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Blog von siegstyle

03.01.2012 | 14:53

Der Anruf von Wulff in der Yps Redaktion.

Die Yps Redaktion. Hier ist man normalerweise ziemlich abseits von der großen Politik. Und das, obwohl der Chefredakteur vor kurzem erst einen aufwühlenden Leitartikel zum Thema "Wie der Klimawandel die Urzeitkrebse bedroht" geschrieben hatte. Leider kam der bei der jungen Leserschaft – überwiegend Mitglieder des FDP Parteivorstands, die in den 70ern geboren wurden – nicht gut an. Wahrscheinlich - so dachte sich die Redaktion - fehlt da noch etwas das Verständnis für die globalen Zusammenhänge. Wer so jung ist, der meint ewig leben zu können - auch wenn er schon fast tot ist.

 

Hier also, in den heiligen Hallen des investigativen Journalismus, saß die Redaktion zwischen Gimmicks wie dem legendären "Null-Bock-auf-alles-Zelt" in dem gerade der ehemalige Bundespräsident Köhler eine Apfel verspeiste oder den "Springenden Wunderbohnen aus Mexiko" die sich bei der Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner großer Beliebtheit erfreuten, weil die ja "aus der Region" seien. Übrigens war die Ministerin nie gut in Erdkunde. Nur mal so. Einmal aber passierte wirklich was: Vor einigen Jahren rief das politische Überwunderkind Freiherr von und zu Guttenberg an und erkundigte sich, ob es einen Gimmick gäbe, mit dem man "Texte verzaubern und vervielfältigen könnte", wie er es etwas nebulös ausdrückte. Doch da musste die Redaktion passen und wies lieber auf den "Ostereierbaum aus Kalifornien" hin oder die hochgefährliche "Finger-Guillotine" für diebische Copy-Pastler. Danach ward nichts mehr von Guttenberg gehört. Experten vermuten, dass er nun in Brüssel als "Der geheimnisvolle Tellerwackler" auftritt. Auch diese Idee hatte er geklaut, denn sie war ein Yps-Gimmick gewesen.

 

Die Redaktion der Yps befand sich gerade in einem Brainstorming über neue kleine Lustigkeiten, als das Telefon des Chefredakteurs klingelt. Er dachte noch: Oh, eine Berliner Nummer und ging ran. 

 

"Chefredaktion Yps, was kann ich für sie tun?"

 

"Guten Tag, hier spricht Christian Wulff."

 

"Ähm, kennen wir uns?"

 

"Ich bin der Bundespräsident."

 

"Ach ja, stimmt."

 

"Herr Chefredakteur: Mir ist da was zu Ohren gekommen."

 

"Doch nicht etwa unser Heulkreisel mit Sirenenton? Ich weiss, der nervt manchmal. Übrigens Yps Gimmick 0474, Herr Bundespräsident."

 

"Nein, nein, mich nerven ganz andere Dinge."

 

"Vielleicht das Pupskissen, Herr Bundespräsident? Ok, ziemlich infantil, aber uns liest halt der FDP Vorstand, die haben das dem Döring gleich auf den Sitz gelegt. Oder ärgern Sie die Detektivstifte für Geheimnachrichten – die sind so geheim, davon bekommt noch nicht mal das Bundespräsidialamt vor Veröffentlichung was mit!"

 

"Nein, mich ärgert die Geld-Zauber-Maschine."

 

"Aber die müssten sie doch lieben, Herr Präsident."

 

"Ja, aber ich hätte die vor meinem Hauskauf haben müssen. Jetzt ist es zu spät. Außerdem will ich nicht, dass sie die "Wulff Geld-Zauber-Maschine" nennent. Wenn sie das nicht ändern lasse ich sie verklagen und ins Gefängnis stecken. Ich werde mit meiner geballten Macht ein Exempel an der Yps statuieren, dass bis in die Redaktionen von Spiegel und BILD nachhallt."

 

"Das ist ein doch Gimmick von ihnen, Herr Präsident."

 

"Nein, dass meine ich ernst."

 

"Dann hätten wir noch ein Gimmick für Sie, Herr Bundespräsident."

 

"Was?"

 

"Das Gimmick 0815: der "Die Wunder-Freiheit aus der Zauber-Artikel wachsen."

 

"Verschonen Sie mich."

 

(Aufgelegt)

 

 

 

 
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