Der dritte re:publica-Tag. Nach zwei Tagen Konferenz habe ich mir nur noch zwei Vorträge angehört – die Sonne draußen war einfach zu verlockend.
Gespannt war ich auf den Vortrag von Mary C. Joyce, als New Media Operations Manager an Obamas Präsidentschaftskampagne mitgewirkt hat. Wow – für mich eine der besten Social Media Kampagnen überhaupt, wenn man Barack Obama mal als Marke definiert. Umso interessanter, auf Menschen zu treffen, die hinter dieser Kampagne stecken.
Leider wurde das Publikum ein wenig enttäuscht, denn der 5 (!) Minuten-Vortrag brachte keine Neuigkeiten, sondern erläuterte nur das, was wir auch vorher schon wussten. Was lief bei diesem Wahlkampf anders? Buzz wurde im Web erzeugt und in traditionelle Medien weitergetragen; überdimensionale Präsenz in Sozialen Netzwerken wie Facebook mit über eine Million Unterstützern trugen dazu bei. Die Finanzmittelbeschaffung zeichnete sich durch viele „kleine“ Geldgeber aus. Die Mobilisierung potentieller Wähler wurde u.a. durch eine eigene Community verstärkt. Okay. Viel mehr konnte uns die Dame auch nicht mitteilen. Leider auch nicht, wie es jetzt nach dem Wahlkampf im Bereich Social Media weiter geht, da sie jetzt nicht mehr für das Obama-Team arbeitet.
Da war der Vortrag von den Autoren des Buchs „Marke Eigenbau“, Holm Friebe und Thomas Ramge doch wesentlich interessanter. Sie konnten uns den „Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion“ anhand vieler Cases (u.a. Etsy, Outdoorseiten, Premium-Cola etc.) näher bringen und zeigen, dass Chris Anderson’s Long Tail-Theorie auch in Deutschland relevant ist und bleibt. Die Nische lebt. Oder wie hat es Thomas so schön ausgedrückt: „Die Wirtschaft ist zu wichtig, um sie den Großen zu überlassen.“
Schaut doch einmal auf der Marke Eigenbau-Website vorbei. Das lohnt sich.
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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