Wie schon früher erwähnt, fand am Wochenende vom 20. bis zum 24. Mai in Stuttgart ein Aktionscamp des Stuttgarter Widerstands statt. Ein interessanter Aspekt dieses Widerstandes ist, dass er auch in der kulturellen Szene manches Feuer kräftiger brennen lässt und manche Glut neu entfacht. Für einige – wie auch für mich - ist dieser Widerstand das Wiederaufnehmen eines roten Fadens, das erneute Herangehen an ein „unerledigtes Geschäft“, das man fast schon vergessen hatte. Ist der eigentlich „unmögliche“ Machtwechsel in Baden-Württemberg die unverhoffte Erfüllung eines politischen Lebenstraums, die späte Bestätigung, dass die herrschende Realität doch nicht alternativlos ist.
Vielleicht erklärt dies auch, warum u.a. Urban Priol, Georg Schramm und Konstantin Wecker sich in letzter Zeit ausgerechnet von dem so unwahrscheinlichen Ort Stuttgart angezogen fühlen. mcmac hat hier die Beiträge von Georg Schramm dokumentiert ( www.freitag.de/community/blogs/mcmac ). Ergänzend möchte ich noch auf 68er-Reflexionen und Konzert von Konstantin Wecker beim Aktionscamp am Wochenende hinweisen, der bei dieser Gelegenheit verspricht, nie wieder links zu wählen, wenn er nur einmal am Busen von Angie ruhen darf.....Der Graswurzelsender fluegel.tv hat beides (und mehr) filmisch festgehalten.
Konzert mit Konstantin Wecker:
Konstantin Wecker zum Thema Widerstand:
„...und widersteht!“
Nachtrag 28.5.2o11, 13:10:
Politblogger verweist in seinem Blog auf einen Interneteintrag von Konstantin Wecker, wo dieser seine Position zum Camp im besonderen und zum Thema Widerstand im allgemeinen erläutert, z.B.:
"Gerade schrieb mir eine erzürnte Frau, wie ich so verrückt sein konnte in diesem Camp in Stuttart zu spielen, das doch nur die Wiesen verdrecken würde und die Revolution vorbereiten würde.
Ich war da und habe eine Menge sehr bewusster, sehr freundlicher und lustvoller Menschen erlebt und wenn es darum ginge mit deren Ideen zu leben oder mit dem, was uns unsere Gesellschaft als lebenswert vorgaukelt - ich würde keine Sekunde zögern und mich diesen Ideen anschließen.
Und all diejenigen, die jetzt den so notwendigen zivilen Widerstand in diesem keineswegs Umweltzerstörenden Camp erproben, sind beileibe auch nicht perfekt und auch da gibt es d Egomanen und Selbstdarsteller, Reibereien und viele Widersprüche - aber sie wollen aufbauen, vereinen und bewahren anstatt zu zerstören und zu spalten."