siegstyle

Blog von siegstyle

09.11.2011 | 09:40

Ken Jebsen antwortet Broder

 

seh gehrte herr broder,

 

wegen inen wurde am sonnatg meine Sendung kenfm auf radio friz abgesetzt. ich vermute dahinter nicht mehr und nicht wenger als eine jüdische weltverschwörung. ich sag es gans offen herr broder: sie gehörn in den jewrassic parc. und nehmn sie ihren judendinofreund maxim biller* gleich mit. sie tyranno saurus rex gildo.

 

ich habe niemals gegen juden auf gehetzt auf kenfm. auch wenn ich die angriffe isreals auf friedliebenden palästinenser, die an silvester mal ein paar raketen im gazastreifen steigen lassen ein bisschen daneben finde,. daneben auch im sinne: die treffen ja noch nicht mal aus 5 metern ein scheunentor. der nahost-konflikt ist viel zu kompliziert für einfache erklärungen - außer meinen natürlich. 

 

zu meinen wichtigsten informationquellen gehörn: nostradmaus, illuminati (lief übrigens sonnatgs auf pro7, aber hatte keine laune zu schaun) und rtl 2 news. wenn man sich da unabhängig informiert weisst man bescheid. justin biba hat 14 milllionen follower auf twitter - 8 millionen mehr als angeblich beim so genannten holocaus umgekomm sind.

 

ich erklär ihnen jetz gerne noch mal die welt: die 20% auf tiernahrung bei praktiker haben sich die amerikaner ausgedacht. sie wolln damit spannungen zwischen mensch und tier erhöhn. vielleicht steckt aber auch der jude dahinter, man weiss es nicht. was denken sie, warum das fbi am liebsten bei parktiker einkauft und hornbach links liegen lässt? wir junge generation wissn das. so is es. 

 

wussten sie übrigens,dass das cia am 11. september 2 worldtrade center gegen flugzeuge gesteuert hat? das ist tatsahce. an bord des worlt trade centers 1 sass ein us-amerikanischer kampfpilot aus dem vietnamkrieg. der hatte nichts mehr zu verlierieren. also rein ins wtc und dan  gegen die passagiermaschine gesteuert, DAS is die wahrheit.

 

biite stellen sie das jetz mal richtig. ansonsten ab in den jewrassic parc! und ich lass mich nich von inen as holokauz bezeichnen.

 

ihr 

 

ken jebsen

 

*veganer saurier

PS: jez bin ich ja wider auf sendung - glück gehabt broder leichtfuß!

 
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Kommentare
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 10:17
Ken Jebsens wirkliche Reaktion: www.youtube.com/watch?v=QZ1T9KmNt6M
koslowski schrieb am 09.11.2011 um 10:18
Na gut, die Rechtschreibschwäche des Moderators haben Sie mit Erfolg karikiert.
Jan Jasper Kosok schrieb am 09.11.2011 um 10:23
Liebe Community,

da inzwischen schon 2 Blames eingegangen sind, möchte ich darauf hinweisen, dass es sich bei dem Beitrag um eine zugespitzte Satire handelt. Die Bewertung dieser bleibt natürlich euch überlassen, aber.

JJK
Wolfram Heinrich schrieb am 09.11.2011 um 10:26
@Jan Jasper Kosok
da inzwischen schon 2 Blames eingegangen sind,

Zwei was sind eingegangen? Mir ist schon mal 1 Kaktus eingegangen, aber "Kaktus" ergibt in dem Zusammenhang ja keinen Sinn nicht.

Ciao
Wolfram
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 10:29
Was meint Herr Jebsen zu der Satire?
Jan Jasper Kosok schrieb am 09.11.2011 um 10:30
2 Blames = der Beitrag wurde 2 x als bedenklich gemeldet.

Bussibaba
JJK
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 10:33
Und mich würde auch interessieren, aus welcher Quelle diese Satire stammt.
Jan Jasper Kosok schrieb am 09.11.2011 um 10:35
Ich nehme an aus der Quelle siegstyle.
Rahab schrieb am 09.11.2011 um 10:36
allmählich frag ich mich, wieso ich dumme kuh den freitag bei den fidelen sches gegen den antisemitismus-vorwurf verteidigt habe.
ich könnt mir selbst dafür in den arsch treten!
alldieweil: die einen wie die anderen können antisemitismus nicht von satire unterscheiden.

und bussi und baba und ..... pfiat die Franz!
ich schrieb am 09.11.2011 um 10:45
@JJK

... also ich glaube das wird heute ein interessanter Arbeitstag für Dich.

Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 10:51
@Rahab
Mich stört an der Satire, dass sie eine Steilvorlage für echte Antisemiten ist. Natürlich hat das in erster Linie Broder verbockt.

@JJK
Top Quelle. Weiste Bescheid. Alternativquelle: jetzt.sueddeutsche.de/jetztpages/synthie_und_roma
Jan Jasper Kosok schrieb am 09.11.2011 um 10:57
@Rahab

"die einen wie die anderen können antisemitismus nicht von satire unterscheiden." Dito.

Man muss das da oben nicht gut finden, keine Frage. Aber es ist doch – vor allem im Hinblick auf den vermeintlichen Mailwechsel Jebsens, auf den Sich Broder stützt – so absurd und überspitzt, dass man es nicht für bare Münze nehmen kann.
Jan Jasper Kosok schrieb am 09.11.2011 um 11:03
@Popkontext Das, die Alternative, ist auch von Siegstyle.
koslowski schrieb am 09.11.2011 um 11:22
@Jan Jasper Kosok 10:23

Das "aber" möchte ich unterstreichen.
Satire darf (fast) alles. Diese hier ist ungerecht gegenüber ihrem Opfer -wie alle Satiren. Sie verwendet zu dessen Erledigung die üblichen Klischees und Gleichungen. Darum ist sie schlecht. Aber mangelnde Qualität ist kein Grund, Blogs zu löschen.
Richtige Entscheidung, Herr Kosok.
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 11:40
@JJK
Ich kannte Alf Frommer bisher nicht und der Link oben führt ins Leere. Das erklärt natürlich einiges über die Intention, deshalb fragte ich nach der Quelle.

Mein Problem an der Satire ist, dass man sie gegen jede Form von nicht explizit geäußertem Antisemitismus verwenden kann, nicht nur wenn der Antisemitismus-Vorwurf so absurd ist wie bei Broder. Und sie zudem auch ungerecht gegenüber ihrem Opfer - im Gegensatz zu @koslowski glaube ich eben nicht, dass das jede Satire ist, sondern eben nur, wenn sie schlecht ist.
Wolfram Heinrich schrieb am 09.11.2011 um 16:46
@Jan Jasper Kosok
2 Blames = der Beitrag wurde 2 x als bedenklich gemeldet.

Ah so, aha.
1. Danke für die Antwort.
2. Bussi zurück.

Ciao
Wolfram
Klaas Berger schrieb am 09.11.2011 um 10:31
Es ist schon bezeichnend, dass man sich gezwungen fühlt, zu solchen Verleumdungen gegen Ken Jebsen zu greifen.
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 10:35
Nun ja, das bietet leider eine gute Vorlage für tatsächliche Antisemiten - ich weiß, warum ich Broder noch nie mochte. Und deshalb habe ich meine Probleme mit dieser Satire.
ed2murrow schrieb am 09.11.2011 um 10:54
Wenn der Beitrag 'ne Frau wär, gäb's sicher den einen oder anderen, der schreiben würde: Ein hübsches Stück Arsch.

Nette Visitenkarte, die Sie nach "Weg vom Fenster" liefern, jetzt bei freitag.de. Es knarzt schon ;)
Daniel Domeinski schrieb am 09.11.2011 um 12:26
Mensch Siegstyle, da ist dir ein richtiger Schenkelklopfer gelungen. Die Welt Online Junkies werden sich kaum auf ihren Stühlen halten können. So schön kann Stammtisch sein.
Helena Neumann schrieb am 09.11.2011 um 12:53
Bingo, in Zukunft verbrämt hier jeder und jede ihre Denunziationen als Satire, dann ist das zwar nicht BILD tauglich aber eben für "Die Welt"
Helena Neumann schrieb am 09.11.2011 um 12:58
Bingo! In Zukunft kann hier jeder und jede als Satire ummäntelte Denunziationen loswerden. Das ist dann zwar noch nicht BILD tauglich aber für "Die Welt" kompatibel.
Helena Neumann schrieb am 09.11.2011 um 13:03
Sorry, das ist dem langsamen Motor geschuldet. Doppelt gemoppelt hält besser und "Denunziation" setzte ich jetzt einfach in Gänsefüßchen, dann bin ich da auch fein aus dem Schneider, rein satiremäßig.
SuzieQ schrieb am 09.11.2011 um 13:51
Wäre Kleopats Name, äh, Nase, äh, kürzer gewesen, hätte sich das gesamte Antlitz des blogs geändert.
Fro schrieb am 09.11.2011 um 13:59
Der Beitrag von siegstyle ist einfach nur miese denunziatorische Hetze – keine Satire.

Ebenso keine Satire:

Broder zur "Freisprechung" Jebsens vom Verdacht des Antisemitismus, seitens des RBB:

„Ich habe auch nicht, wie die taz ohne jeden Beleg log, die Absetzung der Sendung gefordert. Ganz im Gegenteil, ich bin dafür, dass Ken weiter macht. Er gehört zum RBB wie Norman Paech zur Linkspartei, Ströbele zu den Grünen und der Gestank zur Kanalisation.

PS. Bleibt nur noch eine Frage, die dringend geklärt werden muss:
www.titanic-magazin.de/postkarten.html?cHash=806d1d616d&card=2116 "

Seine ganze Erklärung.
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 14:18
Auch wenn ich Broder nicht mag, weil ich ihn für einen egozentrischen Selbstdarsteller halte und auxh seine poltischen Ansichten generell nicht teile - in dem Artikel muss ich ihn zumindest mit einigen Dingen recht geben, und er zeigt auch, dass er die Kritik an Jebsen nicht völlig spontan geäußert hat, sondern sich offenbar schon damit beschäftigt hat, was der Mann allgemein von sich gibt.
Fro schrieb am 09.11.2011 um 14:47
Jebsen interpretiert das Weltgeschehen anders als Broder oder der Mainstream – das ist legitim - in seinen Beiträgen habe ich aber weder einen Übergriff auf Juden, noch auf Israelis wahrgenommen. Die Kritik Broders kann ich im Kern auch nachvollziehen, aber rechtfertigt diese, jemanden mit dem „Gestank einer Kanalisation“ zu vergleichen und ihn öffentlich als Antisemiten zu beschuldigen? Ist das nicht menschenverachtend?
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 14:55
@Fro
Nein, das eben nicht - und deshalb finde ich Broder generell problematisch. Mir ging es genau darum, was sie auch sagen: "Die Kritik Broders kann ich im Kern auch nachvollziehen." Was jetzt nicht bedeutet, dass ich Jebsen als Antisemiten bezeichnen will oder Broder in Art und Inhalt im Detail recht geben würde - im Gegenteil.
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 14:57
Das Nein bezog sich auf die vorletzte Aussage - ob ich jetzt gleich mit "menschenverachtend" komme würde, naja - zumindest extrem geschmacklos.
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 14:57
...Broder halt.
Fro schrieb am 09.11.2011 um 15:19
@Popkontext

Broder ist bereit (für seine eigene Promotion?) die berufliche Existenz und das Ansehen eines Mitbürgers zu zerstören – dies ist nicht der einzige Ort, wo über Jebsens angeblichen Antisemitismus geschrieben wird.
Und dieser Blogbeitrag, in dem sich dann auch noch über die Rechtschreibschwäche (Legasthenie) Jebsens lustig gemacht wird, konnte nur entstehen, weil Broder Jebsen einen Antisemitenstempel aufgedrückt, und ihn zur „Jagd“ für selbsternannte (urdeutsche!) Antisemitenjäger freigegeben hat.
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 16:11
Wenn Sie richtig lesen, habe ich genau das bereits oben gesagt - dass die eigentliche Ursache bei Broder liegt, und zwar seine Art, anscheinend doch nicht ganz von der Hand zu weisende Kritik (was ich mit meiner ersten Anmerkung zu Ihrem Kommentar sagen wollte) darzustellen. Broder ist dafür bekannt, dass er völlig ohne Rücksicht auf Verluste Selfpromotion betreibt - das kritisiere ich ja auch und nehme den Typ auch nur dann ernst, wenn sein Gebrabbel öffentliche Reaktionen auslöst, wie in dem Fall.

Seinen Job verliert Jebsen nun nicht gleich - da gehören noch mehr Leute dazu. Wenn er wirklich Probleme kriegen sollte, hat das was damit zu tun, was an der Kritik jenseits von Broders Polemik an Substanz ist. Schaden hat Broder und auch obige Satire zumindest auch bei denen angerichtet, die *tatsächlichen* latenten Antisemitismus kritisieren - das ist das Problem, worum es mir ging.
zelotti schrieb am 12.11.2011 um 00:26
Was mir an Broder auf den Geist geht ist das denunziatorische. Dass der RBB auf eine Broder-Schmäh reagiert ist schon ein ziemliches Ding, da weiss doch eigentlich jeder mittlerweile wie der Hase läuft. Ich würde solche Anwürfe Broders nicht mal diskutieren wollen, denn wenn man's tut bleibt etwas hängen.
Popkontext schrieb am 12.11.2011 um 18:34
@zelotti
Ja, genau deshalb habe ich das auch erst nicht ernst genommen - aber nachdem ich mich jetzt ein wenig damit beschäftigt habe bekomme ich immer mehr den Eindruck, dass er leider nicht ganz Unrecht hat.
shalako schrieb am 09.11.2011 um 14:00
ed2murrow schrieb am 09.11.2011 um 14:07
Deutschland, 10 Jahre später

Nachdem Meinungen so festgefahren formuliert werden (nebst Auszug aus Jerusalem), ein kleiner Reminder: Vor etwas mehr als 10 Jahren kam ein kleines Büchlein auf den Markt mit dem sinnigen Titel „Jewrassic Park“ von Thomas Lackmann, Untertitel „Wie baut man (k)ein jüdisches Museum“.

Ich halte mich gar nicht erst damit auf, sondern gleich mit den Kritiken, wie sie bei perlentaucher nachgelesen werden können. Hebt der redaktionseigene Rezensent die NZZ mit den Worten hervor: „Darf man satirisch über den Entstehungsprozess eines jüdischen Museums in Deutschland schreiben, fragt sich Christoph Jahr und schiebt gleich hinterher: anders geht es nicht.“ Um gleichzeitig an die FR zu adressieren: „Den Titel des Buchs findet Martina Meister arg reißerisch und sieht sich darum gleich zu Beginn ihres Artikels veranlasst zu versichern, dass Lackmann "keineswegs Antisemit" sei.“ Mit Betonung auf veranlasst.

Wobei die FAZ wohl am deutlichsten wird: Lackmann „hat eine Skizze der Verspannungen im Umgang der jüdischen und der nichtjüdischen Deutschen miteinander gezeichnet.“

Aus den Verspannungen ist ein Krampf geworden, der jedes Mal zuckt, wenn ein leicht durchgeknallter Moderator und ein bloggender Show-Master in ganz eigener Sache das Bückstück „Antisemitismus“ geben.

Dass praktisch zur gleichen Zeit in diesen geheiligten Hallen der Meinung ein Artikelchen zur paternalistischen Behandlung von Roma erscheint (Eingangsworte: „Ausgrenzen, abschieben und hoffen, dass sie weg bleiben“), scheint hingegen weniger zu stören.

Das Trauma wird zum Incubus.
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 14:32
Nun, da die Quelle bekannt ist, kann man davon ausgehen, dass sich der Autor wahrscheinlich nicht nur auf den reißerischen Titel bezieht - die Satire hätte aber genauso au der Ecke Junge Freiheit kommen können.

"Dass praktisch zur gleichen Zeit in diesen geheiligten Hallen der Meinung ein Artikelchen zur paternalistischen Behandlung von Roma erscheint (Eingangsworte: „Ausgrenzen, abschieben und hoffen, dass sie weg bleiben“), scheint hingegen weniger zu stören."
Da gibt es doch kritische Stimmen (allerdings nicht Ihre) - den Artikel haben offenbar weniger Leute gesehen / gelesen.
ed2murrow schrieb am 09.11.2011 um 15:01
@ popkontext

Ich durfte schon einmal die Einlassung lesen, dass "kaum das Frühstücksbrötchen ausgepackt, schon steht e2m im Freitag". Mach ich's nicht, ist's auch nicht recht. Nun ja, ...

Mal eine Frage: Sind für Sie "Ecken" maßgeblich, vor allem die von Schubladen? Dann paßte die der SZ-Beilage jetzt.de eher schlecht zur Jungen Freiheit, und Sie hätten ein Problem: Zu definieren, wo Ausgrenzungen tatsächlich stattfinden und wo dazu nur eine Show geboten wird.

Hier ist die Show von Frommer gelungen, denn Satire (entgegen weiter oben stehender Auffassung) hat weniger mit den darin handelnden Personen zu tun (dann wär es nämlich nur Karikatur, Burleske, bestenfalls Glosse) als vielmehr mit dem Publikum. Sagt Dario Fo: "Weil die Satire in vielen Fällen die Menschen veranlaßt hat, vor allem der unteren Klassen, ein Bewußtsein zu entwickeln. Sie hat zu verstehen gegeben, die Macht, den Mut zu besitzen, Situationen umzuwälzen."
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 15:09
@ed2murrow
Dann passt es wahrscheinlich gar nicht in ihr Weltbild, wie ich auf die Äußerung von Lars Von Trier in Cannes reagiert habe (auch hier in den heiligen Hallen nachzulesen).

Nur dass man zwanghaft alles lustig finden muss, ist genauso engstirnig und einseitig. Und ja, in manchen Sachen wie eben gerade solche weniger gelungenen Satiren - oder auch im Gegensatz dazu sehr gelungenen wie z.B. Laibach - ist es ganz essentiell entscheidend, von wem sie kommen.
ed2murrow schrieb am 09.11.2011 um 15:34
Ganz ehrlich, was ein Däne in Frankreich im Rahmen eine Frollywood-Monster-Vorführung sagt, nur um als Inglourious Basterd dazustehen, interessiert mich ohnehin wenig.

Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie etwas müssen. Ich glaube eher, Sie haben mich mißverstanden: Ich nannte die von Frommer eine Show und nicht Satire.
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 16:27
Es ging mir nur darum, dass ich eben nicht zu den Leuten gehöre, die klassisch reflexartig bei jeder Sache, wo "Nazi" und "Antisemitismus" vorkommen überall potentielle Nazis sehe.

Was ist hier für Sie der unterschied zwischen Satire und Show? Wenn Frommer, wie Sie sagen, bewußt eine Reaktion der deutschen Spießer erzeugen wollte, hat er mit seinem Text noch mehr versagt. Er hat zwar eine Diskussion ausgelöst (was mit den Themen "Nazi" / "Antisemitismus" immer funktioniert, nicht nur wegen der Spießer, sondern weil es tatsächlich im Kern ein sehr ernstes Thema ist), aber niemand hat jetzt angenommen, dass es ernst gemeint war - Kritik gab es an der Zielrichtung, und meinserseits auch, dass manche Leute vielleicht tatsächlich glauben können, das stammt von Jebsen.

P.S. Übrigens denke ich nicht, dass das in der SZ-Beilage erschienen ist, sondern nur Online. Das hatte ich aber auch erst später gesehen und weiß zudem nicht, ob man da nicht genauso bloggen kann wie hier. Ich gehe nicht davon aus, dass alles, was hier in Blogs steht, auch in der Printausgabe des Freitag landen würde.
ed2murrow schrieb am 09.11.2011 um 16:37
Wollte ich freitag-affin argumentieren, müsste ich Ihnen sofort die Gegenfrage stellen: Was bitte verstehen Sie unter "Spießer"? Ich schrieb von Publikum und dazu gehören auch Sie und ich. Und:Spießertum ist keine urdeutsche Eigenschaft, sondern jederzeit überall auf der Welt anzutreffen.

Die Frage zu Show/Satire habe ich hinreichend beantwortet, sie führen es folgerichtig weiter.

jetzt.de hat als vollständige url jetzt.sueddeutsche.de/ und ist das jugendliche Pendant der Erwachsenenzeitung^^. Oder was man in München darunter auch immer versteht.
ed2murrow schrieb am 09.11.2011 um 16:44
Aber, weil ich es gerade lese: Offensichtlich ist das Teil da oben bei jetzt.de bereits zur Justiziabilität gelangt. Schreibt Broder und verlinkt hierher: "Bis gestern war auf jetzt.de, der “Schule&Job"-Seite der SZ, ein “Brief” zu lesen, den Ken Jebsen mir geschrieben hatte. Für jeden Leser, der nicht nur “Fritz” hört, eindeutig als Satire erkennbar. Nachdem Jebsens Anwältin sich bei der SZ gemeldet hatte, wurde der Text vom Netz genommen. Allerdings ist er noch hier zu finden. Und für den Fall, dass er auch von dieser Stelle verschwindet, sorgen wir schon mal vor".

Anwältin, Süddeutsche, Broder, ein Ken ohne Barbie: Ganz großes Kino.
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 16:53
Jetzt.de kenne ich natürlich, würde aber vermuten, dass nicht alle Beiträge dort Aufträge oder mit der Redaktion abgesprochen sind, sondern munter geblogt wird - jedenfalls lese ich da auch öfter recht unausgegorene Sachen (was nicht unbedingt verkehrt ist).

Mit Spießer meinte ich in dem Fall Leute, die nur nach irgendwelchen ideologischen Schablonen ohne eigenes Nachdenken auf Sachen reagieren und wollte auch gar nicht in Frage stellen, dass es solche Leute generell überall gibt - nur hier in dem Fall handelt es sich historisch um ein spezifische deutsches Phänomen.
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 16:55
"Aber, weil ich es gerade lese: Offensichtlich ist das Teil da oben bei jetzt.de bereits zur Justiziabilität gelangt."
Genau darauf habe ich gewartet - und war der Grund für meine allererste Reaktion darauf, bevor ich über weitere Details nachgedacht habe.
ed2murrow schrieb am 09.11.2011 um 17:19
Dann sollten Sie sich einmal folgendes überlegen: TAZ und Jacob Jung haben spekuliert, dass der öffentlich-rechtliche Sender RBB "nach der Pfeife von Broder" getanzt haben soll. Broder selbst hat zurückgewiesen, dass er sich mit dem Sender in Verbindung gesetzt habe. Nun nimmt die SZ als verantwortlicher Medienträger ein Gaudistück vom Netz, weil "sich Jebsens Anwältin sich bei der SZ gemeldet" hatte. Das Dementi von Jebsen steht noch aus.

An der Stelle interessiert mich nur noch eines (wer nach welcher Pfeife tanzt, hat sich ja wohl herauskristallisiert): Was sagt Fromme dazu?
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 17:29
Ich bin weder taz noch Jakob Jung und übernehme für deren Handeln / Haltung keine Verantwortung!

Ich muss, nachdem ich gelesen habe, wie der Autor das meint, dass ich die Satire auch völlig falsch verstanden habe. Ich finde sie sogar allerdings noch viel dümmer.

Dass Jebsen keine Lust hat, dass irgendwelche extrem heiklen Sachen unter seinem Namen im Netz stehen, die nicht seine Meinung darstellen und sich zudem noch über seine Rechtschreibschwäche lustig machen, ist doch wohl nicht überraschend.
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 17:30
...wie der Autor das meint, zugestehen, dass ich die Satire auch völlig falsch verstanden habe.
eulen nach athen schrieb am 09.11.2011 um 15:57
*muahaahaahaa* sehr gut!
Popkontext schrieb am 09.11.2011 um 17:19
Hier sagt der Autor was zu seinen Beweggründen für die Satire. Aus meiner Sicht noch dümmer als angenommen, sorry:
www.freitag.de/community/blogs/siegstyle/wie-mir-ken-jebsen-meine-satire-verbieten-liess
Michael Angele schrieb am 14.11.2011 um 20:12
Ich widerspreche meinen Freunden ungerne, aber lieber koslowski, liebe popkontext, ich finde diese Satire nicht ganz so missraten, einfach deswegen, weil sie diesen, sorry, verschwörungstheoretischen Dreck schon ganz gelungen aufs Korn nimmt, der ja von recht vielen, auch "irgendwie linken" Kräften, geteilt wird; dieses "Checkertum", für das Jebsen ja nur ein Ausdruck ist, und das hinter jedem Weltübel irgendwelche dunklen Kräfte wittert, im Zweifelsfall eine Kombination aus Mossad, CIA und dem Weltverband der fleischverarbeitenden Industrie.

"zu meinen wichtigsten informationquellen gehörn: nostradmaus, illuminati (lief übrigens sonnatgs auf pro7, aber hatte keine laune zu schaun) und rtl 2 news."

Das trifft es schon, und es widerstrebt mir, wenn solche Einlassungen gerade auch beim Freitag habituell in die Ecke verwiesen werden, in der man sie ruhig entsorgen kan (Welt, Achse des Guten etc.) Das ist mir zu einfach.
Popkontext schrieb am 14.11.2011 um 21:10
Ich hatte die "Satire" zunächst genau umgekehrt aufgefasst, wie sie offenbar gemeint war: Ich dachte, er macht sich über die Leute lustig, die überall Antisemitismus sehen. So find ichs allerdings genauso blöd - aus meiner Sicht als Satire so auf ganzer Linie mißlungen.

Und ich hatte auch Schwierigkeiten, unter diesem ganzen ekelhaften und aus meiner Sicht unseriösen Gebaren von Broder zu sehen, dass die von ihm benannten Kernpunkte möglicherweise doch nicht ganz unzutreffend sind. Erst als ich dann ein paar Ausschnitte aus Ken FM sah, dachte ich, dass da eventuell doch was dran ist. Finde ich erstaunlich, dass das bei einem öffentlich-rechtlichen Sender nicht mal früher aufgefallen ist.
Daniel Domeinski schrieb am 14.11.2011 um 21:58
@Michael Angele

"...verschwörungstheoretischen Dreck schon ganz gelungen aufs Korn nimmt, der ja von recht vielen, auch "irgendwie linken" Kräften, geteilt wird; dieses "Checkertum", für das Jebsen ja nur ein Ausdruck ist, und das hinter jedem Weltübel irgendwelche dunklen Kräfte wittert, im Zweifelsfall eine Kombination aus Mossad, CIA und dem Weltverband der fleischverarbeitenden Industrie."

Welche ominösen "irgendwie linken" Kräften" haben sie im Auge?
Und was ist ihre Alternative zu diesem Übel?
Vielleicht die Negierung von Verbrechen, die die CIA und der Mossad begangen haben?
Jeder der etwas Verstand besitzt, sieht das viele staatliche Behörden aber auch Konzerne und religiöse Gruppierungen aus "Sicherheitsgründen" konspirativ arbeiten. Verschwörungen sind also nicht allein die Erfindung von Verschwörungstheoretikern, sind ein Teil der Welt. Ohne konspiratives Handeln, das den Zugang zu Wissen und damit die Möglichkeiten der Einflussnahme auf Entscheidungsprozesse der verschiedenen Akteure reguliert, wären viele gesellschaftliche Hierarchien nicht erhaltbar.
Welche Motive könnten nun Public Intellectuals wie Henryk M. Broder, oder staatlich alimentierte Extremismustheoretiker haben, die Existenz von Verschwörungen pauschal zu negieren und jeden der konspiratives Handeln analysiert als paranoid bzw. antisemitisch abzustempeln?
Emma in Uniform schrieb am 15.11.2011 um 23:05
Das ist also "zugespitzte Satire"? ..."aber".

Von u.a. wo aus verlinkt der Autor Siegstyle hierher?
Von hier:
jetzt.sueddeutsche.de/jetztpages/synthie_und_roma

Und was soll man jetzt dazu sagen?

Vieleicht das hier:

Zugegeben: Bis heute kannte ich Siegstyle nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Siegstyle a) ein brandneues Mitglied bei Freitag.de ist und sich nur angemeldet hat, um einen Blog mit diesem antisemitischen Beitrag vollmachen zu können, weil nämlich b) eben jener selbe Blogbeitrag bei jetzt.de durch Intervention eines gewissen Ken Jebsen gelöscht wurde.

Noch mal zugegeben: Ich weiss , dass Siegstyle sich am liebsten Siegheil nennen würde. Aber das ist im Grunde auch egal. Denn der Neonazi und Rassist nennt sich a) auf jetzt.de "synthie und roma" und b) suhlt er sich ganz unverholen in seinen Verschwörungstheorien: Siegstyle: "Letztlich ist es für mich so, dass in jedem von uns ein Freund der Juden steckt oder eben ein Antisemit." Es kommt immer nur auf das Thema an. Aber vor allem, wie man sich ausdrückt. Das haben schon viele Menschen in diesem Land erleben dürfen."

Selbstverständlich kann man den Stil von Siegstyle kritisieren,
ist es doch offensichtlich gestörte Eigenwahrnehmung gepaart mit intensiver Beschäftigung mit dem eigenen Geschlechtsteil im Schutzmantel der halluzinierten Berufung zum Blogautor; garniert mit dem dümmlichen Versuch seine debile Schreibe als Satire zu verkaufen fühlt er sich nun bei Freitag.de geschützt und unangreifbar. Eine hervorragende Strategie, für eine ähnliche wird z.B. auch Sarrazin bewundert. Auch wenn er - zehn Kilometer gegen den Wind infernalisch aus dem Geist stinkt. Andererseits gehört er zu den vielen Stimmen in unserem Land, die stark nach Verwesung stinken. Da darf diese Stimme auch mal quietschfidel das Freitag-Forum beduften .

Und Siegstyle hat ja auch zugegeben: "Ich habe die so genannte "Antwort von Ken Jebsen auf Broder" nicht als Satire auf jetzt.de gekennzeichnet." Wozu auch - die Verquickung der "wichtigsten Themen Deutschlands: Holocaust, Umgang mit Juden und wer wird Nachfolger von Thomas Gottschalk bei Wetten dass.." Denn Siegstyle weiss:.. "jeder Deutsche" ist "extrem dünnhäutig und es gibt kein richtig oder falsch sondern nur Antisemit oder Antiantisemit. Das findet Siegstyle anstrengend. Aber ist so. Trotzdem: Er kann krampfhaft versuchen, "Jewrassic Parc und Dinojudenfreund" als Satire zu verkaufen, aber es ist und bleibt:
Zähnefletschender Neonazi-"Humor". So etwas ist nicht immer einfach auszuhalten. Besonders aber hier:

In einem Forum das nur noch irgendwie dings ist.
ed2murrow schrieb am 15.11.2011 um 23:34
Wenn Sie sich noch ein wenig anstrengen, schaffen Sie es, Autorin bei Bluthilde zu werden (bluthilde.wordpress.com/). Ich glaube, Sie haben endlich Ihre wahre künstlerische Berufung gefunden. Zeit wurde es ja.
siegstyle
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