Nun, die re:publica liegt hinter uns und viel mußten sich die Veranstalter anhören: Immer die selben Leuten, die immer das Selbe erzählen, irrelevante Themen, fehlender Tiefgang, Selbstverliebtheit.
Vor allem der auf der Konferenz nicht nur einmal angesprochene Diskurs zwischen Bloggern vs. Traditionsmedien wurde auf der ein oder anderen Seite weitergeführt. Eigentlich interessant, nur schade das das ganze dann nur auf so polemischer Weise passiert.
Viele der kritischen Stimmen lassen sich durchaus nachvollziehen. Viele der ankündigten Themen und Redner hielten bei weitem nicht das was das Programmheft versprach, jedoch wird ein Punkt der Bloggosphäre zu unrecht immer wieder vorgehalten: Es ging hier nie darum irgendeine Revolution zu starten. Was auf der re:publica stattfindet ist ein Ausblick und ein Versuch den Status Quo zu erfassen und Entwicklungen erahnen zu können. Hier geht es um Evolution.
Klar, bei Rednern wie Lessig und Wales wird der Vortrag schnell zur Politik bei dem Utopien aufgezeigt werden die sich objektiv betrachtet naiv erscheinen. Doch auf der Konferenz ging es ja nie darum irgendwelche Entwicklungen zu bewerten. Zumindest nicht aus meiner Sicht.
Es ist verständlich das sich viele vor den Kopf gestoßen fühlen wenn sie sich anhören müßen wie Dinge denen sie ihre bisheriges Leben und ihre Leidenschaft gewidmet haben einfach von anderen zum Aussterben verdammt werden. Die Medienbranche war schon immer schnell im Wandel. Shift happens. Das dies passieren wird ist jedem klar und gerade deshalb wundert es mich das so viele den Leuten um die re:publica vorwerfen das sie immer von dem selben Reden.
Es ist doch klar das Wandel Zeit braucht und nicht alle Vorhersagen pünktlich innerhalb eines Jahres eintreten können. Kaum eines dieser Utopien wird es wahrscheinlich je schaffen. Die Leute die auf der re:publica sprechen sind ja deshalb dort weil sie den Medialen Paradigma Wechsel noch am ehesten überschauen und erkennen können welche Reibungspunkt sich in der Zukunft Entwickeln können. Copyright, Identitätsmanagment und medialer Shift sind da ja nur wenige Punkte.
Die re:publica ist nun mal keine wissenschaftliche Konferenz und trotz ihrer Größe keine scharf strukturierter Event. Eine "Social-Media-Konferenz", das umfasst doch bereits heute schon fast alles. Wie soll man sich also auf Details konzentrieren wenn man schon Probleme damit hat das Ganze abzustecken.
That's it von mir.
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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