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Die Frage zielt nicht auf die Antwort „...wo der Daumen rechts sei“, sondern auf die Politik.
Der Ursprung war die Sitzordnung bei der Einebrufung der Generalstände in der französischen bürgerlichen Revolution. Das gibt der Sache zwar den Namen und bestimmt bis heute die Sitzordnung in Parlamenten, aber bürgerliche Revolution ist bestimmt nicht mehr gemeint.
Dann zerfasert es aber ganz schnell und ganz weit.
Die verelendeten Arbeitermassen von Beginn des 20. Jahrhunderts sind längst dem Arbeiter mit Auto und Eigenheim gewichen, der laut Henry Ford nicht mehr an Revolution denkt.
Von Liberté, Égalité, Fraternité war in den linken sogenannten „Volksdemokratien“, diesen gescheiterten Volksvolksherrschaften und sowjetischen Kolonien aus der Zeit des kalten Krieges nicht viel zu spüren war, wie diese auch sonst kein zukunftsfähiges Modell waren, mit allen dogmatischen Bestrebung und der Schaffung des „neuen Menschen“.
Eine davon ausgehende Diskreditierung haftet heute immer noch.
Was ist heute links?
Immer noch an Marx’sche Revolutionstheorien zu glauben?
Liest man Parteiprogramme, scheint sich kein klares Bild abzuzeichnen.
Betrachtet man, wie sich die Autoren nach der nächsten Wahl aus den wohl wider Erwarten doch erreichten politischen Ämtern und damit aus der Verantwortung stehlen (Gysi, La Fontaine z. B.) oder auf kommunaler Ebene pragmatische Sachpolitik einschließlich der rigiden Durchsetzung von HartzIV-Schikanen mitverantworten, wird die hehre Programmatik zu Floskel und Makulatur.
Wege in und durch Institutionen verändern diese wohl, aber wohl noch mehr die, die sie gehen, das sieht man an den Grünen, aber auch an manchem „Linken“ im Regionalregierungsamt.
Betrachtet man das außerparlamentarische Spektrum, so bleibt auf den ersten und gutwilligen Blick nur der Eindruck gutmenschelnder ideologischer Wirrnis, böswillig betrachtet, wirklich übles haften.
Was ist heute links?
Das Festhalten an den Gedankenwelten, Ritualen und ideologischen Dogmen der gescheiterten linken Staatsmodelle des letzten Jahrhunderts?
Das Unterstützen irgendwelcher Befreiungsbewegungen, wenn sie nur das „revolutionär“ im Namen führen, auch wenn man zusehen kann, wie sie sich nach Machtgewinn mehr oder minder schnell diskreditieren, wenn sie das nicht schon zuvor getan haben? Nicaragua ist da ein unschönes Beispiel von vielen.
Die strikte Ablehnung des aktuellen Staatsmodells als solches, ohne über die Phantastereien einer Frau Wagenknecht hinaus Abhilfe und Alternativen zu bieten?
Die Unterstützung „irgendwie linker“ Initiativen, so lange die eben noch „irgendwie links“ aussehen und weil man sich damit dann gut und so anders fühlt?
Das Einfordern staatlicher Hilfen für irgendwelche gemeinnützigen Projekte und der heftige Protest, sollten diese gekürzt werden, ohne jedoch ein schlüssiges Modell bieten zu können, wo der, noch dazu ungeliebte Staat das Geld hernehmen soll?
Was steckt hinter diesem so oft und so gern für so viel verschiedenes genutzten Etikett „links“ heute wirklich?
Auch in der Community habe ich bisher keine schlüssige Antwort gefunden!
Helft mir!
Was ist links?
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Ist denn ein solches Etikett wirklich so wichtig?
rr |
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"Geschändet, entehrt, im Blute watend, vor Schmutz triefend – so steht die bürgerliche Gesellschaft da, so ist sie. Nicht wenn sie, geleckt und sittsam, Kultur, Philosophie und Ethik, Ordnung, Frieden und Rechtsstaat mimt – als reißende Bestie, als Hexensabbat der Anarchie, als Pesthauch für Kultur und Menschheit, so zeigt sie sich in ihrer wahren, nackten Gestalt."
Rosa Luxemburg Links ist, die wahre, nackte Gestalt der bürgerlichen Gesellschaft zu erkennen, zu zeigen und gegenan zu gehen. |
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@born2mild
Danke. |
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"Auch in der Community habe ich bisher keine schlüssige Antwort gefunden!
Helft mir!Was ist links?" Vielleicht findest du hier etwas Brauchbares: www.freitag.de/community/blogs/bildungswirt/gesellschaftstheoretische-wurzeln-einer-emanzipativen-paedagogik-1 www.freitag.de/community/blogs/bildungswirt/leitbild-im-21-jh-homo-symbolicus-oekologicus--daemmerungen-2 Gruß BW |
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links ist irgendwie.
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Links ist da, wo im Hirn die Aktivitäten der rechten Köperhälfte entspringen.
Also vereinfacht gesagt, genau da, wo der Daumen rechts ist. Sie sind der Ansicht, 'Von Liberté, Égalité, Fraternité' sei 'in den linken sogenannten „Volksdemokratien“, diesen gescheiterten Volksvolksherrschaften und sowjetischen Kolonien aus der Zeit des kalten Krieges nicht viel zu spüren' gewesen - dann versuchen Sie doch mal einen unvoreingenommenen Blick auf das Original! Es mag Ihrer Vorstellung von Freiheit nicht entgegenkommen, doch es ist sicher auch eine Art von Freiheit, wenn ein Mensch sich um seinen Arbeitsplatz oder sein täglich Brot keine Sorgen zu machen braucht, oder wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Betriebsversammlung zu beantragen, auf der ein unfähiger Chef abgewählt wird. Nur so als Beispiel - sowas gab's nämlich mal in diesem Ihrer Ansicht nach 'nicht zukunftsfähigen Modell'. In unserm hiesigen zukunftsfähigen Modell dagegen können oder sollen unfähige Chefs ihre abhängig Beschaftigten aus betriebsbedingten Gründen entlassen, damit mit Leiharbeitern mehr Profit erwirtschaftet werden kann - zum Nutz und Frommen sog. "Investoren". Dafür werden die Entlasser mit hohen Prämien bedacht. Diesen Unfug zugunsten der Rechte der Entlassenen zu bekämpfen und dafür zu kämpfen, daß unfähige Chefs eines Tages wieder von der Belegschaft entlassen werden könen - das ist links. Und wenn Sie in der Community auf Ihre drängende Frage keine Antwort gefunden haben., lesen Sie doch wirklich mal beim Bildungswirt nach! |
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@sockiedolly
Deine Fragehaltung entspricht einem Überlegenheitsgetue, dessen Dümmlichkeit Dir gute Freunde erläutern sollten. Also gut. Ja, selbstverständlich ist heute links, ideologischen Dogmen zu frönen, sich in Phantastereien zu verlieren, Frau Wagenknecht anzubeten und dafür vom Staat auch noch Geld zu verlangen, das er gar nicht hat. Unsere Blödheit macht uns glücklich und gesellig. |
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Hat ein Klon (wie das Schaf Dolly) denn gute Freunde?
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weis nit?
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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