufender Demonstranten - auf die Baustelle am Schlossgarten vorzudringen und dort endlich die Voraussetzungen für den von ihnen angestrebten „Baustopp“ zu schaffen. Die Justiz und Medien nutzten den entstandenen Sachschaden und die Prügelei mit einem Zivilpolizisten, die beide offenbar vollkommen unbehelligt unter den Augen mehrerer Hundertschaften von Polizei stattfanden, zu einer beispiellosen Verfolgungs- und Hetzkampagne gegen den gesamten Stuttgarter Widerstand. Was in der Lokalpresse bislang noch an kritischer Recherche stattgefunden hatte, kam nahezu vollständig zum Erliegen.
www.freitag.de/community/blogs/seriousguy47/s21-luegentsunami-ueber-stuttgart
www.freitag.de/community/blogs/seriousguy47/s21-montagsdemo--baustellenbesetzung-video-nachreichung
Ich will dies hier nicht näher analysieren. Es geht mir vielmehr erst einmal um eine Chronik, die die innere Dramaturgie der Ereignisse auflisten und belegen möchte. Und die andeuten möchte, wem dies alles wobei nutzt.
Die nächste Stufe, die sehr gut in eine Situation passte, in der der Widerstand voll damit beschäftigt war, herauszufinden, wovon er da eigentlich überrollt worden war, platzte dann die Schlagzeile, die nur einem Zweck dienen konnte: das Tischtuch zwischen Regierung und protestierenden Bürgern endgültig zu zerschneiden: „Grüne: Bahn besteht Stresstest“. Angesichts des tatsächlichen oder vermeintlichen Zitates von Verkehrsminister Hermann, auf das die Autoren von BZ und FR sich dabei berufen kann ich diese Überschrift nur als glatte Falschmeldung bezeichnen:
"Nach den bisher durchgesickerten Informationen wird der Stresstest wohl nicht scheitern", sagte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) der Berliner Zeitung. "Es wird wohl so aussehen, dass die Bahn den Test irgendwie schafft"
Das zur Korrektur dringendst erforderliche Dementi erfolgte zwar prompt:
„Doch nun dementiert der Minister: "Die Ergebnisse des Stresstests zum Milliarden-Bahnprojekt Stuttgart 21 liegen dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg noch nicht vor", erklärte Hermann am Samstagvormittag. Sein Sprecher sagte sueddeutsche.de, ein entsprechendes Interview der beiden Zeitungen mit dem Minister habe "nicht stattgefunden", die zitierten Aussagen seien "nie gefallen". Berichte über einen möglichen Ausgang des Stresstests seien momentan "reine Spekulation".
Aber das neue Misstrauen war gesät, und die aus Bahnkreisen heute nachgeschobene Meldung hat zwar keinen besonders großen Informationswert in der Sache, aber sie kann Minister Hermann zusätzlich ins schlechte Licht setzen – und soll in erster Linie wohl die „unabhängigen“ Gutachter unter Bestätigungsdruck setzen und den gerade vermeintlich geschwächten Widerstand endgültig in die Resignation treiben. Von den Medien geschmäht und der Justiz gejagt, sollen die Menschen nun auch von der Sinnlosigkeit ihres Protests „überzeugt“ werden. Der Schweizer SMA aber wird klar signalisiert, was sie gefälligst als Ergebnis zu liefern hat, wenn sie in Zukunft noch Aufträge der Bahn bekommen will.
Dabei ist das Hermann zugeschriebene Zitat von der Art, dass es einen eher wundern müsste, würde es nicht abbilden, was er denkt. Und diejenigen im Widerstand, die gerne vom „Lügenpack“ sprechen, können eigentlich auch nichts anderes erwarten, wollen sie nicht selbst ihre Parole als bloße Propaganda entlarven. Um von der Bahn irgendetwas anderes zu erwarten als Pfusch und Betrug, müsste man schon erhebliche Teile des Gehirns abschalten. Von daher war der Stresstest nie etwas anderes als ein ziemlich irrealer Wunschtraum. Und er wird nun womöglich endgültig zum Beleg dafür, dass die kritischen Teilnehmer an der „Schlichtung“ sich unter dem von Geißler inszenierten Zeitdruck vor dem anti-demokratischen „Schlichterspruch“ total haben über den Tisch ziehen lassen. Unter dem zeitlichen und psychologischen Druck haben die Vertreter der Bahn offenbar die besseren Nerven und die größere „Schlichtungs“-Tricks-Erfahrung bewiesen, die überrumpelten Gegner von S21 – unerfahren in den Tricksereien von Tarif- und anderen Verhandlungen – haben Bedingungen und Formulierungen zugestimmt, die, wie sich jetzt zu zeigen scheint, so löchrig sind wie Schweizer Käse und das Papier nicht wert, auf das sie geschrieben wurden. Die derzeitige deutsche Demokratie insgesamt erweist sich erneut und diesmal richtig verheerend als bloßes Herrschaftsinstrument derer, die das Instrumentarium des Betrugs am virtuosesten beherrschen.
Die Parkschützer andererseits, das erweist sich nun erneut, haben den angestrebten Betrug von Anfang an durchschaut. Und es ist wohl auch kein Zufall, dass sie im Moment gerade wieder einmal unter Totalbeschuss von allen Seiten genommen werden. Und fragt man schließlich, wem die hier aufgezeigte Dramaturgie am Ende genutzt hat, dann ist die Antwort eindeutig: der Bahn ist es – unterstützt von sich prostituierenden Medien - wieder einmal gelungen, ihre skandalösen Machenschaften weitgehend aus der öffentlichen Diskussion herauszuhalten und stattdessen ihre Kritiker und die, die ihnen auf die Finger schauen, nachhaltig zu diffamieren. Die Zerstörung von Stuttgart kann wieder ungehindert weitergehen. Und die folgende – unvollständige - Liste wird weiterhin öffentlich sein, und dort weiterhin unbeachtet, vor allem aber bleiben. Das System insgesamt darf sich bestätigt und sicher fühlen und kann in Zukunft noch korrupter und verantwortungsloser agieren. Neue Gewalt ist, sollte dieser Prozess nicht schnell und nachhaltig gestoppt werden, absehbar.
www.scribd.com/doc/52473071/Stern-121-Risiken
metzingen.gegens21.de/2011/04/arno-luik-uber-die-121-risiken-bei-stuttgart-21/
www.bei-abriss-aufstand.de/2011/06/10/landesregierung-lasst-bahn-auflaufen/
www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/82816/
www.bei-abriss-aufstand.de/2011/06/17/presseerklarung-nesenbach-duker-schon-seit-400-tagen-im-verzug/
www.bei-abriss-aufstand.de/2011/06/17/presseerklarung-schutzgemeinschaft-filder-stresstest-vollstandig-wertlos/
www.bei-abriss-aufstand.de/2011/06/26/presseerklarung-ingenieure-erneuter-verstos-gegen-planfeststellungsbeschluss/
www.radio-utopie.de/2011/06/25/wer-finanziert-stuttgart-21/
Update Lesetipps:
Zum gleichen Thema schimpft Friedhelm Weidelich exzellent hier:
railomotive.com/2011/06/die-unterhaltungsbranche-gibt-sich-die-ehre/
Umfängliche (Gegen-)Informationen zur Sache finden sich bei Mobil Ohne Auto:
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Tja, das ist Meinungsfreiheit - Meinung machen gegen...
Und. Es gibt doch in GER noch soviele Kopfbahnhöfe, die nach der Verunterirdischung profitable Grundstücksflächen abgeben. Wahrscheinlich schlafen die in München, Frankfurt, Leipzig, Dresden ... und danach kommen die großen Durchgangsbahnhöfe. Bahnchef Grube scheint ein lupenreiner Demokrat zu sein, glaub ich mal nicht. |
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"Meinung machen gegen..."
Was die Mainstreammedien machen, ist wohl eher die Weitergabe von "Meinungen", die von PR-Profis vorfabriziert wurden per Copy&Paste: railomotive.com/2011/06/die-unterhaltungsbranche-gibt-sich-die-ehre/ Vielleicht erklärt das auch, weshalb die so heftig auf Gutten-Plaggi-Berg reagierten...... |
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Liebe Leute, ich sage immer, die irischen Banken haben den Stresstest auch bestanden und ein paar Wochen später waren sie pleite.
Wer glaubt denn der Bahn noch, die ihre Mitarbeiter bespitzelt, die Agenturen beauftragt, um im Internet als Leserbrief getarnte Lobhudeleien zu schalten? Die 1999 sagt, S21 ist für uns kein wichtiges Projekt um 2 Jahre später mit viel Schmiergeld von Stadt und Land das Gegenteil zu behaupten? Gibt es in einem real existierenden demokratischen Rechtsstaat eigentlich niemanden mehr, der so einer k. Organisation wie der Bahn in die Arme greift? Ich frage mich immer wieder, warum werden Leute wie Mehdorn und Grube nicht zur Rechenschaft gezogen. Nicht weil sie viele Millionen Steuergelder vergeuden, sondern weil sie mit Vorsatz den gesellschaftlichen Frieden zerstören. |
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Gegenfrage: Gibt es einen "real existierenden demokratischen Rechtsstaat"? Früher dachte ich das noch und meinte, da könne-müsse man an der einen oder anderen Stelle noch etwas ändern/ verbessern. Habe sogar ein bisschen Politik studiert, um das vielleicht ein bisschen besser zu verstehen.....
Inzwischen, ein paar Kohls, Grubes, Großmanns und Kefers später, fällt mir bald nichts anderes mehr dazu ein, als zu kotzen...... |
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Ich bin immer noch nicht der Meinung, dass die Schlichtung, konzipiert als Faktencheck, ein fehler war. Man sollte nicht unterschätzen, wieviele Leute die Schlichtung von der Unsinnigkeit des Projekts überzeugt hat. Der Fehler war, dass (was zu Anfang nie vorgesehen war) am Ende ein Schlichterspruch stattfand.
Langsam glaube ich, man muss erst eines Morgens bei Daimlers in der Produktionshalle oder in der Bahnhofshalle selber einen Krater vorfinden, bevor die Bahn zur Vernunft kommt. Aber vermutlich wird die Bahn dann eher auf einen Anschlag Außerirdischer verweisen, als zuzugeben, dass sie gescheitert ist. |
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"Der Fehler war, dass (was zu Anfang nie vorgesehen war) am Ende ein Schlichterspruch stattfand."
Eben. Und ich bin überzeugt, dass Geißler da ganz gezielt getrickst hat, um seiner CDU zu zeigen, wie man solche Leute "richtig" auf Linie bringt. Und nebenbei versuchte er wohl auch, die Weichen für einen Wahlsieg für Mappus plus schwarzgrüner Wunsch-Koalition zu stellen. Er hat schon während der Schlichtung zunehmend manipuliert. Nachdem er zunächst den - seiner Meinung nach - unmaßgeblichen Herrn Bitzer mehrfach vorgeführt und abgeblockt hat, hat er dies zunehmend mit den Gegnern von S21 getan. Auch seine Ankündigung, den Spruch des VGH zu prüfen und zu kommentieren, hat er nie eingelöst. So wurden entscheidende Informationen der Gegner eben doch nicht öffentlich. Und die Bahn vertuschte sowieso. Mit Bitzer hat er womöglich auch den eigentlichen Grund von Grubes Sturheit untergehen lassen. Der wollte nämlich auf die Problematik des "Tunnelgebirges" hinweisen. Und das bedürfte wohl einer Generalüberholung, wofür Grubes übrige gebliebenem und überangepasstem Trickserpersonal wohl die nötige Fachkompetenz fehlt. Nach den Privatisierungsverschlankungen zieht sich die Inkompetenz bzw, Rückgratlosigkeit durch alle Konzernebenen. Und hätte man keine Probleme mit dem Datenschutz, dann hätte man wohl längst auch noch die allerletzten Aufrechten ausgesäubert, die gelegentlich ihr Gewissen erleichtern, indem sie Informationen aus der Pannenanstalt durchstechen. Was den Krater bei Daimler anbetrifft, so könnte es auch eine Lösung sein, wenn der Krater auch weiterhin deshalb nicht entsteht, weil sich auch weiterhin keine Firma getraut, dort zu bohren. Leider gibt es Chinesen, die da wohl eher keine Skrupel haben...... Andererseits kann es auch spannend sein, zu beobachten, durch was für eine "göttliche Fügung" das Ding vielleicht am Ende doch noch zu Fall kommt..... |
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schrieb am
27.06.2011 um 07:18
Wieso tut jetzt eigentlich alles so, als sei mit dem Stresstest der Schlichterspruch erfüllt? Die Bahn hat noch einige andere Hausaufgaben bekommen. Wo ist das Notfallkonzept, wo die Überarbeitung der Sicherheitsvorkehrungen?
Mir wird erst nach einer Nacht des Überschlafens so richtig klar, wie ungeheuerlich eigentlich das Verhalten der Bahn ist. Gestern war ich wohl noch dabei, herauszufinden, was dieses Testergebnis genau zu bedeuten hat. Aber man muss sich das mal überlegen. Die Bahn gibt nicht der Landesregierung die Ergebnisse zuerst, sondern schleust sie an die Presse. Der Landesregierung sagt sie, es gäbe noch keine. Noch dazu setzt sie damit SMA unter Druck, die jetzt kaum noch anders können als das Ding abzusegnen. Und das, nachdem sie mit einem Fresszettel als Kostenkalkulation für ihre Baustopp-Schadenersatzforderungen vorgelaufen sind. Das läuft alles auf Demontage der Landesregierung und der Grünen raus, ich sage es Ihnen. Schauen Sie sich die einschlägigen Kommentare in Welt und FAZ mal an. Auf der positiven Seite wird auch die SPD zunehmend sauer auf die Bahn. Wenn sie so weiter machen, haben sie bald nicht nur die Grünen, sondern die ganze Landesregierung gegen sich. Jetzt ist es gut, dass Hermann der Verkehrsminister ist und nicht Palmer. Palmer könnte man vorwerfen, dass er sich auf diese 49 Züge eingelassen hat. Hermann war da nicht dabei. Wenn die sich da mal nicht täuschen. Das könnte auch so laufen wie mit der Atomenergie. Am Ende könnten die Grünen nicht einen Kopf kürzer sein, sondern diejenigen, die davon profitieren, weil sie die einzige Partei im Landtag waren, die von Anfang an gegen dieses Projekt gewesen sind. |
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Ganz still und heimlich sehe ich das ähnlich. Einer meiner ersten Gedanken zu der Stresstest-Nachricht war: wenn die das so unseriös in die Öffentlichkeit streuen, dann ist der Stresstest nicht erwartungsgemäß für die Bahn ausgefallen. Wer sich sicher ist, ist souveräner. Das aber ist Drücker-Kolonnen-Stil, typisch für die neue Bahn, aber "ehrbarer Kaufmann" geht anders.
Ein bisschen fühle ich mich an das Ende der Schlichtung zurückversetzt. Alle glaubten, das sei es jetzt gewesen, ein Machtwechsel schien völlig außer Reichweite. Irgendwann schien es mir sinnlos, noch was zu schreiben, weil ich dachte, es bringt nichts, alles sei am 30.09.2010 entschieden worden und nun könne man nur noch abwarten, wie diese Ereignisse nachwirken. Sie haben überraschend stark nachgewirkt. Mal sehen, was jetzt kommt. Von den Medien jedenfalls scheint keine Hilfe zu erwarten. Die StZ scheint heute morgen völlig gleichgeschaltet, da wird jetzt offenbar nur noch wiedergekäut, was die Bahn diktiert. Und in den Leserbriefen jubiliert der Mob. Es scheint an der Zeit zu sein, tief durchzuatmen, sich nicht irre machen zu lassen und unbeirrt weiter zu kämpfen. Vor allem aber darf man sich jetzt wohl nicht auf da Spiel der Bahn einlassen und sich in irgendwelchen Seiten- und Scheingefechten verzetteln. Da es kaum noch ehrbare und fähige Journalisten gibt, kann man die Medien wohl vergessen. Bleiben die Gerichte. Und die ständige Aufdeckung der skandalösen Vorgänge. In diesem Punkt ist auf die Bahn ja Verlass, wie die jetzt entdeckten Rostrohre für das Grundwassermanagement zeigen. Die werden spätestens dann eine Rolle spielen, wenn irgendjemand für "Schäden" daran Schadenersatz fordert...... Vielleicht ist jetzt einfach nur noch Klugheit und Expertentum gefragt. Das scheint es auf Seiten der Bahn immer weniger zu geben. Man müsste sie also eigentlich in diesem Bereich vorführen können..... |
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schrieb am
27.06.2011 um 18:58
Jetzt zweifelt Drexler, ausgerechnet Drexler, den Stresstest an. Es ist ein Tollhaus.
Der Hermann wird was aushalten müssen. Und er muss vorsichtiger werden, was er sagt. Wenn er die Infos in welcher Form und Gestalt auch immer vorher hatte, dann nutzt es auch nichts, das zu leugnen. |
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schrieb am
27.06.2011 um 22:41
Nach Reflexion des heutigen Wirrwarrs (Hermann: Wir haben keinen Fahrplan; Bahn: Sie haben alle Angaben) glaube ich, dass der Hund bei den "moderaten Abweichungen" (SMA) vom vorgegebenen Fahrplan begraben liegt. (Quelle: www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-minister-und-bahn-im-stresstest-page1.161c5cc5-cde1-461d-9aea-536cae297555.html)
SMA teilte dem Lenkungskreis mit. Ist das so gelaufen, dass die Informationen via SMA an die Landesregierung gegeben wurden, statt direkt? Das würde jedenfalls diese seltsamen Widersprüche erklären. |
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@ nevermore
Ich fürchte, Hermann neigt dazu, zuviel über zuviel zu reden, zu oft zu sagen, was er gerade denkt - und womöglich zu oft den Überblick zu verlieren(?). In jedem Fall ist er kein Stratege und das ist ein Problem im Krieg. Den aber haben Dürr & Co den Bürgern erklärt und der findet immer noch statt: www.bei-abriss-aufstand.de/2011/06/27/gedanken-zu-%E2%80%9Egewalt-in-der-offentlichen-diskussion/ Zu den Medien: railomotive.com/2011/06/tiefer-noch-tiefer/ Zum Stresstest: railomotive.com/2011/06/stresstest-bestanden-auf-welcher-basis/ |
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schrieb am
28.06.2011 um 20:42
Palmer war gestern abend im Nachtmagazin (anzusehen hier: www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=7524586 , nach 4 Min.) und sagte, der Sachbearbeiter im Ministerium habe ihm bestätigt, dass sie die Ergebnisse nicht vorliegen haben. Kretschmann sagte dasselbe. Sie haben nur Zwischenstände aus dem Hause DB. Das einzige, was nicht zutrifft, wenn diese Aussage von Hermann tatsächlich so gefallen sein sollte, ist dass sie keine "Materialien" haben. Daraus jetzt aber eine Entlassung beantragen zu wollen ist seitens der Union, die auf Biegen und Brechen einen Guttenberg halten wollte, ein starkes Stück.
Hermann muss morgen irgendwie die Landtagsdebatte überstehen, dann sollte er fürs Erste aus dem Schneider sein. Dann darf er ihnen aber keine derartigen Angriffsflächen mehr bieten. |
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schrieb am
28.06.2011 um 20:42
Palmer war gestern abend im Nachtmagazin (anzusehen hier: www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=7524586 , nach 4 Min.) und sagte, der Sachbearbeiter im Ministerium habe ihm bestätigt, dass sie die Ergebnisse nicht vorliegen haben. Kretschmann sagte dasselbe. Sie haben nur Zwischenstände aus dem Hause DB. Das einzige, was nicht zutrifft, wenn diese Aussage von Hermann tatsächlich so gefallen sein sollte, ist dass sie keine "Materialien" haben. Daraus jetzt aber eine Entlassung beantragen zu wollen ist seitens der Union, die auf Biegen und Brechen einen Guttenberg halten wollte, ein starkes Stück.
Hermann muss morgen irgendwie die Landtagsdebatte überstehen, dann sollte er fürs Erste aus dem Schneider sein. Dann darf er ihnen aber keine derartigen Angriffsflächen mehr bieten. |
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Danke für die Info. Ich habe auch bereits etwas in der Mache dazu.....
Gruß! |
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Update 27.06.2011, 11:45 Uhr
Radio-Utopie hat die voraussichtliche Rede Von Walter Sittler für die heutige 80. Montagsdemo schon mal vorab veröffentlicht: www.radio-utopie.de/2011/06/27/die-rede-von-walter-sittler-auf-der-heutigen-stuttgarter-montagsdemonstration/ |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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